NICHT aus /etc/init.d entfernen!
Die Skripte in /etc/init.d können (oder müssen) mit einem Parameter
aufgerufen werden; von sich aus tun sie nichts und stören folglich
auch nicht.
Vielmehr geht der init-Prozess beim Wechsel des run levels in das
Verzeichnis /etc/rc<x>.d (wobei <x> dem alten run level entspricht)
und führt darin in alphabetischer Reihenfolge alles aus, was mit K
beginnt mit dem Parameter "stop" (zum Beenden), anschließend geht
init in das Verzeichnis /etc/rc<x>.d (wobei <x> jetzt dem neuen
run level entspricht) und führt darin alles aus, was mit S beginnt
mit dem Parameter "start".
(bei anderen Linuxen als Debian können /etc/init.d bzw. /etc/rc...
auch etwas anders liegen, aber das Prinzip wird überall gleich sein.)
Der Trick zur einfacheren Verwaltung ist nun der, daß die Skripte
in /etc/rc...d gar keine sind, sondern nur symbolische Links auf die
tatsächlichen Skripte in /etc/init.d.
Um einen weiteren Dienst zu aktivieren, schreibt man einfach in
das entsprechende /etc/rc<x>.d einen symbolischen Link mit dem
Namen S_irgendwas, der auf die passende Datei in /etc/init.d
verweist, und zum Deaktivieren löscht man den Link aus
/etc/rc<x>.d wieder.
Die Zahl hinter K... bzw. S.. dient nur dazu, die Reihenfolge
der Skripte untereinander zu steuern (erst Netzwerk, dann sshd
und so weiter).
Früher hatte ich SuSE-Rechner, da gab es meines Wissens ein
Kommando um so einen symbolischen Link anzulegen, ob es das
unter Debian auch gibt, weiß ich nicht. Ich mache es immer
von Hand, indem ich einfach den Link setze.
Falls man einen Dienst komplett neu einrichten will, für den
es in /etc/init.d noch nichts gibt, dann legt man dort ein
passendes Skript ab, das mit dem Argument "start" halt das
jeweilge Programm anwirft, mit "stop" wieder beendet und
mit "reload" anhält und neu startet, und macht dann wie
beschrieben die Links in den /etc/rc<x>.d, je nachdem, in
welchen run leveln das Ding laufen soll.
Welcher der normale run level ist, der nach dem Hochfahren
angesteuert wird, wenn nichts anderes beim boot loader
angegeben wird, steht übrigens in der /etc/inittab in der
Zeile, die mit initdefault markiert ist, z.B.:
führt bei mir zum default-run level 2.