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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Zündspulen vergleichen?


Autor: Thomas O. (kosmos)
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da ich noch einige Zündspulen ("Blaue", "Rote", normale schwarze 
Transistor-Zündspule und eine aus einem Turbofahrzeug) in meiner 
Bastelkiste habe wollte ich diese gerne mal miteinander vergleichen. 2 
Kanaloszi und 40 kV-Tastkopf steht zur Verfügung.

Meine Ansteuerung mit Mosfet-Treiber funktioniert inzwischen wunderbar 
so das es keine verheizten Fets aufgrund einer zu schwachen Ansteuerung 
mehr gibt und die max. Ladezeit wird natürlich auch begrenzt.

Nun wollte ich mal fragen wie man an aussagekräftige Testergebnisse zum 
Vergleichen kommt und wie man die Sekundärseite irgendwie stärker 
belastet, um "verschärfte" Testbedingungen simulieren.

Folgende Messreihen habe ich vor
1. Messen ab wieviel mSek Ladezeit die einzelnen Spulen in die Sättigung 
kommen und danach die max. Ladezeit für jede Spule einzustellen.
2. Messung der Dauer der Brennspannung, welche ein Indikator für die 
gespeicherte Energiemenge ist.
3. Messung der maximalen Funkenlänge um in etwa auf die Spannungshöhe zu 
schließen, welche ich wichtiger als die Energiemenge halte, da wenn der 
Funke nicht überspringt entlädt sich die Energie auch nicht aus der 
Spule.

Würde mich über ein paar Anregungen sehr freuen werde euch auch die 
Ergebnisse der verschiedenen Zündspulen mitteilen.

Autor: oszi40 (Gast)
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... und die einfachen Sachen wie
Temperatur, Windungsschluss, R, Isolation ...

Autor: Michael O. (mischu)
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Der Stromverlauf auf der Niederspannungsseite ist schon recht 
aussagekräftig (ohne Sekundärbelastung). Du kannst sehen wie schnell die 
Sättigung erfolgt.
Möglicherweise ist die Streuinduktivität auch nicht uninteressant.

Deine Zündspule ist ja nichts anderes als ein Traf. Du kannst 
Spasseshalber die typischen Trafoparameter an 50Hz messen (im 
Kurchschluss, Leerlauf).

Ein Parameter den Du nicht so einfach heraus bekommst ist, wie gut die 
Isolation dauerhaft der Belastung standhält. Ich habe schon einige 
Zyndspülen oder Trafos kaputt bekommen, indem ich hohe Spannungen auf 
der Sekundärseite erzeugt habe, die dieser nicht verträgt (interner 
Windungsschluss).

Autor: Thomas O. (kosmos)
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ja der Stromverlauf auf der Primärseite wird auf jedenfall 
aufgezeichnet. Habe in dieser Richtung auch ein interessantes Patent von 
Bosch gefunden. Welches den Primärstromverlauf zum erkennen von defekten 
auf der Sekundärseite verwendet.
http://www.freepatentsonline.com/EP0389775.pdf

Isolationsmessung auf der Sekundärseite wird schwierig da es hier mit 
den üblichen 500 oder 1000V Testspannung nicht getan sein wird, wenn 
doch diese Wicklungern für >20 kV gedacht sind oder wird das in der 
Regel so getestet?

Autor: Michael O. (mischu)
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Mal eine Frage - der 40kV Tastkopf - ist das der TESTEC HVP 40?
Der hat eine Bandbreite von nur 300Hz.... Da bliebe vom Zündpuls nix 
mehr übrig.

Isolation... das wird schwierig:

Das Blöde bei den Zündspulen ist, dass das Gehäuse auch gleichzeitig 
Masse ist. D.h. eine DC-Spannung zwischen Ausgang und Gehäuse würde 
automatisch durch die Spule fließen. Das eigentliche Problem ist aber 
die Interwinding-Isolation - also wie die Feldstärkeverteilung zwischen 
den Spulenlagen aussieht. Und diese zu messen ist nicht ganz einfach.
Insbesondere kannst Du die Isolation der Spule nur messen, wenn 
gleichzeitig ein Strom fließt (Magnetfeld). Aus der Stromaufnahme bei 
verschiedenen Ausgangsspannungen hast Du dann sowohl die Leckströme als 
auch die Kernverluste schön überlagert....

Vielleicht hilft es tatsächlich, die Höhe des sekundären Ausschaltpulses 
als Kenngröße zu nehmen. Denn bei der sehr hohen Spannung fließt ein 
zunehmender Teil des Stroms als Leckströme ab. Je höher der 
Spannungspeak, desto besser die Isolation ..?

Autor: oszi40 (Gast)
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Wer verbietet und eigentlich die hochtransformierte Zündspulen-Spannung 
z.B. mit einer anderen Zündspule wieder herunterzutransformieren ? Damit 
könnte manche Vergleichsmessung leichter werden?

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Sofern man die Parameter der "anderen" Zündspule bereits genau genug 
ermittelt hat ,-)

Sonst ist es einfach ein Spiel mit 2 Unbekannten Bauteilen ....

Autor: Gast (Gast)
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Wenn Du zweimal die "gleiche" Zündspule einsetzt, wird das -bis auf die 
Parametestreuung - ein besseres Ergebnis bringen ;-)

Autor: Thomas O. (kosmos)
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ja es handelt sich um den TESTEC HVP 40 Tastkopf

also 2 gleiche Spulen habe ich sowieso nicht, sind alles 
unterschiedliche Typen. Das der Primäre und sekundäre Widerstand 
gemessen wird, habe ich nicht erwähnt, da das für mich 
selbstverständlich war.

Zur Temperaturmessung denke ich, das hier sowieso längere Test nötig 
sind nach ein paar Minuten wird sich eine Spule noch nicht merklich 
erwärmt haben, wenn man es mit der Sättigung einhält..

Wegen der Bandbreite, den Zündimpuls sieht man eigentlich ganz gut aus 
das Ausschwingen nach der Brennphase ist gut zu erkennen, siehe Foto

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Was Mischu Dir sagen will: Wenn Du mal testweise einen Tektronix p6015 
oder 6015A anschließt, wirst Du sehen was us der Zündspule wirklich 
hrauskommt.

Realität ist dass man da deutlich über 300Hz Oberschwingungen hat.

Ob Du das allerdings charakterisieren willst oder ob Du sagst: Mir 
genügt vorerst 300Hz Obergrezen -- das mußt Du selber festlegen.

Aber es eröffnet wirklich Welten, da mal einen HV-Tastkopf mit mehr 
Bandbreite testweise zu nutzen (vielleicht kannst Du sowas mal leihen).

hth,
Andrew

Autor: Bernd Funk (metallfunk)
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Noch was wichtiges zu Zündspulen.

Im Kfz werden 2 Sorten verbaut. Einmal die 12 V Version, aber
es gibt auch 7 ? V Versionen.

Diese werden mit Vorwiderstand betrieben
( Entweder sichtbar oder häufiger als Widerstandskabel in der Zuleitung 
versteckt. )

Der Sinn ist, den Spannungsabfall während des Startvorgangs zu
kompensieren.
Während der Anlasser läuft, wird kurzzeitig die volle Bordspannung
durchgeschaltet.

Autor: Thomas O. (kosmos)
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ja die Blaue ist so ein Typ die beim Starten unter Umgehung des 
Widerstandes angesteuert wird und danach über einen Widerstand läuft. 
Die rote wird immer mit Widerstand gefahren, glaube das waren 0,5 Ohm. 
Wenn man aber die Ladezeit korrigiert kann man das auch ohne Widerstand 
hinbekommen, vorrausgesetzt der Transistor schafft es.

Wodurch kommt diese niedrige Bandbreite beim Testec, hat das Teil eine 
zu hohe Kapazität?

Autor: Thomas O. (kosmos)
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was passiert eigentlich wenn aufgrund einer zu langen Funkenstrecke kein 
Funke überspringt, schlägt das dann in der Sekundärwicklung durch und 
beschädigt diese vielleicht sogar? Weil irgendwo muss doch die Leistung 
hin?

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Thomas O. schrieb:
> was passiert eigentlich wenn aufgrund einer zu langen Funkenstrecke kein
> Funke überspringt, schlägt das dann in der Sekundärwicklung durch und
> beschädigt diese vielleicht sogar? Weil irgendwo muss doch die Leistung
> hin?

Ja. Vorrausgesetzt die Sekundärspanung ist höher als die zulässige 
Spannung der Isolation.

Unter anderem ein Grund, warum bei Mehrspulen-Hochleistugnszündanlagen 
im Motorraum und im Handbuch ein Hinweis ist: Nicht ohne an der 
Zündkerze  aufgestecktes Kabel Motor starten/laufen lassen ,-)

Autor: oszi40 (Gast)
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> Nicht ohne an der Zündkerze aufgestecktes Kabel Motor starten/laufen lassen

Ob das auch schon alle Marder gelsen haben ??
Ein konstruktiver Fehlschlag oder Wirtschaftsförderung?

Autor: ich (Gast)
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"Ob das auch schon alle Marder gelsen haben ??
Ein konstruktiver Fehlschlag oder Wirtschaftsförderung?"

NEIN Physik bzw. Technik!!!

: Wiederhergestellt durch Admin
Autor: ich (Gast)
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Kinderleichtes Beispiel:

Ich habe Energie und will die los werden. Mein Magnetfeld wurde 
aufgebaut, ist auch Energie. Mein Magnetfeld bricht zusammen, wohin mit 
der Energie?
Hoher Widerstand erzeugt eine hohe Spannung, da fast kein Strom fliessen 
kann. Je weniger Strom fliesst, umso höher die Spannung. Habe ich eine 
Möglichkeit diese Spannung über eine Funkenstrecke abzubauen ist es 
eigentlich schon gut. Denoch braucht eine Zündspule einen Kondensator um 
sich nicht durch zu hohe Induktionsspannungen zu zerstören. Physik: 
Spule entlädt sich Kondensator nimmt die Ernergie auf, Kondensator gibt 
Energie an die Spule ab und das wiederholt sich bis die Energie 
abgegeben ist. Erkläre das mal Sylent Hektik!!

: Wiederhergestellt durch Admin
Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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ich schrieb:
> Kinderleichtes Beispiel:
>
> Ich habe Energie und will die los werden. Mein Magnetfeld wurde
> aufgebaut, ist auch Energie. Mein Magnetfeld bricht zusammen, wohin mit
> der Energie?
> Hoher Widerstand erzeugt eine hohe Spannung, da fast kein Strom fliessen
> kann. Je weniger Strom fliesst, umso höher die Spannung. Habe ich eine
> Möglichkeit diese Spannung über eine Funkenstrecke abzubauen ist es
> eigentlich schon gut.

Bis hierhin paßt es. Dann wird es falsch:


> Denoch braucht eine Zündspule einen Kondensator um
> sich nicht durch zu hohe Induktionsspannungen zu zerstören.

Den braucht nicht die Zündspule, sondern der Kontakt der früher (tm) 
üblichen Kontaktgesteuerten Zündanlagen.
Eben, um den Abreißfunken zu vermindern und den Kontaktabbrand auf ein 
erträgliches Maß zu begrenzen. So alle 30 bis 100 Tausend km war dann 
aber Tausch des Kontaktes nötig.

Ab dann paßt es wieder ;-)

> Physik:
> Spule entlädt sich Kondensator nimmt die Ernergie auf, Kondensator gibt
> Energie an die Spule ab und das wiederholt sich bis die Energie
> abgegeben ist. Erkläre das mal Sylent Hektik!!

Autor: Jötze (Gast)
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>was passiert eigentlich wenn aufgrund einer zu langen Funkenstrecke kein
>Funke überspringt, schlägt das dann in der Sekundärwicklung durch und
>beschädigt diese vielleicht sogar? Weil irgendwo muss doch die Leistung
>hin?

Alle Autohersteller fordern vom Systemlieferanten, dass im Betrie ein 
Hochspannungskabel abfallen darf, ohne dass es zu dauerhaften Schäden 
oder zu Fehlfunktionen an den anderen Zylindern kommen darf.

Realisiert wird das durch ein High-Voltage-Clamp an der Endstufe der 
Primärseite, üblicherweise @ 450V.
Wird durch einen offenen Sekundärkreis dieser Wert überschritten, 
schaltet die Endstufe wieder durch (bis der Wert wieder unter die 
Triggerschwelle fällt).

Jötze

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Jötze schrieb:
>
> Alle Autohersteller fordern vom Systemlieferanten, dass im Betrie ein
> Hochspannungskabel abfallen darf, ohne dass es zu dauerhaften Schäden
> oder zu Fehlfunktionen an den anderen Zylindern kommen darf.

Das ist für sich genommen korrekt. Nur hat  der TE ja eine deutlich 
andere Situation: Er "vermisst" die Zündspulen mit diversen Parametern.

Im Auto hat man dagegen ein System, das fixierte Rahmenbdingungen hat

Autor: Thomas O. (kosmos)
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dieser Wert um die 400V legt doch nur fest ab welchen Wert das Gate oder 
die Basis wieder angesteuert wird, damit die Primärspannung nicht über 
die maximale Spannung der D-S oder C-E Strecke des Transistors steigt.

Sollte doch unabhängig von der Sekundärseite sein oder besteht hier ein 
zusammenhand das die Primärspannung stärker ansteigt wenn es zu keinem 
Funkenüberschlag kommt?

Autor: Jötze (Gast)
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Generell geht es doch darum, die im Magnetfeld der Spule gespeicherte 
Energie in elektrische Energie zu überführen.
Diese Energie ionisiert im Idealfall die Funkenstrecke und der 
eintretende Stromfluss dissipiert die elektrische Energie in Wärme.
Wenn es Sekundärseitig zu keinem Stromfluss kommt, steigt die durch das 
zusammenbrechende Magnetfeld induzierte Spannung primärseitig bis zur 
Clampschwelle, dann wird umgeladen und der Vorgang wiederholt sich, bis 
sämtliche Energie primärseitig dissipiert ist.

Ganz früher gabe es auch sekündärseitigen High-Voltage-Clamp, das war 
dqann einfach eine zur Zündspule parallele Sicherheits-Funkenstrecke.

Jötze

Autor: Tueftler86 (Gast)
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könnte man nicht auch einen hochohmigen Spannungsteiler benutzen, um die 
Ausgangsspanngung zu messen? z.B. 100Mohm? Muss ja nicht alle 
Anforderungen an einen Tastkopf erfüllen, da nur für Testzwecke gedacht.
also so auf Lochraster oder durch die Luft 5*20MOhm und einmal 1KOhm 
oder so...

Autor: Andrew Taylor (marsufant)
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Tueftler86 schrieb:
> könnte man nicht auch einen hochohmigen Spannungsteiler benutzen, um die
> Ausgangsspanngung zu messen? z.B. 100Mohm? Muss ja nicht alle
> Anforderungen an einen Tastkopf erfüllen, da nur für Testzwecke gedacht.
> also so auf Lochraster oder durch die Luft 5*20MOhm und einmal 1KOhm
> oder so...

Tja, über das "nur für Testzwecke " ist Thomas weit hinaus. Er will 
definiert messen / messen können.

P6015 / p6015A ist ein "hochohmiger 100 Megaohm spannungsteiler.

Ebenso der Testec Kopf.

Ein Testaufbau wie Du ihn beschreibst tut das auch mit 100 Megaohm.

Der Unterscheid zwischen den 3 Varianten ist die Bandbreite.

Bei 1 und 2 bekannt.

Bei 3. muß man dies noch vermessen.

Und da dürften die wenigstens von uns geeignete breitbandige kalibrierte 
Spanungsquellen die den Bereich 0-40kV AC/DC bis 75 MHz abdecken 
besitzen.

Autor: Ralph Berres (rberres)
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Wie funktionieren denn Thyristor bzw. Kondensatorzündanlagen?

Wird da nicht ein Kondensator von ein paar Mikrofarad mit 400-800Volt 
aufgeladen und dann ( wenn der Funke kommen soll ) mit Hilfe eines 
Thyristors der geladene Kondensator an die Primärseite der Zündspule 
geschaltet? Wird dann wohl nicht die Energie im Magnetfeld der 
Zündspule, sondern im Kondensator gespeichert? Müsste da die Zündspule 
nicht nach anderen Kriterien dimensioniert sein? Ich frage ja nur mal 
ganz vorsichtig, weil ich zufällig weis, das die Fa. Bosch sowas mal für 
den Porsche Turbo in den 80ger Jahren gebaut hat. Ob sowas noch heute 
eingesetzt wird weis ich allerdings nicht. Aber es könnte ja sein das 
auch so eine Zündspule bei dem Thomas dabei ist.

Ralph

Autor: Thomas O. (kosmos)
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Zündspulen für Kondensatorzündanlagen haben eine sehr niedrige 
Induktivität da sie keine Energie speichern sollen/mussen sondern diese 
nur von der Primärseite auf die Sekundärseite übertragen und 
transformieren sollen. Da die Energie in einer sehr kurzen Zeit 
umgesetzt wird gibt es keine Probleme mit Nebenschlüßen usw.

Was mit davor etwas abschreckt ist die Ansteuern da der Thyristor, die 
erst sperrt wenn der Kondensator leer ist(Strom unter einen bestimmten 
Wert fällt) wenn ich da mehr Funken nacheinander abfeuern will müsste 
ich mit mehrere Kondensatoren und Thyristoren arbeiten und immer hin und 
her schalten.

Diese Zündspulen speziell die Porsche Typen sind bei eBay aber sehr 
teuer, vielleicht bestell ich mal von MSD-Ignition welche.

Autor: Ralph Berres (rberres)
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Hallo Thomas

Ich hatte tatsächlich mal zu experimentierzwecke so eine HKZ von Bosch 
besessen. Der hat einen DC-DC Wandler, der bei etwa 4 KHz geschwungen 
hat, und den Kondensator ( der ja bei jedem Zündimpuls soweit entladen 
wurde, bis der Haltestrom des Thyristors unterschritten wurde und der 
Thyristor somit sperrt ), vor dem nächsten Zündimpuls wieder vollständig 
aufgeladen.
Es war also tatsächlich nur 1 Kondensator 4uF 1000V und ein Thyristor 
vorhanden. Und ein wenig Kleinzeug drum herum nebst DC-DC Wandler. Die 
Spannung am Kondensator betrug 800V.

Der Zündimpuls war ca 50uSek breit und enorm hoch. Im Leerlauf konnte 
man damit Funken ziehen die ca 4-5cm lang waren. Und im Motoreinsatz hat 
der Oszillograf des Motortesters eine Linie gezeigt die steil nach oben 
ging und verschwand, und wenige Milimeter weiter in Richtung 
horizontalen Achse ebenso steil bis zur Nulllinie wieder erschien. 
Scalierung des Testers auf der Y Achse bis zu 40KV. Ich möchte nicht 
wissen wie hoch die Spannung wirklich war.

Wenn man an eine konventionelle Zündspule das berühren des 
Sekundäranschlusses noch recht gut überlebt hat hätte ich bei einer HKZ 
schon Bedenken. Das dürfte vermutlich tötlich enden.

Ralph

Autor: Roland (Gast)
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Hallo Ralph!

Ich darf mich kurz vorstellen:
Mein Name ist Roland, ich schraube gern an alten Autos und ich habe ein 
HKZ-Problem.
Meinem Auto ist der Zündfunke abhanden gekommen.
Nachdem ich schon die Zündkabel (ohne Erfolg) ausgetauscht habe, vermute 
ich den Fehler im Kondensator oder im Schaltgerät.
Besteht die Möglichkeit, Kondensator und Schaltgerät mit einem 9,95 
Euro-Multimeter zu prüfen?
Und wenn ja, könntest Du mir sagen, wie ich vorgehen muss?

Danke schon mal!
Gruß Roland

Autor: Anselm 68 (anselm68)
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Kondensator vielleicht noch, aber mehr geht ohne besseres Equipment 
nicht.
1000V Bereich DC, wenn du da viel misst, wird er geladen, aber die 
Energie nicht an die Zündspule weiter gegeben.
Wenn du da wenig misst, mal auf 750V AC gehen und gucken ob da was ist. 
Dies würde darauf hindeuten dass der Kondensator regelmässig entladen 
wird.(vermutlich Zündspule ;))

Autor: Ralph Berres (rberres)
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Hallo Roland.

Einen Test oder Reparaturversuch sollte man nur bei entsprechender 
Sachkenntnis selber versuchen. Die darin vorkommende Spannungen sind
LEBENSGEFÄHRLICH !!!!!!!!! Auch die Spannung auf der Primärseite!!


Man braucht schon einen vernünftigen Oszillografen und einen 100:1 
Tastkopf der möglichst 2,5 KV aushält, besser noch einen 1000:1 Tastkopf 
mit 20KV Spannungsfestigkeit. NIEMALS !!! mit dem Tastkopf an die 
Sekundärseite der Zündspule messen. Der Tastkopf UND der Oszillograf 
werden dann augenblicklich zerstört!!


Als erstes kann man die Spannung an dem Kondensator messen. Das geht 
noch mit einen normalen Multimeter. Sie sollte je nach Konstruktion so 
zwischen
400 und 800 Volt betragen. Als nächstes würde ich den Ansteuerimpuls des 
Thyristors prüfen. Dafür braucht man aber einen Oszillograf. Wenn die 
Ansteuerung des Thyristors in Ordnung ist, könnte man an der Primärseite 
der Zündspule mit Hilfe des 100:1 Teilers oder noch besser mit einen 
Hochspannungstastkopf messen ob dort Aktivität ist. Aber Vorsicht!! 
Durch die Eigeninduktivität der Zündspule können auser dem 800 Volt 
Impuls auch hohe Rückschlagspannungen bis mehrere KV entstehen , die den 
Tastkopf oder sogar den Oszillograf zerstören können. Deswegen lieber 
einen Hochspannungstastkopf der 20KV oder mehr aushält benutzen.

Der auf 400V bis 800V geladene Kondensator wird mit jedem Zündimpuls mit 
Hilfe des Thyristors als Schalter über die Primärseite der Zündspule 
entladen. Der Kondensator hat eine Kapazität von mehreren Mikrofarad.
Dadurch ist in Ihm eine ziemlich große Energiemenge gespeichert, die mit 
jedem Zündimpuls an die Zündspule abgegeben wird. Dadurch entstehen 
Zündfunken mit einer sehr hohen Spannung und einen sehr niedrigen 
Innenwiderstand. Der Innenwiderstand wird im wesentlichen durch die 
ohmschen Widerstände der Zündspule und deren Primärinduktivität 
bestimmt.

Der Zündfunke selbst ist sehr kurz einige 10 usek.

Die Zündspule unterscheidet sich von einer herkömmlichen Zündanlage 
dadurch, das die Energie nicht in der Zündspule gespeichert wird und 
beim  öffnen des Zündkontaktes frei gesetzt wird, sondern die Energie 
wird im Kondensator gespeichert. Das heist es wirkt nur das 
Übersetzungsverhältnis der Zündspule, oder sollte man besser sagen 
Zündtransformator?

Die Zündspule ist auch viel niederohmiger als eine herkömmliche 
Zündspule, weil sie ja möglichst viel Energie in möhlichst kurzer Zeit 
transformieren soll, da stört eine hohe Induktivität nur.

Fehlerquellen können bei einer HKZ sein.

Windungsschluss in Zündspule. An Primärspule erscheinen viel zu kleine 
Impulse wenn die Spannung am Kondensator stimmt.

Thyristor defekt. An der Primärspule erscheinen trotz Spannung am 
Kondensator überhaupt keine Impulse.

DC-DC Wandler defekt. Die Spannung am Kondensator ist viel zu niedrig 
oder
bricht schon bei niedriger Drehzahl sofort zusammen. Bei höheren 
Drehzahlen ist es normal das die Spannung etwas einbricht. Sonst müsste 
der Spannungswandler unglaublich viel Energie aufbringen.

Aber wie schon gesagt. Nur mit einen Aldi Multimeter kommt man bei der 
Fehlersuche nicht weit.

Man braucht bei dem Test übrigens nicht unbedingt das KFZ, sondern kann 
es auch auf dem Labortisch ausprobieren. Zündspule ausbauen und 
unbedingt eine Zündfunkenstrecke von ca 5mm an die Zündspule anbringen, 
sonst wird es lebensgefährlich. Ansteuern kann man die HKZ entweder mit 
einen Funktionsgenerator oder falls kontaktlos mit
einen kleinen Magneten mit dem man an den Sensor vorbeistreicht.

Ralph Berres

Autor: Michael O. (mischu)
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Der Testec Tastkopf hat eine Eingangsimpedanz von "nur" 10MOhm, hat ein 
Verhältnis von 1000:1 und ist für den Anschluss an ein Multimeter 
gedacht.
Der -3dB Punkt der Bandbreite liegt halt bei 300Hz und damit für die 
meisten Multimeter völlig ausreichend.

Wichtig bei den Geräten ist die Isolationsstrecke sauber einzuhalten, 
damit die Hochspannung nicht durch einen ungewollten Durchbruch den 
Benutzer schadet. Die hohe Eingangsimpedanz ist sicher schon mal 
Kontraproduktiv für die Bandbreite. Möglicherweise hat der 
Eingangswiderstand eine relativ hohe Induktivität und begrenzt die 
Bandbreite zusätzlich. Um auf 300Hz Bandbreite zu kommen, reicht mit den 
10MOhm bereits eine Kapazität von ca. 100pF aus.

Wenn Du nur 50Hz AC messen möchtest, gäbe es sicher auf keine 
Schwierigkeiten. Die Gegeninduktion an einer Zündspule ist nunmal ein 
dynamisches Ereignis im MHz-Bereich (Anstiegsgeschwindigkeit im 
ns-Bereich). Dafür eignet sich ein anderer Testec Taskopf besser.

Deiner:
http://www.testec.de/DL/TT/MA/HVP40_DE.PDF

15kV - HV mit 50MHz Bandbreite
http://www.testec.de/DL/TT/MA/HVP15HF_DE.PDF

Autor: Roland (Gast)
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Vielen Dank für Eure schnelle Hilfe!!!
Ich muss einsehen, dass mein Equipement als auch mein Sachverstand 
völlig unzulänglich sind, um hier eine gescheite Fehlersuche durchführen 
zu können.
Im Interesse von Leib und Leben werde ich mir wohl einen Experten 
suchen, der die Funktionsprüfung vornehmen kann.
Wenn sich jemand von Euch anbieten würde, würde mich das freuen!

Meine Email: roland.blum[at]web.de

Danke nochmal für die Antworten!
Schlauer bin jetzt auf alle Fälle.

Gruß Roland

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