Hallo,
bei meinem Signalgenerator stelle ich ein Ausgangssignal (50 Ohm
Ausgang) von 10 MHz, Level: 500mV (ich kann die Level Unit von dBm auf
mV umstellen) ein. Nun messe ich mit einem 100MHz Oszi (Tastkopf mit 50
Ohm abgeschlossen, direkt an der N Buchse) direkt den Ausgang des
Signalgenerators und erhalte einen Sinus mit 650 mVpeak-to-peak und
200mV Effektivwert (Measure Funktion des Oszis).
Ist der richtige Schluss, dass die Leveleinstellung des Signalgenerators
den Scheitelwert bestimmt (also einen Sinus mit 1V peaktopeak) und von
dem Signal nach dem Tastkopfkabel nur noch 0,65V peaktopeak übrig sind?
Das wären ja fast 2dB Dämpfung auf 1m Kabel, obwohl es ein 100 MHz Oszi
ist.
Komisch?
R&S SM300.
Handbuch habe ich gelesen. Dort steht lediglich, dass die Einheit des
Levels umgestellt werden kann, jedoch nicht ob die Level Einstellung in
mV jetzt Peaktopeak, Effektivwert oder nur Scheitwelwert ist.
Oszi: Tektronix TDS30148
Hast Du etwa einen normalen 1:1 Tastkopf mit 50 Ohm abgeschlossen?
Die Dinger haben ein Kabel welches NICHTS mit einem 50 Ohm Kabel gemein
hat, ausser dass es evtl tatsaechlich 50 Ohm REALEN Widerstand (ohne
Welle) haben koennte...
Dann miss mal mit Tektronix 2465B in Stellung 50 Ohm DC input am Scope.
Der Kollege nebenan hat so ein Gerät.
Und auch das Handbuch vom TDS3014 B ist nützlich zu lesen.
Da steht nämlich: Man nehme ein kurzes 50 Ohm Koaxkabel, und einen
Durchgangsterminator 50 Ohm direkt am Scope Eingang für eine solche
(Test)-Messung ...
RTFM
Mir fällt es wie Schuppen von den Augen. Das Kabel hat natürlich kein Z0
von 50 Ohm. Na gut also danke für den Hinweis.
Ich habe nur das englische Handbuch zur TDS3000B Serie. Kannst du mir
sagen wo die Hinweise zu der Messung stehen?
Was ist ein Durchgangsterminator und warum brauche ich den?
Um es nochmal deutlicher zu sagen: Ein 1:1 Tastkopf ist NICHT ein viel
zu teuer verkaufter Rest RG58 mit nem Haken vorne dran! Die Dinger sind
optimiert fuer den (eigentlich absolut fehlangepassten - aber hier geht
es um Spannung nicht Leistung!) Betrieb an einem 1 Megaohm Eingang... .
... und bestehen daher aus einem Spezialkabel mit einem
Widerstandsdraht, eben um das was der Scopeeingang wegen der
Fehlanpassung nicht haben will zu verheizen....
Achja dann nochmal eine Frage:
Wenn ich eine 50 Ohm Schaltung habe mit 10 MHz Signalen und ich messe
mit dem Tastkopf mit 1MOhm Abschluss. Wie Aussagekräftig ist bei so
einer Messung die Angezeigte Signalamplitude?
Auf keinen Fall einen 50 Ohm Widerstand nehmen, in den Tastkopf klemmen
und mit dem anderen Ende an den Kalibrator halten, das gibt irreparable
Schaeden!
Ich verstehe deinen letzten Beitrag nicht.
Ich habe einen Aufbau der aus 50 Ohm Quelle, 50 Ohm Kabeln und einer mit
ZL=50 Ohm angepassten Schaltung besteht bzw. aus einer mit ca. 1kOhm
Fehlangepassten Schaltung besteht.
Meine Frage bezieht sich nun auf die Messung der Signalamplitude bei 10
MHz mit dem Tastkopf und Oszi-Einstellung 1MOhm.
Ein HF Generator liefert in der Regel eine im Display abzulesende
Spannung in Veff wenn der Ausgang mit 50 Ohm abgeschlossen ist. Also
nimmt man ein normales RG58 Koaxkabel einen BNC T-Stück ( bei 10MHz ist
das durchaus noch erlaubt ) und einen 50 Ohm Abschlusswiderstand welches
in einen BNC-Stecker integriert ist. Das T-Stück steckt man auf die
Eingangsbuchse des Oszillografen. Auf der einen Seite des T-Stückes den
Abschlusswiderstand und auf der anderen Seite des T-Stückes das
Koaxkabel welches vom Generator kommt. Somit ist gewährleistet, das das
Koaxkabel mit 50 Ohm abgeschlossen ist ( Nicht ganz genau, da noch 1
M0hm und 30pF des Scopes parallel hängen aber bei 10MHz passt das
noch).Jetzt sollte mit dem Oszillograf der am Generator eingestellte
Spannung zu messen sein.
Man kann alternativ zum T-Stück und Abschlusswidertand natürlich den
Oszillografeneingang auf 50 Ohm umschalten ( falls sowas in dem
Oszillograf implementiert ist ), oder einen Durchgangsterminator
verwenden.
( Ist nichts anderes als BNC-Stecker mit BNC-Buchse und 50Ohm Widerstand
parallel9.
Bei Funktionsgeneratoren muss man hingegen aufpassen was das Handbuch
dazu sagt.
Es gibt Funktionsgeneratoren da kann man die Ausgangsspannung sowohl in
Veff als auch in Vss angeben und obendrein noch festlegen ob die
eingestellte Ausgangspannung an 50 Ohm oder im Leerlauf gültig ist.
Ich hoffe das die Verwirrung nicht komplett ist.
Ralph
Ralph Berres schrieb:
> Ein HF Generator liefert in der Regel eine im Display abzulesende> Spannung in Veff wenn der Ausgang mit 50 Ohm abgeschlossen ist. Also> nimmt man ein normales RG58 Koaxkabel einen BNC T-Stück ( bei 10MHz ist> das durchaus noch erlaubt ) und einen 50 Ohm Abschlusswiderstand welches> in einen BNC-Stecker integriert ist.
Erlaubt ist fast alles, wenn man improvisieren muß:)
Aber klar gesagt werden muß: das Stehwellenverhältnis ist beim
Durchgangsterminator deutlich besser.
> Man kann alternativ zum T-Stück und Abschlusswidertand natürlich den> Oszillografeneingang auf 50 Ohm umschalten ( falls sowas in dem> Oszillograf implementiert ist ), oder einen Durchgangsterminator> verwenden.
Beisds ist die deutlich bessere Variante und daher zu bevorzugen.
> ( Ist nichts anderes als BNC-Stecker mit BNC-Buchse und 50 Ohm Widerstand> parallel).
Nun, der 50 Ohm Widerstand im käuflichen Durchgangsterminator ist schon
HF-mäßig ausgelegt. Man(n) kann sowas für niedrige Frequenzen mit nem 50
Ohm oder schlichter 2 x 100 Ohm parallel mit ganz kurzen Drahtbeinen/
SMD "zurechtfricklen"
Aber ein Durchgangsterminator kostet bei 1-2-3 selten mehr als 5 euro,
also sollte bezahlbar sein - die Anschaffung lohnt ,-)
Andrew
Ich gebe dir da vollkommen recht, der Durchgangsterminator ist mit
Sicherheit besser, aber wenn man gerade nichts anderes zu Hand hat geht
es mit dem T-Stück durchaus genauso. Bei 10MHz sind die Fehler noch
nicht so groß das totaler Nonsens entsteht. Zumal bei einen Kabel von 1m
Länge.
Es ging mir hier in erster Linie aufzuzeigen , das man bei der Frequenz
ein Koaxkabel prinziepiell mit 50 Ohm AM ENDE der Leitung abschliesen
soll um unötige Reflektionen zu vermeiden. Das war in dem Tread gleube
ich nicht ganz klar.
Streng genommen verschlechter die Eingangskapazität des Oszillografen
die Anpassung sowiso. Aber man sollte nicht päpstlicher sein als der
Papst.
Ralph
> Achja dann nochmal eine Frage:> Wenn ich eine 50 Ohm Schaltung habe mit 10 MHz Signalen und ich messe> mit dem Tastkopf mit 1MOhm Abschluss. Wie Aussagekräftig ist bei so> einer Messung die Angezeigte Signalamplitude?
Was Du dann siehst ist die tatsächliche Spannung x zum Zeitpunkt t
in Deiner Schaltung incl. irgendwelcher Fehlanpassungsreflexionen in der
Schaltung. Du misst also das, was tatsächlich da ist.
Zum Begin Deines Posts: Bei 1m Kabellänge und 10 MHz [was keine HF ist
sondern schnelle Gleichspannung] spielen "Reflexionen" eigentlich quasi
keine Rolle, da kannst Du von quasistationärem Zustand einer
Leistungsmässigen Fehlanpassung ausgehen.
Ich hätte allerdings erwartet das Du an dem Oszi, wenn Du den Generator
hochohmig misst die doppelte Spannung jener Spannung bei Abschluss mit
R50 misst, da bei richtigem Abschluss der Generator die halbe Spannung
an seinem Innenwiderstand umsetzt. Oder hab ich einen Denkefehler?
Also ich habe inzwischen BNC auf N Adapter aufgetrieben womit die
schwachsinnige Idee, mit dem Tastkopf den SG Ausgang zu messen,
Geschichte ist.
Ich war eh unsicher, bei der niedrigen Frequenz über Reflexionen und
Anpassung nachzudenken. Die ganze Situation ist wohl eher als ein
simpler Spannungsteiler anzusehen.
Genau so ist es. Zmindest, wie mein Vorredner schon richtig bemerkt hat,
ist das bei 10MHz und 1m Kabellänge noch kein Thema. Lambda/4 von
30Meter ( das ist 10MHz ) ist immerhin noch 7,5m. Wenn man den
Verkürzungsfaktor von 0,66 des RG58 mit einrechnet imer noch 5 Meter. Da
machen Reflektionen durch totale Fehlanpassung sich noch nicht wirklich
bemerkbar. Also solltest du ohne eine Abschluß am Ende des Kabels die
Leerlaufspannung des Generators ( also die doppelte Spannung des
eingestellten Wertes ) messen können. Bei Abschluss mit 50 Ohm stellt
sich dann die am Generator angezeigte Spannung ein, vorrausgesetzt der
Generator hat einen RI von 50 Ohm wovon ich aber mal ausgehe.
Ralph