µCs mit geschossenen Sicherheitfuses auslesen?

Gast #1445041
Lesenswert?

Uhu Uhuhu schrieb:
> Man liest immer mal wieder, es gäbe Firmen, die sowas anbieten.
>
> Wie machen die das?

Hallo,

ist garnicht gesagt, dass die das machen - die können auch einfach eine 
fette Vorauszahlung kassieren und dann nichts mehr tun. Der Auftrag ist 
ja illegal, also kann der Auftraggeber auch nicht klagen. Sozusagen 
Kriminelle unter sich. Es hat übrigens auch noch nie jemand gewaschenes 
Geld aus Nigeria bekommen.

Gruss Reinhard
Persönliche Seite #1445042
Lesenswert?

Reinhard Kern schrieb:
> Uhu Uhuhu schrieb:
>> Man liest immer mal wieder, es gäbe Firmen, die sowas anbieten.
>>
>> Wie machen die das?
>
> Hallo,
>
> ist garnicht gesagt, dass die das machen - die können auch einfach eine
> fette Vorauszahlung kassieren und dann nichts mehr tun. Der Auftrag ist
> ja illegal, also kann der Auftraggeber auch nicht klagen. Sozusagen
> Kriminelle unter sich. Es hat übrigens auch noch nie jemand gewaschenes
> Geld aus Nigeria bekommen.
>
> Gruss Reinhard

Hey

Dazu kann ich nur mal sagen das ihr mal im Lawblog danach suche müsst 
das eine Frau aus GB jemanden dafür bezahlt hat ihren Mann umzubringen 
und der "Killer" aber lieber in den Urlaub gefahren ist, tja die Frau 
hat ihn angezeigt und gewonnen :D

Gruß Max

PS: Das erste mal Offtopic von mit in einem normalen Thread man möge es 
mir verzeihen ^^
#1445126
Lesenswert?

Uhu Uhuhu schrieb:

> Und wie finden die Jungs die Stelle auf dem Chip, die mit UV-Licht
> befunzelt werden muß?

Dummheit hilft da bestimt nicht weiter. Erfahrung und reverse 
engineering schon eher. Chipstrukturen sehen nur für Laien wie 
undurchschaubarer Wirrwar aus. Man wird natürlich ein paar normale 
Exemplare für Tests verbraten müssen.

Ich könnte mir zudem vorstellen, dass Erkenntnisse aus einem Chip oft 
auch auf andere des gleichen Herstellers anwendbar sind.
#1445129
Lesenswert?

Ich vermute mal, daß einfach nur durch entsprechende Spannungspulse an 
VCC bzw. anderen Pins der Chip dazu gebracht wird, die Lockbits falsch 
zu latchen.

Leider wird beim IC-Design oftmals nur sehr ungenügend auf das 
Ein-/Ausschaltverhalten geachtet.

Bekannt ist z.B. daß der ATtiny22 die Clockfuse oft falsch gelatcht 
hatte und dann auf nen externen Clock wartete, obwohl man internen Clock 
gesetzt hatte. D.h. er war wie tot und nichtmal ein Reset half. Nur ein 
komplettes Abschalten der VCC.


Man braucht also nur nen programmierbaren Signalgenerator und viel Zeit 
zum Experimentieren.


Peter
#1445172
Lesenswert?

Reinhard Kern schrieb:

> ist garnicht gesagt, dass die das machen - die können auch einfach eine
> fette Vorauszahlung kassieren und dann nichts mehr tun. Der Auftrag ist
> ja illegal, also kann der Auftraggeber auch nicht klagen.

Nur wenn du oder ich das machen. Unter Konkurrenten ist das offenkundig 
üblich und daher nicht nennenswert strafbar:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Gericht-Knacken-von-DRM-unter-Pay-TV-Konkurrenten-ueblich-208157.html

> Sozusagen Kriminelle unter sich.

Jau, und daher hebt sich das auf, wie man sieht.
#1445361
Lesenswert?

Es gibt Firmen, die man damit beauftragen kann, um z. B. Patentverstösse 
nachzuweisen.

Und die Position festzustellen geht schon, man kann die Ladungen 
sichtbar machen durch aufschleifen und mit einem Elektronenmikroskop 
nachsehen. Dann kann man einen Vergleichsbaustein mit gebrannter und 
ungebrannte Fuse vergleichen und hat die Stelle.

Wenn man dann noch ein bischen genauer schaut, kann man auch die 
Schaltung um die Fuse herausfinden (das geht, indem man scheibschenweise 
die Struktur runterschleift und sich die verschiedenen Lagen ansieht) 
und dann mit einer Nadel auf dem Testbaustein entsprechend die Signale 
verfälscht.

Alternativ sind die Flashes natürlich ziemlich regelmässige Strukturen, 
man kann den Inhalt, nachdem man die Struktur bei einem 
Vergleichsbaustein untersucht hat, schlicht auslesen (mit dem 
Elektronenmikroskop).

Das Runterschleifen von so einer Decklage ist übrigends kein Problem.

Ist zwar ein bischen Arbeit, geht aber. Ein Kunde von mir macht das 
dauernd.

Und geöffnet werden die Bausteine mit Säure.

Gruss
Axel
#1445508
Lesenswert?

Man weiss es nicht.

Solange der Baustein innerhalb der Spec benutzt wird, wird die Fuse 
sicher funktionieren. Spannend wird es, wenn der ausserhalb der Spec. 
verwendet wird.

Da kann es dann u. U. bei 6V oder 180° vielleicht schon passieren, dass 
so eine Fuse doch beschreibbar wird. Allerdings hat man dann alle 
Chancen, auch das Programm zu verändern, so das man nichts gewonnen hat.

Aber auch das dürfte eher aufwendig sein, es sei denn, jemand hat dazu 
schon mal was im Netz veröffentlicht. Aber da dürfte der Hersteller dann 
auch schon nachgebessert haben.

Gruss
Axel

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren