Transistor als Schalter

#1447610
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Hallo Leute, bitte um Hilfe!

Gegeben:

NPN Transistor, an der Basis 5V und Emitterwiderstand 10k

Im Datenblatt steht VBEsat 0,7V. Ich verstehe dass so:

wenn ich den Transistor als Schalter betreiben möchte, muss ich diese 
VBEsat mindestens erreichen. Verstehe ich das richtig?


Gilt dann auch:

wenn dieser Transistor als Schalter betrieben wird, fällt an B-E 
definitiv die 0,7V (VBEsat) ab?

Gruß
#1447623
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Die B-E-Strecke eines Transistors kann man als Diode 'sehen' und hat 
auch die Kennlinie einer Diode, d.h. mit steigendem Strom steigt die 
Spannung exponentiell an. In einem Diagramm mit linearem Maßstab sieht 
man dann die übliche Kennlinie mit dem charakteristischen Knick bei etwa 
0,7V (für Si-Dioden zumindest, bei Schottky-Dioden liegt der Knick bei 
etwas kleineren Spannungen).
Die VBEsat solltest Du allerdings bei (schnellen) Schalteranwendungen 
vermeiden, da hierbei die B-E-Strecke mit Ladungsträgern überschwemmt 
wird und das Abschalten (also Sperren) des Transistor damit ungemein 
verlangsamt wird. Für Schalteranwendungen ist eher die VCEsat 
interessanter, d.h. der Spanungsabfall über die C-E-Strecke, wo der zu 
schaltende Laststrom fließt, wenn der Transistor durchgeschaltet ist.
Für Schalteranwendungen ist außerdem noch der Stromverstärkungsfaktor 
'ß' von Interesse, denn ein Bipolartransistor ist eine sogenannte CCCS 
(d.h. Current Controlled Current Source) und die sich ergebende Spannung 
an der B-E-Strecke ergibt sich aus der Kennlinie bei gegebenen Strom 
durch seine B-E-Strecke. Also den max. zu schaltenden Strom als 
Grundlage nehmen, diesen durch 'ß' teilen, und voilá hat man den minimal 
nötigen Basisstrom, den man, auf welche Art und Weise auch immer 
erzeugt, fließen lassen muß.
#1447697
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Aaaaaha.

Wenn kein Datenblatt (mit Kennlinien) zum Transistor gegeben ist, dann 
nimmt man halt üblicherweise ein B-E-Spannung von 0,7 an - egal bei 
welchem Basisstrom. Das macht die (Überschlags-)Berechnung einfacher.

Nun die simple Berechnung:

Bei einer gegebenen Basisspannung von 5V müssen folglich 4,3V über dem 
Emitterwiderstand abfallen (U_R_Emitter = U_Basis - U_Basis_Emitter => 
4,3V = 5V - 0,7V).
Der Strom durch den Emitter setzt sich nun allerdings aus dem 
resultierenden Kollektorstrom und dem Basisstrom zusammen.
Da der Emitterwiderstand 10k hat und 4,3V über ihm anliegen, fließt 
folglich ein Emitterstrom von 4,3V / 10kOhm = 430µA.
Da wir ja auch noch wissen, daß B=50 ist, können wir somit nun auch den 
Basis- als auch den Kollektorstrom alleine berechnen:

I_Emitter = I_Basis + I_Collector

mit I_Collector = I_Basis * 50 ergibt sich

I_Emitter = I_Basis + 50 * I_Basis = 51 * I_Basis

Die Formel schnell umgestellt, folgt daraus:

I_Basis = I_Emitter / 51   =>   430µA / 51 = 8,43µA

Abschließend ergibt sich der Kollektorstrom aus der Differenz von 
Emitterstrom und Basisstrom:

I_Collector = I_Emitter - I_Basis   =>   430µA - 8,43µA = 421,57µA


So, nun habe ich Deine Hausaufgaben gemacht. Was bekomme ich dafür 
(abgesehen davon, daß ich alle Fehler behalten darf) ...? ;-)
#1447698
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Ich habe bei der Berechnung folgendes Problem:

UB_REV = 32V
PIN_5010_ON_PWM =5V

Strom durch RN3620 (ganz unten links in der Schaltung): 5V-0,7V=4,3V
I=4,3/10k=0,4mA      => Ie ~ IC

Dann ist der Strom durch den Widerstand RN3620 über dem transistor 
~0,4mA


U_R3620 (erster Stang) = UBE=0,7V
I_R3620=0,7=4k75 = 0,14mA


So muss IB aus dem PNP Transistor    0,4mA - 0,14mA=0,26mA sein.

IC= B x IB = 50x 0,26mA = 13mA für den Transistor TN3621 zweiter Strang.

Es kann aber doch nicht sein, dass am RN3620 = 10k

130V abfallen. Das verstehe ich nicht...


Irgendwas mache ich total falsch...
Angehängte Dateien:
Gast #1447784
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das die Werte die oben berechnet worden sind, auch die Werte in der 
Schaltung sind, ist ja gar nicht sicher. Dazu müsstest du wissen wie 
groß
UB_REV ist.
Beispiel:
Zäum das Pferd anders herum auf:
Damit der PNP oben durchschaltet muss an dem 4,75K 0,7V abfallen. 
Entspricht einen Strom von 147µA. Angenommen der NPN in dem Zweig ist 
voll durchgeschaltet, fließen die 147µA durch 24,75K entsprechend 3,6V 
UB_REV, minus Restspannung über dem NPN also rund 3,3V usw.

Die Frage ist die, was willst du von der Schaltung wissen?
Gast #1447984
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Aufgrund dieser Gegebenheiten würde ich auch in keinem Fall erwarten, 
dass in dem linken Schaltungsteil bei der genannten Versorgungsspannung 
nennenswerte Verlustleistung entsteht. Ok, ausrechnen sollte man sie 
natürlich schon.

Kritisch wird es wohl erst, wenn die Ausgangsstufe ganz rechts 
durchschaltet, da hier nur kleine Widerstände sind. Man muss sich dabei 
dann auch fragen, was für schädliche Potentiale am Ausgang (von außen 
her) anliegen könnten, da die Ausgangsstufe ja (mehr oder weniger 
direkt) an die Versorgungsspannung durchgeschaltet wird.


Das mit der Transistordiode kommt mir nach wie vor komisch vor. Sowas 
habe ich noch nie gesehen, vielleicht irre ich mich also, aber soweit 
ich es sehe, kann der Transistor bei der Schaltung in der normalen 
Durchlassrichtung nie öffnen. Und wenn man ihn als Diode benutzen will, 
warum setzt man nicht eine Diode ein?
Gast #1447987
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Wenn der Kollektorstrom von außen begrenzt ist, dann wird das hfe 
natürlich ab einem gewissen Basisstrom kleiner, weil ein höherer 
Kollektorstrom ja gar nicht möglich ist.

Somit könntest Du natürlich den durch die Widerstände begrenzten 
Maximalstrom einfach für die Worst-Case-Berechnung verwenden.

Ich würde sowas rückwärts rechnen, d.h. dass Du mit dem hfe ermitteln 
kannst, ab welchem Basisstrom der Transistor den durch die Widerstände 
vorgegebenen Maximalstrom erreicht hat.
Gast #1448011
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So ungefähr.

Aber woher hast Du die 32 kOhm? da sind doch nur 10kOhm drin, über den 
Kondensator gegen GND. Der C ist ein Kurzschluss bei hohen Frequenzen, 
somit können da (wenn man zunähcst mal nur diesen Zweig betrachtet) ca. 
3,2 mA fließen.

3,2 mA / B(eta) [ich tu mal so als wär's 100) = mindestens 32 µA 
Basisstrom, damit dieser Zweig voll aufschaltet.
Gast #1448026
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Genau, und das Ding soll ja gerade als Tiefpass wirken, wenn ich es 
richtig verstehe, also die PWM-Frequenz rausmitteln. Also muss man ja 
davon ausgehen, dass da schon irgendwie was Kurzschlussiges passiert.

Vielleicht aber liegt der auf einer anderen Spannung...

Aber dann hängt eben auch der durchschnittliche Strom im 2. Zweig von 
der (letztlich über den PWM-Wert) eingestellten Spannung ab. Nur, wenn 
man den Worst-Case ausrechnen soll, sucht man natürlich nach den 
Maximalwerten.

Wiederum wirkt aber der Maximalstrom im 2. Zweig nur sehr kurz, weil der 
ja bei einer Einstellung wirkt, bei der der Mittelwert am C klein 
bleibt. Möglicherweise mittelt sich das letztlich raus. Dann wären da 
noch die Verhältnisse beim Wechsel des PWM-Werts.

Usw.

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