Hallo Zusammen
Ich mache mir im Augenblick ein Paar gedanken zur Automatischen
Fertigung und Bestückung von PCB's und hab daher ein Paar Fragen zu
Passermarken:
1) in Welchen Fertigungsschritten werden Die Marken gebraucht ?
(Ich vermute mal das Sowohl der Lötpastendrucker/Stencil als auch der
Bestückautomat die Marken verwenden)
2) Müssen bei Beidseitiger Bestückung die Passer auf beiden Seiten sein
?
3) Man sollte ja 3 Marken verwenden, Müssen dann je 2 Marken
Horizontal/Vertikal in der selben Höhe stehen, oder kann ich die frei
auf der Platine anordnen ?
4) Wie genau muss eine solche Marke Aussehen, und in Welchen Layern muss
sie sein ?
5) In Eagle gibt es in der Lib "Marks" ja mehrere Passer, Kann ich davon
einfach einen nehmen , oder Muss ich noch etwas Beachten ?
Frank
>1) in Welchen Fertigungsschritten werden Die Marken gebraucht ?>(Ich vermute mal das Sowohl der Lötpastendrucker/Stencil als auch der>Bestückautomat die Marken verwenden)
Beim Mulitlayeraufbau zum Ausrichten des folgenden Layouts.
Grundsätzlich sollte man diese Fragen dem Bestücker stellen, da es keine
einheitliche Antwort gibt.
Würdest du bei uns anfragen bekämst du allerdings folgendes antworten:
>1) in Welchen Fertigungsschritten werden Die Marken gebraucht ?
Richtig, beim Drucken und Bestücken - allerdings geht es notfalls auch
ohne Marken. Mit sinnvollen Marken ist es aber zuverlässiger.
>2) Müssen bei Beidseitiger Bestückung die Passer auf beiden Seiten sein?
Natürlich, sonst kann sie ja nicht als Referenz dienen
>3) Man sollte ja 3 Marken verwenden, Müssen dann je 2 Marken>Horizontal/Vertikal in der selben Höhe stehen, oder kann ich die frei>auf der Platine anordnen ?
Gebraucht werden nur 2 Marken - eine dritte ist als zusätzlicher Schutz
vor falschem Einlegen der LP sinnvoll, aber nicht jede Maschine kann sie
verarbeiten. Die Marken können frei verteilt sein, sollten aber an
möglichst weit voneinander entfernten Stellen sein.
>4) Wie genau muss eine solche Marke Aussehen, und in Welchen Layern muss>sie sein ?
Gefüllter Kreis >=1,5mm im Kupfer, ohne Lötstopplack - somit hat sich
die Frage nach den Layern erübrigt
>5) In Eagle gibt es in der Lib "Marks" ja mehrere Passer, Kann ich davon>einfach einen nehmen , oder Muss ich noch etwas Beachten ?
Siehe 4. Ich kenne die Marken von Eagle nicht, aber ein Kreis reicht
völlig.
Passmarken sollte nicht von Bauteilen verdeckt sein-> Wenn der
Bestückungsvorgang unterbruchen wurde nachdem ein Bauteil auf die
Markenposition gesetzt wurde und die Platte dann erneut referenziert
werden muss gibt es Probleme!
Klingt irgendwie logisch, aber dennoch gibt es viele Layouter die das
gerne mal verbocken.
Ausserdem:
Wenn Du Bauteile mit vielen Pins in kleinem Raster auf einer
verhältnissmäßig großen Leiterplatte plazierst kannst du lokale
Passmarken definieren, die entsprechenden Bauteile werden dann anhand
dieser eigenen ( naheligenden) Passmarken ausgerichtet. Oft auf
PC-Mainboards zu sehen, da sind um die Brücken-IC herum nochmal eigene
Marken.
zu 1.)
AOI-Systeme.
Es gibt inzwischen auchschon Selektievlötanlagen die auf Fiducials
schauen und entsprechend ausrichten.
zu 5.)
Bei der Bestellung der Druckschablonen darauf achten das die Marken
nicht als Durchbrüche in die Schablone gearbeitet werden. Dafür gibt es
zwar z.B. bei Eagle einen Layer der für Durchbrüche 0 SMD-Pads genutzt
wird, es gibt aber auch Schablonenhersteller bei denen es gerne schief
läuft.
Hallo,
noch was zu Passern: die können fast für jeden Arbeitsgang gebraucht
werden, für höchste Präzision gibt es inzwischen sowohl Bohrmaschinen
als auch Belichtungsautomaten mit optischer Bilderfassung von Passmarken
und automatischer Feinkorrektur. Für das Bohren von Blind Vias z.B.
werden Passmarken auf der nächsten Innenlage gebraucht.
Früher dienten Passmarken mal dazu, die Filme der Lagen genau
aufeinanderzulegen, aus der Zeit gibt es noch komplizierte Marken mit
Einfach- und Doppelkreuzen, die ineinanderliegen - das ist obsolet. Da
die Passmarken nicht mehr von Menschen, sondern von
Bildverarbeitungssystemen ausgewertet werden, sind einfache runde Pads
optimal, der Einfachheit halber auf allen Lagen.
Bestückmaschinen sehen gern bei BGAs persönliche Passmarken dicht am
BGA, aber so, dass die Kamera noch am BGA-Gehäuse vorbeischauen kann.
Näheres kann der Bestücker sagen.
Gruss Reinhard
> Grundsätzlich sollte man diese Fragen dem Bestücker stellen, da es keine> einheitliche Antwort gibt.
Da ich mir noch keinen Bestücker ausgesucht habe, wollte ich die Fragen
recht allgemeingültig Stellen. Im Augenblick steht noch nicht einmal
fest, ob sie überhaubt zum Bestücker gehen, oder ich das selbst mache.
Ich will halt nur für alle Fälle vorbereitet sein.
Die Marken werden also in diversen Schritten Auromatisch erkannt. Jedoch
gibt es Offensichtlich keine einheitliche Form der Marken
> Gefüllter Kreis >=1,5mm im Kupfer, ohne Lötstopplack
Ist das Allgemein Üblich ? Ich habe nun Öfters schon was von einem '#'
Artigen Passer gelesen. Und auch die Eagle Passer bestehen aus 4 Ecken,
die # Förmig angeordnet sind.
Frank schrieb:
> Hier mal der Eagle Passer, mit Loch in der Mitte, das ist im Moment mein> Favorit, kann ich den Allgemeingültig verwenden ?
Hallo,
wie ich oben schon geschrieben habe, der stammt aus der Steinzeit, als
man noch Silberfilme am Leuchttisch aufeinander geklebt hat. Heute sind
die Passmarken für Kameras da und dafür ist ein rundes Pad mit 1 bis 2
mm optimal. Alles andere macht der Bildverarbeitung nur unnötige
Schwierigkeiten.
Was anderes ist es, wenn du dir zur 2seitigen Belichtung selbst
Filmtaschen zusammenklebst.
Gruss Reinhard
Hm, ich habe noch nie Passermarken gesetzt, weder bei 2s noch bei ML.
Jeder Platinenfertiger hat bisher immer einwandfreie Arbeit geliefert.
Als Formate liefere ich .Target oder xGerber.
@ Pass-Port (Gast)
>Hm, ich habe noch nie Passermarken gesetzt, weder bei 2s noch bei ML.>Jeder Platinenfertiger hat bisher immer einwandfreie Arbeit geliefert.
Die setzen die dann meist selber.
MFG
Falk
Hallo,
hier mal eine etwas ausführlichere Information zum Thema Passermarken,
als auch ein früherer Beitrag:
Beitrag "Board Recognition Marks"
In der Regel werden die Bestückungsautomaten mittels CAD Daten
programmiert, wodurch die Bestückgenauigkeit erhöht wird.
Beim Fertigungsprozess der Leiterplatte entstehen, bedingt durch die
Fertigungstoleranzen, jedoch geringfügige Abweichungen. Besonders starke
Abweichungen treten in der Nutzenkonstruktion und im Versatz des
Leiterbildes auf der Leiterplatte auf.
Nicht unwesentlich ist die Positionierung der Leiterplatte auf dem
Bestückungsautomaten.
Dies reicht schon aus, um eine unzureichende Positionierung eines
Bauteils zu erreichen.
Passermarken sind standardisierte Symbole (typisch sind runde,
viereckige und dreieckige Pads oder ein Kreuz) deren Anwendung
Messpunkte für den automatisierten Bestückungsprozess bieten.
Diese Passermarken müssen jedoch vom jeweiligen Bestückungsautomaten
erkennbar sein.
Mit einem runden Pad und einem Durchmesser von 1.0 mm dürfte der
Platzbedarf den Entwickler nicht zu stark einschränken und dürfte von
jedem Bestückungsautomaten erkennbar sein. Wichtig ist auch die
Freistellung des Lötstopplackes (Durchmesser größer 1.5 mm).
Es sollten mindestens zwei Passermarken sein, besser drei, die möglichst
am Leiterplattenrand und vertikal und horizontal zueinander platziert
sind.
Weiterhin muss sichergestellt werden, dass diese Passermarken vom
Pastendruck verschont werden.
Das runde Pad wird häufig für die Bestückung mit einem
Bestückungsautomaten auf dem Nutzen (Nutzen-Marke), auf der Baugruppe
(Baugruppen-Marke) als auch als lokale Passermarke (lokale Marke)
eingesetzt.
Es bieten sich folgende Positionierungen an:
a) Positionierung auf dem Nutzen (Nutzen-Marke)
b) Positionierung auf der Leiterplatte (Baugruppen-Marke)
c) Lokale Passermarke (zusätzlich am „fine-Pitch“ Bauteil)
Geht man von einer automatischen Bestückung aus, darf die Marke nicht im
Klemmbereich der Leiterplatte liegen. Deshalb wird man die Leiterplatte
mit einem Nutzenrand versehen.
Auch ein ungenauer Schablonendruck kann zu erheblichen Problemen führen,
deshalb wird man auch für den Schablonendrucker Passermarken einsetzen.
Diese kann man ausschließlich im Nutzenrand positionieren. Zwecks
Unterscheidung wird man hierzu quadratische Pads einsetzen.
Gruß Werner
> Hm, ich habe noch nie Passermarken gesetzt, weder bei 2s noch bei ML.
Wie man unschwer der Anfrage und den Antworten entnehmen kann, geht es
um die Bestückung, nicht um die Platinenfertigung.
@ Frank
Passmarken sollten möglichst in der Nähe der gegenüberliegenden Ecken
angebracht sein, also diagonal, das erhöht die Genauigkeit der
Bestückung. Aber auch nicht zu nah am Rand, dann sind sie möglicherweise
verdeckt. Und möglichst weit weg von irgendwelchen Pads, der Automat
könnte sonst im Extremfall das benachbarte Pad als Marke nehmen, 2-3mm
sollten reichen.
Wenn man die Marken als "nicht SMD"-Pads definiert, erscheinen sie auch
nicht in der Druckschablone. Ich hab's extra etwas geschwollen
ausgedrückt, weil jedes CAD das anders macht. Bei mir ist das einfach
ein THT-Pad ohne Bohrung.
Ansonsten, frag doch deinen Bestücker, der weiss am besten, wie er's
haben will.