Hallo,
ich habe folgendes Problem:
Ich versuche einen Sperrwandler zu realiseren, der Rechteckgenerator
funktionier ohne Probleme. Um den Gatestrom beim umladen des Fet`s zu
gewährleisten habe ich eine Verstärkerschaltung gebaut.
Leider schaltet der Fet nicht ganz durch, ich habe über Drain und Source
eine Spannung von ca. 1V --> der Fet wird extrem heiß.
Als Schaltfrequenz habe ich 100kHz.
Wo könnte mein Fehler liegen, bzw. wie kann ich die Schaltung
optimieren?
MfG
Florian
Mit den genauen Infos kann dir bestimmt keiner helfen...
Schreib wenigsten mal den Typ des FET dazu. Vielleicht ist der einfach
zu langsam. Probier mal ne niedrigere PWM-Frequenz...
Der Fet ist ein IRF120 über die eingezeichnete Induktivität fließt ein
Strom von Maximal 1,8A, womit der Fet locker klar kommen sollte.
Die Frequenz kann ich nicht runter setzten, da ich sonst nicht mehr die
benötigte Leistung übertragen kann.
Als Innenwiderstand meines Generators habe ich 4,4K und die Bipos haben
eine Stromverstärkung von ca. 200
Der Gatestrom den ich errechnet habe ist <150mA
Was fehlen sonst noch für angaben?
Kann ich bei den Transistoren noch Kondensatoren zuschalten um den Strom
auch wirklich zu gewährleisten?
Wenn ja wie dimensioniere ich sie?
Florian schrieb:
> Der Fet ist ein IRF120
Wo hast du das alte Ding ausgegraben?
Einen Mosfet in TO-204 habe ich im letzten Jahrzehnt nicht mehr
gesehen...
Der Gatetreiber sollte ausreichen, da der IRF120 nur eine geringe
Gatecharge hat.
Besitzt du ein Oszilloskop? Falls ja, schau dir mal die Gatespannung
bzw. die Spannung vor dem Treiber an, vermutlich liegt da der Fehler.
0,5 V würden bei 1,8 A ja schonmal mindestens abfallen (RDSon 0,3 Ohm)
Ich weiß nicht ob deine Transistoren schnell genug sind. So schön in der
Sättigung betrieben (scheinen ja ganz schön dicke zu sein, bei nur 200
Stromverstärkung)
Verkleiner mal den Gate-Widerstand oder lass ihn ganz weg.
(Der Generator liefert hoffentlich ein sauberes Rechteck mit 15V ?!)
Woher weißt du, dass dein Rechteckgenerator richtig funktioniert?
1.Bringt dieser mindestens 5V Spitzenspannung? Wenn nicht, dann liegt da
ein Problem! Beachte, dass deine Gatespannung auf den Spitzenwert deines
Generators minus ~0,7V aufgeladen wird.
2.Deine beiden Bipolartransistoren werden wahrscheinlich in die
Sättigung geraten. Da würde ich ihnen allenfalls eine Stromverstärkung
von 10 zutrauen.
Als Schaltstrom (trise = 100ns) habe ich mal 150mA ausgerechnet.
Bedeutet, dein Basisstrom muss 15mA erreichen können sonst werden die
100ns nicht erreicht. Damit kann man ausrechnen: 15mA x 4k4 + 0,7V =
66,7V.
Das sollte deine Generatorspitzenspannung sein.
Hier liegt wahrscheinlich der Hase im Pfeffer begraben. Dein Ri ist viel
zu hoch. Oder anders gesagt dein Rechteckgenerator funktioniert NICHT
problemlos.
Mehr zu orakeln habe ich erstmal keine Lust. Deine Infos sind leider zu
knapp. Leg mal ein paar mehr Fakten auf den Tisch dann können wir dir
richtig helfen.
Gruß
Mandrake
Also den Rechteckgenerator habe ich mit einem Komparator und einem
RC-Glied realisiert. Die Amplitude beträgt 15V. Und es ist ein
Open-kollektorausgang wobei zwischen der Versorgungsspannung und dem
Kollektor der Widerstand 4,4K liegt also mein Innenwiderstand.
Nach deiner Aussage mit der Stromverstärkung in der Sättigung würde die
Spannung also nicht ausreichen bzw. der Innenwiderstand ist zu hoch.
Im Prinzip könnte ich doch eine weitere Transistorstufe nachschalten
oder?
Welche Daten brauchst du denn noch?
Florian schrieb:
> Also den Rechteckgenerator habe ich mit einem Komparator und einem> RC-Glied realisiert. Die Amplitude beträgt 15V. Und es ist ein> Open-kollektorausgang wobei zwischen der Versorgungsspannung und dem> Kollektor der Widerstand 4,4K liegt also mein Innenwiderstand.
Der Innenwiderstand ist also nur beim Einschalten vorhanden und beim
Abschalten deutlich kleiner. Da bei einem Sperrwandler vor allem die
Abschaltflanke wichtig ist, ist das also nicht ganz so schlimm, wenn das
Einschalten etwas langsamer ist. Der Treiber dürfte also ausreichen.
Mess man nach ob der Komparator wirklich 0V Ausgangsspannung erreicht.
Wenn der nämlich nicht ganz auf 0 runter kommt, und dann nochmals beim
Treiber 0,7V dazu kommen, ist schnell die Einschaltspannung des Mosfets
erreicht.
IMO sollte das funktionieren. Hast du die Transistoren richtig
eingebaut?
Ersetz die Spule durch einen Widerstand und probier, ob du den fet
statisch mit Hilfe des Treibers durchschalten kannst. Wenn das
funktioniert kannst du weiter schauen.
@Mathias Becher
Und ob der sperren würde. Die Gate-Sourcespannung würde maximal 4,3V
erreichen. Bzw. diese wird zwischen 0,5V und 4,3V hin und her pendeln.
Die Betriebsspannung der Gegentaktstufe spielt im übrigen keine Rolle,
da die Emitter am Gate liegen.
(Abgesehen von der max. Ucb, die hier überschritten werden kann und den
Transistor zerstören könnte).
Sobald die Gatekapazität die Gen.-Spitzenspannung minus 0,7V erreicht
hat fließt kein Basisstrom mehr und damit auch kein Kollektorstrom.
Gruß
Mandrake
Das mit dem Widerstand werde ich morgen mal ausprobieren.
Aber was genau sagt es mir, wenn es mit dem Widerstand funktioniert aber
mit dem Übertrager nicht?
>Aber was genau sagt es mir, wenn es mit dem Widerstand funktioniert aber>mit dem Übertrager nicht?
Wenn es mit dem Widerstand funktioniert hätten wir schonmal das
statische Verhalten geklärt. Jetzt ist es wahrscheinlich ein Problem mit
dem zeitlichen Verlauf deines Signals.
Was mir noch einfällt ist kurzgeschlossener Übertrager, zu kleine
Induktivität / falsches f, Schwingungen, Masseführung. Dafür brauchst du
ein Oszi.
Kleine Frage:
Diese Treiber sieht man sehr oft doch diese würden sich
doch im Umschaltmoment kurzschließen oder?
Man bräuchte doch eigentlich eine Totzeit, oder?
Nein, das ist ein komplementärer Emitterfolger. Dadurch dass die
Ausgangsspannung immer um 0,7V in jeder Richtung kleiner ist als die
Eingangsspannung, hat man quasi einen Totbereich von +/- 0,7V in dem
beide Transistoren sperren.
Nen Oszi ist nicht das Problem, so hab ich ja auch den Peak beim Low
Level des Rechteckgenerators gemessen.
Die Induktivität ist im 2stelligen mH bereich, den genauen Wert hab ich
grad nicht im Kopf.
Sind 8 Windungen auf nem EER 14.5/7 kern.
Bei der Berechnung bin ich nach der Anleitung im Buch "Trilogie der
induktiven Bauelemente" von WE vorgegangen, daher müssten Frequenz und
Induktivität eigentlich richtig sein.
Über die Masseführung hab ich mir nicht groß gedanken gemacht, da es
noch ein Prototyp ist ist die Leiterkarte auch noch über Laborleitungen
mit nem Labornetzteil verbunden.
Wo und wie würde ich Schwingungen denn messen bzw. herrausfiltern
können?
Florian schrieb:
> Die Induktivität ist im 2stelligen mH bereich, den genauen Wert hab ich> grad nicht im Kopf.> Sind 8 Windungen auf nem EER 14.5/7 kern.
8 Windungen und 2 stelliger mH Bereich klingt merkwürdig. Wenn der Kern
nicht gerade ein paar kg schwer ist, würde ich sagen die Angaben stimmen
nicht.
1. Du hast nur eine Induktivität gezeichnet. Der Sperrwandler hat ja
nocheine Trafosekundärseite.
Wie ist der Trafo gewickelt? Primär innen oder außen auf dem Kern?
2. Welche Spitzenspannung sieht der FET auf der Drain/Source Strecke?
Möglicherweise Avalanche durchbruch?
3. Welcher Spitzenstrom fließt durch die Induktivität? -> Sättigt der
Kern?
4. Der Rth (Junction to Case) ist grotten schlecht!! Vergleicht: ein
TO220 Gehäuse ist heute 2-4mal besser.
5. Der Rdson ist ebenfalls sehr schlecht. Deiner:300mOhm, aktuelle IRF:
3-50mOhm
6. Die Spannung an dem Gate sollte mindestens 10V betragen, damit der
ordentlich niederohmig ist.
Vorschlag:
Ersetze deine Spule mal durch einen (niederinduktiven) Lastwiderstand.
Variiere die Schaltfrequenz 0-100kHz und schau dir die Temperatur des
FET an.
Ist er schon bei statischem Betrieb war, liegts am FET. Bei höheren
Frequenzen kann es am Treiber oder am FET liegen.
Ich habe zwei Sekundärwicklungen, da ich diese jeweils mit 0,1mm starkem
Draht gewickelt habe und die Primäre mit dickerem ist die Primärwicklung
außen also über den Sekundären.
Statisch schaltet er und wird auch nicht warm.
Was ist ein Avalanche Durchbruch?
Der Spitzenstrom über die Induktivität ist <1,8A, dabei dürfte der Kern
eigentlich nicht in die Sättigung geraten.
Statisch <=> schalten ?? D.h. wenn du eine DC-Spannung am Gate anlegst
ist der Mosfet kühl, obwohl die 1,8A durch die DS-Strecke fließen?
Avalanche -> Wenn Du eine Überspannung an die DS-Strecke anlegst (Gate =
0V), beginnt dies zu leiten obwohl er laut Gatespannung eigentlich
sperren soll.
Da dein MOSFET maximal 100V aushält sollte die Spannung auch immer
niedriger bleiben als ca. 60-80V in der Spitze beim Abmagnetisieren.
Steigt sie höher läufst du Gefahr dass der FET von sich aus anfängt zu
leiten und die Schöne Energie für die Sekundärseite einfach in Wärme
umwandelt.
Primärseite innen ist wichtig beim Sperrwandler! Du hast eine
Nennenswerte Streuinduktivität zwischen Primär- und Sekundärseite. Da
der Fluss jedoch nicht so hoch ist (wg. Luftspalt) bekäme der Schalter
auf der Primärseite die Energie des Streufeldes zu spüren, ohne dass Du
Energie auf die Sekundärseite transportierst. -> Also Windungen
tauschen!
Ich vermute mal, dass dein MOSFET zu langsam schaltet.
Reduziere mal den Gatewiderstand auf 2..10 Ohm.
Hatte statisch als schalten mit ohmscher Last verstanden...
Hab mal 20 Ohm dran gehängt statt des Übertragers also auch ein
kleinerer Strom Ids.
Da hat er geschaltet.
Baue die schaltung grad mal neu auf, so dass ich mit der Strommesszange
nachvollziehen kann, wieviel Strom beim schalten am Gate fließt, bzw.
wieviel später über die Drain-Sourcestrecke.
Den Gatewiderstand hab ich mal auf 5,1 Ohm gesetzt, zusätzlich habe ich
bei den Bipos in Reihe zum Kollektor noch 5,1 Ohm geschaltet, weil mir
der vorhin kaputt gegangen ist.
Mal schauen was ich da gleich messen werde.
Für mich sieht die Gegentaktstufe sehr seltsam aus. nur ein
Gedankenspiel: ich lege High an, der obere npn schaltet durch und der
untere pnp schaltet auch - Kurzschluss auf 15V.
es wird Low-Pegel angelegt - der npn sperrt, der pnp leitet. Die
bisschen Gateladung (was sich vorher aufgebaut hat) kann nun abfliesse.
Oder irre ich mich?
wenn am eingang 15V liegen und der npn schaltet hast du nicht die
differenz von 0,6-0,7 die benötigt würde um den pnp zu schalten, der
bleibt also aus.
So, mal das Ergebnis.
Mit einem Gatewiderstand von 5 Ohm läuft die schaltung jetzt Problemlos.
Der Fehler, mit dem ich die meisten Probleme hatte war, dass der Fet
defekt war, denn wie sich herrausgestellt hat betrug Rds off 77 Ohm.
Also Fet ausgetauscht und es lief.
Ich bedanke mich sehr herzlich für die vielen Tips.
MfG
Florian
>> Mit den genauen Infos kann dir bestimmt keiner helfen...
Schreib wenigsten mal den Typ des FET dazu. Vielleicht ist der einfach
zu langsam. Probier mal ne niedrigere PWM-Frequenz...
das kann man mit einem auge oben sagen wenn man das schaltbild sieht,
daß er nur mal den 50 Ohm gatewiderstand rauszunehmen braucht. ich würde
es immer ohne gatewiderstand probieren, erst wenn es probleme gibt,
würde ich es auch mit gatewiderstand versuchen. durch den gatewiderstand
macht er sich die ganze verstärkerstufe ja wieder zu nichte.
kannst du so auch nicht sagen, so einen gate-treiber brauchst manchmal
auch für den levelshift wenn du mit 5v signal und
10v-gatespannung-mosfet arbeitest. ich verwende immer einen
gatewiderstand von 4,7 ohm. wenn ich mit hohen frequenzen arbeite dann
noch eine diode parallel damit der fet schneller sperrt. bei nicht so
hohen frequenzen nehm ich auch mal 100 ohm, damit steigen zwar die
verluste im umschaltmoment, aber es gibt weniger probleme mit
eventuellen störungen durch steile flanken.