Hi!
Ich hab eine sehr spezielle Frage, die mir bisher keiner Beantworten
konnte. Ich hoffe, dass ich hier richtig bin.
Da wir umgezogen sind, und ich leider keinen Ersatz für meine DBOX2
bekommen konnte, hab ich mir überlegt, selbst einen Reciver (VDR) zu
bauen.
Es sollte möglichst
- Energiesparend sein
- S-Video Out
- Nicht allzu teuer sein
- Linux haben
- Und ich will ein paar Emus drauf haben, für ab- und zu zum Zocken
(C64).
Ich kenne das Beagle Board Projekt schon länger, und wollte dies als
Grundlage nehmen, da es Perfekt für meinen Einsatz ist (Energiesparen,
Linux, Emus, Ausgabe auf S-VIDEO etc.). Und seit XBMC drauf portiert
wurde umso mehr.
Es gibt ja auch einige DVB-S USB-Boxen als Empfangsgerät, für das
Linux-Treiber existieren.
Frage: Kann ich das so Realisieren, oder gibt es viele Stolpersteine
(Treiber auf ARM umcoden, etc.).
Wenn es nicht geht, kann mir jemand was anderes Empfehlen?? Einen
anderen Reciver (außer die Teuren Dreamboxen)?
Ich verwende den c't-VDR auf einem alix1c von pcengines.ch.
Das ist ein linuxbasierter VDR in einer von der c't zusammengestellten
Distribution, das alix1c* ist ein Mini-ITX-Board mit einem AMD Geode LX
800, das nur 12V Versorgungsspannung benötigt und gerade mal 5 W
Leistungsaufnahme hat.
Dazu kommt noch eine "aktive" Sat-Karte (Hauppauge Nexus-S), die den
Sat-Tuner sowie einen für die Videoausgabe erforderlichen
Hardware-MPEG2-Decoder enthält.
Ohne den Hardwaredecoder ist erheblich leistungsfähigere Hardware als
der mit 500 MHz getaktete Geode LX erforderlich; sofern das Beagleboard
keine Hardwareunterstützung für die MPEG2-Decodierung hat, bezweifle
ich, daß es sich für die Wiedergabe von MPEG2-codiertem Material eignet.
*) http://pcengines.ch/alix1c.htm
Mmh, ansicht ist da nichts gegen einzusetzen, aber warum eine
BeagleBoard kaufen wenn du fürs gleiche Geld ein NVidia ION Board
bekommen kannst.
Zugegeben, es braucht Idle ca. 20-23W und beim 1080p gucken 27W (inkl. 1
TB festplatte), aber du hast damit wesentlich mehr Möglichkeiten. Ein
BeagleBoard ist eher was fürs Auto wie ich finde, da es leistungsmäßig
einfach zu schwach ist. Zudem könntest du probleme bei der Wiedergabe
von DVB-Streams bekommen, da man der Software ja noch beibringen muss,
den Co-Prozessor für die Decodierung zu verwenden.
Hi! Vielen Dank für eure Antworten!
Das C't VDR halte ich auf jedenfall im Hinterkopf!
Kann man auch nen SVideo oder einen Scart Port basteln (bin da nicht so
drin bewandert)??
Brauch ich dafür einen Aktiven Lüfter?
Dabei fällt mir auf, dass der Takt vom alix1d "nur" 500 MHZ beträgt. Das
Beagleboard hat aber schon alleine 600 MHZ und noch nen Co-Prozessor für
3D- und Flieskomma Berechnungen. Zudem gibt es auch noch HDTV aus (was
mir aber total egal ist, da ich noch ne Röhre habe, und mir auch kein
anderer ins Wohnzimmer kommt, bis die OLED's kommen).
Hmm, also ich bin der Meinung, dass so ziemlich viele Geräte MPEG2
Dekodieren können! Selbst der GP2X schafft das bzw. Skaliert er das Bild
selbstständig auf 320X240 herunter.
Haben die DVB-S USB-Boxen nicht Hardwaredecodierung?? Hab auf jedenfall
im Pro-Markt ein Kleines Kästchen gesehen (Scartstecker), wo ein ganzer
Reciver drin sein soll.
An Festplatte tuts mir zur Not auch eine 32GB SDHC^^.
Meine alten Aufnahmen mit meiner DBOX2 hab ich mit ner 20GB Platte
gemacht!
> Kann man auch nen SVideo oder einen Scart Port basteln (bin da nicht so> drin bewandert)??
Die Frage verstehe ich nicht. Eine "full-featured"-Sat-Karte wie die
Hauppauge Nexus-S hat verschiedene Videoausgänge, S-Video und Composite.
> Brauch ich dafür einen Aktiven Lüfter?
Was ist ein passiver Lüfter?
Das Alix1d benötigt noch nicht einmal einen Kühlkörper.
> Dabei fällt mir auf, dass der Takt vom alix1d "nur" 500 MHZ beträgt. Das> Beagleboard hat aber schon alleine 600 MHZ und noch nen Co-Prozessor für> 3D- und Flieskomma Berechnungen.
Vergleiche Äpfel und Würste. Das alix1d ist ein PC-Motherboard, der
Prozessor entspricht leistungsmäßig in etwa einem 300-MHz-Pentium-II.
> Zudem gibt es auch noch HDTV aus
Das ist für die Aufgabenstellung nicht relevant; das alix1d hat einen
VGA-Anschluss, und der wird bei der VDR-Anwendung nicht genutzt.
> Hmm, also ich bin der Meinung, dass so ziemlich viele Geräte MPEG2> Dekodieren können!
Schön. Ohne geeignete Hardwareunterstützung ("motion compensation" etc.)
kann ein 300MHz-Pentium-II keine DVDs wiedergeben.
> Selbst der GP2X schafft das bzw. Skaliert er das Bild> selbstständig auf 320X240 herunter.
Was auch immer das jetzt sein soll, es wird das nicht rein in Software
erledigen.
> Haben die DVB-S USB-Boxen nicht Hardwaredecodierung??
Nein, wozu auch? Solange die Dinger keinen Videoausgang haben, brauchen
sie die nicht, die erledigt der PC, an den sie angeschlossen werden. Der
ist ja auch ausreichend schnell für den Job (und braucht ganz erheblich
mehr Strom als das alix1d).
> Hab auf jedenfall> im Pro-Markt ein Kleines Kästchen gesehen (Scartstecker), wo ein ganzer> Reciver drin sein soll.
Und der enthält MPEG2-Decoder-Hardware, wie jeder andere DVB-Receiver
mit Videoausgang auch
> An Festplatte tuts mir zur Not auch eine 32GB SDHC^^.> Meine alten Aufnahmen mit meiner DBOX2 hab ich mit ner 20GB Platte> gemacht!
Dann kannst Du aber nicht wirklich viel Videomaterial aufzeichnen.
Am Linux-VDR kannst Du übrigens auch einen DVD-Brenner anschließen, so
daß Du aufgezeichnete Sendungen auch auf DVDs archivieren kannst.
Huch, hab ich dir irgendwie versehentlich auf den Schlips getreten??
Empfinde deine Antwort als leicht gereizt! Das wollt ich nicht!
"Die Frage verstehe ich nicht. Eine "full-featured"-Sat-Karte wie die
Hauppauge Nexus-S hat verschiedene Videoausgänge, S-Video und
Composite."
Sorry, dass wusste ich nicht!
"> Brauch ich dafür einen Aktiven Lüfter?
Was ist ein passiver Lüfter?
Das Alix1d benötigt noch nicht einmal einen Kühlkörper."
Meinte damit, ob ich überhaupt Kühlen muss!
Ich hatte mir nämlich mal überlegt, ob ich nicht meinen normalen Rechner
als VDR umrüsten soll. Aber er hat (mit dem Netzteil) 5 Lüfter. Und das
geht gar nicht.
"> Selbst der GP2X schafft das bzw. Skaliert er das Bild
> selbstständig auf 320X240 herunter.
Was auch immer das jetzt sein soll, es wird das nicht rein in Software
erledigen."
Der GP2X ist ein Opensource Handheld Gerät. Es hat genauso wie das
Beagleboard einen SOC, und ist ein ARM9. Als Co-Prozessor fungiert ein
ARM940T (ohne MMU), der sich um die Videodecodierung usw. kümmert. Der
Co-Prozessor wird aber nur gebraucht, wenn er mit dem normalen
Host-Prozessor die Decodierung nicht mehr schafft (ist bei neueren XVID
Codecs so). Ansonsten übernimmt alles der mit 200MHZ getaktete
Host-Prozessor.
"Und der enthält MPEG2-Decoder-Hardware, wie jeder andere DVB-Receiver
mit Videoausgang auch"
Hatte halt mal gehört, dass in den DVB-S USB-Boxen (fast) die selbe
Hardware drin ist (so hats ein Mitarbeiter mal einem Kunden erklärt!)
"> An Festplatte tuts mir zur Not auch eine 32GB SDHC^^.
> Meine alten Aufnahmen mit meiner DBOX2 hab ich mit ner 20GB Platte> gemacht!
Dann kannst Du aber nicht wirklich viel Videomaterial aufzeichnen."
Naja, es ging. Hab damals immer nach ner Gewissen Zeit die Filme per FTP
aufm Rechner geladen, und dann Gebrannt.
Sorry nochmal, falls dich mein anderer Beitrag gereizt haben sollte. Bin
zwar ein ziemlicher Linux-Freak, aber von Fernseh-Technik hab ich alles,
was außerhalb der DBOX2 Welt ist, keine Ahnung!
> Huch, hab ich dir irgendwie versehentlich auf den Schlips getreten??
Nein, sowas trage ich auch nur in seltenen Ausnahmefällen.
> Empfinde deine Antwort als leicht gereizt! Das wollt ich nicht!
Die war gar nicht gereizt gemeint. Sollte sie so bei Dir angekommen
sein, mea culpa.
> Meinte damit, ob ich überhaupt Kühlen muss!
Nein, das Alix benötigt keine Kühlung, und auch die Sat-Karte wird nicht
extrem warm.
> Ich hatte mir nämlich mal überlegt, ob ich nicht meinen normalen Rechner> als VDR umrüsten soll. Aber er hat (mit dem Netzteil) 5 Lüfter. Und das> geht gar nicht.
Nicht nur die Lüfter, sondern auch der Stromverbrauch spricht dagegen,
da hast Du mal recht.
> Der GP2X ist ein Opensource Handheld Gerät. Es hat genauso wie das> Beagleboard einen SOC, und ist ein ARM9. Als Co-Prozessor fungiert ein> ARM940T (ohne MMU), der sich um die Videodecodierung usw. kümmert. Der> Co-Prozessor wird aber nur gebraucht, wenn er mit dem normalen> Host-Prozessor die Decodierung nicht mehr schafft (ist bei neueren XVID> Codecs so). Ansonsten übernimmt alles der mit 200MHZ getaktete> Host-Prozessor.
Die von mir erwähnte Sat-Karte enthält einen TI-DSP, der die Decodierung
des MPEG2-Datenstroms vornimmt und auch für die Erzeugung des
Videosignales sorgt. Das kann man sicherlich auch anders hinbekommen;
die Rechenleistung des Geode LX aber dürfte dafür nicht ansatzweise
genügen.
Die Sat-Karte ist recht alt und vermutlich nur noch antiquarisch
erhältlich.
Gerade nachgesehen, bei eBay stehen gerade drei Stück unter 20 EUR.
> Hatte halt mal gehört, dass in den DVB-S USB-Boxen (fast) die selbe> Hardware drin ist (so hats ein Mitarbeiter mal einem Kunden erklärt!)
Da lag der "Mitarbeiter" falsch; Hardware kostet zwar nicht viel, aber
so billig ist so ein Decoder auch nicht, daß man den als Heizwiderstand
verwenden kann.
Es gab mal von Hauppauge/Technotrend einen DVB-T-Empfänger, der sowohl
als "Set-Top-Box" verwendet werden konnte, als auch als USB-Empfänger.
Das aber ist eine seltene Ausnahme gewesen.
Die USB-Empfänger bereiten das vom Tuner empfangene Signal nebst
Demodulation etc. soweit auf, daß ein MPEG2-Transport-Stream entsteht.
Dieser wird bei USB-Empfängern, die mit USB1.1-Bandbreite klarkommen,
noch auf den Stream des gewünschten Programmes "heruntergebrochen". Bei
mehr Bandbreite ist ein Verzicht darauf möglich, was Software
ermmöglicht, die mehrere Programme eines Transponders simultan
aufzeichnen kann.
Alle weitere Verarbeitung wie Decodierung von Video- und Audiodaten
erfolgt mit Software auf dem angeschlossenen PC, was etwas
Rechenleistung erfordert.
> Naja, es ging. Hab damals immer nach ner Gewissen Zeit die Filme per FTP> aufm Rechner geladen, und dann Gebrannt.
Das reizvolle gerade an der von mir verwandten VDR-Distribution ist die
enthaltene Unterstützung für DVD-Brenner. Ein anderer ebenfalls sehr
interessanter Aspekt ist ein Plugin namens "noad", das automatisch nach
der Aufnahme Schnittmarken um die Reklamebeiträge setzt, und das
erstaunlich gut.
So kann aufgenommenes Material vom Schimmelpilz befreit und auf eine DVD
gebrannt werden, ohne eigens einen PC anwerfen zu müssen.
http://www.heise.de/ct/projekte/c-t-VDR-digitaler-Videorecorder-im-Selbstbau-284091.html
Ok! Dann danke ich dir für deine Antwort! Jetzt hab ich dann soweit alle
Informationen, und muss mich nur noch mit meiner Freundin "Beraten", was
die beste Lösung ist (Madame ist leider nicht so Technik-Begeistert wie
ich^^, und wünscht sich eher einen normalen Reciver). Hab das Image
Runtergeladen und teste es jetzt auf einer VM.
Achja, noch ne Frage. Die DBOX2 hatt so ein Nettes Display. Kann ich
dann an den VDR auch eins Einbauen (für die Uhrzeit. Frauen halt...)?
Ist das schwer?
Es gibt etliche Plugins für die VDR-Distribution, mit der verschiedenste
LC-Displays angesteuert werden können, vom einfachen Text- bis hin zum
Graphikdisplay. Der Anschluss erfolgt oft über den Parallelport.
http://www.vdr-wiki.de/wiki/index.php/Kategorie:Externe_Anzeige
Dieses Wiki ist auch sonst eine gute Anlaufstelle.
Ich stimme Timmo zu. Ich stand auch vor der Wahl.
Das Geode-Gekröse, von dem Rufus schreibt, ist leider völlig veraltet.
Wenn Du einen echten* Fernseher hast, dann brauchst Du auch ein Gerät,
was einen HDMI Ausgang hat und diesen mit der vollen Auflösung ansteuern
kann.
Nimm also ein ATOM330 Dualcore Board mit ION Chipsatz. Mein VDR braucht
(gemessen) zwischen 22W Idle und 32W unter FullHD Volllast. Das ist in
Ordnung, denke ich.
Kühllüfter läuft auf 5V und ist nicht hörbar. Sollte also auch kein
Hindernis sein.
*) also FullHD Auflösung
Welchen Sinn hat das ganze Full-HD-Gekröse ohne Inhalte? Frei empfangbar
ist nach wie vor nur PAL-Material, und da ist der ganze Aufriss, den
Torben beschreibt, völlig nutzlos.
"Mein" VDR ist komplett lüfterlos und hat eine primärseitige
Leistungsaufnahme von unter 20 Watt. Dank einer geräuschgedämmt
eingebauten 2.5"-Platte ist das Gerät praktisch lautlos.
Hi!
Da ich ja noch ne Röhre hab, und mir auch keinen Flachheimer kaufen
werde (bis die OLEDs mal erschwinglich sind), ist mir HDTV eigentlich so
ziemlich egal!^^
Nur, jetzt hab ich gelesen, dass ich mit einer FF Karte keine Emulatoren
usw. Zocken kann, da die Ausgabe ja nicht über die GraKa geht! Und das
ist was, was auf jedenfall rein muss! C64, NES, etc. sollte schon
funktionieren. Hab jetzt über die Virtual Box die C't VDR soweit
installiert, und meine Freundin ist soweit auch zufrieden. Aber ohne
Emulatoren soll ich dann doch lieber zu ner Dream greifen...
Hat jemand ne Idee??
@gast,
kaum 1000,- Euro für einen SAT Receiver.
Für das Geld läßt sich dann ein VDR mit den oben genannten Eigenschaften
auch selbst bauen.
Gruss,
Tobi
> Nur, jetzt hab ich gelesen, dass ich mit einer FF Karte keine Emulatoren> usw. Zocken kann, da die Ausgabe ja nicht über die GraKa geht!
Tja. Pech. Manche einfache Dinge lassen sich über den Overlayspeicher
der Sat-Karte ausgeben (wie die Bedienoberfläche des VDR oder auch
Videotext), aber irgendwann ist halt Schluss.
> Und das ist was, was auf jedenfall rein muss!
Muss es das? Mach da mal einfach Aufgabenteilung. Dieser Spielkram
kostet unnötig Geld, wenn er im VDR implementiert werden soll.
Der Kühlschrank ist ein Kühlschrank, der Geschirrspüler ist ein
Geschirrspüler und der Backofen ist ein Backofen. Auch wenn es mit hohem
technischen Aufwand möglich wäre, diese Funktionalitäten irgendwie in
einem Gerät zu verwursten, macht man das nicht.
Und genauso solltest Du VDR und Spielcomputer auseinanderhalten. Der VDR
kann stromsparend und leise mit den bekannten Komponenten aufgebaut
werden; als Spielcomputer kannst Du Dir ja ein System mit dem
Beagleboard aufbauen. Das sollte für die Aufgabe gut geeignet sein, und
Du kannst Dich darauf nach Belieben austoben, ohne die Funktionalität
des VDR irgendwie zu stören.
Wenn in der Glotze irgendwas wichtiges kommt, das Deine Freundin
unbedingt sehen und/oder aufnehmen möchte, der VDR aber gerade nicht
funktioniert oder abstürzt, weil darauf irgendein Spiel klemmt, dann
verschlechtert das die Wetterlage.
Außerdem:
Für die Glotze reicht PAL-Qualität, da höher auflösendes Material eh'
nicht zur Verfügung steht. Fürs Spielen aber ist eine höhere Auflösung
schon nett, oder wenn Du --aus welchen Gründen auch immer-- z.B. einen
Webbrowser auf der Glotze nutzen willst.