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Forum: FPGA, VHDL & Co. Spartan 3E Grundlagen


Autor: Sven (Gast)
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Morning,
ich habe das XILINX Spartan-3E bei mir Daheim rumfliegen. Irgendwie komm 
ich aber nicht vorran. Hab das Internet und User Guides und und und ... 
durchwühlt aber alle Informationen überfluten mich in Englisch.

Kennt ihr vielleicht eine Anleitung oder ein "Erste Schritte Handbuch" 
das nicht in dieser schrecklichen Proletensprache verfasst ist.

Gruß Sven

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
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> Kennt ihr vielleicht eine Anleitung oder ein "Erste Schritte Handbuch"
> das nicht in dieser schrecklichen Proletensprache verfasst ist.
Nein. Englisch ist in seiner Geradlinigkeit ideal für technische 
Dokumentationen. Und nahezu alle weiterführenden und relevanten 
Informationen (AppNotes, Whitepapers...) zum Thema FPGA sind in Englisch 
verfasst, weil keine deutsche Firma sich in nennenswertem Maße dieser 
Bausteine angenommen hat.

Autor: Jürgen S. (engineer) Benutzerseite
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Lieber Lothar, bei allem Respekt für Deine sonst so gelungenen Beiträge, 
beim dem folgenden Satz rollen sich mir die Gedärme:

> Englisch ist in seiner Geradlinigkeit ideal für technische
> Dokumentationen

Englisch ist alles andere als gradlinig! Es gibt kaum eine Sprache, die 
mehr mehrdeutige Begriffe hat. Sie hat bei Weitem nicht die Facetten und 
Noucancen z.B. der deutschen Sprache, die - richtig angewendet - 
erheblich präziser und exakter ist. Ähnliches gilt für französisch. 
Nicht umsonst lernten viele Wissenschaftler aus dem 19. und noch 20. 
Jhdt. (auch Schweden, Italiener und Russen) Deutsch, um sich 
wissenschaftlich auszudrücken und Veröffentlichungen zu verfassen.

Englisch hat sich einfach deshalb etabliert, weil die Engländer 
irgendwann mal beschlossen haben, die ganze Welt zu kolonialisieren und 
im Gegensatz zu Herrn Hitler damit auch Erfolg hatten, der lange genug 
anhielt, um die Sprache lokal zu etablieren. Daher sprach zu Beginn des 
21. Jhdts die halbe Welt englisch.

Es hat sich eher deshalb etabliert, bzw gehalten, weil es so simpel ist:

Sprachwissenschaflich ist Englisch eine - um es vorsichtig auszudrücken 
- Verknappung des mittelalterlichen Deutsches. Das kann man deulich 
hören, wenn man die Vokale von Iren und Schotten mal genau unter die 
Lupe nimmt. Die betonen fast wie im modernen Hochdeutsch, was auf 
änhliche Wurzeln deutet, während die Engländer (nicht ganz zufällig) so 
klingen, wie die heutigen Sachsen. Eines ist aber den britischen 
Sprachen gemein: Kleiner, knapper, einfacher. Vereinfacht könnte man 
sagen, dass da ab und an immer mal wieder was vom Kontinent auf die 
Insel geschwappt ist, was verzögerungsbedingt nie auf dem aktuellen 
Stand sein konnte und viele Entwicklungen auch nicht mitgemacht hat, wie 
z.B. die Einflüsse durch die ebenfalls eroberungsbedingte Ausdehung der 
lateinischen Sprachkonstrukte.

Dass sich das Englische, trotz der Auflösung und des fortschreitenden 
Verschwindens des Commonwealth immer noch so gehalten hat, während 
andere "Eroberersprachen" wie Niederländisch, Spanisch und Portugiesich 
wieder auf dem Rückzug sind, hat sehr viel damit zu tun, dass in Amerika 
Englisch als Staatssprache gewählt wurde und viele technische Dinge dann 
im Zuge der Industrialisierung von dort kamen. Man denke nur mal an den 
Computer und die Mikrochips. Hätte man Deutsch als Sprache für die USA 
gewählt (und das war ja fast soweit), währe heute alles in Deutsch. Auch 
die Chinesen könnten heute Deutsch, wahrscheinlich aber ein sehr 
"spartanisches", um wieder zum Thema zu kommen.

Was den Spartan 3E angeht:

Um das Lernen der englischen Sprache kommt man da nicht herum. Man 
braucht aber auch nicht so viel, um Xilinx-Literatur zu lesen, sage ich 
mal und Englisch ist ja nun wirklich einfach, wie oben dargestellt.

Wer jetzt übrigens traurig ist, dass er so wenig Deutsch in der Welt 
vorfindet und glaubt, die Engländer und Amerikaner hätte da einen 
grossen Vorteil, weil sie muttersprachlich schon eine Weltsprache 
können, dem sei Folgendes in Erinnerung gerufen:

Das Lernen einer komlexen Sprache fordert nachweislich die 
Gehirnentwicklung. Nur wer komplex und differenziert sprechen kann, kann 
auch differenziert denken und Komplexes entwickeln. Es gibt nicht 
wenige, die den Umstand, dass ich Deutschland von vergleichweise 
"wenigen" Menschen soviel erfunden und pateriert wurde darauf 
zurückführen, dass wir die einmalige Chance haben, schon im Kindesalter, 
wenn das Hirn von wesentlich wächst, eine komplexe Sprache zu lernen. 
Unsere Jugend hat also trotz Globalisierung immer noch beste Chancen!


Voll fett krass, oder?

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
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> Englisch hat sich einfach deshalb etabliert, weil die Engländer
> irgendwann mal beschlossen haben, die ganze Welt zu kolonialisieren
Waren da seinerzeit nicht auch die anderen Küstenländer dabei: 
Frankreich, Spanien, Portugal, Niederlande?

> Eines ist den britischen Sprachen gemein: Kleiner, knapper, einfacher.
Ja, und genau darauf kommt es doch bei einer technischen Dokumentation 
an: da brauche ich keine lyrischen Aus- und Abschweifungen und 
genausowenig eine lautmalerische Darstellung des Sachverhalts.

> Um das Lernen der englischen Sprache kommt man da nicht herum.
> Voll fett krass, oder?
ACK ;-)

BTW:
Mir gefällt z.B. zur alltäglichen Kommunikation Spanisch auch nicht 
schlecht, aber irgendwie komme ich mit Englisch problemloser durch die 
Welt :-)

Autor: Angus (Gast)
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Stimme ja mit der Aussage, daß sinnvoll und auch anzustreben ist, 
Englisch so gut zu lernen um technische Dokumentationen lesen zu können.
Bloß zum einen sind 99% derer, die von sich sagen Englisch fast perfekt 
zu sprechen eben immer noch als Muttersprachler der deutschen Sprache 
mächtiger, und zum anderen stellt sich folgendes Problem: Jemand möchte 
sich in vhdl oder c oder was auch immer reinknien, sieht kaum Land und 
spricht dummerweise nicht so gut Englisch um den App Notes und Homepages 
folgen zu können - da ist doch der Vorschlag mal eben (parallel zum 
ursprünglichen Problem vhdl) englisch zu lernen auch nicht eben 
hilfreich; bestenfalls zynisch.
Auch wenns noch so beeindruckend für den armen Tropf der doppelte 
Probleme hat sein mag, daß andere wohl in englisch träumen, spanisch 
aufs Klo gehen und französisch...

Mich nicht falsch verstehen: ihr habt ja Recht, daß Englisch nun mal 
quasi Standard ist, was Veröffentlichungen angeht, aber wenn ihr nur mal 
kurz so tut, als würdet ihr euch in Svens Lage versetzen können, also 
euren Erkenntnis Thron verlasst, müsste euch ein Licht aufgehen.

Lothars Homepage ist zwar wirklich gut aber eben auch primär zum Appetit 
kriegen geeignet und die vhdl/fpga Seiten hier im Forum sind didaktisch 
nun wirklich nicht das gelbe vom Ei.

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
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> da ist doch der Vorschlag mal eben
> (parallel zum ursprünglichen Problem vhdl) englisch zu lernen auch
> nicht eben hilfreich; bestenfalls zynisch.
Es geht hier nicht primär um VHDL. Ich sehe hier drei Aufgaben:
1. die Hardware und die Toolchain (Board, ISE, Simulator)
2. VHDL
3. die Sprache Englisch

>> Kennt ihr vielleicht eine Anleitung oder ein "Erste Schritte Handbuch"
Für die Sprache VHDL gibt es durchaus brauchbare deutsche Literatur. Für 
mich ist nach wie vor Reichardt/Schwarz "VHDL-Synthese" besonders für 
Einsteiger geeignet.
Wenn die Sprache VHDL bekannt ist und die Terminologie geläufig, dann 
kommt die Toolchain. Wie wird ein Projekt angelegt? Wie wird simuliert 
(Modelsim, ISIM)? Wie werden die Pins zugeordnet?
Und hier wird die "deutsche" Luft dann sehr dünn...

Die Anleitung zum Board ist englisch. Die Toolchain ist englisch.
Daran kann keiner was ändern. Da muß man durch...  :-/

> als würdet ihr euch in Svens Lage versetzen können
Ich kann das schon, aber es hilft Sven nicht weiter...
Am einfachsten wäre, jemanden zu haben, der bei den ersten Schritten 
hilft. Nur als Denkanstoss: evtl. hilft ein Aushang in der nächsten 
Hochschule.

Autor: Angus (Gast)
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Auch wenn ich nicht den Eindruck habe, daß es bei dir so rübergekommen 
ist: ich wollte dir wirklich nicht auf den Schlips treten, Lothar, denn 
du bist wirklich (fast ^^) immer sehr bemüht zu helfen. Man vergisst nun 
mal leicht die Probleme, wenn man sie selber hinter sich gelassen hat. 
Das ist eben zu verführerisch. Dazu gesellt sich bei manchen usern hier 
eine leichte bis mittlere Profilierungsucht.

Ich persönlich habe von der Thematik keine Ahnung, sonst würde ich 
vielleicht mal darüber nachdenken, was man deutsprachlich angehen könnte 
für die Hürden die genommen werden müssen.
Vielleicht könnte man das wiki didaktisch neuordnen und inhaltlich noch 
etwas erweitern. Mini-Projekte für fpga sind naturgemäß nicht so genormt 
wie für einen aufgelöteten avr, weil ja nicht ein evaluation Bord 
vorausgesetzt werden kann, aber vielleicht auch in der Richtung helfen 
und motivieren?

Autor: Angus (Gast)
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Ach ja: von "schrecklicher Proletensprache" zu reden zeugt auch nicht 
unbedingt von lernwillen und geistiger Aufgeschlossenheit.
Vielleicht sollte man da auch mal drüber nachdenken....

Autor: Andreas Fischer (chefdesigner)
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Ich verstehe das Problem nicht! Ich hatte seit dem 5. Schuljahr English. 
Das waren 9 Jahre bis zum Abschluss. Zum Schluss haben wir in English 
sogar Kurzgeschichten analysiert und Ausdruck und Grammatik bewertet 
bekommen, wir lasen Shakespeare und hielten Referate!

Schon die Hälfte davon reicht doch dicke, um technische Doku zu lesen! 
Das einzige, was fehlt, sind die technischen Fachbegriffe. Wieviele 
braucht man da 100? Das hat man doch in einem Jahr drauf. Es geht ja ums 
passive Lesen und nicht um das aktive Sprechen, was nochmal ungleich 
schwerer ist.

Wer sich im Studium kontinuierlich mit Technik befasst, der kriegt das 
Englisch doch locker drauf, oder nicht?

?????

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
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> Wer sich im Studium kontinuierlich mit Technik befasst, der kriegt das
> Englisch doch locker drauf, oder nicht?
Nicht jeder studiert... :-/
Es gibt auch sogenannte "Selfmade-Men", die sich das Zeug nebenher 
beibringen.

Autor: Kest (Gast)
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> Es gibt auch sogenannte "Selfmade-Men", die sich das Zeug nebenher
> beibringen.

...so wie mich z.B. Englisch habe ich mit "The Beatles" gelernt. Die 
technische Dokumentation war dann eigentlich "ein Witz" ;-)

Grüße,
Kest

Autor: Gast (Gast)
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>> Wer sich im Studium kontinuierlich mit Technik befasst, der kriegt das
>> Englisch doch locker drauf, oder nicht?
> Nicht jeder studiert... :-/
> Es gibt auch sogenannte "Selfmade-Men", die sich das Zeug nebenher
> beibringen.

Ja, und es gibt die Leute, die zwar studiert haben, in dem Studium aber 
nichts gelernt haben und sich wie "Selfmade-Men" trotzdem das 
interessante nebenher beigebracht haben.

Ich hab im Studium ebenfalls kein Englisch gelernt. Englisch lernte ich 
in der Berufsoberschule soweit, dass es zum "gut" gereicht hat. Seitdem 
hab ich - aus Gründen der zeitversetzten TV-Ausstrahlung - viele Serien 
in Originalsprache gesehen und mittlerweile les ich sogar englische 
Bücher :-)

Jungs, schiebt's nicht immer alles auf's Studium ... Man lernt dort kein 
Englisch ... Wenn man Englisch lernen will, dann braucht man eine Basis 
aus der Schule und eignet sich den Rest durch's Datenblätter lesen an.

Die Datenblätter lassen sich bei weitem einfacher lesen, als 
englischsprachige Romane :)

Grüße,
Thomas

Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
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> Die Datenblätter lassen sich bei weitem einfacher lesen, als
> englischsprachige Romane :)
Nichts taugt besser zum Einschlafen als ein englisches Datenbuch, 
vorzugsweise von Xilinx. Die lesen sich gar nicht mal so schlecht ;-)

Autor: René D. (Firma: www.dossmatik.de) (dose)
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Günstig ist einen Einstieg mit VHDL zu bekommen.
Ich hatte damals einen mehrteiligen Artikel aus der elrad (eine 
Zeitschrift in deutsch, die es nicht mehr gibt) gelesen.
Vhdl ist eine Sprache und es gibt Konstrukte, die nicht synthetisierbar 
sind. Sprich, was du als Programierfile in den FPGA reinschreiben 
kannst.
Das sind z.B. Angaben von Zeiten. Diese Angaben von Zeiten sind, jedoch 
wieder wichtig für Simulationen als Testfiles.

Fang am besten mit einen einfachen Zähler an. Dann musst du dich in die 
neue Programmiertechnick einarbeiten. Alle Prozesse laufen parallel. 
Nicht wie bei einem C Programm schön der Reihe nach.

Autor: Gerald (Gast)
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>Ich hab im Studium ebenfalls kein Englisch gelernt.

Theo Lingen würde dazu sagen: "Traurig, Traurig, Trauig"!

Autor: Korrektor (Gast)
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> Das Lernen einer komlexen Sprache fordert nachweislich die Gehirnentwicklung.
@Jürgen Schuhmacher: Hättest Du dazu eine Quelle?

>Ich hatte seit dem 5. Schuljahr English
@Andreas Fischer: Stimmt, nur ist nicht jeder gleich begabt. Der Mensch 
tendiert dazu, Dinge wieder zu vergessen und wer nicht täglich Englisch 
spricht, der verliert auch wieder viel.

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