Hallo Leute,
ich habe in den letzten paar Monaten oft Wissenssendungen angesehen, in
denen es um große Bildschirme ging. Zuletzt war das ein Beitrag von
Galileo (Pro7), wo ein Hochhaus in einen Bildschirm verwandelt wurde.
Dann gab es noch riesige Projektionsflächen in einer Disco oder der Mega
TV in Las Vegas.
All diese Projekte hatten eine Gemeinsamkeit: Mehrere Racks mit Servern.
Nun frage ich mich wirklich, wozu ich denn so viel Rechenpower brauche,
nur um herauszufinden, wann ich welche LED zum Leuchten bringen muss.
huibu schrieb:
> http://feisar.de/stuff/galileo.jpg
Also unter günstigen Bedingungen und der richtigen Planetenkonstellation
findet zwischen dem Bagger und dem Ei eine Kernfusion statt, die den
Bagger in ein Paralleluniversum bevördert. z.B. in das der Happy Hipps
http://www.stern.de/wissen/technik/viva-vision-in-las-vegas-die-500-meter-glotze-591045.html
Das ist übrigens die Glotze. Zitat aus dem Text "Im mit Computern,
Mischpulten und Speichermedien vollgestopften Kontrollraum...". Ich habe
mir vor ca. einem Jahr auch eine Doku über dieses Teil angesehen und
deren Kontrollraum war wirklich voller Server.
> Die Viva Vision hat eine Auflösung von 7500 x 500 Pixeln. (Zum Vergleich:> die meisten Büro-PCs laufen mit einer Auflösung von 1024 x 768> Bildpunkten.)
Also ich habe momentan 5760px x 1200px, also etwa das Doppelte von dem,
was der Viva Vision anzeigt. Und bei mir steckt alles in einem Tower.
ich denk einfach daß ein pc einfach nicht genug I/O "ports" hat um
sowas zu steuern. sicherlich kann man eine ganze menge per LVDI oder mit
speziellen steckkarten machen, aber irgendwas muß immer noch die
endstufen steuern.
"12,5 Millionen Leuchtdioden (LED) machen es möglich. ... Für den Sound
sorgen 208 Boxenbündel, verteilt auf der gesamten Länge, die eine
Gesamtleistung von 550.000 Watt sorgen"
Und uns will man ein paar 100W Glühlampen verbieten... :-)
> ich denk einfach daß ein pc einfach nicht genug I/O "ports" hat um> sowas zu steuern.
Naja, du wirst ja auch nicht die ganze Wand einen LPT Port hängen.
Ich würde es persönlich mit einem bzw. mehreren modernen
Grafikprozessor(en) machen. Die Grafiken auf der Graka vorrechnen und
dann per DVI oder HDMI zur Darstellungsfläche übertragen. Dann an Ort
und Stelle die digitale Information in I/O umwandeln und an die LED
Treiber für die Darstellung geben. Ein Monitor macht ja auch nichts
anderes.
> Und uns will man ein paar 100W Glühlampen verbieten... :-)
Da dort sowieso schon 315kW sinnlos verballert werden....
http://www.vegas4locals.com/freeluxorlight.html
So lange beleuchtete Werbereklame noch erlaubt bleibt,
wird es keinerlei Verständnis bei Bürger für das
Glühlampenverbot geben.
> So lange beleuchtete Werbereklame noch erlaubt bleibt,> wird es keinerlei Verständnis bei Bürger für das> Glühlampenverbot geben.
das kann man direkt so unterschreiben. lichtspiele die wirklich toll
aussehen okay, aber das bierwerbeschild der kneipe "zum großen reiern"
muß wirklich nicht die ganze nacht mit 2x300W halogen angestrahlt
werden.
früher haben meine großeltern auf einem dorf gewohnt, zu diesem dorf
führte eine straße 3km schnurgerade aus. könnt mal raten was man über
diese distanz bereits leuchten sah...
JojoS schrieb:
> Und uns will man ein paar 100W Glühlampen verbieten... :-)
Gespart werden darf nur da, wo es nix bringt, sonst schädigst Du doch
die Wirtschaft.
Z.B. für Deine Treppenhausbeleuchtung darfst Du nun das 20-fache an
Leuchtmitteln bezahlen (saftige Nebenkostenerhöhung).
Aber die ist nur ab und zu mal für 3min an, daher ist das für den
Energieversorger kein merkbarer Verlust.
Peter
>All diese Projekte hatten eine Gemeinsamkeit: Mehrere Racks mit Servern.
Nun frage ich mich wirklich, wozu ich denn so viel Rechenpower brauche,
nur um herauszufinden, wann ich welche LED zum Leuchten bringen muss.
Moeglichwerweise ist das gar nicht soviel Rechenpower. Als fachfremde
Anwender wurde denen ein Satz veralteter VAX-11/780 als Schnaeppchen
aufgeschwatzt. Die haben wahrscheinlich noch eine Million pro Stueck
abgedruckt, auch wenn ein moderner PC das heutzutage von selbst kann.
> Der erste Fehler war, Dir Galileo angesehen zu haben.
Korrekt.
Wie soll man so ner ***sendung auch glauben, die 15 min teuere Sendezeit
verschleudert, um Youtube-Videos auf ihren "Fakegehalt" zu prüfen...
Ein Blick in die Kommentare des Videos dauert ca. 20 sec und offenbart,
ob Fake oder nicht.
> Wie soll man so ner ***sendung auch glauben, die 15 min teuere Sendezeit> verschleudert, um Youtube-Videos auf ihren "Fakegehalt" zu prüfen...> Ein Blick in die Kommentare des Videos dauert ca. 20 sec und offenbart,> ob Fake oder nicht.
Galileo ist reines Entertainment, es hat absolut nichts mehr mit
Wissenschaft oder Dokumentation zutun. Ich behaupte jetzt mal, dass die
mit dem Fake Check von den Mythbusters abkupfern wollten, dort habe ich
eine Art des Fake Checks zum ersten Mal gesehen.
Was nicht Umwelt-Propaganda ist haben sie von Mythbusters abgekupfert,
nur eben in langweilig.
Das Bild von einer Grafikkarte berechnen ist eine Sache, da ein Display
daraus zu machen eine andere. In einem Monitor helfen integrierte
Schaltkreise. Die braucht man auch wenn die Pixelsuppe mit bis zu 3,7
bzw. 8,4 GBit/s eintrudelt.
Im kleinen funktioniert das dann super, im großen darf man jetzt das
machen, was im Monitor fertige IC`s erledigen: Pixel für Pixel wieder
extrahieren und der RGB-Einheit am LED-Display sagen was sie zu tun hat.
Im Prinzip werden die nichts anderes machen als sich den Umweg über die
Grafikkarte zu sparen und das ganze gleich in Software implementieren.
Dazu der Ausfallsicherheit wegen zwei Server, noch einer fürs Speichern
und noch ein Rechner an dem man in Ruhe neue Programme erstellt.
Eine Hand voll USV und Netzteile, dazu noch die Handgestrickte Hardware
für das Display und schon is das erste Rack voll, einige duzend
Kilometer Kabel dazu und es sieht fantastisch kompliziert aus...
Und das ist nicht ohne:
Das Gesamtbild muss in viele kleine Teilbereiche zerlegt werden, denn
die LED Treiber werden meist mit SPI angesteuert. Und da sind Taktraten
im GHz Bereich eher ungünstig. Dazu kommt dann noch die Umrechnung der
Bilddaten in Helligkeitswerte für die LEDs (da deren Kennlinie eben
nicht linear ist), wenn der Hersteller sich Mühe gemacht hat, auch noch
eine Kompensation der Alterung (d.h. Messen der Betriebszeit jeder
einzelnen LED und ein Erhöhen der Leistung bei den verbrauchten LEDs.
Sowas wird bei Plasma TVs auch öfters gemacht, ist ein enormer
Rechenaufwand).
MaWin schrieb:
>> Und uns will man ein paar 100W Glühlampen verbieten... :-)>> Da dort sowieso schon 315kW sinnlos verballert werden....>> http://www.vegas4locals.com/freeluxorlight.html>>> So lange beleuchtete Werbereklame noch erlaubt bleibt,> wird es keinerlei Verständnis bei Bürger für das> Glühlampenverbot geben.
Also mehr ehrlich, man kann es sicher übertreiben mit beleuchteter
Werbung, aber illuminierte Innenstädte wirken auf mich noch immer
bürgerfreundlicher als Energie-kaputtgesparte Dunkelpassagen, wie man
sie noch aus Städten im Ostblock kannte. Die Lebendigkeit eines
beleuchteten Berliner Ku'damm möchte ich nicht tauschen mit der Tristes
die in Ost-Berlin damals nach dem Grenzübertritt einen ereilte, sobald
es dunkel wurde.
Dunkle Passagen ziehen dunkle Gestalten an, zeigt die Lebenserfahrung,
genau so wie Rotlich(viertel) eben "Rotlichtypen" anzieht.
Licht bedeutet leben! (sollte man nicht unterschätzen)
Platinenschwenker .. schrieb:
> Dunkle Passagen ziehen dunkle Gestalten an, zeigt die Lebenserfahrung,> genau so wie Rotlich(viertel) eben "Rotlichtypen" anzieht.>> Licht bedeutet leben! (sollte man nicht unterschätzen)
Ich wohne in Karlsruhe, wir sind hier auch in der glücklichen (oder auch
nicht) Situation, so eine LED Leuchtreklame zu haben. Ich muss wirklich
schon sagen, dass das Teil wirklich nervt. Da ist mir die Dunkelheit
wirklich lieber.
@Benedikt K. & Andreas Klepmeir
Ich habe mich in dieses Thema eingeklinkt, weil ich das Thema wirklich
interessant finde. Wir haben heute in unseren Rechnern schnelle
Grafikkarten auf die wir zurückgreifen können. Meine Idee für so eine
Realisierung wäre eben das Bild auf der GraKa des Rechners zu berechnen.
Dieses Bild wird dann in unterschiedlichen Stufen segmentiert. Dadurch
könnte man die Grundtechnik in einem 1HE Server unterbringen.
> Im kleinen funktioniert das dann super, im großen darf man jetzt das> machen, was im Monitor fertige IC`s erledigen: Pixel für Pixel wieder> extrahieren und der RGB-Einheit am LED-Display sagen was sie zu tun hat.
Wieso sollte das, was im kleinen funktioniert, nicht auch im großen
Maßstab funktionieren? Die zugrundeliegende Technik ist da doch genau
die gleiche, oder verstehe ich da etwas falsch?
> (d.h. Messen der Betriebszeit jeder> einzelnen LED und ein Erhöhen der Leistung bei den verbrauchten LEDs.> Sowas wird bei Plasma TVs auch öfters gemacht, ist ein enormer> Rechenaufwand).
Ja, aber mal ganz ehrlich gesagt: So viel Rechenaufwand ist es nicht.
Und ich habe im Mediamarkt noch nie ein Server Rack neben nem Plasma TV
stehen sehen. ;)
Dimitri Roschkowski schrieb:
> Wieso sollte das, was im kleinen funktioniert, nicht auch im großen> Maßstab funktionieren? Die zugrundeliegende Technik ist da doch genau> die gleiche, oder verstehe ich da etwas falsch?>> Und ich habe im Mediamarkt noch nie ein Server Rack neben nem Plasma TV> stehen sehen. ;)
Das ist eben der Unterschied zwischen ASICs in Massenproduktion und
FPGAs o.ä. in kundenspezifischen Lösungen. Letztere sind daher meist
deutlich größer, denn es besteht kein Zwang alles möglichst kompakt und
billig bauen zu müssen.
Dimitri Roschkowski schrieb:
> Platinenschwenker .. schrieb:>>> Dunkle Passagen ziehen dunkle Gestalten an, zeigt die Lebenserfahrung,>> genau so wie Rotlich(viertel) eben "Rotlichtypen" anzieht.>>>> Licht bedeutet leben! (sollte man nicht unterschätzen)>> Ich wohne in Karlsruhe, wir sind hier auch in der glücklichen (oder auch> nicht) Situation, so eine LED Leuchtreklame zu haben. Ich muss wirklich> schon sagen, dass das Teil wirklich nervt. Da ist mir die Dunkelheit> wirklich lieber.
Ich meinte das auch etwas grundsätzlicher. Vereinzelt kann da immer mal
was nerven, aber bedenke mal wann es um diese Jahreszeit bereits dunkel
wird. Da wirkt fast jedes Licht auf mich "gemütserhellend".
Platinenschwenker .. schrieb:
> Ich meinte das auch etwas grundsätzlicher. Vereinzelt kann da immer mal> was nerven, aber bedenke mal wann es um diese Jahreszeit bereits dunkel> wird. Da wirkt fast jedes Licht auf mich "gemütserhellend".
Über Geschmack lässt sich streiten. Ich persönlich mag die Dunkelheit
mehr als grelles LED Licht. Ansonsten hilft mir das LED + Xenon Licht
meines Wagens.
Dimitri Roschkowski schrieb:
> Platinenschwenker .. schrieb:>> Ich meinte das auch etwas grundsätzlicher. Vereinzelt kann da immer mal>> was nerven, aber bedenke mal wann es um diese Jahreszeit bereits dunkel>> wird. Da wirkt fast jedes Licht auf mich "gemütserhellend".>> Über Geschmack lässt sich streiten. Ich persönlich mag die Dunkelheit> mehr als grelles LED Licht. Ansonsten hilft mir das LED + Xenon Licht> meines Wagens.
Also lebensfreundliche Städte verbinde ich nicht gerade mit kurzzeitig
aufblitzendem Xenon Licht, nee, wirklich nicht.
Zugegeben, ich habe heute mal wieder in Galileo reingeschaltet, thema
waren Laser. Die Sendung hat mal wieder bewiesen, dass die absolut keine
Ahnung von der Materie haben. Ich kann mir auch nicht wirklich
vorstellen, dass deren Ansprechpartner in den Labs wirklich so
inkompetent waren.
Frage mich auch immer, wie Galileo solch schlechte Beiträge zustande
bringt. Ich meine, man kann auch Normalbürgern wissenschaftliches
einigermassen verständlich, aber dennoch korrekt vorführen. Aber
wahrschienlich ist es so, dass der Zuschauer das gar nicht sehen will...
Meine Lieblingssendung diesbezüglich war Archimedes auf Arte. Da wurden
die Wissenschaftler und Forscher noch persönlich reden gelassen, ohne
alles selber noch zu interpretieren und zu vereinfachen. Hab zwar
manchmal auch nur Bahnhof verstanden, aber war trotzdem sehr
interessant.
Naja, die Sendung gibts halt heute nicht mehr schnüff, obwohl genau
Arte ja nicht für die breite Masse gedacht ist und eine gute Plattform
dafür gewesen wäre.
Galileo schaue ich mir höchstens noch an, wenn ich parallel vor dem
Fernseher noch was esse und zu faul bin mir einen anderen Dreck
anzuschauen.
Galileo würde sich im Grabe umdrehen, wenn er Galileo sehen müsste!
Es ist schon zum Schreien, wie die Leute da mit Fachbegriffen um sich
werfen, wie z.B. Stromspannung! - Hauptsächlich
pseudowissenschaftliches Getöse!
Johnny B. schrieb:
> Frage mich auch immer, wie Galileo solch schlechte Beiträge zustande> bringt. Ich meine, man kann auch Normalbürgern wissenschaftliches> einigermassen verständlich, aber dennoch korrekt vorführen. Aber> wahrschienlich ist es so, dass der Zuschauer das gar nicht sehen will...
Ich kann dir genau sagen, wie es zu so einem Müll kommt. (Ich nehme
jetzt mal den Beitrag mit dem Laser vom 02.11. als Beispiel.) Stell dir
vor, du müsstest einer Reporterin erklären, was Laserstrahlung ist. Wo
fängst du dann an? Wahrscheinlich beim Welle-Teilchen-Dualismus, das
wäre für mich ein Ansatzpunkt. Nun hast du aber einen Reporter vor dir
und keinen Wissenschaftler, also müsstest du auch noch die Basics
erklären. Und zu den Basics wieder Basics. Irgendwann hast du dann die
Nase voll und kürzt mit "Das ist eben so!" ab. Mache ich bei meinen
Studenten auch, um einfach voranzukommen.
Jetzt geht es beim Reporter weiter, er sitzt jetzt in seinem Office und
macht den Beitrag fertig. Er fragt da nicht nochmal beim Wissenschaftler
nach, ob er alles richtig verstanden hat. Und zum Schluss muss er sein
(minimales) Verständnis an den Zuschauer in einfacher Form weitergeben.
So kommt es zu so einem Müll.
> Es ist schon zum Schreien, wie die Leute da mit Fachbegriffen um sich> werfen, wie z.B. Stromspannung!
Ich frage mich grade, wieso du gerade da mit der LEISTUNG von Galileo
nicht zufrieden bist ;)