Lebens- Sinn und Erfüllung....
ist das noch in der Arbeitswelt zu finden?
Habt Ihr das Gefühl Ihr arbeitet an einer guten Sache, die die
Menschheit weiterbringt.
Oder habt ihr das Gefühl, das Ihr das alles nur macht um für Euch Geld
zu verdienen und um dem Unternehmen übergebühr Gewinn zu erwirtschaften.
Geht ihr gerne zur Arbeit oder ist da unterschwellig das Gefühl, zur
Arbeit gehen zu müssen um den von der Werbeindustrie (Unternehmen
[Gesellschaft]) vorgesetzten Reizen und Zielen wie mein Haus, mein Auto,
meine Jacht, mein Urlaub, ...... gerecht zu werden.
Ist es OK, das immer weniger immer mehr leisten müssen, wollen,
dürfen,sollen,......und viele von der Arbeitswelt ferngehalten werden.
Haben wir eine Art Wirtschaftskrieg, in dem sich Unternehmen
gegenüberstehen und deren Belegschaft zu immer mehr Leistung animiert
wird, um dem Untergang zu entgehen?
Sind wir als Menschheit dabei Pyrrhussiege zu erringen?
Erwirtschaften wir aktuell Werte, um Sie kurze Zeit später zu Entwerten?
Haben wir im Privat wie im Berufsleben noch eine Mitte?
Ich sage Dir ganz ehrlich, dass ich mir die Frage auch schon gestellt
habe.
Ich werde zusehen, mein Pensum zu reduzieren und mehr mit der Familie zu
machen.
Eigentlich würde ich auch was ganz anderes machen, wie mehr Musik -
aber ich möchte im Alter Geld haben und nicht hungern, da ist Ingenieur
sein noch die einfachste Variante, genug Geld zu verdienen.
Ich habe den Eindruck, dass meine Firma den Kunden gezielt über den
Tisch wollte.
Das Softwareprojekt wurde abhängig vom Arbeitseinsatz der Entwickler
entlohnt. Die Projektleitung war nicht bemüht, das Projekt schnell zu
Ende zu führen. Der ursprüngliche Zeitplan war widersinnig und nie
einzuhalten, wir haben ein paar Monate überzogen und am Ende hieß es,
dass dieses Projekt noch relativ gut lief.
Dann durften bestimmte Features nicht eingebaut werden, obwohl sie
Selbstverständlichkeiten waren. Man wollte nach Projektende diese
Features gegen zusätzliche Geldleistung anbieten.
Meine alte Firma ist wie eine Kfz-Werkstatt, die nicht nur einen Defekt
behebt, sondern zusätzliche Fehler einbaut.
Onkel Kapott schrieb:
> Ich habe den Eindruck, dass meine Firma den Kunden gezielt über den> Tisch wollte.
Simple Logik: Realistische Kosten/Aufwands-Abschätzung im Angebot => den
Auftrag kriegt die Konkurrenz. Weil man aber vom unrealistischen Angebot
nicht leben kann, muss man sich was einfallen lassen, wie das nötige
Geld trotzdem reinkommt.
Man muss nur aufpassen, dass sich der Kunde nicht allzu sehr verarscht
vorkommt, jedenfalls wenn es sich um Projekte handelt, die man im Leben
mehr als einmal macht.
Also ich gehe nur arbeiten um Geld zu verdienen, ansonsten könnte ich
gut darauf verzichten, denn ich hätte genügend private Projekte um mir
die Zeit zu vertreiben.
Vor 15 Jahren kotzte mich die Arbeit noch nicht so sehr an, da hatte man
bei der Arbeit noch viel mehr Spass, weil die sozialen Aspekte wie
Pausen, Apéros und Anlässe noch spontan, ungezwungen und locker von der
Bühne gingen. Heute ist alles reglementiert, überwacht,
Leistungsorientiert und jeder schaut für sich selber, damit er seine
eigenen Bonusziele erreichen kann.
Johnny B. schrieb:
> Heute ist alles reglementiert, überwacht,> Leistungsorientiert und jeder schaut für sich selber, damit er seine> eigenen Bonusziele erreichen kann.
Das verkaufen sie uns dann auch noch als Bürokratieabbau...
>Habt Ihr das Gefühl Ihr arbeitet an einer guten Sache, die die>Menschheit weiterbringt.
Ja, Grundlagenforschung.
Habe aber vorher bei einem anderen Arbeitgeber aus der Automotive
Branche auch schon anderes erlebt...
Gast schrieb:
> Lebens- Sinn und Erfüllung....>> ist das noch in der Arbeitswelt zu finden?
Ja.
> Habt Ihr das Gefühl Ihr arbeitet an einer guten Sache, die die> Menschheit weiterbringt.
Ja :-)
> Oder habt ihr das Gefühl, das Ihr das alles nur macht um für Euch Geld> zu verdienen und um dem Unternehmen übergebühr Gewinn zu erwirtschaften.
Nein.
> Geht ihr gerne zur Arbeit oder ist da unterschwellig das Gefühl, zur> Arbeit gehen zu müssen um den von der Werbeindustrie (Unternehmen> [Gesellschaft]) vorgesetzten Reizen und Zielen wie mein Haus, mein Auto,> meine Jacht, mein Urlaub, ...... gerecht zu werden.
Nein, das war nie mein Antrieb. Man muss das nur einmal für sich
sortieren: welche Dinge sind mir wirklich wichtig?
Dann kann man Konsum etc. locker sehen.
> Ist es OK, das immer weniger immer mehr leisten müssen, wollen,> dürfen,sollen,......und viele von der Arbeitswelt ferngehalten werden.
Ja.
> Haben wir eine Art Wirtschaftskrieg, in dem sich Unternehmen> gegenüberstehen und deren Belegschaft zu immer mehr Leistung animiert> wird, um dem Untergang zu entgehen?
Manchmal durchaus - aber es gibt auch andere Unternehmen.
> Sind wir als Menschheit dabei Pyrrhussiege zu erringen?
Das war schon immer so. Das Tröstliche: es sind nicht nur Pyrrhussiege.
> Erwirtschaften wir aktuell Werte, um Sie kurze Zeit später zu Entwerten?
Ich zumindest nicht - das hängt aber immer von einem selbst ab.
> Haben wir im Privat wie im Berufsleben noch eine Mitte?
Oh ja :-)
Ich bin allerdings auch selbstständig - genau aus den oben von Dir
genannten Gründen. Geld war und ist zweitrangig.
Chris D.
Also ich glaube die Lebens-/Sinnerfüllung kann man zwar in der Arbeit
finden, aber man sollte sich nicht (nur) darauf verlassen. Will man die
Menschheit wirklich voranbringen, dann ist es besser man setzt ein paar
Kinder in die Welt und erzieht die zu intelligenten und ordentlichen
Menschen.
Intelligenz lässt sich leider nicht anerziehen. Die ist da oder eben
auch nicht (wobei Intelligenz durchaus vielschichtig ist, nicht immer
ist es das, was gemeinhin darunter verstanden wird) Allerdings lässt
sich aus dem vorhandenen "Material" durchaus viel rausholen, wenn man
sich entsprechend reinkniet und umgekehrt viel verkümmern lassen, was
eigentlich da war.