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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Was ist eigentlich das anspruchsvollere Studium?


Autor: Onkel Kapott (Gast)
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Informatik oder Elektrotechnik.

Ich habe Informatik studiert und fand es ganz rührend, dass man mich 
deswegen schon für genial hält. Im Nebenfach hatte ich Elektronik und 
ich muss sagen, dass ich das sehr viel komplizierter fand. Zugegeben: 
Die Stofffülle war sehr umfangreich, die Stundenzahl gering.

Autor: Hans Mayer (hansilein)
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Hab Physik gemacht und als Nebenfach Informatik.
Informatik war deutlich einfacher.
Die Elektrotechniker waren immer für ihre unmenschlichen 
Mathefähigkeiten bekannt, Fouriertransformation im Kopf, diese 
Kampfrechner.

Autor: Gastino (Gast)
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>Informatik oder Elektrotechnik.

Ganz einfach: Die E-Techniker hatten bei uns sehr schwer mit Informatik 
zu kämpfen und die Informatiker wurden heftigst von den 
E-Technik-Fächern gebeutelt.

Es kommt immer auf die "fachliche Herkunft" an, ob man das Thema einfach 
oder kompliziert findet.

Ganz objektiv würde ich sagen, dass sich beide hinsichtlich ihres 
Schwierigkeitsgrades nicht viel nehmen...

Autor: Michael S. (fandjango)
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Ich fand, die schenken sich alle gegenseitig nichts.

Lass mal jemanden "Formale Sprachen" geniessen, oder sich über 
"Numerische Mathematik" sowie "Berechenbarkeit, Entscheidbarkeit etc." 
den Kopf zerbrechen. Passende Beispiele in E-Technik spare ich mir hier.

Ist etwas anspruchsvoller, falls es theoretischer ist? Ist ein 
bestimmtes Fach von sich aus theoretischer?

Kommt doch nur drauf an, wer den Lehrplan gestaltet hat, und wie in der 
Realität sich dann daran gehalten wird, je nach Hochschule und 
Bundesland.

Die Wochenstunden alleine sind es natürlich nicht - fehlende 
Praxis-Bezogenheit macht auch noch nicht einen "Anspruch".

Ist es besonders anspruchsvoll, wenn viele am Anfang ausgesiebt werden? 
Oder wenn wenige den Abschluss schaffen? Oder wenn man nebenbei nicht 
mehr (z.B. fachbezogen) Jobben kann?

Für die verwendete Zeit möchte man was vorweisen können und das wird in 
jedem Fach auch versucht. Ausnahmen werden meist zeitnah korrigiert.

Autor: Onkel Kapott (Gast)
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> Ganz einfach: Die E-Techniker hatten bei uns sehr schwer mit Informatik
> zu kämpfen und die Informatiker wurden heftigst von den
> E-Technik-Fächern gebeutelt.


Sowas habe ich mir fast gedacht. Beides kombiniert, dürfte eine harte 
Schule. Physiker imponieren mir auch sehr.

Die Mathematikvorlesungen für Informatiker und E-Techniker dürften 
komplett verschieden sein. So viel Infinetesimalrechnung machen wir 
nicht, Fouriertransformation war uns nur 45 Minuten Vorlesung wert. 
Dafür haben wir FFT gemacht, aber die wenigstens haben es verstanden, 
weil wir ja die normale Fouriertransformation nicht verinnerlicht 
hatten.

Informatiker rechnen lieber mit ganzen Zahlen. ;)

Autor: ETLER (Gast)
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Ähm nun ja als E-tech student habe ich einen sehr großen Respekt von 
physikern das ist definitiv schwerer als ET, die restlichen 
Studiengänge würde ich eher unterordnen. "Das ist meine persönliche 
Meinung.";-D

Autor: Florian *.* (haribohunter)
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Achtung Witz:

Ein Medizinstudent, ein Mathematikstudent, ein Physikstudent:

Ein Professor gibt den Studenten ein Telefonbuch, auswendiglernen!

Der Mathestudent schaut kurz rein und erkennt keine Zusammenhaenge, ergo 
Definitionen also nicht relevant und laesst es liegen.

Der Physikstudent schaut hinein, - keine Loesungswege sondern nur 
Ergebnisse, uninteressant also weg damit.

Der Medizinstundent muede: 'Bis wann soll ichs koennen?'

Autor: Arnika (Gast)
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Hallo,

ich glaube man kann nicht sagen dies oder das Studium ist schwerer.
Man wählt ein Studium, weil der Stoff interessiert und die 
Berufsaussichten am Studienabschluß wahrscheinlich gut sein werden.
Die Anzahl der abschließenden Absolventen ist kein geeigneter Maßstab. 
Es kommt auf die Dozenten und das Umfeld an. Eine gute Hochschule kann 
den schwierigen Stoff interessant gestalten und man arbeitet dann 
motiviert. Eine nicht so gute Hochschule zieht den Stoff irgendwie 
durch, entsprechend sind die Abbrecherzahlen und der Horror vor den 
schlecht dargebotenen Fächern. Es kommt sehr viel auf den Lehrstuhl und 
die Hochschule an. Die Industrie ist nur an schneller Ausbildung 
interessiert zur Senkung der Gehälter. Die Politik ist nur an niedrigen 
Kosten und Versorgung ihrer abgehalfterten Beamten interessiert. Die 
Qualität und die Studenten bleiben auf der Strecke. Wenn dies noch 
länger anhält, dann ist auch der Industriestandort Deutschland 
gefährdet, da die Fachleute abwandern.

Autor: Gast (Gast)
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Schwierige Frage, ich habe beides zur Hälfte gemacht (Mischstudiengang).

Meine Erfahrung ist die:
Ein Informatiker hat weniger Stunden die Woche, verbrät aber sehr viel 
mehr Zeit mit Programmierung. D.h. Hausaufgaben.

Bei einem E-Techniker ist das anders herum.

Meine Kommilitonen hatten sehr viel mehr Probleme mit der Informatik 
(durch die fehlende Zeit) als mit der E-Technik. Das führte zu 
Beschwerden, die wiederum dazu führten, dass wir etwas abgespeckte 
Bedingungen in den Informatik-VL erhielten.

Beides sind völlig unterschiedliche Studiengänge. Der E-Techniker denkt 
in kleineren Dimensionen, während der Informatiker ständig versucht zu 
abstrahieren. Der Informatiker hat IMHO mehr auswendig zu lernen, 
wohingegen der E-Techniker eher auf Verständnis aus ist.
Mich haben die Informatik Vorlesungen oft gelangweilt. Und es war eine 
Riesenfreude (Ironie!)
Codefragmente in C Syntax für schriftliche Prüfungen auswendig zu 
lernen.

Nun zur Antwort auf die Frage:
Ich finde Informatik einfacher als E-Technik.

Autor: PaulPlan (Gast)
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Ich sag nur:
"Steine, warum seid ihr keine E-Techniker geworden?"
"Weil wir nicht hart genug sind!"

Autor: Jens (Gast)
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Ich habe erst Physik studiert. Da man damit kein Geld verdienen kann, 
habe ich Elektrotechnik/ Nachrichtentechnik nachgelegt. Außer, das ich 
viel Zeit verschwendet habe, Respekt vor den ET-Studenten, die 
Mathematik war die Hölle, selbst meine Schwester: Mathematik und 
Englisch auf Lehramt hat die Augen verdreht.


Das Elektrotechnik zu 70-80% nur aus Mathematik besteht kann ich 
bestätigen.

Nach fast zwei Jahren Beendigung des Studiums hat die Sache einen großen 
Vorteil:

1. Die Birne ist weich & Jobangebote satt

War sehr schwer mich zu entscheiden.

Viel Erfolg

Autor: A. K. (prx)
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Gast schrieb:

> Ein Informatiker hat weniger Stunden die Woche, verbrät aber sehr viel
> mehr Zeit mit Programmierung. D.h. Hausaufgaben.

Interessant. War bei mir (Uni-Informatik, schon etwas her) nur im Rahmen 
von Studien/Diplomarbeiten intensiver, klassische Programmierung kam 
sonst im Rahmen des Vorlesungs/Übungsbetriebs eher wenig vor. Es war 
eher die algorithmische Seite gefragt, das Denken, nicht so sehr das 
Auswendiglernen.

> abstrahieren. Der Informatiker hat IMHO mehr auswendig zu lernen,
> wohingegen der E-Techniker eher auf Verständnis aus ist. [...]
> Codefragmente in C Syntax für schriftliche Prüfungen auswendig zu
> lernen.

Ich habe nicht den Eindruck, dass dieser Studiengang arg viel 
Ähnlichkeit mit Uni-Informatik hat. Wie nennt sich das genau?

Autor: Rudi Rüssel (Gast)
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Studiengang: Dipl.-Inf., Nebenfach: E-Technik.
Im Hauptstudium hatte ich große Freiheit zu wählen in beiden Fächern.
In Informatik waren das z.B:
- Model Checking, formale Verifikation
- Algorithmik
- Compilerbau(auch nur theoretisch)
In E-Technik:
- Nachrichtentechnik
- Regelungstechnik

Grundsätzlich hasse ich Praxis, deswegen diese Fächerwahl ;)
Bei E-Technik hats mich dann doch etwas gewundert, weil von dem Begriff 
"Technik" in beiden Vorlesungen weit und breit nix zu sehen war.
Es ging nur um FFT, theoretische Konzepte.
Ich fand E-Technik deshalb schwer, weil ich nach einer Weile kein 
INTERESSE mehr daran hatte.
Hab mich eher durchgequält und nicht mal EINEN Versuch mit irgendwelchen 
Geräten gemacht.
Ich würde maximal den Power-Button finden ;)
In Informatik dagegen war der Motivationsfaktor viel höher.
Der Hauptunterscheid in der Mathematik von Informatikern und 
E-Technikern dürfte m.E. nach im Logikbereich liegen.
E-Techniker haben viel mehr mit Arithmetik zu tun und Informatiker mehr 
mit Logik(im mathematischen Sinn).
Also "schwerer" gibts für mich in diesem Sinn nicht.
Bei uns gabs in Komplexitätstheorie Mathematiker die nach 5 Vorlesungen 
nicht mehr gesehen wurden :-P
Man muss halt diese Verquickung von Logik/Algorithmik mögen.

Autor: Paul (Gast)
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Objektiv sieht es so aus (Seite 81):


http://cms.uni-konstanz.de/fileadmin/gso/ag-hochsc...

Autor: Onkel Kapott (Gast)
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> Codefragmente in C Syntax für schriftliche Prüfungen auswendig zu
> lernen.

Das hast du etwas falsch gemacht. Sowas haben wir nie auswendig gelernt. 
Auf Verfahren und Methoden kam es sehr häufig an.

Autor: A. K. (prx)
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Rudi Rüssel schrieb:

> Bei E-Technik hats mich dann doch etwas gewundert, weil von dem Begriff
> "Technik" in beiden Vorlesungen weit und breit nix zu sehen war.

Yep, das war der Grund weshalb ich damals davon Abstand nahm. Das 
Nebenfach E-Technik bestand in wesentlichen Teilen aus den 
Vordiplomsvorlesungen der Ings, allerdings pfiffigerweise nur die 
Semester 3-4, weshalb man dem Kandidaten nahe legte, die Semester 1-2 
ohne Anrechnung vorneweg zu machen.

Autor: Gast (Gast)
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> Das hast du etwas falsch gemacht. Sowas haben wir nie auswendig gelernt.
> Auf Verfahren und Methoden kam es sehr häufig an.

Dann hattest Du es wohl besser als ich. Ich musste mir in der Prüfung 
einen Netzwerk Fileserver (einfaches "ls" auf remote Rechner in C) aus 
den Fingern saugen. In einer anderen VL durfte ich in der Prüfung einen 
UDP Client in Java schreiben.

Man sieht mal wieder ganz klar. Es kommt wohl stark auf die Uni an.

Autor: Stan, Kyle & Co. (Gast)
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Tja, in Zeiten von Bachelor und Co. sieht es natürlich an vielen 
Unis/FH´s ganz unterschiedlich aus.

Mathe ist im ET - Studium Gang und Gäbe.

Informatik verbinde ich ziemlich mit dem Erlernen einer Fremdsprache, 
nur dass das systematische Denken noch viel höher liegt.

Abstrakt ist die Elektrotechnik aber außerdem. Manchmal sehr abstrakt. 
Man arbeitet ja eigentlich mit etlichen Dingen, die man nicht anfassen 
kann. Da ist manchmal schon Fantasie gefragt, will man sich etwas 
bildlich vorstellen.

Was schwerer ist, lässt sich ohnehin kaum beschreiben.


Mathematik würde ich als ET-Student aber nicht studieren wollen. Physik 
finde ich sehr interessant, ist aber eine weitenteils brotlose Zunft.

Autor: Prof.Dr. XXX aus Darmstadt (Gast)
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Studium Gang und Gäbe.



Deutsch scheinbar nicht

Autor: NichtsIstUnwichtigerAlsDerUnterschied (Gast)
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Hallo zusammen,

man sollte sowieso keine harte Grenzen zwischen Informatik und 
Elektrotechnik ziehen... den harte Grenzen (steile Flanken) besitzen 
viele hohe Frequenzanteile und nach Maxwell stecken in den hohen 
Frequenzen viel Energie.. also eine hoch energetische Grenzlinie.. ;-) 
Scherz beiseite..

Informatik basiert auf Elektrotechnik.. die ersten "Informatiker" als es 
das Fach Informatik noch nicht gab studierten Elektrotechnik. Viele 
Elektrotechniker arbeiten in der Softwareentwicklung von Embedded 
Systems oder analysieren Bussysteme. Kaum ein Elektrotechniker kommt 
ohne Programmierkenntnisse aus... sei es C, Matlab, oder sonstige Skript 
Sprachen, die das Leben eines Ingenieurs vereinfachen...

Man sollte aber zwischen Diplom Informatiker und Diplom Ingenieur 
unterscheiden! Ich habe z.B. Technische Informatik studiert, bin aber 
Dipl. Ing. Ich interessiere mich sehr für Softwarearchitektur und 
Design.. ich bin aber kein Hacker, der jetzt seitenweise Quellcode 
produziert.. ich mache mir mehr Gedanken, designe und implementiere erst 
dann...

Bei der Fehleranalyse geht ein Ingenieur auch grundlegend anders vor als 
ein Informatiker... Wir stellen Fehlerbäume auf, schließen Fehlerquellen 
systematisch aus.. Informatiker arbeiten hier nach "Trial and Error"... 
ok.. geht nicht.. dann änder ich hier.. und ja hier auch noch.. dann 
wieder compilieren... shit, das wars doch nicht.. usw. ;-) Etwas 
überspitzt..

Meine Meinung: Ingenieurs Studium "schwieriger" als Informatik 
Studium... Wobei ich nicht bezweifeln will, das theoretische Informatik, 
Algorithmik und Nummerik nicht sehr anspruchsvoll sind.
Bei uns waren die knackigen Fächer: Regelungstechnik, 
Signalverarbeitung, Codierung und Modulation usw. ...

Ich nehme meine Aussage zurück! Ingenieurs Studium ist nicht schwieriger 
als ein Informatik Studium - aber es ist grundlegend anders - und die 
spezialisierten Arbeiter die daraus entstehen sind auch grundlegend 
anders... anders ist nicht besser - ohne Wertung :-) Das kommt auf das 
Anwendungsgebiet an.

Autor: A. K. (prx)
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NichtsIstUnwichtigerAlsDerUnterschied schrieb:

> Informatik basiert auf Elektrotechnik..

Um es mal etwas provokant auszudrücken: Nur weil Häuser aus Backsteinen 
aufgebaut werden müssen sich Architekten noch lange nicht im Schlamm 
wühlen ;-).

Jedenfalls hat sich der Studiengang Informatik nicht aus ET entwickelt, 
sondern aus Mathematik. Anfangs wurde das auch als angewandte Mathematik 
bezeichnet.

> die ersten "Informatiker" als es
> das Fach Informatik noch nicht gab studierten Elektrotechnik. Viele

Unter den grossen Namen der Informatik sind jedenfalls bemerkenswert 
wenige mit elektrotechnischem Hintergrund (Turing, von-Neumann, Chomsky, 
Knuth, ...).

> Informatiker arbeiten hier nach "Trial and Error"...
> ok.. geht nicht.. dann änder ich hier.. und ja hier auch noch.. dann
> wieder compilieren...

Ach herrje...

Den Spott den Informatiker über Programme von Ings parat haben will ich 
lieber nicht zitieren.

Autor: Onkel Kapott (Gast)
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Ich muss in einige punkten Widersprechen.

Die Informatik ist nicht aus der Elektrotechnik entstanden, sondern 
vielmehr aus der Mathematik. Elektrotechnik spielt natürlich eine große 
Rolle, aber die Mathematik hat eine größere Bedeutung. Turing, Gödel, 
von Neumann... alles Mathematiker. Darüberhinaus spielen auch Sachen wie 
Linguistik und Evolution eine Rolle.

Und wir Informatiker gehen überhaupt nicht "Trial and Error" vor, es sei 
denn, es sind schlechte Informatiker. Systematisch schließen lernen wir, 
wir arbeiten mit Implikationen und bauen Geflechte, die man auch als 
"Fehlerbaum" bezeichnen kann.  Prädikatenlogik, Logik höherer Ordnung, 
Model Checking... z. T. sehr wichtige und sehr heiße Themen in der 
Forschung. "Trial and Error" findet man leider oft genug bei 
Quereinsteigern. Ich habe in meiner bisherigen Firma die Leute nicht 
überzeugen können, dass sie Probleme erst einmal formalisieren, anstatt 
sofort loszuprogrammieren. "Theorie" war ein Schimpfwort. Und dass 
folgendes gilt, war vielen nicht bewusst:

(a ==> b) <==> (¬a v b)

Ziemlich banal, aber die studierten Quereinsteiger hatte ihre Probleme 
damit. E-Techniker wissen sowas bestimmt, weil sie einen Schaltplan vor 
Augen haben.

Autor: Onkel Kapott (Gast)
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> Anfangs wurde das auch als angewandte Mathematik
> bezeichnet.

Ich dachte, das wäre die abgewandte Mathematik. Daraus hat sich die 
theoretische Informatik entwickelt. :) Kann man auch alles in der 
Zuse-Autobiographie nachlesen.

Einteilung der Mathematik


1. angewandte Mathematik

2. reine Mathematik

3. abgewandte Mathematik --> theoretische Informatik


Ansonsten geben ich Ihnen recht: Informatik hat die Wurzeln eher in der 
Mathematik. Aber liebe Ingenieure, insbesondere liebe Maschinenbauer: 
Zuse war einer von euch und grandioses geleistet und viele gute Gedanken 
gehabt und selbst Themengebiete angekratzt, die in der Forschung erst 
nach dem Krieg populär wurden.

Autor: TechnischeInformatik (Gast)
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Wo würdet ihr denn die technische Informatik einsortieren?

Als Informatik mit der Fachrichtung Elektrotechnik bzw. Digitaltechnik

oder

als Elektrotechnik mit der Fachrichtung Informatik?

Ich habe schon bemerkt, dass dies von Uni zu Uni unterschiedlich ist.

Liebe Informatiker,

es ist ja schön, dass die Informatik auf der (Gott gegebenen) Mathematik 
basiert, aber das ist doch alles nur Theorie. Der Großteil der 
Informatiker, arbeitet in der Praxis weniger mit Mathemathik, als mit 
Debuggern, Compilern, Modielierungstools, ... wo bitte ist da auch nur 
eine Gleichung zu lösen?

Natürlich ist ein logisches Grundverständnis wichtig...
Wer bitte programmiert heute noch Algorithmen selbst? Z.b. einen 
EFFEKTIVEN Suchalgorithmus? Es werden doch größtenteils nur fertige Libs 
und Frameworks benutzt.... Dagegen habe ich nichts! Ganz im Gegenteil! 
Das ist sogar Ingenieursmässig! Warum denn das Rad neu erfinden - wenn 
man sehr gute, geprüfte Reifen hernehmen kann.. diese integriert und 
daraus ein tolles Sportauto macht ;-)

viele Informatiker sind so in ihre Theorie verliebt, dass sie den Blick 
für das große "Ganze" verlieren...

Wovor ich großen Respekt habe sind die Entwurfsmuster! Im Grund auch nur 
eine Bibliothek mit Ideen zum Design von Software für verschiedene 
Anwendungsfällle. SO ETWAS würde ich eher der modernen Informatik zu 
ordnen... als Algorithmen auswendig zu lernen, oder sich nummerisch dumm 
und dämmlich zu rechnen...

Es ist doch wichtiger zu wissen, welche Tücken Datenbreite, Vorzeichen, 
Floating Point, Fix Point mit sich bringen... und das man die 
Spezialitäten des eingesetzt Compilers kennt... z.B was für einen 
Datentyp kommt heraus, wenn man eine 8 Bit Variable negiert...

sollte man auf einem 8 Bit Controller - 16 Bit Operationen durchführen? 
Wie ist das Interrupt Handling? Nested oder mit Prioritäten?
Wie optimiert der Compiler? Warum wird das switch-case effektiver 
umgesetzt als ein verschachteltes if? Sowas kann man THEORETISCH wissen, 
aber in der Praxis ist es eben oft anders als man denkt - bzw. wie man 
gelernt hat...

nur mein senf :)

Autor: Onki Kapott (Gast)
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Also die technische Informatik dürfte die Informatik ohne die 
theoretische Informatik sein, also vom Niveau her niedriger. Die 
theoretische Informatik, inbesondere die Komplexitätstheorie, ist der 
Vordiplomfilter schlechthin. Daran scheitern die meisten.

Aber ich muss dir widersprechen. Die Algorithmen sind wichtig, aber die 
Algorithmen sind für allgemeine Probleme definiert. Algorithmen aus der 
Graphentheorie gibt's vielleicht ausprogrammiert, aber es ist die 
Aufgabe des Informatikers, ein spezielles Probleme, z. B. aus der 
Betriebswirtschaft, Logistik oder Technik auf ein wohl definiertes 
Problem der Graphentheorie abzubilden. Manchmal muss man dann doch die 
Algorithmen ausprogrammieren. In jedem Fall muss man die Algorithmen 
kennen und verstehen, denn sonst kann man die nicht abbilden. Manchmal 
muss man auch eigene Algorithmen entwickeln und deren Güte beweisen.

Meiner Erfahrung ist das der große Unterschied zwischen einem 
Absolventen einer Universität und dem einer Fachhochschule. Die 
Fachhochschüler, die ich kennengelernt habe, kannten keine 
Graphentheorie und keine Komplexitätstheorie. Viele Firmen brauchen 
diese Kompetenzen auch nicht bzw. sie wollen sie nicht gebrauchen und 
kommen daher gut mit Fachhochschulabsolventen aus. Manchmal finde es 
irrwitzig, wenn eine Stellenanzeige verlautbart, dass alles von 
Fachinformatiker bis Diplom-Informatiker erwünscht sei. Ja, wenn ein 
Fachinformatiker ausreicht, braucht man keinen Akademiker. Wer einen 
Elektriker sucht, wird doch keinen Elektrotechniker einstellen. Die 
Disziplin Informatik ist für viele Leute immer noch ein schwammiger 
Begriff.

Man profitiert auch anderweitig von der Informatiker-Ausbildung an der 
Uni. Man lernt, Probleme zu formalisieren. Ständig laufen mir Strukturen 
über den Weg, ich mal in der Mathematikvorlesungen des ersten Semesters 
kennengelernt habe: Ordnungsrelationen und Äquivalenzrelationen. Diese 
sind auch interessant für Tester.

Ich sehe auch nicht, dass Informatiker in ihre Theorie verliebt werden. 
Viele sind froh, dass sie keine theoretische Informatik mehr gebrauchen 
werden. Denken sie zumindest. Ich schätze, dass nur der geringere Teil 
der Informatikabsolventen fähig ist, die Studieninhalte im Beruf 
anzuwenden, deswegen hört man so oft das Wehklagen, dass man die 
Studieninhalte nicht anwenden könne.

Und wie ein Compiler optimiert, wird man fiel besser verstehen, wie ein 
Compiler funktioniert. Es gibt Compilerbauvorlesungen.

Autor: Paul (Gast)
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>Also die technische Informatik dürfte die Informatik ohne die
>theoretische Informatik sein,

Na so einfach ist der Unterschied nun auch wieder nicht. Die technische 
Informatik ist halt viel hardwarenaher angelegt. Da geht es eher um 
Echtzeitanforderungen, Robustheit im Prozeß, Sicherheit (Medizininfo) 
usw. Es ist halt etwas mehr E-Technik dabei. Exakter Compilerbau, 
irgendwelche super ausgeklügelten Datenalgorithmen usw. interessieren 
den technischen Informatiker weniger.

Etwas salopp:
Informatiker -> Alles was im schönen, sauberen Raum zur Anwendung kommt
techn. Informatiker -> Alles was im Dreck unter widrigen Umständen und 
nah der Maschine abeitet

Autor: Sepp (Gast)
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Servus,

ich studiere E-Technik (FH) (mittlerweile Master). Schwer fande ich das 
jetzt nicht besonders. Es ist halt eine riesen Umstellung zwischen 
Schule (faul sein und nichts lernen müssen) und Studium (Vorlesung 
anhören, 10% mitnehmen, rest alles selbst beibringen). Das meiste am 
Studium ist Mathe. Auch viele Fächer wie Regelungstechnik (Standard, 
Digital, Mehrgrößen) oder  E-Technik (Gleichstorm, Wechselstrom, 
Frequenzbereich) laufen im Endeffekt auf Mathe hinaus. Allerdings wird 
hier meist keine Beweisführung gemacht sondern Anwendungen (u.a. lösen 
der Maxwellgleichungen, rechnen mit komplexen Zahlen, Fouriertransf., 
Laplacetransf., Z-Transformation, FDTD, FEM...).
Schwerer als E-Technik stelle ich mir persönlich ein reines Mathestudium 
vor.

Autor: A. K. (prx)
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TechnischeInformatik schrieb:

> es ist ja schön, dass die Informatik auf der (Gott gegebenen) Mathematik
> basiert, aber das ist doch alles nur Theorie. Der Großteil der
> Informatiker, arbeitet in der Praxis weniger mit Mathemathik,

Im Thread geht es ausdrücklich um das Studium, nicht um das, was man 
später im Beruf macht.

Man sollte auch unterscheiden, von welcher Mathematik hier die Rede ist. 
Die Vordiplomsvorlesungen (von Bachelor/Master fehlt mir die Kenntnis) 
sind recht viel klassische Mathematik, aber das soll ja bei den Ings 
angeblich auch nicht anders sein.

Die hier gemeinte Mathematik ist die theoretische Informatik. Da sind 
auch Fächer drin wie "Automatentheorie und Formale Sprachen", die eine 
exzellente Brücke zwischen mathematischem Formalismus (formale Sprachen, 
siehe Chomsky) und ziemlich nachvollziehbarem Praxisbezug 
(Automatentheorie) darstellen.

> viele Informatiker sind so in ihre Theorie verliebt, dass sie den Blick
> für das große "Ganze" verlieren...

Soll ich mich da angesprochen fühlen? ;-)

> ordnen... als Algorithmen auswendig zu lernen, oder sich nummerisch dumm
> und dämmlich zu rechnen...

Algorithmen auswendig lernen ist Blödsinn, sie zu verstehen nicht.

> Es ist doch wichtiger zu wissen, welche Tücken Datenbreite, Vorzeichen,
> Floating Point, Fix Point mit sich bringen...

Und du meinst das käme nicht vor? Natürlich wirst du an Uni-Informatik 
kein Studienfach "IEEE754 Arithmetik auf x86" finden. Was aber vorkommt 
sind allgemeine mathematische Grundlagen und Fächer wie Numerik. Der 
Witz an dieser Art Studium lieg darin, die Grundlagen für selbständige 
Beschäftigung mit den sich aus der realen Rechentechnik ergebenden 
Konsequenzen zu ermöglichen.

> Spezialitäten des eingesetzt Compilers kennt... z.B was für einen
> Datentyp kommt heraus, wenn man eine 8 Bit Variable negiert...

Uni-Studiengänge sollen Denken lehren, nicht konkrete 
Programmiersprachen. Das ein Absolvent Handbücher einer später 
verwendeten Programmiersprache verstehen kann wird als sich daraus 
ergebende Konsequenz vorausgesetzt.

> sollte man auf einem 8 Bit Controller - 16 Bit Operationen durchführen?
> Wie ist das Interrupt Handling? Nested oder mit Prioritäten?

Solche Themen kommen auch natürlich in bestimmten Schwerpunkten wie 
hardware-naher Informatik vor, wenn auch beispielhaft an Hardware die 
der Vortragende kennt (was also schon mal ein bischen älter sein kann), 
nicht unbedingt an der jeweils grad durch Dorf getriebenen Sau. Aber da 
es ums Prinzip geht und nicht um das konkrete Modell ist das schnuppe.

> Wie ist das Interrupt Handling? Nested oder mit Prioritäten?

Du steckst viel zu tief in den Details. Ein Studium, bei dem der 
Absolvent anschliessend seinen WinAVR in- und auswendig gelernt hat und 
im Schlaf runterbeten kann in welcher Dialogbox vom AVR Studio die 
ISP-Taktrate definiert wird, das wäre als Studium völlig daneben. Für 
sowas gibt es einerseits Kurse, die man später im Beruf besucht, 
andererseits Handbücher.

Es geht darum, Absolventen rauszuschieben, die in der Lage sind, sich 
solche Details später anzueignen, ohne wie der Ox vorm Berg zu stehen 
wenn ihnen mal was begegnet, was sich noch nicht auswendig kennen.

Und das ist hoffentlich bei den E-Techniker auch nicht anders.

Autor: A. K. (prx)
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Paul schrieb:

> Informatiker -> Alles was im schönen, sauberen Raum zur Anwendung kommt
> techn. Informatiker -> Alles was im Dreck unter widrigen Umständen und
> nah der Maschine abeitet

Mal sollte nicht vergessen, dass auch Uni-Studiengänge zur Informatik 
keine homogenen Veranstaltungen sind, bei denen alle Köpfe gleich 
geschoren werden und nur Theoretiker rauskommen. Es gibt 
Studienschwerpunkte. Was einerseits Theorie sein kann, aber auch 
ziemlich hardwarenah bis hin zu Kenntnis über den Aufbau von ICs sein 
kann, um nur zwei Pole zu nennen.

Autor: Andreas Fischer (chefdesigner)
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Bei uns gab es die physikalisch-technische Informatik: das wasren dei 
ASCIS.

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