hi,
ich beschäftige mich jetzt seit einer weile mit dem thema "röhre".
die funktionsweise ist mir auch soweit klar, was mir allerdings nicht
klar ist: Wie bekommt man die bearbeitete spannung, also die durch die
röhre modifizierte spannung wieder auf ein "normales" spannungsniveau?
bspweise ~5V
denn gewöhnlich arbeiten die röhren ja mit hoher spannung die für die
meisten elektronischen komponenten (leds usw...) deutlich zu hoch ist.
mir fällt nur ein trafo als lösung dafür ein...aber das würde ja in
gewaltigen schaltungen ausarten :?
gruß
LED und Röhre passt nicht zusammen. Da liegen 50 Jahre Entwickung
dazwischen.
Als Anzeige in Röhrenschaltungen eignen sich z.B. Glimmlampen da diese
rund 60-100V bei sehr wenig Strom benötigen.
das sollte nur ein beispiel sein...das das blöd aussieht ist mir auch
klar :)
aber es gab sicher auch damals schon bausteine die keine hohenspannungen
mochten.
Es gab zwar Kleinspannungsröhren für Koffer-* und Autoradios, aber diese
Kleinspannung hatte noch nichts mit TTL-Pegel zu tun.
Kofferradio = Befriff aus der Zeit der ersten Generationen von tragbaren
Radios. Zuerst als Röhrenradio, später als Transistorradio.
>Es gab zwar Kleinspannungsröhren für Koffer-* und Autoradios, aber diese>Kleinspannung hatte noch nichts mit TTL-Pegel zu tun.
ja, von denen habe ich auch gelesen, nur wie du schon schreibst 5V !=
>30V :)
Triode Anodenspannung 300V. Widerstand 295k über der Anode, Kathode
bekommt 5k zur Masse.
Bei geeigneter Ansteurung des Gitters habe ich an der Kathode ca. 0V
oder 5V. Würde doch gehen um den Eingang eines TTL Gatters zu besorgen.
Umgekehrt könnte man mit Open-Collector TTL Ausgängen auch auf geeignete
Weise das Gitter einer Röhre ansteuern.
Machbar wäre es. Mehrere Spannungsversorgungen. etc.
Ich sehe nur den Sinn nicht.
Auch eine LED könnte man mit einer Triode ein- und ausschalten. Nur sind
die benötigten ca. 20mA kombiniert mit dem benötigtem Spannungsabfall an
der Röhre ein wenig heftig in Bezug auf die Verlustleistung die da
entsteht.
Ein anderes Beispiel wäre doch wieviel Leistung der Steller in einem 60V
regelbarem Netzteil verbrät, um eine 2V 20mA LED leuchten zu lassen =
58V x 20mA = 11,6W.
Bei 300V Anodensspannung müsste die Röhre 298V x 20mA aufnehmen = ca.
60W. Solche Röhren gibt es für viel Geld.
Oder sehe ich das falsch? Habe nur gegrübelt.
Ja, du siehst das richtig, (bis auf den Rechenfehler).
Daher hatte ich auch schon nach der konkreten Anwendungen gefragt, denn
Spannungsteiler usw. machen keinen Sinn, denn die Verstärkung die man
mit der Röhre erreicht, macht man damit wieder zunichte.
@Frank:
Benedikt hat das Wesentliche gesagt, dünkt mir.
Es hat weniger mit den hohen und niedrigen Spannungen zu tun.
Mehr mit
LEDs wollen Strom. Also muss man Ströme steuern/schalten.
Röhren wollen Spannungen schalten. Hohe Ströme mögen sie eher weniger.
Deswegen sagt man ja auch gerne "Röhrenschaltungen sind hochohmig". Es
fliessen wesentlich geringere Ströme, dafür aber bei höheren Spannungen.
Er schrieb:
Als Anzeige in Röhrenschaltungen eignen sich z.B. Glimmlampen da diese
rund 60-100V bei sehr wenig Strom benötigen.
Wenig Strom. Viel weniger als bei LEDs.
konkrete anwendung gibt es ehrlich gesagt "noch" nicht.
ich würde nur ganz gerne die grundlagen dieser technik verstehen.
und vor allem wie und ob sie sich mit aktuellen bauteilen vereinen
lässt.
den optisch machen die teile schon einiges her finde ich :)
@Mike
danke das hat mich schon etwas weiter gebracht
Hier gibt es einige Bastelschaltungen mit Röhren:
http://b-kainka.de/valves.htm
Röhren mit Halbleitern zu kombinieren macht, wie schon geschrieben,
eigentlich keinen echten Sinn, außer z.B. die Röhre ist das letzte Glied
der Schaltung die als Endstufe + Wandler auf eine hohe Spannung dient
(z.B. den Oszillator könnte man mit Halbleitern aufbauen, die das
Ausgangssignal an die Röhre als Endstufe weiterleiten.)
>Auch eine LED könnte man mit einer Triode ein- und ausschalten. Nur sind>die benötigten ca. 20mA kombiniert mit dem benötigtem Spannungsabfall an>der Röhre ein wenig heftig in Bezug auf die Verlustleistung die da>entsteht.
Warum nicht, bei 100 Stck. LED in Reihe relativiert sich das schon. Und
warum eine Triode, eine Pentode kann das besser. Es kommt auf den
Durchgriff an.
Die Ansteuerung ist kein Problem. Evtl. ist sogar eine analoge Regelung
möglich. Die Leistung kann eine Röhre verkraften. Es ist eigentlich der
Versuch wert, dies mal zu probieren.
Und für Schaltanwendungen gibt es ja auch noch das Thyratron!
> Röhren mit Halbleitern zu kombinieren macht, wie schon geschrieben,> eigentlich keinen echten Sinn, außer z.B. die Röhre ist das letzte Glied> der Schaltung die als Endstufe + Wandler auf eine hohe Spannung dient
Nicht ganz. Dank russischer Technik die heute keiner mehr haben will
(Pollin), kann man ja auch Roehren verwenden die schon einen etwas
hoeheren Strom koennen und senkt dann halt die Anodenspannung.
An so einer Verschwendung hat natuerlich frueher nie einer gedacht weil
solche Roehren ein Vermoegen gekostet haben.
Das hier ist mein aktuellstes Projekt:
http://www.criseis.ruhr.de/roehre.jpg
Ein Kopfhoererverstaerker mit zwei PCL86. Anodenspannung ist 100V. Die
Roehren sind eigentlich mal fuer den Lautsprecher im Radio/Fernseher
gedacht gewesen. Also selbst aus damaliger Sicht eine ziemliche
Verschwendung. Unsere Opas haetten da 250V drangehaengt und einen Trafo
dahinter. Kam fuer mich aber aus optischen Gruenden nicht in Frage.
Und das ist natuerlich auch die Antwort an den OP, frueher hat man halt
in fast jeder Schaltung auch Trafos gehabt!
Dafuer ist die Spannungsaufbereitung moderner als unsere Vorfahren sich
das ertraeumt hatten. Ich habe die Schaltung so ausgelegt das sie mit
15-18V Eingangspannung laeuft. Sowohl Heizung wie auch Anodenspannung
werden mit einem Schaltnetzteil erzeugt. Diese ungewohnliche
Eingangspannung deshalb weil ich die gaengigen und ueberrall
rumfliegenden Netzteile von Laptops verwenden wollte.
Aber auch so eine Schaltung ist natuerlich aus heutiger Sicht ein Witz
wenn man ueber den Wirkungsgrad nachdenkt. Die Schaltung nimmt 11W auf
nur fuer einen Kopfhoerer! Der Klang ist im uebrigen wirklich
ueberragend! Spielt locker in derselben Liga wie mein normaler
Kopfhoererverstaerker (Mosfet ClassA). Dafuer kann man sich an den
Roehren halt noch die Finger waermen und es wirkt romatischer. :-)
Wer soetwas macht sollte aber bedenken das die Roehren halt nicht fuer
so geringe Spannungen gemacht wurden. Es empfiehlt sich dann mal selber
die Kennlinie aufzunehmen. Ich wollte den Verstaerker erst mit 50V
bauen, aber das war nicht machbar weil die Roehre dann zu nichtlinear
arbeitete.
Das ist im uebrigen auch ein Punkt den man bei den Seiten von Burkhard
beachten sollte. Der hat zwar sehr viel Ahnung von Roehren, aber er ist
doch eher als alter (hoffentlich liesst er das nicht :-)
Kurzwellenhoerer, den ein Musikhoerer. Soll heissen so manche seiner
Roehrenschaltungen funktionieren zwar, klingen aber nicht unbedingt
besser als ein TBA820.
Olaf
p.s: Wer staerker an meinem Verstaerker interessiert ist, es gab zwei
Threads zu dem Dingen in d.s.e.
Olaf schrieb:
>> Röhren mit Halbleitern zu kombinieren macht, wie schon geschrieben,>> eigentlich keinen echten Sinn, außer z.B. die Röhre ist das letzte Glied>> der Schaltung die als Endstufe + Wandler auf eine hohe Spannung dient>> Nicht ganz. Dank russischer Technik die heute keiner mehr haben will> (Pollin), kann man ja auch Roehren verwenden die schon einen etwas> hoeheren Strom koennen und senkt dann halt die Anodenspannung.> An so einer Verschwendung hat natuerlich frueher nie einer gedacht weil> solche Roehren ein Vermoegen gekostet haben.>> Das hier ist mein aktuellstes Projekt:>> http://www.criseis.ruhr.de/roehre.jpg
Ist das aber nicht genau das was ich geschrieben hatte (Röhre ist
letztes Glied der Verstärkerkette)?
> Ist das aber nicht genau das was ich geschrieben hatte (Röhre ist> letztes Glied der Verstärkerkette)?
Nein, die Roehre ist die gesamte Verstaerkette. :-P
Triode als Vorverstaerker, Pentode als Kathodenfolger um den
Ausgangswiderstand runterzubringen.
Olaf
In
http://www.jogis-roehrenbude.de/
gibt es einen Beitrag, "Autoradio mit niedriger Betriebsspannung".
Die Röhren (EF97, ECH83, EF98, ECC86 ) sind so konstruiert, das sie nur
12 V Anodenspannung benötigen.
>Dafuer ist die Spannungsaufbereitung moderner als unsere Vorfahren sich>das ertraeumt hatten. Ich habe die Schaltung so ausgelegt das sie mit>15-18V Eingangspannung laeuft. Sowohl Heizung wie auch Anodenspannung>werden mit einem Schaltnetzteil erzeugt. Diese ungewohnliche>Eingangspannung deshalb weil ich die gaengigen und ueberrall>rumfliegenden Netzteile von Laptops verwenden wollte.
Hast du keine Störungen im Audiozweig mit dem Schaltnetzteil?
> Hast du keine Störungen im Audiozweig mit dem Schaltnetzteil?
Kein einziges bisschen! Jedenfalls nichts was mit den
Ohren wahrzunehmen ist. Durchgemessen habe ich es noch nicht.
Olaf
Es gibt sie:
die ECC96.
Sie kommt mit 6V aus und hat trotzdem eine ganz schöne Steilheit.
Wird auch von B. Kainka verwendet, aber ich habe ja einige alte OpAmps
umgesockelt, da finden jatzt insgesamt acht der schönen Stücke
Verwendung.
Leider kann man sie im augenblick nirgendswo billig kaufen...
Kennt jemand noch andere Niedrigvoltröhren?
Also auf jeden Fall gibt es heute kaum noch Anwendungsgebiete,
in denen Röhren in einer Schaltung nützlich sind, außer eben bei OpAmps,
HF-Verstärkern und Endstufen.
Mosfets sind etwas wunderschönes.
Die Dinger sparen einem den Ärger mit der Heizspannung und der
Hochspannnung und haben trotzdem eine steile Kennlinie und einen hohen
Eingangswiederstand.
Valentin
>Es gibt sie:>die ECC96.
Hast du sicher verwechselt mit der ECC86, oder? Die hat Ua=6V. Eine
ECC96 gibt es nicht.
Im Moment bin ich gerade bei der Ersetzung einer RES 164 in einem VE301.
Da bin ich wieder auf solche Röhren gestoßen.
Ich habe als zwölfjähriger mein erstes Röhrenaudion mit der
Spanngittertriode
RE074d von 1930 gemacht. Die benötigte außer der Heizung nur 16V
Anodenspannung. Dies möchte ich jetzt nachvollziehen mit der 6AJ5, einer
EF95 mit 16V Anodenspannung. Es geht auch die moderne Heinzelmann-Röhre
EF98. Es war damals was, den Freiheitssender oder Soldatensender oder
Radio-Veronika oder den Seefunk(West) usw. mit Kopfhörern unter der
Bettdecke zu empfangen!
Es gab ja nur "ein" Radio im gesamten Haushalt, im Gegensatz zur
jetzigen Zeit.
Die RE074d (VALVO A409D) ist, wenn verfügbar sehr teuer. Bei ebay im
Moment 65 EUR, und das Bieten ist noch nicht zu Ende.
>Leider kann man sie im augenblick nirgendswo billig kaufen...>Kennt jemand noch andere Niedrigvoltröhren?
Die ECC86 gibt es: ebay 220519812266 und weitere Angebote.
>Kennt jemand noch andere Niedrigvoltröhren?
EF98 (CV8694), ECC86, EF95 6AK5 6AJ5(16V), EF93, EF97, EF97, ECH83,
EBF83,
12AD6,12AF6, 12AE5,12K5
>die funktionsweise ist mir auch soweit klar, was mir allerdings nicht>klar ist: Wie bekommt man die bearbeitete spannung, also die durch die>röhre modifizierte spannung wieder auf ein "normales" spannungsniveau?>bspweise ~5V>[...]>mir fällt nur ein trafo als lösung dafür ein...aber das würde ja in>gewaltigen schaltungen ausarten :?
Hallo Frank,
mit der Vermutung liegst du sehr richtig. In Röhrenschaltungen werden so
Übertrager zur Impedanzanpassung verwendet. Am Häufigsten in der Form
der Ausgangsübertrager nach der Endröhre. Wenn der zu entnehmende Strom
gering ist, tut's aber auch einfach ein Spannungsteiler.
Viele Grüße,
Matthias
>Also auf jeden Fall gibt es heute kaum noch Anwendungsgebiete,>in denen Röhren in einer Schaltung nützlich sind, außer eben bei OpAmps,>HF-Verstärkern und Endstufen.>Mosfets sind etwas wunderschönes.
Ja das stimmt, fast. Denn sie sind alle nicht ATOMSCHLAG-fest! Den
Röhren in den Eigangsstufen kann der Atombltz kaum etwas anhaben.
Deshalb haben die Russen so lange an Röhren festgehalten.
>röhre modifizierte spannung wieder auf ein "normales" spannungsniveau?>bspweise ~5V
Aber was ist "normal" ?? Wer legt das fest, was "normal" ist? Vielleicht
ist in 100Jahren wieder 100V "normal"???
Wie hat Eistein gesagt: Alles ist relativ.
Um es mit den Worten der Röhrenfreaks zu sagen: Ihr seit alle KETZER!!!
In eine Röhrenschaltung gehört nur Eisen, Kupfer und evtl noch etwas
Elektrolyt! Silizium hat da nichts zu suchen! grins
Wobei mein Röhrenverstärker zur Stabilisierung des Arbeitspunktes der
zwei 6P7S doch 2 Transistoren brauchte...
An sonsten ist es kaum Sinnvoll mit Röhren irgend etwas im
TTL-Pegel-Bereich steuern zu wollen.
Die einzigsten modernen Bauteile die Sinn machen, sind Dioden zur
Gleichrichtung der Anodenspannung!
Wobei natürlich die Gleichrichterröhren viel schöner aussehen^^
Wenn ihr die Leistung nachrechnen wollt, solltet ihr auch die
Heizspannung mit einbeziehen! Da fliest meistens beachtlicher Strom!
Mein nächster Röhrenverstärker wird mit GM70 als Endstufen gebaut.
Da will EINE Röhre 20V / 3A nur zum Heizen!
Gruss Stefan
"Röhren mit Halbleitern zu kombinieren macht, wie schon geschrieben,
eigentlich keinen echten Sinn,"
Wenn man sich diverse fruehe Farbfernseher findet man Roehren,
Transistoren aus Si (darunter nicht planare) und Ge (darunter planare),
sowie ICs ziemlich wild gemischt....
> Wenn man sich diverse fruehe Farbfernseher findet man Roehren,> Transistoren aus Si (darunter nicht planare) und Ge (darunter planare),> sowie ICs ziemlich wild gemischt....
Das war damals sinnvoll weil die Transistoren ein paar Dinge halt noch
nicht so gut konnten.
Eigentlich ist eine Roehre heute nirgendwo mehr sinnvoll, vielleicht von
ein paar ganz extremen Ausnahmen bei Radiosendern abgesehen.
Aber so eine Roehre sieht halt schoener aus. Burkhard (b.kainka) hat ja
deshalb soviel Erfolg mit seinen Roehrenschaltungen weil es viele
interessiert und er sagte mir das das nicht nur alte Knacker sind die
ihre Jugendtraeume nochmal nachbauen, sondern es gerade auch bei Kindern
gut ankommt!
Und da die Kinder von heute nicht mehr so robust sind wie frueher, muss
dann halt die Anodenspannung geringer sein. :-)
Das erklaert natuerlich warum heutzutage die Batterieroehren rar und
teuer sind.
Olaf
p.s: Wer eine brilliante Idee hat was ich mit ein paar GU30 und GU50
bauen koennte, nur raus damit. Insbesondere die GU-30 mit ihre
obenliegenden DoppelAnode ist ja sehr huebsch!