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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Prellen: Zeitverhalten


Autor: Oliver B. (ickbineeenberliner)
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Hallo,

in welchem zeitlichen Bereich liegt und schwankt eigentlich das 
Kontaktprellen von Relais und anderen Schaltern?

Das muss ja irgendwo im Millisekunden-Bereich liegen.
Wie stark ist da die Schwankungsbreite?

Hauptsächlich interessiert mich derzeit typisches Reed-Kontakt-prellen,
jedoch sind auch andere Schalter bzgl. deren Prell-Eigenschaften 
interessant für mich.

Wie schaut es mit dem Prellen nach einigen Jahren des Schalterbertriebs 
aus?
Driftet das wegen Änderung mechanischer Eigenschaften evtl. hin zu 
längeren Zeiträumen?

Autor: Chris (Gast)
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Jeder vernünftige Hersteller hat hierzu Angaben in seinen Datenblättern.

Autor: oszi40 (Gast)
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Wie/ob das Prellen stört, kommt sehr auf die Anwendung an.

Mechanisch gesehen kann es sich mit dem Alter ändern- genau wie manche 
Feder müde wird. Man könnte das etwas simulieren, indem man einige 
Relais Deiner Bauart opfert und nahe der maximalen Schaltfrequenz 
tagelang quält.
Kontaktabbrand und andere mechanische Teile haben natürlich auch 
Einfluß.

Autor: HildeK (Gast)
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>Das muss ja irgendwo im Millisekunden-Bereich liegen.
Ja

>Wie stark ist da die Schwankungsbreite?
Das variiert so stark wie es unterschiedliche Schalter gibt.

>Wie schaut es mit dem Prellen nach einigen Jahren des Schalterbertriebs
>aus?
Die Prelldauer wird größer.

Autor: Kai Klaas (Gast)
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Hallo Oliver,

>in welchem zeitlichen Bereich liegt und schwankt eigentlich das
>Kontaktprellen von Relais und anderen Schaltern?

Das ist sehr sehr unterschiedlich. Gute Taster mit wenig bewegter Masse 
und guten Kontakten zeigen Prellzeiten von wenigen Millisekunden, 
vorausgesetzt, sie werden vernünftig gedrückt, also ohne Wacklomat. Bei 
größeren Tastern und größeren Relais liegen sie im 10msec Bereich. Neue 
Dinger, versteht sich.

Für einen solchen Shadow-Taster

http://www.reichelt.de/?;ACTION=3;LA=444;GROUP=C22...

habe ich das mal gescopet (siehe Anhang).

Alterung hat erheblichen Einfluß auf die Prellzeit, da im Laufe der Zeit 
erst einmal Oxid- Sulfidschichten durchbrochen werden müssen. Manche 
Taster und Relais geben irgendwann sogar gar keinen Kontakt mehr.

Achtung, bei Relais sind die Prellzeiten üblicherweise bei Betrieb ohne 
Free Wheeling Diode angegeben, wenn das Magnetfeld der Spule also 
maximal schnell zusammenbrechen kann. Mit einfachen Dioden als Free 
Wheeling Bauteile können sich die Prellzeiten erheblich verlängern. Sind 
kurze Prellzeiten wichtig, sollte mit einer Z-Diode gesnubbert werden.

Ein anderes Problem sind "dry circuits", bei denen Kontakte quasi strom- 
und/oder spannungslos geschaltet werden müssen. Hier taugen nur 
Massivgold-Kontakte in Schutzgas-Atmosphäre.

Die üblichen Tasterkontakte sollten schon ein paar Hundert µA zum 
Schalten haben, damit sie zuverlässig funktionieren. Zuviel ist aber 
auch nicht gut, da dann die Kontakte zu schnell verschleißen. Jedes 
Kontaktmaterial hat seinen eigenen Lastbereich, in dem es optimal 
zuverlässig und schnell schaltet. Eine Wissenschaft für sich...

Kai Klaas

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