Hallo,
ich versuche gerade das Prinzip der verschiedenen Audio
Verstärkerklassen zuverstehen.
Das Grundprinzip ist mir auch soweit klar, was mich allerdings stutzig
macht ist, das ein Lautsprecher doch eigentlich Wechselspannung benötigt
um richtig zu funktionieren, oder?
Die einfachen Erklärungsschaltung können aber lediglich eine
veränderliche Gleichspannung liefern :/
Wo liegt mein Fehler?
beispiel:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9b/Electronic_Amplifier_Class_A.png
Stelle Dir das als eine Wechselspannung mit überlagertem
Gleichspannungsanteil vor. Bei Verstärker mit nur einer Betriebsspannung
wird deshalb der Lautsprecher über einen Kondensator angeschlossen, um
die Gleichspannung zu beseitigen.
>Stelle Dir das als eine Wechselspannung mit überlagertem>Gleichspannungsanteil vor. Bei Verstärker mit nur einer Betriebsspannung>wird deshalb der Lautsprecher über einen Kondensator angeschlossen, um>die Gleichspannung zu beseitigen.
Das ist mir klar, aber selbst wenn ich die "Gleichspannung" beseitige.
Wird daraus in dieser Schaltung keine Wechselspannung. Allenfalls eine
Spannung die zwischen 0V und xV schwankt.
Ich werde mich mal durch die links buddeln
guest schrieb:
> Das ist mir klar, aber selbst wenn ich die "Gleichspannung" beseitige.> Wird daraus in dieser Schaltung keine Wechselspannung.
Doch. Der Kondensator wird ge- und entladen - also Stromrichtung ändert
sich.
ok, ganz unverständlich ist mir das was ihr schreibt nicht...aber so
richtig klick hat es noch nicht gemacht.
Verständnisfrage:
Das heißt wenn ich an einem Bein eines Kondensators ein
Gleichspannungssignal (TTL) anlege, habe ich auf der anderen Seite eine
Wechselspannung?
>Das ist mir klar, aber selbst wenn ich die "Gleichspannung" beseitige.>Wird daraus in dieser Schaltung keine Wechselspannung. Allenfalls eine>Spannung die zwischen 0V und xV schwankt.
Eine Spannung zw. 0 und x ist eine Gleichspannung mit überlagerter
Wechselspannung (oder umgekehrt - je nach Wunsch :-)
Und der Kondensator trennt den Gleichspannungsanteil ab, so daß die
Spannung dann zw. -x/2 und +x/2 schwankt - also eine pure
Wechselspannung, schön symmetrisch um den Nullpunkt herum ....
ich habe mir halt immer gedacht.
Da ist nur eine positive Spannungsquelle, also kann der Kondensator auch
keine negative liefern :)
Da lag ich wohl etwas daneben :P
doch - kann er. Stell dir vor, der Class-A-Verstärker ist gerade im
Ruhezustand, dann ist er einfach wie eine Gleichspannungsquelle, die
idealerweise im Ruhezustand Ub/2 am Ausgang liefert, was auch an dem
einen Anschluß des C anliegt. Von der anderen Seite wird der
Lautsprecher angeschlossen, üblicherweise gegen Masse. Damit sieht der C
Ub/2 (nachdem er sich über den Lautsprecher aufgeladen hat). Jetzt hast
Du also einen Spannungsunterschied von Ub/2 an den Kondensatorplatten -
er ist auf Ub/2 geladen, und bleibt auch so geladen. Er gleicht also
diesen Spannungsunterschied aus, so daß der Lautsprecher letztendlich 0V
Gleichspannung sieht. Wenn jetzt von Verstärker Wechselspannung
geliefert wird, geht diese mehr oder weniger ungebremst auf den
Lautsprecher über (ein C hat ja für Wechselspannung einen geringen
Widerstand im Gegensatz zu Gleichspannung), nur daß diese
Wechselspannung mit einem um Ub/2 tieferen Grundpegel am Lautsprecher
ankommt, was -Ub/2 bis +Ub/2 für den Lautsprecher bedeutet. Die
Gleichspannung ist damit also abgetrennt.
Schöne Erklärung danke!
Wenn ich auf folgende Schaltung links ein sinusförmiges
Gleichspannungssignal gebe kommt dann rechts das ganze als
Wechselspannung raus?
Ich vermute mal nicht, da der Kondensator einen weiteren Widerstand
bräucht über den er sich in der negativen Phase entladen kann, oder?
in diesem Bild als R_e bezeichnet
http://www.elektroniktutor.de/analog/an_pict/a_verst1.gif
Schaltung:
hier rein>------||-------->hier raus
gruß
>Wenn ich auf folgende Schaltung links ein sinusförmiges>Gleichspannungssignal gebe kommt dann rechts das ganze als>Wechselspannung raus?
Dann kommt eben nur das "sinusförmige" davon rechts an - also eben die
Wechselspannung. Sinusförmige Gleichspannung ist auch der falsche
Begriff, denn einen Gleichspannung ist glatt, nicht sinusförmig. Das,
was da links vom C ist, ist eine Gleichspannung, der eine (sinusförmige)
Wechselspannung überlagert ist - also miteinander kombiniert/addiert.
Und diesem Matsch trennt der C die Gleichspannung ab, so daß rechts nur
noch Wechselspannung ankommt.
Der C entlädt sich übrigens nicht (bleibt immer auf Ub/2 Gleichspannung
geladen), solange die Wechselspannung deutlich oberhalb der unteren
Grenzfrequenz der ganzen Anordnung bleibt.
Mischspannung scheint das Fachwort zusein, danke für den Hinweis.
Das eine Trennung von Gleich und Wechselspannung so einfach ist finde
ich irgendwie...faszinierend :)
Gruß und frohe Weinachten
Jens G. schrieb:
>Der C entlädt sich übrigens nicht (bleibt immer auf Ub/2 Gleichspannung>geladen), solange die Wechselspannung deutlich oberhalb der unteren>Grenzfrequenz der ganzen Anordnung bleibt.
Natürlich wird der C dauernd geladen und wieder entladen. Es fließt
schließlich ein Wechselstrom durch den C.
Wenn du allerdings mit einem trägen Multimeter am C die DC misst, dann
zeigt das nur die Gleichspannung an - d.h. gemittelt ist deine Aussage
richtig.
@ HildeK
machs doch nicht so kompliziert ;-)
Das ist doch nur ein Einsteigerseminar gewesen ... ich hatte schon
gedacht, daß die Erwähnung der "unteren Grenzfrequenz" für Verwirrung
sorgen könnte, was aber zum Glück (noch) nicht eintrat.
Schöne Weihnachten.
>daß die Erwähnung der "unteren Grenzfrequenz" für Verwirrung
ganz so schlimm ist es nicht >.> :)
ob ihr es glaubt oder nicht, ich hatte sogar Elektrotechnik im Studium
allerdings nur E-Technik 1 und diversen anderen Elektronikkram...und
dann war da noch BWL....:P
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