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Forum: Offtopic Spiegelreflexkamera Objektive: normal und mit fester Brennweite


Autor: Rolf R. (dankobum)
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Ich möchte mir eine digitale Spiegelreflexkamera kaufen. Bei den 
Objektiven ist mir noch einiges unklar.

Wenn man ein normales Standardobjektiv nimmt, das oft im Bundle oder Kit 
mit der Kamera verkauft wird, dann stellt der glaube ich fast alles 
scharf, Hintergrund und Mittelgrund und Vordergrund. Ist das richtig? 
Wie funktioniert das, dass verschiedene Abstände alle gleichzeitig 
scharf dargestellt werden?

Ein Bekannter hat u.a. ein Objektiv mit fester Brennweite. Die damit 
gemachten Fotos sehen sehr gut aus. Der fotografierte Mensch im 
Vordergrund ist gestochen scharf, der Hintergrund mit Wald ist total 
unscharf. Dieses Objektiv stellt dann wohl nur eine Entfernung scharf. 
Wie das gehen soll, verstehe ich glaube ich. Stimmt das alles?

Autor: Stefan B. (stefan) Benutzerseite
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Tipp: Informiere dich über das Thema Schärfentiefe

z.B. bei Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4rfentiefe

z.B. bei Flaschenboden
http://www.flaschenboden.de/schaerfentiefe.html

z.B. bei Grothmann
http://www.rene-grothmann.de/Fotografie/Schaerfentiefe.html

Autor: D. K. (desmond)
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Der für den Schärfebereich zuständige Parameter ist die kleinste 
mögliche Blendenzahl (also der größtmögliche Öffnungsdurchmesser im 
Verhältnis zur Brennweite). Festbrennweiten, also das was dein Bekannter 
hat, sind meist durch die fehlende Zoomfunktion zwar recht einfach 
aufgebaut, aber bieten auch eine sehr große Anfangsblende bzw. kleine 
Anfangsblendenzahl (z.B. 50mm/1:1,8 oder auch 1:1,4). Deshalb lässt sich 
mit diesen ein Schärfebereich von u.U. nur einigen mm realiseren (und 
sie nehmen auch mehr Licht auf, ist bei Konzertfotos etc. z.B. 
relevant).

Generell gilt die Regel, je besser die Anfangsblende (=je kleiner die 
Zahl), desto teuer. Insbesondere bei Zooms.

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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> Wenn man ein normales Standardobjektiv nimmt, das oft im Bundle oder Kit
> mit der Kamera verkauft wird, dann stellt der glaube ich fast alles
> scharf, Hintergrund und Mittelgrund und Vordergrund. Ist das richtig?

Nein, das macht auch ein "normales Standardobjektiv" nicht, auch nicht 
die "Kit"-Objektive. Was Du beschreibst, ist ein Fix-Focus-Objektiv, was 
für SLRs aufgrund der Sensorgröße eigentlich nur in Form eines 
Lochkamera-"objektivs" realisierbar wäre.
Bei Kameras mit kleineren Sensoren ist aufgrund der erheblich größeren 
Schärfentiefe der Fixfocus-Effekt sehr viel ausgeprägter; bei den 
Krümeln, wie sie in Mobiltelephonen verwendet werden, ist daher eine 
focussierende Optik nicht erforderlich.


> Dieses Objektiv stellt dann wohl nur eine Entfernung scharf.

Das macht jedes andere Objektiv auch so, der damit abgedeckte Bereich 
variiert von Objektiv zu Objektiv.

Autor: S. B. (Gast)
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> Ein Bekannter hat u.a. ein Objektiv mit fester Brennweite. Die damit
> gemachten Fotos sehen sehr gut aus.
Neben der Schärfentiefe gibt es noch die Verzeichnung, siehe z.B. 
http://de.wikipedia.org/wiki/Verzeichnung
Bei Standardobjektiven ist die Verzeichnung aufgrund Ihrer fixen 
Brennweite besser als bei Zoomobjektiven.

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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S. B. schrieb:
> Bei Standardobjektiven ist die Verzeichnung aufgrund Ihrer fixen
> Brennweite besser als bei Zoomobjektiven.

Das trifft für moderne Zoomobjektive praktisch nicht mehr zu. Früher, 
als man bei der die Rechentechnik beim Objektiventwurf noch nicht so 
tolle Möglichkeiten hatte, wie heute, mußte man bei Zoomobjektiven 
Kompromisse machen, die sich qualitätsmindernd auswirkten.

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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Nun, so sehr verallgemeinert kann man das nicht mehr sagen. Wahrnehmbare 
Verzeichnungen gibt es eigentlich nur noch bei Zoomoptiken mit sehr 
langem Brennweitenbereich, wie ihn die "immer-draufs" von Tamron und 
Sigma anbieten.

Eine Festbrennweite kann einem Zoomobjektiv überlegen sein, muss es 
aber nicht. Das liegt unter anderem daran, daß in den letzten 30 Jahren 
viele neue Zoomoptiken entwickelt und mit speziellen Gläsern und 
Schleifverfahren optimiert wurden, andererseits aber praktisch keine 
neue Festbrennweiten entwickelt wurden (eine Ausnahme mögen die sündhaft 
teuren Zeiss-Optiken sein, die erfreulicherweise mit den verbreiteten 
Kamerabajonetten ausgestattet werden). Und so sind die Festbrennweiten 
technisch seit den 70er Jahren nicht mehr großartig weiterentwickelt 
worden, die Zoomoptiken hingegen schon.

Ein Argument, das für Festbrennweiten spricht, ist die verfügbare 
größere Lichtstärke; so gab es beispielsweise von der Firma Pentax ein 
50mm-Objektiv mit Blende 1:1.2 - mit dem "Crop Factor" einer APS-C-DSLR 
wird das ein schönes Portraitobjektiv, das auch bei Kerzenschein 
verwendbar ist. Allerdings ist es aufgrund des fehlenden Autofocus und 
der extrem geringen Schärfentiefe nur schwer handhabbar.

Also: Gegen das "Kit"-Objektiv spricht nichts, das kann man problemlos 
verwenden (mit Ausnahme vielleicht des besonders lausigen 
Canon-Kit-Objektivs, das mit den EOS350/400 verkauft wurde), man kann 
auch damit vorzügliche Aufnahmen anfertigen.

Autor: S. B. (Gast)
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> Das liegt unter anderem daran, daß in den letzten 30 Jahren
> viele neue Zoomoptiken entwickelt und mit speziellen Gläsern und
> Schleifverfahren optimiert wurden ...

das ist wohl war (ich hatte da wohl auch mehr die Anfangszeit im Kopf);
letztendlich spielen verschiedene Faktoren eine Rolle.

Man kann auch mit einer simplen Kompaktkamera gute Fotos machen, die 
einer Spiegelreflex in nichts nachstehen - insofern stellt sich eher die 
Frage, ob sich eine Spiegelreflex überhaupt noch lohnt.

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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S. B. schrieb:
> insofern stellt sich eher die
> Frage, ob sich eine Spiegelreflex überhaupt noch lohnt.

Es kommt schlicht daraauf an, was man fotografieren will. Meine 
Eulen-Nachtaufnahmen könnte ich mit einer Kompaktknipse jedenfalls nicht 
machen.

Autor: S. B. (Gast)
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> Es kommt schlicht daraauf an, was man fotografieren will. Meine
> Eulen-Nachtaufnahmen könnte ich mit einer Kompaktknipse jedenfalls nicht
> machen
Das stimmt schon, nur das sind eher Randbereiche.
So gesehen müßtest Du wegen der Auflösung auch heute noch auf 
"Analog"-Kameras zurückgreifen und digital hätte sich nie durchgesetzt.

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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S. B. schrieb:
> So gesehen müßtest Du wegen der Auflösung auch heute noch auf
> "Analog"-Kameras zurückgreifen und digital hätte sich nie durchgesetzt.

Analog hätte ich das nie angefangen, weil ich mich einfach nicht mit den 
langen Umschlagzeiten bis zum fertigen Bild/Dia anfreunden konnte und 
jedesmal den Diaprojektor aufzubauen, wenn man die Resultate ansehen 
will, ist doch auch reichlich umständlich.

Außerdem ist der Lerneffekt einfach viel besser, wenn man die Resultate 
mehr oder weniger direkt nach der Aufnahme sehen kann - für mich war das 
ein sehr wichtiger Aspekt.

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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> insofern stellt sich eher die Frage, ob sich eine
> Spiegelreflex überhaupt noch lohnt

Naja, möchte man extreme Brennweiten verwenden, führt nichts an ihr 
vorbei - ich nutze beispielsweise ein 10-20mm-Zoom an meiner APS-C-DSLR, 
was den KB-äquivalenten Brennweitenbereich von 15-30mm abdeckt. Kein 
Fischauge, korrigiertes Weitwinkel.

Kompaktkameras mit Weitwinkeln unterhalb 25mm (KB-äquivalent) sind rar.

Dasselbe trifft auf lange Brennweiten zu, mehr als 300mm (KB-äquivalent) 
sind ebenfalls bei Kompaktkameras unüblich.

Hinzu kommt das durch die Sensorgröße beeinflussbare Rauschverhalten, da 
gewinnt die DSLR, da deren Sensoren erheblich größer (und damit 
rauschärmer) sind als die in Kompaktkameras verbauten.

Und die Möglichkeit der Bildkontrolle, die ein anständiger optischer 
Sucher bietet, ist von keinem elektronischen Sucher und schon gar nicht 
von einem Kamerarückwanddisplay übertroffen.

Es gibt allerdings DSLR mit geradezu lächerlich schlechten optischen 
Suchern, die winzig und hell sind, was eine Schärfenkontrolle gar nicht 
mehr zulässt.

Nun spielen aber auch noch andere Faktoren mit; nicht zuletzt der Preis 
spielt eine Rolle, auch die Größe und das Gewicht.
Auf einer langen Wanderung ist so etwas wie die Panasonic TZ7 einer DSLR 
auch ohne zusätzliche Wechselobjektive überlegen.

Autor: Rolf R. (dankobum)
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Vielen Dank für die ganzen Beiträge. Ich bin jetzt etwas schlauer als 
vorher. Aber so ganz ist mir noch nicht klar, was ich denn nun kaufen 
soll.

Im Moment würde ich die Canon EOS 450D nehmen:

http://www.amazon.de/Canon-SLR-Digitalkamera-Megap...

Die Frage ist jetzt, welches zusätzliche Objektiv ich nehmen kann, wenn 
ich z.B. Portaitaufnahmen von Menschen machen möchte, wo der Mensch 
gestochen scharf und der Hintergrund unscharf sind. Am besten, wäre es, 
wenn jemand einen oder mehrere Amazon-Links postet, da ich gerne bei 
Amazon kaufe.

Die Alternative wäre, die obige Kamera bei Amazon zu kaufen und das 
Extra-Objektiv nach intensiver Beratung im Fachgeschäft zu kaufen. Was 
meint Ihr?

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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> Im Moment würde ich die Canon EOS 450D nehmen:

Kann man machen. Im Prinzip sind alle DSLRs in dieser Preisklasse gleich 
gut; die Unterschiede sind ziemlich marginal.

> Die Frage ist jetzt, welches zusätzliche Objektiv ich nehmen kann, wenn
> ich z.B. Portaitaufnahmen von Menschen machen möchte, wo der Mensch
> gestochen scharf und der Hintergrund unscharf sind.

Das sollte mit dem "Kit"-Objektiv schon gehen, wenn Du es mit der 
längsten Brennweite ("Tele") verwendest und voll aufblendest (größte 
Blendenöffnung).

Ein lichtstärkeres Objektiv mit etwas längerer Brennweite liefert 
vielleicht noch etwas bessere Ergebnisse, aber fürs erste sollte das 
Kit-Objektiv tatsächlich genügen.

Als Alternative (also anstelle des Kit-Objektives) könntest Du das 
17-85mm-Objektiv verwenden, das ist vom Brennweitenbereich für 
Portraitaufnahmen definitiv ausreichend.

http://www.amazon.de/gp/product/B001F9608Q/sr=8-8/...

Bei Amazon würde ich übrigens keine Kamera kaufen; es gibt erheblich 
günstigere Händler.

http://www.heise.de/preisvergleich/a361024.html

Autor: Rolf R. (dankobum)
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Vielen Dank für Deine Antwort.

Bei diesem Original-Amazon-Angebot ist der Preisunterschied zum 
günstigsten in der heise-Preisvergleichsliste nicht so gross:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/b001f9608q/g...

Bei meinem Kit-Angebot ist der Unterschied absolut noch kleiner. Deshalb 
sehe ich keine Probleme mit Amazon. Ich zahle gerne etwas mehr für einen 
wirklich guten Shop. Ich bin Amazon-Powershopper.
http://www.amazon.de/Canon-SLR-Digitalkamera-Megap...
http://www.heise.de/preisvergleich/a309641.html

Die 30 Euro bei Amazon zahle ich gerne mehr.

Ich werde wohl erstmal das Kit mit 18-55 kaufen und dann sehen, welche 
Ergebnisse ich damit erreichen kann. Eventuell muss ich dann noch ein 
weiteres Objektiv kaufen. Auf Nummer sicher gehen würde ich natürlich 
mit dem 17-85, aber ich gehe das Risiko wohl ein.

Autor: S. B. (Gast)
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Die Canon EOS 450D ist eine gute Wahl, da es für diese Kamera auch einen 
Adapter für Contax/Yashica gibt.
Die Carl Zeiss Planar Objektive sind wohl das Beste ... und sündhaft 
teuer.

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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Na dann, gut Kauf und viel Licht!

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