Bei dem Hifi-Verstärker "C 324BEE" der Firma NAD, ca. 4 Jahre alt, tritt
seit einigen Monaten sporadisch (alle paar Tage) folgender Fehler auf:
- Die Audioausgabe wird deaktiviert,
- LED-Anzeigen ändern sich ohne äußere Einwirkung
- Das Volume-(Motor-)Poti dreht sich zufällig hin und her
Ein Ausschnitt aus der Schaltung zum Steuerungsteil befindet sich im
Anhang (Schaltungsausschnitt.png)
Mit der Fehlersuche bin ich nun auf folgendem Stand:
Im Normalbetrieb überschreibt der Mikrocontroller IC73 einmal pro
Sekunde den kompletten Inhalt der beiden Schieberegister IC74 und IC75.
(Schieberregisterdaten_bertragung_C.jpg, für IC74/Q7 "C", oben CLK,
unten D).
Tritt oben beschriebener Fehler auf, ändert sich an dem Oszillogramm zur
Datenübertragung nichts, allerdings ändern die Schieberegister
offensichtlich ihren Inhalt.
Die 5V-Versorgung liegt im Normalbetrieb bei ca. 4,95V (billig-DMM) und
bricht bei Auftreten des Fehlers geringfügig (<100mV) ein. Ein Grund
dafür ist vermutlich, dass die Zweige der diskret aufgebauten H-Brücke
für das Volume-Poti (direkt verbunden mit VOL+ und VOL-) nicht
gegeneinander verriegelt sind.
Da die Schieberegister laut Datenblatt von NXP
(http://www.standardics.nxp.com/products/hef/datasheet/hef4094b.pdf)
zwischen 3-15V Versorgung zulassen, bin ich mir nicht sicher, ob die
Versorung als einzige Ursache in Betracht kommt.
Was gäbe es also noch für Möglichkeiten, die Integrität der
Datenübertragung besser abzusichern?
Gruß
Dr.Seltsam
Hallo,
das Signal an STR wäre interessant, die Ausgangsregister müssen ja
während des Schiebens von Shiftregister getrrennt sein und dürfen erst
danach die Daten übernehmen.
>Was gäbe es also noch für Möglichkeiten, die Integrität der>Datenübertragung besser abzusichern?
Weiter den Fehler suchen und beheben, das Teil wird ja so nicht verkauft
worden sein. ;-)
Gruß aus Berlin
Michael
@ Dr.Seltsam (Gast)
>Was gäbe es also noch für Möglichkeiten, die Integrität der>Datenübertragung besser abzusichern?
vielleicht sind ein paar Elkos ausgetrocknet und können somit den
Strompuls der H-Brücke nicht mehr abfangen. Sollte man mal anschauen und
ggf. tauschen.
Probehalber kann man ja erstmal neue Elko parallel zu den bestehenden
einlöten.
MfG
Falk
Anbei der Schaltungsausschnitt.
Ich hab's nicht nachgeprüft, aber ich vermute, dass die Dimensionierung
einen 'harten' Kurzschluss verhindert, jedenfalls habe ich mit dem
Oszilloskop auf der 5V-Leitung noch keinen größeren Spannungseinbruch
feststellen können.
Den Ausgang vom Reset-IC am µC, (IC76, Schwellspannung 4,38V
http://ww1.microchip.com/downloads/en/devicedoc/21661c.pdf) hab ich auch
schon überprüft: Es gibt kein Reset im Fehlerfall.
Da aber der Motor normalerweise nie aktiviert wird (geht nur über die
IR-FB, die hab ich nicht), muss es imho etwas anderes sein, das das
Fehlerverhalten auslöst
Problem bei der Fehlersuche ist, dass ich bis jetzt nichts messen kann,
das zweifelsfrei der erste Auslöser ist und dass der Fehler eben nur
alle paar Tage passiert, ohne dass ich eine Korrelation mit
irgendwelchen anderen Umgebungsbedingungen feststellen kann.
Gruß
Dr.Seltsam
Hallo,
wo sind denn die 4 Schottkey Dioden, die üblicherweise da reingehören,
wenn mit der H-Brücke eine Induktivität geschaltet wird?
http://www.modularcircuits.com/pic/simple_bridge.gif
(hier im Beispiel mit MOSFETs)
Viele Grüße Herbert
> wo sind denn die 4 Schottkey Dioden...
Die sind wohl zusammen mit einer etwas solideren und saubereren
Fertigung außerhalb Chinas dem allgemeinen Kostendruck zum Opfer
gefallen...
>Tritt oben beschriebener Fehler auf, ändert sich an dem Oszillogramm zur>Datenübertragung nichts, allerdings ändern die Schieberegister>offensichtlich ihren Inhalt.
Woher weißt du das, wenn der Fehler nur sporadisch auftritt?
>- Das Volume-(Motor-)Poti dreht sich zufällig hin und her
Wie lange dreht sich das Poti dann? 1sec?
Kleb doch mal das empfängerseitige Fenster der IR-FB zu, oder häng die
IR-Geschichte ganz vom Mikrokontroller ab.
Kai Klaas
Besten Dank erstmal für alle bisherigen Posts.
Ehe ich etwas an der Elektronik ändere, versuche ich im Moment die 12V
Versorgungsspannung bei Auftreten des Fehlers zu untersuchen.
Da, wie im ersten Bild zu sehen, die Relais und LEDs davon versorgt
werden, könnte es sein, dass die oben beschriebenen Störungen die Folge
irgendeiner Änderung dieser Spannung sind. Dafür spricht die Tatsache,
dass diese 12V anders als die 5V nicht von einer separaten
Trafo-Wicklung geliefert werden, sondern aus der symmetrischen
Versorgung des analogen Signalteils abgezweigt werden und damit
möglicherweise auch von der Standby- und anderen Schutzschaltungen
betroffen ist.
Das Problem könnte also auch völlig außerhalb des Digitalteils liegen.
Bis dahin muss der Fehler allerdings erst einmal wieder auftreten. Ich
werde berichten, wenn es wieder was zu berichten gibt ;)
@ Kai Klaas
Grundsätzlich stimme ich dir zu, alle unnötigen Störquellen
auszuschließen. Gegen diesen Ansatz spricht jedoch (zumindest für mich
im Moment), dass im Fehlerfall weder zusätzliche noch andere Datenpakete
vom Mikrocontroller gesendet werden (anders als dann, wenn man z.B.
einen Knopf drückt: dann wird sofort ein zusätzliches Paket gesendet).
Gruß
Dr.Seltsam