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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Mega8 ISP nach Fusebits nicht mehr ISP-Programmierbar


Autor: Friedrich K. (fiete)
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Hallo Leute,

ich arbeite das Tutorial ab und bin nun gerade bei dem Punkt UART.
Da Fusebits sehr häufig Probleme bereiten, habe ich bisher nicht daran 
rumgestellt. Nun wollte ich aber auf externen Taktgeber umfusen und nun 
funkt ISP nicht mehr. High Voltage geht, aber ISP nicht.

Mein Setup für ISP:

-STK500, keine perepherie
-ISP6Pin mit Sprog2 verbunden (polung gechecked)
-Jumper richtig (Vtarget, Aref, Reset, Xtal1, Oscel gesetzt)
-Oscillator gibt Takt und Testprogramm läuft einwandfrei und friert ein 
bei Oscel-jumper nicht gesetzt

-Habe die Maximalfrequenz von 3.6864 MHz eingestellt
-Habe sichergestellt, dass ISP-Frequenz deutlich drunter ist (460kHz)
-Habe sichergestellt, dass die Spannung über 5V ist (5.1V)

Meine Takteinstellung (FuseBits über AVR Studio):
Ext RC Osc 0,9-3.0MHz StartupTime: 18CK + 64ms
(wenn ichs auf Default zurückstelle funktioniert es auch nicht mehr)

(Dazu eine Zwischenfrage: was bedeutet 18CK + 64ms StartupTime? Warum 
kann man da verschiedene Einstellungen wählen?)

HV-Prog funktioniert wie gesagt, ISP nur nicht. Andere Fusebits habe ich 
nicht angetastet als SUT_CKSEL. Ein anderer Mega8 (hab mir gleich 
mehrere besorgt, für eben solche Fälle) funktioniert normal.

Im Grunde ist es nicht schlimm, dass nur noch HV-Prog funktioniert, da 
ich den eh nur für Testzwecke verwende, aber kann man eventuell über die 
Taktfrequenz einstellen, ob ISP noch zu Proggen ist? Ich hab mal 
gelesen, dass man ISP deaktiviren kann und nur noch HV-Programmierung 
möglich ist. An welchen Fuses kann man das sehen?

(Ich habe schon eine menge Beiträge durchgelesen, aber keiner mit diesem 
Fehler. Ich bin bemhüht keine FAQ zu stellen. Sollte diese eine FAQ 
sein, dann bitte ich um entschuldigung)

Besten gruß, Fiete

Autor: Peter R. (pnu)
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Auch wenns FAQ ist, nochmals:

ISP-HV-Prog:

Diese Betriebsart arbeitet mit einem vom Programmiergerät kommenden 
Takt, benötigt daher keinen eigenen Takt des Kontrollers, daher geht es.

external Osc.

wohl einer der häufigsten Fehler, mit dem man sich aus dem Kontroller 
aussperrt.

Der Kontroller erwartet hier einen von extern angelegten Takt, sein 
eigener Oszillator ist stillgelegt, daher geht ISP natürlich nicht, wenn 
nur ein Quarz außen angeschlossen ist.
Das STK500 bietet die Möglichkeit, einen externen Takt anzulegen, dann 
geht ISP wieder.

external Crystal:

Diese Betriebsart ist meistens gewünscht. Da arbeitet ein extern 
angeschlossener Quarz bzw. Keramikschwinger mit dem Oszillator im 
Kontroller zusammen.

HV-prog wird durch den Anschluss von 12V an reset eingeschaltet, geht 
meines Wissens immer, ohne durch fuses abschaltbar zu sein.

ISP ist mit einer ISPEN-fuse abschaltbar, die logischerweise nicht im 
ISP-Betrieb änderbar, sondern nur im HV-Betrieb.

Auch reset über den reset-Anschluss lässt sich per fuse abschalten, 
damit wird ein weiterer Pin verwendbar. ISP geht dann nicht, nur 
HV-prog.

Start.up.time:
Der Kontroller muss beim Einschalten von Vcc erst einmal abwarten, bis 
volle Spannung erreicht ist und bis der Quarz-Oszillator voll schwingt, 
(das dauert recht lange).
Dafür ist die längste start.up-Zeit optimal, denn da geht es immer.
Wenn man auf schnelle Startzeit angewiesen ist (und nur dann ) kann man 
die Startzeit verkürzen. Da kann es aber dazu kommen, dass der 
Kontroller beim Start Unsinn anstellt.

Autor: Friedrich K. (fiete)
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Danke Peter für die Schnelle Antwort.

Ich bin mir nicht sicher, ob du dir genau durchgelesen hast, was ich 
geschrieben habe, und nur wieder gedacht hast: "oh mann, wieder einer 
von diesen Fusebits Idioten, die Forenbeiträge nicht lesen können". Kann 
ich verstehen, die Frage kommt auch oft, aber ich glaube mein Problem 
ist anders:

Der Controller emfpängt ein Taktsignal vom STK500. Das kann ich 
Feststellen, indem das Testprogramm läuft und einfriert, sobald ich den 
Oscel-Jumper entferne - es fehlt ja dann in der Tat die Taktfrequenz. 
Wenn ich den Jumper wieder setze läuft das Programm weiter. Also der 
Controller ist nicht eingefroren. Zumindest nicht im "normal" Betrieb. 
Ist möglich, dass das bei der ISP-Programmierung anders aussieht. Aber 
das wäre mir neu.

Selbst wenn ich die Taktfrequenz auf Default (also Intern) setze (habe 
ich auch oben geschrieben) funktioniert ISP nicht mehr.

Dann gucke ich mal nach, wie das mit der SPIEN-Fuse ist...

Oder ist der Controller eventuell einfach defekt?

Autor: Friedrich K. (fiete)
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Funktioniert. Der Tipp mit dem ISP-Deaktiviren funktionierte. Aus 
irgendwelchen Gründen hat sich die SPIEN-Fuse verstellt und somit ISP 
deaktiviert.

Danke für deine Hilfe Peter. Sei Nachsichtig mit solchen 
Anfänger-Problemen. Ich beschäftige mich erst ein paar Tage damit und 
der Umfang ist wirklich enorm. Allein wegen dieser Fusebit bin ich schon 
2,5h beschäftigt. Aber macht bock!

Besten Gruß, fiete

Autor: Peter R. (pnu)
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Ob SPI blockiert ist oder nicht, kann man doch am ehesten feststellen, 
indem man die sogenannte Signatur liest. Die wird ja vom Kontroller über 
die SPI-Schnittstelle an den PC gemeldet.

In Deinem Post sind mehrere Fragen enthalten, auch wusste ich nicht ganz 
genau wo das eigentliche Problem liegt. Deshalb kam eben recht viel 
Zusatzinformation, die garnicht nötig war. Hoffentlich ist auch die 
richtige dabei.

Dass bei internem Oszillator ISP nicht läuft, lässt darauf schließen, 
dass  SPIEN falsch steht.

Geht das Testprogramm mit internem Oszillator ?

Autor: Mirko Horstmann (m1rk0)
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ISP benötigt den Reset-Pin, wenn man den als I/O-Pin konfiguriert, geht 
es nicht mehr. Hast Du vielleicht doch in den Fuses RSTDISBL 
eingeschaltet?

Mirko

Autor: Friedrich K. (fiete)
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Danke nochmals für die Hilfe. Funktioniert nun.
Es lag an der SPIEN-Fuse. Ich bin mir echt sicher, dass ich da nix 
verstellt habe. Peter, du hast geschriben, dass man das auch mit 12V am 
Reset-Pin hinbekommt. Wird dabei wirklich die SPIEN-Fuse gesetzt oder 
nur der Controller bis zum nächsten Reset in diesen Modus versetzt?
Ich habe zwar nie 12 V intern benutzt, aber ist es möglich, dass aus 
irgendwelchen Gründen Spannungsspitzen diese Fuse verstellt haben? Der 
µC war die ganze Zeit im STK500.

Gruß, fiete

Autor: Peter R. (pnu)
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Üblicherweise ist zur Änderung von Fuses eine Befehls-und Datenfolge von 
mehreren Bytes notwendig. Zufällige Änderungen der Fuses ist deshalb 
erst einmal unwahrscheinlich, da es erst nach mehreren Byte Befehl zum 
Brennen des/r Fusebyte/s kommt.

Es kann aber folgendes passieren:

Die Programmiersoftware schützt zwar das SPIEN-Bit, indem es an dieser 
Stelle des Byte nur eine 1 zulässt. Ein Übertragungsfehler 
(Wackelkontakt) während der Übertragung des fuse-Byte geht aber an der 
Software vorbei und kann SPIEN trotzdem verbiegen, da dieses ja nur ein 
Teil des übertragenen fuse-Byte ist.
Beim Ändern von z.B. der Oszillator-fuses könnte dann auch das SPIEN 
ungewollt mit verstellt werden.

Das HV-Programmieren ist sozusagen die übergeordnete 
Programmierfunktion.
Damit kann man praktisch alle fuses verbiegen, auch SPIEN und RSTEN.
ISP-Programmierung ist auf Takt im/am Kontroller angewiesen und auch aus 
anderen Gründen ist daher ein "Aussperren" möglich.

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