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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Genaue Widerstandswerte für OPV-Schaltungen herstellen?


Autor: Michael (Gast)
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Hallo Leute, ich habe mal eine bescheidene anfängerfrage:
wie stellt ihr eigentlich die widerstände für die opv-schaltungen her?
für eine schaltung, brauch ich 79,7KOhm, 990Kohm und so weiter....
mit normalen 1% metall-teilen ist die ungenauigkeit beim verbinden von
vielen widerständen in reihe zu hoch.....bei 990kOhm sogar riesig.

spindeltrimmer haben ja pro umdrehung einen festen wert an ohm/drehung.
macht sich auch nicht so gut denke ich...

wie also am besten machen?
Besten Dank

Autor: Stefan (Gast)
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Ich mache das so, z.b. für 990 kOhm nehme ich einen 910 kOhm Widerstand
+ einen 100 kOhm Spindeltrimmer in reihe. PS: Stindeltrimmer sind wie
normale potis analog, d.h. du kannst jeden wiederstandswert den du
willst einstellen.

Mfg Stefan.

Autor: Thorsten (Gast)
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Wenns ganz genau werden soll, kannst du 0.1% Widerstände benutzen. Z. B.
79k7 = 48k7 + 30k9 + 0k1, Kosten sind mit EUR 5,10 (Farnell) leider sehr
hoch.

Thorsten

Autor: Michael (Gast)
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nur wie stelle ich mit einem 100k-spindeltrimmer einen genauen wert
ein?
mein multimeter hat zwar nur 5€ gekostet, aber selbst bei den teuren
geräten glaube ich nicht, daß sie über 10k noch genau messen/anzeigen
können....

Autor: Peter Dannegger (peda)
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Zeig doch mal Deine Schaltung, dann kann man Dir sagen, ob die
Widerstände wirklich so genau sein müssen.

In der Regel versucht man heutzutage Schaltungen so aufzubauen, daß sie
gegen Widerstandstoleranzen unempfindlich sind.

Es ist nämlich nicht die absolute Genauigkeit das Problem, sondern die
Konstanz bei Temperaturänderungen.
Und da sind Standardwiderstände so bei 200ppm/° und bei teuren
Präzisionswiderstände ist etwa 5ppm/° das Ende der Fahnenstange.

Für Meßzwecke gibt es auch spezielle Spannungsteiler, die bis zu 1ppm/°
Gleichlauf erreichen können.


Peter

Autor: Uwe Nagel (Gast)
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Ich versuche es entweder mit Reihenschaltung oder Parallelschaltung von
zwei Widerständen. Damit lässt sich mindestens eine Genauigkeit von
besser als 1% erreichen.
Bei parallel versuche ich zuerst den nächst größeren Wert und errechne,
was man parallelschalten muss:
   Rpara=1/(1/Rsoll-1/Rgrößer)
für 79,7k ergibt sich z.B.: 81k||4M7=79,63k   das sind 0,088% zu
wenig.
Bei 990k ist selbst 1M nur 1% zu groß, 810k+180k genau.
Aber vergiss nicht die Toleranz der einzelnen Teile. Wenn es ganz genau
sein soll, helfen nur Poti und Abgleich.

Uwe

Autor: Christof Krüger (Gast)
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Nur mal nebenbei angemerkt: Toleranzen haben die blöde Angewohnheit sich
aufzusummieren und nicht zumitteln. Also 4 Widerstände mit 1% Toleranz
könnten in Reihe geschaltet schon 4% daneben liegen!

Autor: Peter Dannegger (peda)
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@Christof,

schöne Theorie, aber rechne das mal mit einem konkreten Beispiel durch
(z.B. 1k + 100k).

Eine Toleranzaddition kann nur in Netzwerken entstehen.
Z.B. in Spannungsteilern kann der eine Widerstand eine positive
Toleranz haben und der andere eine negative, dann weicht das
Spannungsteilerverhältnis um mehr als die Toleranz des
Einzelwiderstandes ab.


Peter

Autor: Thorsten (Gast)
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Die Toleranz ist ja nicht anderes als der maximale relative Fehler. Wenn
beide Widerstände den gleichen max. rel. Fehler haben, so addieren sich
diese. Bei einer Reihenschaltung beträgt dann die Toleranz 2%. Haben
beide Widerstände unterschiedliche Toleranzen, so geht die größere
Toleranz entsprechend stärker in die Gesamttoleranz ein. Läßt sich
alles schön mathematisch zeigen...

Thorsten

Autor: Peter Dannegger (peda)
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"Läßt sich alles schön mathematisch zeigen..."

Und warum machst Du es dann nicht ?

Weil es nämlich nicht geht !

Nimm ruhig mal mein obiges Beispiel.

2% hast Du nur, wenn jeder einzelne und in die gleiche Richtung 2%
hat.


Peter

Autor: Thorsten (Gast)
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> Und warum machst Du es dann nicht ?
Weil Formelsatz in einem reinen Textforum unbequem ist, aber ist auch
unnötig denn das kann man überall nachlesen.

> 2% hast Du nur, wenn jeder einzelne und in die gleiche Richtung 2%
> hat.

Hmm, da hast du allerdings recht. Was ich oben geschrieben hab, ist
Blödsinn. Also angenommen beide Rs haben in die gleiche Richtung (+-)1%
Toleranz, dann beträgt die res. Toleranz ebenso (+-)1%. Unterscheiden
sich die Toleranzen im Vorzeichen sind aber betragsmäßig gleich, so
ergibt sich als res. Toleranz (+-)0.5%. Betragsmäßig kann die res.
Toleranz also nie größer werden, als der Betrag der größten
Einzeltoleranz. Oder hab ich da noch ein Denkfehler ? Also wohlgemerkt
geht es jetzt einfach nur um die Reihenschaltung zweier Widerstände und
die Betrachtung der sich ergebenden Gesamttoleranz.

> dann weicht das Spannungsteilerverhältnis um mehr als die Toleranz
> des Einzelwiderstandes ab

Das verstehe ich nicht. Kannst du das mal erläutern ?

Thorsten

Autor: Claus Thaler (Gast)
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in der Regel wird man mit 5% oder 1%-Widerständen auskommen, man nimmt
halt immer den nächstliegenden Normwert. Ausser man braucht wirklich
diese extrem genauen Widerstände, z.B. für Präzisionsfilter, hochgenaue
DMS-Verstärker etc etc, aber dann wird man beim Aufbau auch nicht um
entsprechend teuere Messgeräte auskommen, die die Werte der Schaltung
auch verifizieren und kalibrieren können.
Für den Hausgebrauch reichen aber i.d.R. die Normwerte, ab und zu mal
einen Trimmer zum justieren und gut ists.

Autor: Christof Krüger (Gast)
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Das kommt davon, wenn man zu kurz nachdenkt und postet =)
selbstgeissel (autsch!)

Sorry für die Verwirrung, natürlich werden da keine 4% draus...
jedenfalls nicht 4% des Endwiderstandes.

in welche Ecke soll ich mich stellen?

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