Hallo alle miteinander,
ich möchte gerne den LM 2575 T5,0 verbauen um mir eine stabiliserte 5V
Spannung aus einem nicht-stabilisierten 12V Netzteil zu ziehen. Nun
steht im Datenblatt, dass ich bei 5V Ausgangsspannung eine Induktivität
mit 330µH verwenden sollte. Also mal schnell bei Reichelt geschaut, die
haben nur zwei Induktivitäten im Angebot, welche noch dazu maximal 190mA
bzw. 500mA vertragen. Ich würde das Ganze jedoch gerne so dimensionieren
dass der maximale Strom möglich ist, d.h. 1A -> die Induktivitäten
sollten mindestens 1.15 A vertragen. Besteht wirklich keine Möglichkeit
derartige Induktivitäten (o.ä.) über Reichelt zu kriegen? Fände es etwas
nervig wenn ich nun nur deswegen woanders bestellen müsste :(
Man kriegt alles dazu auch bei Darisus und dort gibt's ordentliche
Ringkerndrosseln.
Bei R müsste man mangels passender Drossel auf die höherfrequenten
Switcher umsteigen.
Ou...
dankesehr. Ich hatte nach "330 µH" gesucht. Blöd nur, dass die bei
vielen Induktivitäten scheinbar nur ein "µ" verwenden. Mit "330 µ"
kriege ich mehr Treffer.
Ist keine Speicherdrossel sondern eine Entstördrossel. Wird wohl
funktionieren, aber evtl. mit höheren Verlusten und vor allem dem
massiven Streufeld einer Stabkerndrossel.
Keine Sorge, nicht für alle SMD-Bauteile benötigt man eine Lupe. Die ist
fast 2cm lang und fliegt auch in vorgerückterem Alter des Löters nicht
so schnell vom Tisch. ;-)
Naja, mein "Problem" ist, dass ich mich gerade erst in die ganze
Thematik reinfräse. D.h. ich habe in dem Bereich theoretische Erfahrung
(Studium besteht zu 75% aus Elektrotechnik), aber ich möchte jetzt auch
mal ein wenig was praktisch machen. Aus dem Grund habe ich ich im moment
nur ein großes Steckbrett und ein paar Loch- und Streifenrasterplatinen.
Wobei ich mir ja, denke ich, auch ein Adapter basteln könnte, über
welches ich die SMD-Induktivität auch auf dem Steckbrett nutzen
könnte...
Reichelt hat so schon hunderte von Ringkernen, der kann nun nicht noch
jede Windungsanzahl draufwicklen, das wären ja zehntausende Artikel.
Nimm nen T80-26 und wickle (mehrlagig) 84 Windungen mit 0.6mm drauf. Das
sind die Daten die ein Berechnungsprogramm [1] ausspuckt, vermutlich
wird der Kern dabei warm aber nicht heiss, sprich er ist gut
ausgelastet.
1) http://schmidt-walter.eit.h-da.de/smps/abw_smps.html
mit Daten aus: http://www.amidon.de/katalog.pdf
A. K. schrieb:
> Steckbrett und Schaltregler harmonieren nicht sonderlich gut.
Genauer gesagt wirst du damit vermutlich nur Probleme haben :-) Es gibt
gewisse Design-Regeln für Schaltregler. Bestimmte
Leitungen/Leitungskreise müssen niederinduktiv und/oder niederohmsch
sein. Beide Anforderungen kann das Steckbrett pauschal nicht erfüllen.
Hallo,
ich wühl den Thread nochmal raus weil mir gerade etwas unklar ist.
Ich habe hier das Datenblatt vom LM 2575-5.0, das bin ich grad nochmal
durchgegangen um die tatsächlich benötigte Induktivität zu ermitteln.
Aus dem entsprechenden Diagramm lese ich nun ab, dass ich je nach I_out
bei 12V V_in zwischen 220 und 1000µH benötigt. Ich frage mich jetzt nur,
was mache ich, wenn ich noch überhaupt nicht weiß, wieviel Strom die
nachfolgende Schaltung zieht? D.h. ich möchte jetzt eben einfach erstmal
einen Schaltregler haben, den ich bis maximal 1A belasten kann. Das
würde dann bedeuten, dass ich nur eine Induktivität von 220µH benötigt.
Wie verhält sich die Schaltung aber dann wenn ich weniger Strom daraus
ziehe, z.B. nur 0.5A oder 0.2A? Denn so wie ich das verstehe kann die
Spule bei hohen Strömen kleiner sein weil sie schneller "geladen" werden
kann. WÜrde das dann bedeuten, dass ich bei 200µH und 0.2A eine
unsaubere Spannung erhalte? Und wie ließe sich sowas vermeiden?
Der kleine Balthasar schrieb:
> bei 12V V_in zwischen 220 und 1000µH benötigt. Ich frage mich jetzt nur,> was mache ich, wenn ich noch überhaupt nicht weiß, wieviel Strom die> nachfolgende Schaltung zieht?
Auf den Maximalstrom dimensionieren. Irgendeine Daumenpeilung musst du
haben, denn der LM2575 geht nur bis 1A, für mehr musst du einen anderen
Regler verwenden. Wenn du dich also für den LM2575 entscheidest, dann
dimensioniere das für 1A und gut ist.
> Wie verhält sich die Schaltung aber dann wenn ich weniger Strom daraus> ziehe, z.B. nur 0.5A oder 0.2A?
Bei geringer Teillast, frag mich nicht wann, läuft der Regler im
diskontinuierlichen Modus, d.h. der Strom durch die Spule sinkt in der
Abschaltphase auf 0, was dort zu hochfrequenten Oszillationen führt. Das
ist weiter kein Problem für die Ausgangsspannung, kann aber zu
EMV-Problemen (Funkstörungen) führen.
> Denn so wie ich das verstehe kann die Spule bei hohen Strömen> kleiner sein weil sie schneller "geladen" werden kann.
Ja. Aber eigentlich wird andersrum ein Schuh draus. Eine niedrige
Induktivität führt zu höherem Maximalstrom durch die Spule, weshalb die
Sättigungsgrenze darauf ausgelegt sein muss. Wird der Regler für
niedrigeren Strom mit höherer Induktivität dimensioniert, dann ist im
der Maximalstrom entsprechend geringer und die Sättigungsgrenze der
Spule darf entsprechend niedriger ausfallen (führt zu kleinerer
Bauform). Allerdings werden dann bei relativer Überlastung ggf. die
Spule und Regler überhitzt.
> WÜrde das dann bedeuten, dass ich bei 200µH und 0.2A eine> unsaubere Spannung erhalte?
Nein.
Vielen Dank für die Erklärung, dann werde ich die Spule für 1A auslegen
und mich ein wenig mit EMV beschäftigen... irgendwann muss man ja mal
anfangen es zu lernen :)
...und lass' Dich von so'n bisschen SMD nicht abschrecken. Man kann auch
damit sehr leicht und schnell Prototypen aufbauen (siehe Bildchen -
rechts z.B. mit Regler im SO8 (unter dem KK)).
Alles was man braucht ist ein bisschen Platinenmaterial, ein Dremel
(o.ä.) mit kleinem (Kugel-)Fräser und etwas Mut.
Als Speicherdrosseln für SMD empfehle ich generell die IHLP* - Typen.
Die lassen sich extrem hoch aufladen, ohne zu sättigen. Haben
unglaubliche Strombelastbarkeit für die Größe. Sind halt etwas teurer,
aber allemal ihr Geld wert!
Mit Entstördrosseln ist praktisch nie was machbar, diese gehen trotz
meist sehr hoher Induktivität sofort in Sättigung!
...wie der Name für des Lesens kundige eben schon vermuten lässt:
SPEICHERdrossel: optimiert für die möglichst verlustarme Speicherung von
Energie
ENTSTÖRdrossel: optimiert für das "Vernichten" höherfrequenter Anteile
des durchfließenden Stroms (wirken da resistiv, daher stehen im
Datenblatt* Angaben wie 2200 Ohm bei 100MHz)
*) Ich weiß, es scheint heutzutage etwas aus der Mode da mal
reinzuschauen.