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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Funktion eines MIG Schweißgerätes


Autor: Fredl (Gast)
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Abend,

jemand hat mir eine Platine von einem MIG Schweißgerät zur Reparatur 
gebracht. Defekt war lediglich der Phototriac welcher den Haupttriac der 
zur Trafospule führt ansteuert.

Da ich jedoch von der Schweißtechnik bzw. von Schweißgeräten null Ahnung 
habe wäre ich sehr dankbar wenn mir jedmand das Funktionsprinzip eines 
solchen MIG Schweißgerät erklärt. Was sind das für ALU Platten die im 
Bild ersichtlich sind und wofür der rechte kleine Trafo, der Große wird 
wohl für den hohe Strom sein.

Wäre supa, wenn mir das jemand kurz erkären kann.

Grüße, Fred

Autor: Dieter Werner (dds5)
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Die Aluplatten dienen zum Kühlen der darauf montierten 
Gleichrichterdioden und der kleinere Trafo dürfte eine Drossel sein um 
den pulsierenden Gleichstrom zu glätten.

Das Glätten geht bei großen Strömen mit einer Drossel besser als mit 
Elkos und gleichzeitig wird der Stromflusswinkel erheblich größer.

Aus diesem Grund liest man auch gelegentlich die Bezeichnung 
Saugdrossel.

Autor: Fredl (Gast)
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Hallo Dieter,

achhh du schei..., das sind tatsächlich gleichrichterdioden da drauf 
montiert, naja ok, hätt ich selber drauf kommen müssen, wenn schon vier 
solche kleine dinger drauf sind. dachte anfangs das MIG ding arbeitet 
mit wechselspannung, da ich gehört habe, damit könne man auch alu 
schweißen(wechselspannung vonnöten).

Der Motor muss ja mittels einstellbarer Konstantstromquelle angesteuert 
werden, da die Gleichspannung beim Schweißvorgang ja ziemlich in die 
Knie geht und ansonsten ja keine gleichmäßige Vorschubgeschw. möglich 
wäre, richtig?

Am Wählschalter kann man noch versch. Leistungsstufen einschalten, da 
werden dann wohl verschiedene Trafoanzapfungen (Wicklungsverhältnis und 
daraus resultierender Strom) ausgewählt oder?

Gruß,Fred

Autor: Deneriel (Gast)
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Mit dem Stufenschalter schaltet man die entsprechenden Wicklungen des 
Trafos Haupttrafos. Dazu gehört noch ein primärseitiges Schütz welches 
bei Betätigung des Tasters am Brenner anzieht.
Drossel und Gleichrichter wurden ja schon identifiziert. Bei dickeren 
Geräten hat man dann durchaus auch mal einen Drehstromtrafo mit 
entsprechendem Gleichrichter drin. Und Geräte mittlerer Leistungsklasse 
lassen sich gerne sowohl an 230V wie auch an 400V einphasig (zwischen 2 
Außenleitern einer Drehstromdose) benutzen. Bei höherweritgen Geräten 
werden normalerweise auch Kupferwicklungen auf dem Trafo und der Drossel 
verwendet - Leitfähigkeit ist da wichtiger als Geld ;-)

Üblicherweise ist neben dem Haupttrafo für die Steuerung noch ein 
Nebentrafo vorhanden - dieser kann je nach Gerät auch die 
Versorgungsspannung für den Motor liefern. Eine andere Variante wäre 
eine Hilfswicklung auf dem Haupttrafo. Zur Einstellung der 
Vorschubgeschwindigkeit reicht normalerweise eine simple PWM - zumindest 
wenn man nen Gleichströmer als Motor nimmt ;-)

Das Gasventil kann sowohl von der Steuerelektronik mit Kleinspannung 
oder über das Hauptschütz angeschlossen sein. Ersteres bietet die 
Möglichkeit so Kleinigkeiten wie Gasnachströmzeit besser regulieren zu 
können.

Je nach Geräteausführung gibts dann noch nen Haufen 
Einstellmöglichkeiten, Vorrichtungen zur Schweißstrommessung, zur 
Beeinflussung der Drossel, und mehr. Bei den ganz fetten Kloppern z.b. 
noch eine Wasserkühlung für den Brenner. Dann hat das Schlauchpaket noch 
Wasserleitungen zusätzlich drin.

Die Funktion ist vergleichsweise einfach:
Wenn der Benutzer die Taste am Brenner drückt zieht das Hauptschütz an 
und über Trafo, Gleichrichter und Drossel wird der Schweißstrom 
zugeschaltet. Der Vorschubmotor für den Schweißdraht wird eingeschaltet 
und der Draht durch das Schlauchpaket geschoben, möglichst vorher oder 
zumindest gleichzeitig wird das Gasventil geöffnet und Schutzgas durch 
das Schlauchpaket geleitet. Ohne Schutzgas verbrennt die Schweißstelle 
einfach im Luftsauerstoff. Die ist dann tierisch porös, schwarz und hält 
nicht.
Das kann auch bei Wind passieren wenn der einem das Schutzgas weg bläst.

Der Schweißstrom wird nicht im Gerät auf den Draht aufgebracht sondern 
im Schlauchpaket sitzt eine Leitung mit ernsthaftem Querschnitt neben 
Steuer- und Gasleitung sowie der Seele mit dem Draht. Im Brennerhals 
wird dann eine Gasdüse eingeschraubt, das ist eine Kupferdüse mit 
Öffnungen durch die das Schutzgas ausströmen kann. Dort hinein wird 
wiederum die Stromdüse geschraubt (ebenfalls Kupfer) und erst diese 
bringt den Schweißstrom auf den Schweißdraht (normalerweise Stahldraht, 
verkupfert).
Sobald der Draht Kontakt mit dem Werkstück bekommt entsteht an der 
Stelle durch die Leerlaufspannung und den hohen Strom ein Lichtbogen der 
Draht und Werkstück (hoffentlich) aufschmilzt. Daß die Spannung danach 
einbricht ist nicht so wichtig da mit Zündung des Lichtbogens der Spalt 
zwischen Schweißdraht und Werkstück ja ionisiert wird.
Wird der Draht nun zu langsam nachgeführt gibt es Aussetzer weil der 
Lichtbogen immer neu gezündet wird. Wird zu viel Draht nachgeführt wird 
er nicht richtig aufgeschmolzen - logisch, oder? ;-)

Übrigens ist der Lichtbogen nicht konstant sondern von der Stromstärke 
abhängig - vom unterbrogenen Lichtbogen geht das bin hin zum sogenannten 
Sprühlichtbogen. In der Praxis braucht es allerdings bei 0,8mm Draht 
schon gute 200A Schweißstrom um zum Sprühlichtbogen zu kommen. Bei 
dickerem Draht entsprechend mehr. Die kleinen 1-phasigen Geräte kommen 
da also gar nicht erst hin. Industriegeräte gibt es aber durchaus für 
500-600A und mehr. So bis 250A kommt man mit einer 16A-CEE Steckdose 
hin.


Grundsätzlich benutzen die verschiedenen Schweißverfahren auch 
variierende Gleich- oder Wechselspannungen:
- MMA, auch Elektrohandschweißen oder kurz "Elektrode" genannt arbeitet 
bei einfachen Trafos mit AC, bei besseren Trafos, den steinalten 
Umformern oder modernen Invertern mit DC. Man braucht dazu jeweils die 
passende Elektrode, nicht alles lässt sich mit jeder Spannungsform 
verschweißen.
- MIG/MAG oder auch "Schutzgasschweißen" - eigentlich identische 
Verfahren, der Unterschied liegt im genutzten Schutzgas. Üblich für 
normalen Stahl ist MAG - Metall Aktiv Gas mit einem Schutzgasgemisch aus 
Argon und CO2 (Z.b. Corgon - 82% Argon, 18% CO2). Für Edelstähle und 
Aluminium wird Argon 4.6 (99,999% Argon) verwendet und das Verfahren 
dann MIG (Metall-Inert-Gas) genannt. Andere Gemische gibt es für 
Spezialanwendungen. Üblicherweise wird Gleichstrom genutzt mit Elektrode 
(also dem Schweißdraht) am Plus-Pol. Für Manche Anwendungen kann das 
aber auch vertauscht werden.
- WIG - Wolfram-Inert-Gas, (Wolfram = engl. Tungsten -> TIG) nutzt eine 
nicht abschmelzende Wolfram-Elektrode um einen Lichtbogen zu erzeugen. 
Der Zusatzwerkstoff wird aber von Hand zugeführt. Auch hier wird 
Schutzgas verwendet um die Schweißstelle vor dem Verbrennen zu schützen. 
Je nach Anwendung wird AC oder DC verwendet. Je nach Gerät kann der 
Schweißstom und der Spannungsverlauf mehr oder weniger frei eingestellt 
werden (Puls, Frequenz, High- und Low-Zeiten). Das sind dann die Geräte 
mit den subjetiv geschätzten 5000 Knöpfen vorne dran ;-)

Die Schweißverfahren haben alle Vor- und Nachteile für verschiedene 
Anwendungen, und bislang ist noch keines davon überflüssig geworden.


Stromlaufpläne für sowas findet man übrigens in der Anleitung ;-)

Autor: Gast? (Gast)
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@Deneriel:

Danke für die Ausführliche Erklärung!
So hat man einen kleinen Einblick in die Technik, ohne gleich 50 Seiten 
Wikipedia lesen zu müssen. Gefällt mir gut.

Autor: Nick Müller (muellernick)
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Alu mit MIG geht übrigens auch mit DC. Bessere Geräte pulsen aber den 
DC.

Das AC für Alu (bei WIG) braucht man nur, um die Oxydhaut aufzubrechen. 
Da das MIG/MAG aber ein sehr unruhiges Schweißbad hat und der Draht tw. 
direkten Werkstückkontakt hat, gehts bei Alu-MIG ohne AC.


Gruß,
Nick

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Deneriel schrieb:
> Bei höherweritgen Geräten
> werden normalerweise auch Kupferwicklungen auf dem Trafo und der Drossel
> verwendet

Wie ist denn das zu verstehen? Sind die Wicklungen nicht üblicherweise 
aus Kupfer?

> Man braucht dazu jeweils die passende Elektrode, nicht alles lässt sich
> mit jeder Spannungsform verschweißen.

Ich habe vor Urzeiten mal einen Schweißkurs in der Schule gemacht. Der 
Lehrer hatte noch alte, unummantelte Schweißelektroden der Bundesbahn. 
Ich hab eine ausprobiert: mit dem Lumpenzeug bekam ich nichtmal einen 
ordentlich stehenden Lichtbogen hin - der rotierte schnell um die 
Schweißstelle und verteilte die Metalltropfen rundherum.

Autor: Nick Müller (muellernick)
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> Wie ist denn das zu verstehen? Sind die Wicklungen nicht üblicherweise
> aus Kupfer?

Findet man auch aus Alu. Kupfer ist teuer, da sind schon einige kg in 
einem klassischen Trafo.


Gruß,
Nick

Autor: Fredl (Gast)
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Hallo Forumgemeinde,

vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen zur Funktionsweiße eines 
MIG/MAG Schweißgerätes.

Grüße, Fred

Autor: Max M. (xxl)
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>Ich habe vor Urzeiten mal einen Schweißkurs in der Schule gemacht. Der
>Lehrer hatte noch alte, unummantelte Schweißelektroden der Bundesbahn.
>Ich hab eine ausprobiert: mit dem Lumpenzeug bekam ich nichtmal einen
>ordentlich stehenden Lichtbogen hin - der rotierte schnell um die
>Schweißstelle und verteilte die Metalltropfen rundherum.

Könnte das WIG gewesen sein?

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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WIG? Nein. Die Elektroden stammten aus den 1960ern oder gar noch früher 
und waren trotz fehlenden Mantels relativ dick. Die wurden ohne 
Schutzgas verbrutzelt und der Strom wurde von dicken, mechanischen 
Umformern geliefert.

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Nochmal zu den Trafos: Werden überhaupt noch nennenswert Trafos mit 
Aluwicklungen gebaut?

Autor: Deneriel (Gast)
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bezgl. Trafos:
Ja klar werden heute auch noch Trafos mit Aluwicklungen gebaut. 
Insbesondere bei den Low-Budget-Geräten sind die sehr verbreitet. Für 
den 60€ Elektroden-Bräter aus dem Baumarkt wird ja keine Kupferwicklung 
eingesetzt. Wie schon geschrieben: Das sind dicke Trafos, da gehen 
einige kg Kupfer rein und Kupfer ist teuer. Da kann man am einfachsten 
ein bisschen mehr Alu nehmen oder was beliebt ist: Einfach die 
Spezifikationen etwas runtersetzen.

Der Trafo wirkt sich unmittelbar auf die mögliche Einschaltdauer (ED) 
aus. Diese wird üblicherweise in % bezogen auf 5 (oder waren es 10?) 
Minuten angegeben. Hier im Baumarkt bieten die tatsächlich ernsthaft ein 
Gerät an das bei 160/170A Maximalstrom eine ED < 10% hat. Und das kostet 
immer noch 600-700 Tacken. 100%ED gibts dann irgendwo weit unter 100A.
Vergleichbare Geräte von Markenherstellern kosten mal eben das Doppelte, 
schaffen aber eben auch etwas mehr. Also ED30% bei Maximalstrom und um 
die 100A als Dauerstrom.

Überhaupt betreiben praktisch alle Hersteller ihre Anlagen bei 
Maximalstrom im Überlastbereich. Irgendwann wird die 
Temperaturüberwachung dann schon sagen "Bis hierhin und nicht weiter!".
Nicht nur bei der Stromversorgung sondern auch beim Brenner ist gespect 
welche Einschaltdauer bei wieviel Strom zulässig ist.
Es gibt auch keine Unterscheidung in den Brenneranschlüssen. Konkret 
kann man einen MB15 (der kleine Standardbrenner schlechthin) laut 
Spezifikation bei 60%ED und Mischgas bis 150A belasten. Praktisch kann 
ich den an der 300A-Kiste genauso anschließen. Nur wären 300A auf Dauer 
nicht besonders Gesund für das Dingen. Da muß der Benutzer tatsächlich 
den Ballförmigen Halsverschluss bemühen.

@Max M.:
Nein, WIG nutzt eine Wolfram-Elektrode unter Schutzgas. Das ist 
hochmoderne Technik. Es war ja explizit von Elektroden die Rede.
Nur normalerweise werden ummantelte Elektroden verwendet die eine 
Schlacke bilden die ihrerseits das Schweißbad vor dem Luftsauerstoff 
abschirmt.
Das gehtvon kleinen 1,6mm-Stäbchen bis hin zu 3/4" Stangen.
Nicht ummantelte Elektroden kenne ich eigentlich nur vom 
Autogenschweißen (Acetylen + Sauerstoff) oder eben als Zusatzwerkstoff 
für WIG. (Praktisch das Gleiche nur mit Schutzgas und Lichtbogen), aber 
keine Ahnung wie man das in der Frühzeit des letzten Jahrhunderts 
gemacht hat.

Elektroden verbraten ist insofern komplizierter als MIG/MAG weil da die 
Elektrode nicht ständig nachgeführt wird. Muß man also von Hand machen 
oder der Lichtbogen reißt ab. Außerdem haben Elektroden einen tieferen 
Einbrand - dünnes Material lässt sich damit nur sehr schlecht 
verarbeiten.

@Nick Müller:
Alu mit MIG möchte ich beizeiten nochmal versuchen - bislang hat sich 
allerdings weder die Notwendigkeit noch die Möglichkeit ergeben zumal 
ich nur Mischgas hier habe. Zum "nur mal probieren" sind mir 150€ 
Erstkaufpreis für ne 2. Flasche Gas zu teuer.

Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
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Deneriel schrieb:
> Nicht ummantelte Elektroden kenne ich eigentlich nur vom
> Autogenschweißen (Acetylen + Sauerstoff)

Dann redet man aber nicht von Elektrode, sondern von Schweißdraht.

Die Jungs von der alten DB, die diese Drahtstäbe elektrisch verschweißt 
haben, müssen jedenfalls echte Könner gewesen sein.

Autor: Nick Müller (muellernick)
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> Alu mit MIG möchte ich beizeiten nochmal versuchen

Das geht mit einem normalen MIG und ...
* Anderem Schlauchpaket (Teflon-Seele)
* Al-Draht >= 1mm (0,8er treibt dich in den Wahn!)
* bei mir mit geänderter Drahtzuführung ins Schlauchpaket
  (freie Länge des Drahtes muss minimal sein)
* 4-Rollenantrieb (mit vorzugsweise speziellen Rollen)
* Vorwärmen (100 .. 150°C) des Werkstücks machts leichter
* Ab etwa 3mm Blech
* Mehr Drahtvorschub (bei mir ca. 40% mehr als bei Stahl)

Mit der Option: gleich einem Push-Pull-Brenner (teuer, hab ich nicht)

Die Nähte sehen eher Kagge aus, halten aber.


Gruß,
Nick

Autor: Deneriel (Gast)
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Die Voraussetzungen sind mir bekannt. Man sagt auch etwas mehr Strom 
(Empfehlung war so 40A pro mm Material statt 30A bei Stahl). 
4-Rollen-Antrieb ist vorhanden - ob ich die Rollen tauschen muß müsste 
ich mal nachschauen.

Nen Push-Pull-Brenner leg ich mir zu wenn ich irgendwann mal 
Aluminiumaufbauten für LKWs in Heimarbeit schweiße - also nie ;-)

Autor: Nick Müller (muellernick)
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> ob ich die Rollen tauschen muß müsste ich mal nachschauen.

Die Rollen für Stahl haben eine V-förmige Nut, die für Alu eine 
U-förmige mit  dem Drahtdrm. Der Draht staht natürlich etwas über.
Kann man sich auch selber machen.


Gruß,
Nick

Autor: Bernd Funk (metallfunk)
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Ich repariere meine Schweißgeräte selbst. ( Metallbau )

Bei konventioneller Bauweise gilt.

Der Trafo ( Bei Drehstrom 3 Stück ) ist äußerst robust.
Dann kommt ein Gleichrichter ( Aluplatten mit eingepreßten
Leistungsdioden ) da gibt es schon mal Aussetzer.

Um die defekten Dioden zu finden, muss man dieses Teil
zerlegen ( Plan machen ! ) und jede Diode einzeln messen.

Die Ersatzteile sind preiswert.
( Die Erfahrung sagt, daß es Sinn macht Alle zu wechseln !)

Die nachfolgende Drossel ist auch robust.

Anders sieht es bei modernen Invertern aus, da braucht's
schon einen Schaltplan, sonst kannst du da einiges
an Zeit investieren, um einen Defekt zu finden.

Und wenn das Gerät funktioniert, liegt der Rest am
Schweißer. ( Üben, Üben, Üben..... )

Autor: Bernd Funk (metallfunk)
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Und verteufelt nicht die älteren Schweißverfahren.

Gerade beim Elektrodenschweißen muß man die Sache können.
( Da kann man nicht pfuschen, das sieht man ).

Und wer Autogen-Schweißen kann, für den ist auch WIG-
Schweißen ein Kinderspiel.

Gerade beim Mig- Mag- Schweißen lassen sich auch
Schweißnähte produzieren, die zwar gut aussehen aber
nichts aushalten.

( Das geht mit der Elektrode nicht )

Autor: Deneriel (Gast)
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Ich glaube, hier hat niemand die älteren Verfahren verteufelt. Nicht 
umsonst hat nach wie vor jedes Verfahren seine Existenzberechtigung in 
spezifischen Einsatzgebieten.

Autor: holm (Gast)
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Noch eine Anmerkung: Der Drahtvorschubmotor braucht keinen 
Konstantstrom,
der wird sogar sehr oft direkt von der Schweißspannung gespeist.
Das hat den Vorteil, das der Drahtvorschub umgekehrt proportional zur 
Lichtbogenlänge geregelt wird. Steigt die Schweißspannung läuft der 
Vorschub schneller und der Lichtbogen wird kleiner gemacht, fällt die 
Spannung wird der Lichtbogen größer.

Das gibt einen relativ konstanten Lichtbogen auch bei zittrigen Händen 
:-)

Gruß,

Holm

Autor: Nick Müller (muellernick)
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> der wird sogar sehr oft direkt von der Schweißspannung gespeist.

Das möcht ich stark bezweifeln!
Üblich sind sogenannte "Synergic"-Geräte, bei denen die 
Vorschubgeschwindigkeit im Zusammenhang mit dem eingestellten Strom 
steht. Also mehr Strom -> mehr Draht. Und zwar so, dass man am 
Vorschubpoti nichts verstellen muss, wenn man den Strom verändert.
Wäre der Vorschub von der Brennspannung abhängig, hätte man Probleme die 
freie Drahtlänge zu verändern ohne andere Parameter (eben den Vorschub) 
unpassend mit zu verändern.

Es gibt aber gepulste MIG/MAG, bei denen auch der Vorschub gepulst wird. 
Das wird aber vom Gerät gesteuert und in irgendwelchen (schwer 
erarbeiteten) Tabellen hinterlegt.

Baumarktgeräte mögen das anders machen. ;-)


Gruß,
Nick

Autor: Deneriel (Gast)
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Den Informationen die im Netz verfügbar sind zur Folge ist das durchaus 
eine Möglichkeit den Vorschubmotor über die Schweißspannung oder eine 
Hilfswicklung auf dem Schweißtrafo zu steuern. Bremsen kann man dann 
immer noch mit einer stinknormalen PWM.
"Synergic"-Steuerung ist ja nichts anderes als ein Prozessor mit 
hinterlegten Tabellen (die vermutlich gehütet werden wie Augäpfel) aber 
früher wurden die Dinger nahezu komplett diskret und ohne 
Prozessorschnickschnack gebaut.

Autor: Nick Müller (muellernick)
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> "Synergic"-Steuerung ist ja nichts anderes als ein Prozessor mit
> hinterlegten Tabellen (die vermutlich gehütet werden wie Augäpfel)

So unglaublich wertvoll sind die Tabellen nicht. Wird halt ausprobiert 
für St, Al und VA, verschiedene DrahtDrm und Spannungen und einer sagt, 
"jetzt ist es ungefähr gleich".
Dazu brauchts nicht mal einen Prozessor, das geht per Spannungsteiler 
sicherlich gut genug.

> ist das durchaus eine Möglichkeit den Vorschubmotor über die
> Schweißspannung oder eine Hilfswicklung auf dem Schweißtrafo zu steuern

Hilfswicklung ist aber wieder was anderes ...

Und trotz Drosselspule wirds direkt hinter dem Trafo beim 
Kurzschluß-Lichtbogen lustig zugehen. Damit wird man eher keinen 
Vorschubmotor laufen lassen wollen.

Dass das manche machen. Ja bitte, wenn er meint. Und dann noch PMW. Was 
ist dann damit gespart? 24V oder 12V fürs Gasventil braucht man ja auch 
noch.


Gruß,
Nick

Autor: Josip Sinkovic (luka)
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Uhu Uhuhu schrieb:
> Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
>
> Datum: 16.01.2010 13:22
>
  WIG? Nein. Die Elektroden stammten aus den 1960ern oder gar noch 
früher
>
> und waren trotz fehlenden Mantels relativ dick. Die wurden ohne
>
> Schutzgas verbrutzelt und der Strom wurde von dicken, mechanischen
>
> Umformern geliefert.

 Hallo. Mein Name ist Luka. Ich komme aus Kroatien, wo ich im Februar 
1968 in der Fa; "Janko Gredelj"  mit solchen "Nackten" Elektroden 
geschweißt habe. Die dinger wahren ca; 1.M lang und es wahr schon Kunst 
damit zu schweißen. Sie Klebten nähmlich sehr gern...Ich habe damit 
seitlichebn Zilynder (ca; 800mml lang) von der Kolbenwelle vom Damflok 
nachgeschweißt...(Das ist der teil wo die lange Kolbenwelle "Hängt" und 
sich vor und zurück bewegt...)

Den Forum finde ich supper...Mann kann imer noch dazu Lernen... Grus 
Luka.

Autor: Bernd Funk (metallfunk)
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Ein geübter Schweißer stellt alle Parameter nach.

Stromstärke, Drahtvorschub und Gasmenge sind auch von
persönlichen Vorgaben, wie Schweißgeschwindigkeit, Pendel-
bewegungwen und natürlich auch von den Materialeigenschaften
abhängig.

Allein das Einstellen der optimalen Gasmenge ist schon
schwierig genug.

Da gibt es spezielle Messgeräte, die den ausströmenden
Gasdruck am Schweißbrenner messen.

Alles Andere ist schon sehr ungenau, besonders die Druckminderer.
( Gas ist teuer ! )

Ein geübter Schweißer kann einige Fehler des Schweißgerätes
kompensieren, aber gerade das sollte ja nicht sein,
das was rauskommt, sollte das Optimum sein.

Das Schweißgerät kann also nicht gut genug sein.

Autor: Paul Baumann (paul_baumann)
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2 fundamentale Regeln beim Schweißen:
-Jeder Punkt hält eine Tonne
-Gott gebe, daß es klebe

;-)
MfG Paul

Autor: Bernd Funk (metallfunk)
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Paul Baumann schrieb:
> 2 fundamentale Regeln beim Schweißen:
> -Jeder Punkt hält eine Tonne
> -Gott gebe, daß es klebe
>
> ;-)
> MfG Paul

Genau!

Aber was macht man, wenn trotz Allem die Schweißnähte
nicht so sind, wie sie sein könnten?

Suchen.
Die möglichen Fehlerquellen sind enorm.

Stromzuführung, Gas, Drahtvorschub sind die Hauptverdächtigen.
Irgendwann zerlegt man den Gleichrichter ( 3 Phasen ) und
stellt fest, das sich die Leistungsdioden eine Phase
verabschiedet haben. ( Warum auch immer )

Neue Dioden reinpressen und die Sache läuft wieder.
( Eine Woche später verdampft allerdings die nächste Phase. )

Als geübter Schweißer merkt man einen Gerätedefekt durchaus.
Der Hobbybastler wird aber eher an seinen Fähigkeiten zweifeln.

Autor: Fathi Fathi (Firma: privat) (fredy2)
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Moin ,

Ich benötige fachliche Hilfe , bei der Reperatur eines Schweißgerätes.
Beim einschalten , des Schweißgerätes , fangen Lüfter und 
Drahtvorschubmotor sofort an zu drehen ohne zu stoppen. Am Pluspol und 
Minuspol , kann kein Strommasse gemessen werden, da am Ventilmagnet , 
kein Strom durchläuft, obwohl der Ventilmagnet funktionsfähig ist.
Woran könnte  es liegen ? und wo sollte man ab besten anfangen zu 
messen?.

Vielen Dank,

Autor: usr (Gast)
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> wo sollte man ab besten anfangen zu messen?

Wer misst misst Mist. Und wer alte Freds kapert wird zum 
Leichenfledderer. Bitte einen eigenen Faden aufmachen.

Autor: Dirk J. (dirk-cebu)
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Lass das Ding in einer Fachwerkstatt reparieren.

Autor: Thomas S. (thommi)
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Wenn man bedenkt, dass die Reaktorkessel vom KKW Gundremmingen mit 
jeweils 80.000 Elektroden verschweisst wurden... Die eine Elektrode ging 
zu Ende, und ein zweiter Schweisser setzte dann gleich ununterbrochen 
die zweite an, da bin ich immer noch fasziniert, habe einen popeligen 
AC-Trafo mit bis zu 140 A, was mir so reicht. Meine Kenntnisse 
beschränken sich eher auf das Kleben. Schöne raupige Nähte habe ich nur 
bei meiner Berufsausbildung hinbekommen, das war 1991 in den sechs 
Wochen Metallausbildung, welche im Rahmen der selben zum 
Energieelektroniker üblich war. Habe darauf bestanden, auch mal nen 
Crashkurs im Schweissen zu bekommen, so im Namen aller Elektriker-AZUBIS

Hängt aber auch von der Elektrodenumhüllung ab, so von wegen rutilsauer 
oder -basisch

Etwas OT aber eine Motivation an E-AZUBIs, deren Grundausbildung erstmal 
Metallbearbeitung ist, bei mir waren es sechs Wochen, neben dem 
U-Stahlfeilen auch mal auf einen Schweisskurs zu bestehen.

Klar feilt man nicht nur einen U-Stahl, man bekommt auch 
Bohrerschleifen, Gewindebohrerschleifen und andere Metallbearbeitungen 
gelehrt, da sich beim Schaltschrankbau die Löcher und Ausstanzungen 
nicht selber bohren.

Aber auf nen Schweisscrashkurs habe ich bestanden, und da wurde ein Tag 
bewilligt.

: Bearbeitet durch User
Autor: senke (Gast)
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Wenn der Drahtvorschubmotor sofort anläuft ist meist etwas auf der 
Steuerplatine faul!
Es kann aber auch ein Schluß am Brennertaster vorliegen.
Da Du dich über Gerät und Marke ausschweigst schau mal da nach: 
http://www.werkzeug-news.de/forum/viewforum.php?f=19
Vielleicht haben die Dein Gerät schon einmal repariert.

Autor: senke (Gast)
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Noch was zu den Bahnelektroden: Das werden wohl Basische Elektroden 
gewesen sein. Die verschweißt man mit DC und + an der Elektrode. Ganz 
wichtig ist aber, dass die vor dem Verschweißen mehrere Stunden bei 
>200° rückgetrocknet sein sollten. Auch dann ist das Zünden noch sehr 
problematisch und mit einem billigen Wechselspannungsgerät kaum sinnvoll 
zu schaffen. Für eine hochqualitative Schweißnaht an Bahnschienen MÜSSEN 
sie rückgetrocknet sein!

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