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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Elko explodiert


Autor: Steffen (Gast)
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Kam doch gestern ein Kumpel mit ner Steuerplatine von nem
Elektroscooter. Irgendwie hat es wohl einen mächtigen Schlag getan.

Na gut, reingeschaut und was war? Der Eingangselko (220µ) war
explodiert. Gut das die Dinger Sollbruchstellen haben.

Ursache?

Der Elko ist direkt parallel zum Akku geschalten. Beim PWM-Betrieb
zieht der Motor seinen Saft erst mal aus dem Elko (niedrigerer
Innenwiderstand als Akku und kürzere Zuleitungen) und dann erst aus dem
Akku. Damit wird der Elko sehr stark belastet. Eine einfache
Verpolungsschutzdiode vor dem Elko hätte ihm wohl sein Leben gerettet.

Steffen

PS: Das soll nur als Hinweis diehen. An solche Sachen denkt man auch
nicht immer beim Schaltungsdesign. Vor allem macht sich so etwas erst
nach Wochen oder gar Monaten Betrieb bemerkbar.

Autor: Benedikt (Gast)
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Was hat eine Verpolschutzdiode damit zu tun ?
Diese wäre warscheinlich auch mir explodiert.

Ich hatte mir auch mal eine Schutzschaltung gebaut, um kleine Geräte an
einem 12V Bleigelakku zu betreiben. Die Dinger liefern ja kurzzeitig
einige 100A, daher hatte ich eine Strombegrenzung auf etwa 10A
eingebaut. Zum Einschalten musste man kurz einen Taster drücken. Ein
paarmal ging alles gut, aber irgenwann hat es geknallt und der 50A
MOSFET ist explodiert (im 5m Umkreis lagen die Splitter).
Am Ausgang hing ein 2200uF Elko, der sich beim Einschalten über den
MOSFET etwas zu schnell mit etwas zu hohem Strom geladen hat.

Aber dieses Problem gibt es auch bei kleineren Leistungen:
Ich habe ein 2x40 Zeichen VFD Display das ich über einen uC ansteuere.
Um das Display zu schonen kann man es per Software in den StandBy
schicken. Bei jedem reaktivieren macht der uC aber einen Reset, da die
Spannung zusammenbricht wenn der StepUp Wandler auf dem Display
startet. Da hilft auch kein 2A Netzteil + 2200uF, das Display zieht
erstmal einige A beim Einschalten !

Autor: Melanie Muthmann (Gast)
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Ja ich habe mir auch diesen Mikrokontroller bestellt. Und habe ihn
ausprobiert.

Weil ich so plöt bin hats den ganzen Mikrokontroller zerissen.

Ich werde dies Reklamieren !!

mfg

Melanie Muthmann

Autor: Peter Dannegger (peda)
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Ja, viele werden erst durch Schaden klug.

Besser wäre aber, vorher ins Datenblatt des Elkos zu schauen, welcher
Maximalstrom zulässig ist.

In Autoradios wurde früher eine Drossel (10mH) in den Eingang gelegt,
damit die Elkos nicht den Starterstrom (50A) liefern müssen.

In Netzteilen mit hohen Impulsströmen werden deshalb auch 3 oder mehr
Elkos parallel geschaltet, damit sich die Strombelastung aufteilt.


Peter

Autor: Benedikt (Gast)
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>In Netzteilen mit hohen Impulsströmen werden deshalb auch 3 oder mehr
>Elkos parallel geschaltet, damit sich die Strombelastung aufteilt.

Was aber auch nicht immer hilft.
Ich hatte schonmal einen Videorekorder, in dem nur 220uF Elkos verbaut
waren. Je nach Bedarf bis zu 5 Stück parallel. Am Ende konnte ich dann
etwa 15 Stück (=alle) austauschen, da alle ausgelaufen waren. Ist aber
das Standartproblem bei Videorekordern, dass die Elkos nach einigen
Jahren austrocknen oder platzen.

Autor: Steffen (Gast)
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Eine Verpolungsschutzdiode vor dem Elko hätte unter anderem verhindert,
dass sich der Elko über den Motor entladen kann. Damit wäre die
Impulsbelastung weg und der Elko wäre ganz geblieben. Eine Drossel
würde natürlich ebenfalls funktionieren.

Ich möchte nur nicht wissen wie viele von den Dingern nach ein paar
Tagen Betrieb hochgehen.

Steffen

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