Hallo zusammen,
so mal rein aus Neugier ;-) :
Wie gut schirmen ganzflächige Masseflächen innerhalb eines PCB Signale
voneinander ab. Kann man das irgendwie einfach abschätzen, gut es schöne
Simulationswerkzeuge?
Jen
Interessante Frage ...
Wenn ich mir die Ausgabe von so einer Feldberechnung ansehen (siehe
Anhang) würde ich sagen hervorragend, aber die in die Fläche induzierten
Ströme erzeugen ja auch wieder ein Feld ...
Vielleicht was ja einer der HF-Spezialisten hier mehr :-)
Ja. aber diese induzierten Stroeme wirken dem Feld entgegen. Und sind
nur die Eindringtiefe tief. Was bedeutet, die Schirmung geht nicht auf
Frequenz Null hinunter.
Für niedrige Frequenzen ist die Schirmung wieder sehr gut.
Im HF Bereich ist sie allerdings in Abhängigkeit vom Skin Effekt
durchlässsig. Die Kupferflächen sind ja nu in einem PCB nicht so
wirklich dick ;-)
Wobei hier echt mal ein paar Zahlen interessant wären, habe ich bisher
auch noch nicht länger darüber nachgedacht ...
Nein, fuer niedrige Frequenzen verschwindet die Daempfung des
magnetischen Feldes. Fuer niederfrequente Schirmeung ist daher
Eisenblech besser geeignet als kupfer.
Bei niedrigen Frequenzen verschwindet das Feld, da wirkt die
Kupferfläche ja wie eine Äquipotentialfläche.
Das habe ich gefunden:
Zahlen: Bei Kupferschichtdicke von 1um ergibt sich bei 100Mhz eine
Felddämpfung von 75 dB
Wie das wohl bei 100kHz aussieht?
"Abschirmen" heißt letztlich ja auch "Ableiten von Störströmen" und da
kommmt wieder die Impedanz der Massefläche ins Spiel, die leider nicht 0
Ohm und nicht 0 Henry ist.
Daß das mit dem Abschirmen nicht ganz so gut klappt, siehst du schon
daran, daß eine Multilayer Platine oft mehrere Masseflächen enthält. Da
kann zum Beispiel eine als Rückleiter für eine ganz fiese Clockleitung
vorhanden sein. Würde diese nicht von den Clocksignalen verseucht,
könnte man sie ja auch für andere Masserückströme verwenden, tut man
aber nicht. Sie taugt aufgrund der Spannungsabfälle nicht nur nicht für
andere Masserückströme, sondern sie kann sogar selbst als Störantenne
wirken, gegen die man mit einer weiteren Massefläche abschirmen muß.
Wie gut letztlich eine Massefläche abschirmt, hängt also von der
konkreten Anwendung ab.
Kai Klaas
Das ist ja genau Frage wie gut die Massefläche die einzelnen Signale
voneinander Abschirmen :-)
Das man mehrere nimmt ist ja alleine schon deswegen notwendig, damit man
das Crosstalk-Limit mehrerer übereinaderliegender Leitungen nicht
überschreitet.
Allerdings ist es eigentlich so, dass die "löchrige" Abschirmung bei
niedrigen HF-Frequenzen doch durch die begrenzte Leitfähigkeit des
Kupfers kommt. Bei den kurzen Abmessung, die in einem PCB üblich sind
könnte die Berehnung des Feldprogramms von oben mit den nahezu perfekten
Schirmung stimmen. In einem PCB baut man schließlich keine Antennen.
Oder liege ich mit der Einschätzung daneben?
Bei Stoerungen muss man immer beide Komponenten betrachten, die
elektrische, und die magnetische. Nur weil man die eine Komponente in
einer gewissen Anwendung besser schirmen kann, heisst das noch lange
nicht, dass man gewonnen hat. Wenn's dumm geht, kommt die andere
Komponente zum Tragen und macht den ganzen Aufwand fuer die andere
Komponente wirkungslos. Mit einer elektrischen Schirmung, dh mit einem
Leiter, kann man das E-Feld schirmen. Sobald aber Strome fliessen,
koennen auch Stroeme induziert werden. Und diese Induktion passiert uber
das magnetsche Feld.
Das magnetische Feld induziert zwar Wirbelstroeme, die dem Feld
entgegenwirken, es aber nicht in jedem Fall aufheben koennen.
Kai:
Ich habe da keine spezielle Anwendung im Kopf ;-)
Mich hat aber die Fragestellung interessiert, wie gut sich
Signalleitungen innerhalb eines PCBs voneinander schirmen lassen.
So mal aus theoretischer Sicht.
Aber mit den Masserückströmen hast du natürlich Recht, zu einem gewissen
Teil haben die natürlich auch Einfluß auf eine "Opferleitung", auch wenn
ich bisher noch nie etwas von Crosstalk Problemen über Masseflächen
hinweg gehört habe.
Das Beispiel mit der fiesen Clock, spricht aber für ein PCB mit
Designfehlern.
Das wird dann aber zum Schutz der clock Leitungen gemacht, im Gegensatz
zu Datenleitungen ist es ja für die Perfomanz des Systems wichtig, dass
die mit möglichst wenig Jitter ankommen.
Hallo,
die Schirmwirkung hängt sehr stark von den verwendeten Geometrien ab.
(Lagenabstand Signallage zu Massefläche).
Bei hohen notwendigen Schirmdämpfungen (z.B. Backplanes) wird immer noch
zusätzlich mit "Schirmleitungen" auf der Signallage gearbeitet. Mit
Durchkontaktierungen zur Masselage alle paar cm. (damit ein magnetisches
Gegenfeld aufgebaut wird).
So ich habe es mal für euch simuliert.
GIF Animation gibt es im Anhang. Wie man sieht ist die Schirmung durch
Masseflächen so gut, dass kein Feld nach außen dringt.
Welche Frequenz wird da getaktet? Wo liegt der Rückleiter zu dem
pulsiereneden?
könntest du das gleiche nochmal simulieren bei einem via das quer durch
geht?