mikrocontroller.net

Forum: Platinen Ein Tip zum sauberen Ätzen


Autor: Tobias (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo Leser des Forums,
kürzlich habe ich eine sehr interessante Entdeckung
gemacht, die auch euch hilfreich sein könnte.
Es geht um das Ätzen mit Salzsäure und Wasserstoffperoxid.
Als ich anfing mich über dieses Ätzmittel zu informieren,
fand ich sehr unterschiedliche Anleitungen über das Mischungsverhältnis 
sowie Meinungen über Sauberkeit und
Qualität.
Eine Webseite lobte es in den höchsten Tönen, weil es schnell
und billig herzustellen ist und weil es noch schneller ätzt;
eine andere Seite riet davon ab, weil es angeblich gefährlich
und hoch giftig sei.

Merkwürdig fand ich auch warum dieses (Ätz-)Mittel so sprudelte.
Merkwürdig deshalb, weil auf einer Chemieseite die Reaktions-
gleichung angegeben war, laut der überhaupt kein Gas frei werden durfte 
(Entstehen ja, aber es sollte in der Lösung wieder gebunden werden).

Meine Erfahrungen:
Sprudeln tuts nur, wenn man überdosiert!
Ich verdünne die 30%ige Salzsäure noch einmal mit der (mindestens) 
1,5fachen Menge an Wasser. Dann ein (nicht zu großer) Schuss 30%iges 
Wasserstoffperoxid.
Legt man nun die Platine in die Lösung hat den Eindruck es würde 
garnichts passieren. Wenn man aber die Platine etwas bewegt, so stellt 
man fest, dass sich auf dem blaken Kupfer eine sehr feine metallisch 
schillernde Schicht bildet, die wenn man die Platine weiterbewegt 
aufreisst und sich dann eine neue Schicht bildet. Die Leiterplatte muss 
weiterbewegt werden, bis die Platte fertig ist. Das dauert nach meiner 
Erfahrung kaum länger als wenn man die Lösung zu stark ansetzt und es 
sprudeln lässt. Das die sprudelde Suppe hoch giftig sein soll, kann ich 
mir gut vorstellen, das Gas ist nämlich Chlorgas! Bei der nicht 
sprudelnden Lösung riecht man auch ein bischen Chlor, aber lange nicht 
soviel wie bei der anderen. Trotzdem arbeite ich damit immer DRAUSSEN.
Ich habe sogar den Eindruck, dass die leichte Lösung noch exakter ätzt 
als die überdosierte.
Wie dem auch sei, auch unter einer starken Lupe kann sich das Ergebniss 
sehen lassen.

Entsorgung: Das Aufbewaren der gebrauchten Lösung empfiehlt sich nicht, 
da das H202 nach und nach Sauerstoff abgeben soll. Aber die Herstellung 
ist ja auch schnell und billig.
Trotzdem immer nur soviel hersellen, dass es gerade reicht.
Wenn die Lösung auf einmal blau wird fehlt Säure.

Bisher habe ich die Abfälle immer so entsorgt:
Langsam Kalk in die Suppe geben, bis sich kein CO2-Gas mehr bildet. Muss 
danach sehr trüb aussehen. Zur Sicherheit noch etwas Kalk dazu. Diese 
Mixtur eintrocknen lassen (aber nicht wo man isst oder schläft), Pulver 
in ein Glas füllen, beschriften und ab zum Giftmobil. Wer meint, er 
könnte es einfach wegkippen, wird sein blaues Wunder erleben. Die 
nichtneutralisierte Lösung greift JEDES Metall an, auch die Rohre des 
Waschbeckens!
Auch wenn es unpraktisch ist die Lösung immer wieder neu anzusetzen, die 
Zeit wo man ansetzt spart man beim ätzen. Ich kenne nichts was das Kufer 
schneller entfernt, so billig und einfach ist, ohne Beheizung auskommt 
und immer ganz klar bleibt.
Ich hoffe ihr konntet damit etwas anfangen, ich jedenfalls verwende 
nichts anderes mehr.

Um das einmal ganz klar zu sagen: Ich bin weder Chemiker, noch fertig 
ausgebildeter Elektroniker. Ich kann und werde also keinerlei Gewähr 
und/oder Haftung für die Richtigkeit und/oder Vollständigkeit dieser 
Informationen übernehmen.
Es sind meine persönlichen Erfahrungen und dieser Text ist in 
keinsterweise als Anleitung zu verstehen! Wer das Beschriebene versucht 
nachzumachen handelt in jedem Fall auf eigene Gefahr!
Sollte es rechtliche oder fachliche Fragen geben, so sind hierfür 
Fachleute zu Rate zu ziehen.
Sollte solch ein Fachmann diesen Text im Forum entdecken, so bitte ich 
ihn mich zu korrigieren, falls ich etwas falsch gemacht, dargestellt 
oder vergessen habe.

Richtig interpretiert hat man diesen Text nur, wenn man ihn als Anregung 
für eigene Ideen ansieht und diese mit Fachleuten bespricht bevor man 
etwas ausprobiert.

Wer nicht weiss, wie er mit Chemikalien umzugehen hat sollte sowieso die 
Finger von der Ätzerei lassen und erst einmal die Grundlagen der Chemie 
lernen.


Tschau

Tobias

Autor: Kilian Nötzold (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hi

Deine Ausführungen haben mich überzeugt das es doch mal einen Versuch 
wert wäre mit Salzsäure und Wasserstoffperoxid zu Ätzen. Bis jetzt 
dachte ich immer das währe so ein Teufelszeug an das sich nur lebensmüde 
wagen :)
Kann ich nicht auch anstatt 30% Salzsäure 1,5 Fach zu verdünnen gleich 
10% nehmen sollte ja so ungefähr das gleiche bei rauskommen und man 
spart sich die Gefahrenquelle des Verdünnens.

Bei 30%iger Salzsäure habe ich 70% Wasser.

Zu diesen 70% Wasser kommen 150% dazu (um das 1,5 fache verdünnen) also 
220%. Insgesamt also 250%. Um wieder auf 100% zu kommen muss ich die 
250% durch 2,5 teilen und die 30% Säure auch da die ja gleich geblieben 
sind. Daraus folgt 12% Säure.
Passt so oder?

Ich weiß das du keine Anleitung schreiben willst aber in was für einem 
Gefäß Ätzt du ich habe an so eine Entwicklerschale gedacht und dazu eine 
Kunststoffzange.

Mfg Kilian Nötzold

Autor: Tobias (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ich gebe hier lediglich Daumenwerte an, ob es ein paar Prozent mehr oder 
weniger sind spielt keine Rolle. Verdünnen tue ich immer nach Gefühl, ob 
jetzt statt 1,5 fache oder 2,5 fache Verdünnung dürft keinen großen 
Unterschied machen.
30%ige Säure verwende ich nur, weil es die billig im Baumarkt gibt. Für 
Ätzen selbst nehme ich immer ein Glas, wo die Platne so gerade hinein 
passt. Eine Schale (sofern sie nicht allzugross ist) müsste noch besser 
sein (hab ich aber nie probiert).
Wichtig ist, dass du beim Ätzen diese metallisch schimmernden Schichten 
entstehen und aufreißen sehen kannst.
Thema Teufelszeug:
Das Peroxid ist gefährlich; Kittel, Handschuhe und SCHUTZBRILLE solltest 
du mindestens benutzen (und vorallem die fachkundige Person). Auch alte 
Kleider sind fast schon Pflicht, weil H2O2 JEDE Art von Farbstoff 
zerstört, sogar den der Haut! Bei mir sind die schneeweißen, brennenden 
Flecken auf der Hand zwar nach ein bis zwei Stunden wieder verschwunden, 
aber man sollte es tunlichst vermeiden, dass sie überhaupt erst 
entstehen. Verwende dieses hochprozentige Zeug nie nie nie für etwas 
anderes als Ätzen, wenn du es nicht mehr brauchst ist es Sondermüll und 
gehört zur Giftannahmestelle.
Darüberhinaus ist Peroxid (30%) teuer (aber sehr ergiebig), wenn du es 
nur mal probieren möchtest, hol nicht zuviel von dem Zeug (100ml sind 
mehr als genug für ein paar Versuche).


Tobias

P.S. Eine besonders schön schimmernde Schicht kannst du sehen, wenn du 
die (noch nicht fertige) Platine aus dem Ätzbad für ein paar Sekunden an 
die Luft holst. Das schadet überhaupt nicht, man kann es ruhig ein 
paarmal machen.

Ich weiss das ich mich wiederhole, aber deine Gesundheit sollte es dir 
wert sein: Immer fachkundige Person machen lassen oder zumindest 
dabei!!!

Autor: Kilian Nötzold (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Also mit Peroxid habe schon öfter gearbeitet (Bei Aquarien kann das 
öfter Praktisch sein) und na ja das ist finde ich kein Problem da wie du 
schon sagtest nur ein Bleichmittel ist. Wenn das H2O2 auf was raues 
kommt dann spaltet sich ein O ab so das Radikaler Sauerstoff entsteht 
und das passiert in unserm Körper zuhauf  Also Handschuhe, Augenschutz 
und alte Baumwollkleidung sind Pflicht aber das ist ja immer so wenn man 
was mit Aggressiven Stoffen macht.

Ich weiß nicht aber Peroxid ist auch nicht so teuer bei uns auf dem Dorf 
kosten 1,5L so 3-4€ ich finde das noch OK ich weiß aber jetzt nicht wie 
viel % das Zeug hat.

Danke für die Tipps ich werde dann mal die Tage einen Versuch wagen :)

Autor: Tobias (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Nur ein Bleichmittel ist wohl etwas untertrieben, aber egal.
3-4€ sagst du? Wo wohnst du, mich hat 1l über 10 gekostet!
Aber wenn du sagst, das es so billig ist, ist es wahrsch. nur das 3%ige 
und nicht das 30%ige. Dürfte aber auch funktionieren, gibt man halt was 
mehr hinzu.

Autor: Michael (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Kann man mit Salzsäure und Peroxid in einer PVC-Küvette ,wie es sie bei 
Reichelt gibt, ätzen oder muss es Glas sein?

THX.

Autor: Fritz7 (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
pcv is schon in ordnung.
kannste aber auch glas nehmen.

Fritz7

Autor: Sebastian Fahrner (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
@Tobias:

Ich finde es sehr positiv, daß Du die Reste richtig entsorgst, anstatt 
sie einfach in den Ausguß zu gießen!!

Sebastian

Autor: Emanuele (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Peroxid, das hochgiftige Zeug wird z.B. in der Lebensmittelindustrie zum 
Sterilisieren von Verpackungen gebraucht.

Emanuele

Autor: Marco Vogt (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ich hab heute auch mal "so zum Spaß" diese Ätzmethode ausbrobiert. Nach 
relativ schlechter Erfahrung mit "Feinkristall" (EXTREM langsam) war ich 
wirklich begeister von dieser Mischung. 10 Minuten hat's gedauert und 
ging sehr viel gleichmäßiger als mit dem alten Zeug. Ich bin jedenfalls 
überzeugt und werde es ab jetzt immer so machen!

Autor: M.B.Ö. (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Also als bezugsquelle für h2o2 kommen soweit ich weiss auch apotheken in 
frage. Denn das zeug wird auch mal benutzt um verkrustete wunden zu 
säubern. Was dass allerdings für konzentration hat weis ich nicht.

Autor: Tobias (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Mein Peroxid stammt aus der Apotheke und hat 30%. War mit über 10€ pro 
Liter aber nicht gerade billig, dafür hält eine Flasche fast ewig, 
selbst für doppelseitige Euro-Platinen benutze ich nicht mehr als ca. 
1,5-2 Kappen voll.

Tobias

Autor: emil (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
na ja , ewig hält er sicher nicht, zerfällt ziemlich schnell von sich 
selbst, besonders bei hoher (zimmer-) temperatur oder licht; nach ca. 1 
monat hast du statt 30%h2o2 nur mehr 5%h2o2 und jede menge wasser :))) 
ansonsten kann ich nur bestätigen-ein gutes und billiges ätztmittel, 
habe jedoch bessere erfahrungen mit fe2o3 gemacht (die braune lösung); 
ist viel ruhiger und präziser, nur kann man die flecken aufm kleid nie 
wieder gutmachen :)

Autor: Tobias (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hmm, dann ist die Dosierung noch sehr viel niedriger als ich dacht, ich 
bewart es im Keller seit ca 8 Monaten auf, und es funktioniert tadellos! 
Übrigens halte ich den Original-Behälter fest verschlossen, so wie ich 
es bekommen habe, das es im Reinzustand ausgast, davon habe ich noch 
nichts gemerkt! In der Lösung gebe ich dir recht, aber nicht 
Originalverpackt bei kühler Umgebung. Was das ruhigere angeht, so hast 
du wohl auch recht, aber die Präzision, dass stelle ich ernsthaft in 
Frage, warum hätte man sonst andere Ätzmittel wie dieses entwickelt, 
wenn fe2o3 die ideale Lösung wäre?

Tobias

Autor: Waldemar_P (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo Emil hallo Tobias,
Das Ätzen mit dem Fe2O3 wird mich interesieren, wird der Rost nur im 
Wasser aufgelöst oder kommen da noch andere Substanzen.
Ich suche immer noch nach Alternativen für saubere Atzen.
Eisen-3-chlorid, Salzsaure + H2O2, Natriumpersulfat, Natriumchlorit habe 
ich durch. Alternative Verfahren werden mich interesieren.

gruß
Waldemar

Autor: Tobias (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Oh pardon,
man sollte genau lesen, ich habe bei meinem letzten Beitrag an 
Eisen-3-Chlorid gedacht, dabei steht da ja Fe2O3 also Eisen-Oxid! Sorry, 
das habe ich noch nicht probiert, da habe ich keine Ahnung von, dabei 
habe ich es selbst sogar ausgeschrieben. Von diesem Mittel habe ich 
selten etwas gehört, würde mich aber interessieren, wie man es benutzt, 
wo man es kriegt, wie teuer und genau es ist. Emil, kannst du vielleicht 
mal ein Bild von einer Platine posten?
Danke!

Tobias

Autor: HGSTaBRF (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
ich hab letzte woche mal probiert ob mein altes platinenmaterial nich 
geht und  hab mal ein stückerl belichtet,entwickelt und in fe3o2 
gehängt...nachdem nach 5min noch immer nix gegangen ist und ich grad 
eine flasche salpetersäure (zumindest glaub ich das es das war) 
"gefunden" hatte, hab ich mich gefragt ob das auch gehn würde und hab 
mal was drüber geschüttet... 5sec dann wars cu weg ... noch mehr 
drauf...nix passiert mit dem unbelichteten... noch viel mehr 
drauf...noch immer nix...

also dürfte gut gehn...nur is eben salpetersäure "etwas" gefährlicher 
als das "gutmütige" HCl ;)

btw das flascherl war noch 1/8 voll und stand so 10jahre herum...dürfte 
also ned mehr soo hoch prozentig sein....

naja aufpassen sollte mandamit schon ;)

das zeug hats angeblich mal im baumarkt gegebn zum kupferrohr-lötn...

ich glaub ich werd mir mal ein kleines fläschen besorgen und mal schaun 
wie gut das wirklich geht... g

73 HG

Autor: emil (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
tut mir leid, jungs, habe blöderweise Fe2O3 statt Fe2CL3 geschrieben; 
hatürlich ist fe2o3 einfach rost, fe2cl3 dagegen gutes, ruhiges, aber 
dafür schmitziges ätzmittel; entschuldigt bitte die verwirrung!

btw, industriestandard ist ammoniumpersulfat; war früher in einem pcb 
betrieb beschäftigt

noch einmal sorry!

emil

Autor: MooseChecker (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Vorsicht mit den Versuchen mit Salpetersäure. Die entstehenden 
Nitrosegase sind richtig !GIFTIG! Gegen die Giftigkeit von NOx-Gas ist 
die HNO3 selbst Muttermilch(NICHT ERNST GEMEINTER VERGLEICH).

Generel solltet Ihr alle sehr Vorsichtig sein mit Entwicklung von Chlor- 
oder NOx-Gasen - damit ist nicht zu Spaßen. Es hat schon andere gegeben, 
die sich so aus dem Genpool gekickt haben.

MooseC

Autor: HGSTaBRF (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
darum hab ichs im freien neben voll aufgedrehter wasserleitung mit 1weg 
latex handschuhen und weit weggehalten probiert... ;)

aber salpetersre hat eben den vorteil, dass es selbst stark oxidierend 
wirkt...also kein H2O2...

übrigens nur für die, die sich nicht über die verwendete chemikalie 
schlaumachen bevor sie was angreifn...
http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Chemie/ch_hno3.htm

ich hab mal gegooglet und hab da in einem datenblatt 
flussmittelhersteller was von 10%tiger salpetersre gelesn..sollte also 
ned allzu gefährlich sein.... im gegensatz zur reinform ;)

naja respekt würd ich dem mittelchen doch zolln...aber ich werds mal 
ausprobieren obs damit nicht auch gut geht...die frage ist nur wo man 
das zeug bekommt...ohne grosse probleme zu bekommen

73 HG

Autor: Milchknilch (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hmm früher hab ich das immer in der Apotheke besorgt. Aber ob man das 
heute noch bekommt. Selber herstellen geht zwar ist aber ne ziemliche 
Sauerei und scheiss gefährlich.

Zum ätzen geht es bestimmt gut.
Könnte man nicht duch verdünnen das Rauchen verhindern?

Autor: Georg (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo :o),

auch wenn der letzte Beitrag schon etwas länger her ist möchte ich doch
noch 2 Kommentare abgeben:

1.Das „Teufelszeug“ H2O2 ist eigentlich harmlos, wenn man von
gebleichten Flecken auf Haut und Kleidung absieht. Man sieht halt
gleich das Ergebnis, wenn man was draufbekommen hat (was wahrscheinlich
gar nicht so schlecht ist!); bei anderen Sachen wie Batteriesäure sind
die Löcher erst einen Tag später sichtbar
In der Verdünnung von 3% wird es wie schon erwähnt zur Reinigung von
Wunden verwendet; entfaltet aber auch da noch beeindruckende
Bleichwirkung :) Giftig kann es also auch nicht sein ;)

2. Lasst um Gottes Willen die Finger von HNO3 (Salpetersäure)! Bei der
Reaktion mit Kupfer entstehen in JEDEM Fall Stickoxide (NOx), die nicht
wieder in Lösung gehen, also Aufsteigen.
Jeder der sich mit Stickoxiden auskennt wird euch dazu folgendes sagen:
Ein Atemzug, bei dem NOx eingeatmet wurde wird euch momentan keine
Probleme bereiten. Anders wird es allerdings in ein paar Tagen
aussehen, wo ihr dann mit Lungenödem im Sterben legen könnt und euch
nicht mehr geholfen werden kann. Es wäre zwar möglich sich in den
ersten (beschwerdefreien!) Stunden durch ein Inhalationsspray davor zu
bewaren , welches in jedem RTW vorhanden ist, aber ich glaube nicht,
dass ein Hobbyelektroniker nach dem Ätzen sich so was besorgen will.
NOx hat schon einigen Feuerwehrleuten das Leben gekostet, die die
Gefahr (trotz Aufklärung) unterschätzt haben; die Konzentrationen um
eine Brandstelle sind aber sicher nicht größer als beim Platinenätzen.

Auch wenn viele Sicherheitshinweise oft (um nicht zu sagen die meisten)
übertrieben sind, bei HNO3 ist das nicht der Fall und wer was anderes
behauptet hat schlicht weg keine Ahnung.

Live long and prosper! (könnte besser nicht passen :)
Georg

Autor: Michael (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo zusammen,

nach nunmehr über 10 Jahren nicht mehr Ätzen, möchte ich es auch mal
wieder probieren. Früher habe ich mit "der Suppe" (Eisen-III-Chlorid)
rumgepanscht, möchte das aber nicht wieder anfangen.

Nun muss ich mit Entscheiden zwischen:

a.) Natriumpersulfat plus Heizung plus Geblubber,

b.) und Salzsäure mit Wasserstoffperoxid.

So wie es aussieht, ist Version a die chemisch am problemloseste. Die
Ätzlösung kann problemlos aufbewahrt werden und tut nur wirklich etwas
wenn sie warm ist. Dafür benötigt man aber Heizung und Geblubber mit
Luft und den ganzen Geraffel. Ziemlich viel Aufwand um 2 bis 3 mal im
Jahr eine Platine zu ätzen.

Version b sagt mir eigentlich am meisten zu, bezüglich des Ätzvorgangs
selbst. Einfach die Platine in das Gemsich hinein, etwas hin und her
bewegen und nach einigen Minuten fertig. Ohne Blubber-Spritzer und ohne
langandauerndes aufheizen und umfüllen der Ätzflüssigkeit in die Küvette
und wieder zurück in die Flasche.

Was mich auch nicht stört, ist die Lagerung von Salzsäure und
Wasserstoffperoxid getrennt. Das ist ja problemlos möglich.

Nur das Ätzgemisch aufheben ist ja etwas ätzend, im wörtlichen Sinne:
Das Zeug gast aus und muss gut gelüftet gelagert werden, dafür wird
alles Metall in der Lagergegend angegriffen (HCL!).

Darum gefällt mir die Idee mit dem Ansetzen, Ätzen, und danach mit Kalk
neutralisieren recht gut. Dann wäre das Lagerproblem auch gelöst.

Dazu habe ich eine Frage: Was ist mit "Kalk" gemeint? Ganz normaler
"Gips"?

Und dann noch ein Frage zum Wasserstoffperoxid: Ich habe gelesen, es
gibt auch "stabilisiertes Wasserstoffperoxid". Da sind Stabilisatoren
dem H2O2 beigesetzt um ein Zersetzen zu verhindern. Kann man das auch
zum Ätzen verwenden? Wenn ja, bekommt man das auch problemlos? Oder ist
das dann wieder unverschämt teuer?

Wäre nett könnte mir jemand ein paar Tips geben.

Autor: Claus Thaler (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
My two Cents:

Ich habe Vieles ausprobiert, Salzsäure, Eisenchlorid, Persulfat..

am Besten gefällt mir das Natriumpersulfat (Feinkristall). Keinerlei
schädliche Gaste, keine Flecken, wenn man Spritzer sofort mit Wasser
wegwäscht gibts auch keine Flecken auf der Kleidung, ist unbegrenzt
Haltbar (ich ätze mit 15 Jahre altem Persulfat).


Salzsäure ist billig und schnell, die Dämpfe greifen aber nahezu jedes
Metall in der Umgebung an, das merkt man wenn man mal ne Flasche im
Hobbykeller stehenlässt.

In der Apotheke kanns schonmal Ärger geben, wenn Ihr Peroxyd und
Salzsäure kauft, damit kann man nämlich auch Sprengstoffe herstellen.

zum Ätzen: Ich hab vor Kurzem etwas sehr Praktisches Entdeckt:
im Supermarkt gibts von EMSA Kunststoffdosen mit Silikondichtung im
Deckel, damit mache ich folgendes:
Platine mit Doppelseitigem Klebeband (ich mach nur einseitige) am
Deckel befestigen, Atzlösung in die Dose, Deckel Drauf. Da das ganze
absolut dicht ist, kann ich nun den gesamten Behälter mit Platine
kräftig schütteln, was einer Schaumätzanlage recht nahekommt. So komme
ich in keinste weise mit der Ätzlösung in Kontakt.
Das dauert ca 5 Minuten, dann ist die Platine fertig. Danach Deckel
abnehmen. Da die Platine am Deckel klebt, bleibt die Ätzlösung in der
Dose, und ich brauch auch keinerlei Pinzette etc. danach Platine
abspülen, entfernen, und Deckel wieder auf die Dose. Die Ätzlösung hat
so gleich ein passendes Aufbewahrungsgefäss.
Man muss nur beim erwärmen / Abkühlen der Dose den Deckel leicht
geöffnet halten, dass die Luft sich entsprechend ausdehnen kann.
So kann ich absolut ohne Spritzer auf Haut, Kleidung etc schnell und
sauber ätzen.
So eine Dose kostet ca 3-4 Euro und ist jeden Cent Wert!

Autor: Claus Thaler (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hab ich noch vergessen zu sagen: durch die fast Transparenten Deckel
kann man die Platine auch immer gut beobachten!

Autor: Moppel (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
"Auch wenn viele Sicherheitshinweise oft (um nicht zu sagen die
meisten) übertrieben sind, bei HNO3 ist das nicht der Fall und wer was
anderes behauptet hat schlicht weg keine Ahnung."

Dann verrat mir mal, Du Ahnungsvoller, wie ein Mensch freiwillig
größere Mengen Stickoxide einatmen kann? Das Zeug brennt dermaßen in
der Lunge dass jeder Mensch von selbst das weite sucht. Ich hab mal in
einem Chemielabor Bekanntschaft damit gemacht und weiß also wovon ich
rede.

"Ein Atemzug, bei dem NOx eingeatmet wurde wird euch momentan keine
Probleme bereiten. Anders wird es allerdings in ein paar Tagen
aussehen, wo ihr dann mit Lungenödem im Sterben legen könnt und euch
nicht mehr geholfen werden kann"

Ich hab vor vielen Jahren schon einen guten Zug davon eingesogen und
mir gehts immer noch prächtig, also übertreib nicht so kindisch. Ich
kenn keinen Chemiker der in seiner Ausbildung noch nie Stickoxid
gerochen hätte; Deiner Ansicht nach müßten die ja alle längst tot
sein... Was Du da behauptest mit "1 Atemzug=tot" ist einfach nur
eins: LÄCHERLICHE WICHTIGTUEREI. Es reicht doch zu sagen dass das Zeug
gesundheitsschädlich ist, dann wird jeder normale Mensch schon
aufpassen; man muss es nicht dermaßen übertreiben!

Autor: Tobias (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Oh Gott, da hat jemand meinen uralten Thread wieder hoch geholt!
Naja, egal. Auf dem Gebiet hat sich auch bei mir etwas getan.

Ich neutralisiere nicht mehr mit Kalk (Calziumcarbonat), nicht Gips!
Das ist erstens Verschwendung, zweitens eine Schweinerei und drittens
komme ich nicht mehr so problemlos an Calziumcarbonat. Man kann nur
noch das hochreine für Analysen kaufen. Das kostet mehr als die ganze
Platinenherstellung zusammen.

In der Apotheke bekommt man nur das stabilisierte H2O2 zu kaufen.
Man sollte dem Apotheker aber klar machen, wofür man das braucht.
Die Zusatzstoffe stören beim ätzen nicht. Ebenso lagere ich alle meine
Flaschen fest verschlossen an einem nicht zu warmen Ort.
Schließlich kauft man das H2O2 auch festveschlossen. Die "alte"
Ätzlösung wird ebenfalls so gelagert. Ich entlüfte Sie die erste Zeit
nach dem Ätzen alle paar Stunden. Diese Art der Lagerung ist meine
eigene Erfahrung, ich empfehle keinem das Nachzumachen!

"die Dämpfe greifen aber nahezu jedes Metall in der Umgebung an, das
merkt man wenn man mal ne Flasche im Hobbykeller stehenlässt." das
stimmt nicht! Ich lagere seit Jahren Salzsäure im Bastelraum, da rostet
nichts. Zum Ätzen gehe ich allerdings nach draußen.

Es gibt ein gutes "Rezept" hier im Forum für die HCl + H2O2 Mischung,
das ich in sehr ähnlicher Zusammensetzung auch verwende. Koni hat es
kürzlich noch einmal beschrieben. Die Lösung enthält darin ca. 9% HCl.

Es ist wirklich keine grosse Sache ein wenig(!) H2O2 in eine Schale zu
füllen, die Mischung dazuzugeben, damit zu ätzen und das nachher wieder
in die Flasche zu füllen (beides nur mit Schutzmaßmahmen!). Die Flaschen
mit der Ätzlösung übrigens MAXIMAL halb voll! Mit einer Lösung kann man
sehr viel ätzen.

@ Claus:
Das Schütteln von solchen Dosen ist trotz Deckl gefährlich, man sollte
IMMER eine Schutzbrille tragen, besser noch einen Gesichts-Schirm!

@ Moppel:
Wenn man im ersten Moment (das können auch ein einige Jahre sein)
nichts spürt, muss das kein gutes Zeichen sein!

T.

Autor: Moppel (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Owei, na da mache ich jetzt besser mal mein Testament ;)

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.
Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt.
Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten,
für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.