HF Abschirmgehäuse auf Platine

OP #1577978
Ich habe auf meiner Schaltung einen HF-Teil den ich vom Rest der 
Schaltung abschirmen möchte. Dazu habe ich ein Abschirmgehäuse zum 
auflöten auf die Platine.
Meine Frage ist, ob es damit Probleme mit Kondenswasser im inneren geben 
kann. Die Schaltung soll auch im Freien eingesetzt werden.
Soll ich zuerst eine Schicht Plastiklack auf die Platine sprühen? Oder 
ist dieser eher schädlich bei Hochfrequenzanwendungen?
Müssen "Luftlöcher" vorgesehen werden?
Gast
Hochfrequenz und Löcher passen irgendwie nicht zusammen, sagt bitte wenn 
ich da etwas falsches sag!
Werden Gehäuse nicht so entwickelt das, wenn Öffnungen vorkommen sollen, 
diese verwinkelt werden...also über Gänge und schrägen geführt?

Gruß
Andi
Gast
Andreas G. schrieb:
> Hochfrequenz und Löcher passen irgendwie nicht zusammen, sagt bitte wenn
> ich da etwas falsches sag!

Stichwort: Faradayscher Käfig

Also selbst Drahtgitter mit vielen Löchern schirmt ab.

Der Durchmesser der Löcher muss natürlich verhältnismäßig sein.
Gast
Jap, der gute alte Faraday und sein Käfig ;o)
Ich denk aber das dies für Blitze und tiefe Frequenzen schon stimmt, nur 
bei hohen Frequenzen wird dich das nicht weiterbringen!
Also gilt das was ich oben geschrieben habe noch immer!

Gruß
Andi
Gast
Nur so nebenbei, der Mikrowellenherd hat auch ein Lochgitter und 1kW 
innendrin. Wenn das nicht hinreichend dicht waere, gaeb's Probleme. In 
der Tat gibt es Faradaykaefige mit 2 Lagen Drahtgitter, 3mm 
Maschenweite, die bringen 180dB.
Gast
>Nur so nebenbei, der Mikrowellenherd hat auch ein Lochgitter und 1kW
>innendrin.

Das funktioniert aber nur wenn die Entfernung von Antenne zur Türe viel 
weiter weg ist als die Wellenlänge der verwendeten Frequenz.

Mit solchen Verallgemeinerungen muß man schon etwas vorsichtig sein.
Gast
>Meine Frage ist, ob es damit Probleme mit Kondenswasser im inneren geben
>kann.
Wenn Du genügend (Heiz-)Energie verbrätst sollte es keine Probleme 
geben.
Also ich würde die Platine mit Plastik70 überziehen. Und in 
Abschirmungen von Baugruppen auf Platinen habe ich auch noch nie 
BElüftungslöcher gesehen. Egal ob im Außen- oder Innenbereich. Wenn da 
Einige wenige kleine Löcher drin waren, dann höchsten um zum abgleich an 
ein Poti oder DrehKo zu kommen.
Um welche Frequenzen handelt es sich denn?

Nebenbei: Für Belüftungen von Gehäusen werden Wabenkamine verwendet.
Wenn du unterhalb 300GHz bleibst, machen ein paar 1mm-Löcher garnichts. 
Es kann aber sinnvoll sein, wenn das Gehäuse um die gesamte Schaltung 
hermetisch verschlossen ist (Schutzklasse IP68), dann ein Säckchen 
Silica-Gel beizugeben. Dies zieht die Feuchtigkeit aus der Restluft raus 
und verhindert dadurch Korrosion und Schwitzwasserbildung.

Gruß
Jadeclaw.
Gast
>>Nur so nebenbei, der Mikrowellenherd hat auch ein Lochgitter und 1kW
>>innendrin.

>Das funktioniert aber nur wenn die Entfernung von Antenne zur Türe viel
>weiter weg ist als die Wellenlänge der verwendeten Frequenz.

>Mit solchen Verallgemeinerungen muß man schon etwas vorsichtig sein.

Ja. aber eher andersrum. Wenn ein einzelnes Loch genuegend daempft, so 
kann man nicht notwendigerweise davon ausgehen, dass eine periodische 
Anordnung von Loechern auch noch schirmt.
Ich wuerd nun eher davon ausgehen, wenn eine periodische Anordnung von 
Loechern eine ebene Welle daempft, so wird ein einzelnes Loch auch das 
Nahfeld daempfen.

Nein ?
Mal was grundsätzliches zum Thema HF und Löcher:
Grundsätzlich gilt: Sind die Löcher kleiner als die Wellenlänge, 
idealerweise kleiner als die halbe Wellenlänge, dann haben Löcher im 
Blech keine Auswirkung auf die Abschirmwirkung/Reflektionsfähigkeit 
einer Metallfläche. Dies ist auch der Grund, warum die 
Amstrad/Sky-Satschüsseln trotz der Löcher funktionieren. Richtig, die 
Dinger waren/sind aus Lochblech. Warum werden Sat-Schüsseln nicht mehr 
aus Lochblech gemacht? Lochblech ist merklich teurer als volles Blech. 
So einfach ist das. Sat-Schüsseln/Radarantennen für niedrigere 
Frequenzbereiche werden übrigens immer noch aus Lochblech gefertigt, 
wegen dem Gewicht. Gewinneinbußen gibt es dadurch trotzdem nicht.

Gruß
Jadeclaw.
Gast
Andreas G. schrieb:
> Hochfrequenz und Löcher passen irgendwie nicht zusammen, sagt bitte wenn
>
> ich da etwas falsches sag!

Das ist falsch!
Solange
Löcher << max. Wellenlänge

ist ein loch kein Problem...
Gast
Jadeclaw Dinosaur schrieb:
> Warum werden Sat-Schüsseln nicht mehr
> aus Lochblech gemacht?

weil im Winter sich in den Löschern Wasser sammelt und als Tropfen 
gefriert. Das reflektiert leider dann nicht mehr Richtung LNB.
Noch eine Beobachtung:
Ich habe neulich ein Schaltnetzteil aus einem Videorekorder zerlegt, das 
auf der Bestückungsseite auch ein Blechgehäuse hatte (auf der Lötseite 
aber nicht). Der "Deckel" war zwar ein durchgehendes Blechstück, aber in 
den Seiten waren mehrere Löcher (Durchmesser ca. 1cm).

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