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Forum: Markt DSO mit großer Speichertiefe (evtl. Rigol?)


Autor: Tobias Wrenger (tueftl)
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Hallo,

bin neu hier und überlege, welches Oszi ich mir kaufen soll. Ich weiß, 
mit dem Gedanken bin ich nicht alleine, aber ich hoffe, ihr könnt mir 
ein paar Fragen beantworten...

Neuerdings bin ich auf Rigol gestoßen, genauer das DS1052D.

Die Bandbreite wird mir wohl reichen, was ich unbedingt haben will, ist 
die große Speichertiefe, damit man zoomen kann.

Bisher habe ich bloß mit einem Tek TDS 1012 gearbeitet und kann mit dem 
fast völlig abhandenen Zoom gar nicht leben, ständig muss man bei 
kleinerer Zeitbasis neu Samplen um etwas erkennen zu können - sofern das 
Ereignis denn reproduzierbar ist.

Dazu gleich meine erste große Frage: die Bedienungsanleitung sagt, man 
könne im Aquire Menü die Mem Depth zwischen "Long Mem" und "Normal" 
umschalten. Was bekommt man denn für einen Vorteil, auf "Normal" zu 
schalten? Kann man nicht besser grundsätzlich "Long Mem" nutzen?

Meine zweite Frage betrifft das Display bzw. dessen Bildversorgung. Beim 
Tek kann man ein künstliches Nachleuchten einschalten 
(1s..5s..unendlich), so dass auch im Auto-Trigger-Modus kurzzeitig 
vorkommende Flanken mehrere Sekunden sichtbar sind und erst langsam im 
Schwarz verschwinden. Können die Rigols das auch? Ich kann in der 
Bedienungsanleitung bloß eine Menüanzeigezeit finden.

Haben eigentlich alle Rigol Oszis Lüfter? Empfindet man den als störend 
laut?

Wäre super, wenn mir jemand helfen könnte!

Autor: A. K. (prx)
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Tobias Wrenger schrieb:

> Dazu gleich meine erste große Frage: die Bedienungsanleitung sagt, man
> könne im Aquire Menü die Mem Depth zwischen "Long Mem" und "Normal"
> umschalten. Was bekommt man denn für einen Vorteil, auf "Normal" zu
> schalten? Kann man nicht besser grundsätzlich "Long Mem" nutzen?

"Normal" ist sinnvoll, wenn man nicht speichert und anschliessend den 
Speicher durchforstet, sondern ähnlich einem Analogscope live zusieht. 
Denn bei grosser Speichertiefe sieht man nur einen kleinen Ausschnitt 
aus der Realität, zwischen den sichtbaren Samples liegen grosse Lücken.

Wobei möglicherweise auch die kürzeste zwischen dem Ende eines Samples 
und dem Beginn des nächsten liegende völlig verlorene Zeit von der 
Speichertiefe abhängt, muss der Speicher doch vom Prozessor ausgelesen 
werden.

> Meine zweite Frage betrifft das Display bzw. dessen Bildversorgung. Beim
> Tek kann man ein künstliches Nachleuchten einschalten
> (1s..5s..unendlich), so dass auch im Auto-Trigger-Modus kurzzeitig
> vorkommende Flanken mehrere Sekunden sichtbar sind und erst langsam im
> Schwarz verschwinden.

Das kenne ich beim DS1102CD nicht. Es gibt allerdings eine kumulierende 
Darstellung, in der die Samples sich überlagern und solche Abweichungen 
einer sonst regelmässigen Kurve offenkundig werden.

> Haben eigentlich alle Rigol Oszis Lüfter? Empfindet man den als störend
> laut?

Der im DS1102CD ist hörbar, aber ein Problem stellt er für mich nicht 
dar. Aber beim Thema Lautstärke gehen die individuellen Toleranzen weit 
auseinander.

Autor: Ein Hannes (Gast)
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Die Rigol-DSOs sind in den letzten paar Wochen wesentlich teurer 
geworden. Unter anderem ist es jemandem, vermutlich Rigol selber, 
gelungen fast alles Angeboten chinesischen Verkäufer auf eBay entfernen 
zu lassen.

So gibt es momentan für das beliebte DS1052E gerade mal einen einzigen 
Anbieter (mit mehreren eingestellten Angeboten) auf eBay. Beim DS1052D 
sieht es etwas besser aus.

Trotzdem, bei den aktuellen Rigol-Preisen kann man stattdessen über ein 
GW Instek GDS-1062A nachdenken. 2M Speichertiefe.

Autor: händler (Gast)
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Ein Hannes schrieb:
> Die Rigol-DSOs sind in den letzten paar Wochen wesentlich teurer
> geworden. Unter anderem ist es jemandem, vermutlich Rigol selber,
> gelungen fast alles Angeboten chinesischen Verkäufer auf eBay entfernen
> zu lassen.
>

richtig so, Rigol hat sich entschieden geräte nur über offiziele distris 
verkaufen. Das sparrt ärger, reduziert support kosten und ist weniger 
stressig für die kunden (ein zufriedener kunde ist mehr wert als drei 
die "günstig" aber ohne support gekauft haben).

>
> ... bei den aktuellen Rigol-Preisen kann man stattdessen über ein
> GW Instek GDS-1062A nachdenken. 2M Speichertiefe.

es gibt auch andere geräte in der preisklasse, z.b. das was ich auf dem 
tisch habe, siehe : 
http://www.tekwayins.net/views2.asp?newsid=205&sess=2

Autor: Sven B. (alterswede)
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händler schrieb:
>
> es gibt auch andere geräte in der preisklasse, z.b. das was ich auf dem
> tisch habe, siehe :
> http://www.tekwayins.net/views2.asp?newsid=205&sess=2

Wo gibt es diese Geräte denn zu kaufen?

Autor: Wolfgang M. (womai)
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> Dazu gleich meine erste große Frage: die Bedienungsanleitung sagt, man
> könne im Aquire Menü die Mem Depth zwischen "Long Mem" und "Normal"
> umschalten. Was bekommt man denn für einen Vorteil, auf "Normal" zu
> schalten? Kann man nicht besser grundsätzlich "Long Mem" nutzen?

Bei langsamen Abtastraten ist mit "Long" die Bildschirm-Refreshrate 
langsamer, weil eben viele Samples aufgenommen werden muessen bevor der 
naechste Datensatz beginnt; das ist aber keine Rigol-Eigenheit, sondern 
eben eine fundamentale Grenze; z.B. beu 100 kSamples/sec dauert es eben 
10 sec, bis eine Million Samples im Speicher sind.

> Meine zweite Frage betrifft das Display bzw. dessen Bildversorgung. Beim
> Tek kann man ein künstliches Nachleuchten einschalten
> (1s..5s..unendlich), so dass auch im Auto-Trigger-Modus kurzzeitig
> vorkommende Flanken mehrere Sekunden sichtbar sind und erst langsam im
> Schwarz verschwinden. Können die Rigols das auch? Ich kann in der
> Bedienungsanleitung bloß eine Menüanzeigezeit finden.

Es gibt Infinite Persistence, also unendliches Nachleuchten. Das reicht 
fuer den Zweck (seltene Ereignisse zuverlaessig sichtbar machen) 
vollkommen aus. Endlich langes Nachleuchten kenne ich von meinen 
Labor-Oszis, verwende ich aber so gut wie nie (sieht nett aus, aber 
meiner Meinung nach nur selten brauchbar).

> Haben eigentlich alle Rigol Oszis Lüfter? Empfindet man den als störend
> laut?

Subjektiv finde ich den Luefter sehr leise und nicht im geringsten 
stoerend. Allerdings habe ich das Geraet in einem Labor stehen, wo es 
ohnehin schon etwas Hintergrundgeraeusche gibt.

Insgesamt bin ich mit meinem Rigol (DS1102E) absolut zufrieden - sehr 
solide und sauber aufgebaut, Bedienung ist bis auf Kleinigkeiten 
komfortabel und steht einem Tektronix um nichts nach, technische Daten 
entsprechen der Spec bzw. sogar besser (Bandbreite ist ziemlich genau 
100 MHz so wie Spec, aber ich konnte schon stabil auf ein 400-MHz-Signal 
triggern - natuerlich ist da das angezeigte Signal schon ordentlich 
abgeschwaecht, aber ich war ueberrascht, dass der Trigger da ueberhaupt 
noch mitmacht). Anzeige sehr leuchtkraeftig. Firmware bis jetzt noch nie 
abgestuerzt (da kann sich Tek ein Scheibchen abschneiden, zumindest bei 
deren Windows-basierten Geraeten!). Ich verwende sonst beruflich die 
Top-End-Geraete von Tek und Agilent, also wenn mir da Rigol trotzdem 
gefaellt kann's wohl nicht so schlecht sein.

Nachtrag - nachdem Dir die Speichertiefe wichtig ist: Zoomen im langen 
Datensatz ist sehr fluessig, ein richtiges Vergnuegen. Sei Dir 
allerdings bewusst - 1 GS/sec und 1 MB Speicher gibt es nur im 
Einkanalbetrieb; wenn man beide Kanaele anzeigt geht das pro Kanal auf 
je die Haelfte zurueck. Das gilt allerdings auch fuer die meisten 
Mitbewerber.

Autor: Sven B. (alterswede)
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Ein 400 MHz-Signal mit auf 100 MHz übertakteten ADCs triggern?

Wow... ;-)

Autor: Wolfgang M. (womai)
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Was ich mich frage, ist - Rigol weiss offensichtlich was, was andere 
nicht wissen. Denn die ADCs im Geraet sind ein niedriger Speed-Grade 
(ich glaube 40 MHz, laeuft aber auf 100 MHz). Wegen Ueberhitzen mache 
ich mir aber da eigentlich nicht Sorgen - immherhin bin ich mir sicher, 
dass alle Speed-Grades dasselbe design sind. Die Taktfrequenz wird aber 
vom Chiphersteller natuerlich mit ausreichend Sicherheitspuffer und 
ueber den gesamten Temperatur- und Versorgungsspannungsbereich 
garantiert. Moeglicherweise hat Rigol herausgefunden, dass die Dinger 
ueber eine begrenzten Bereich - wahrscheinlich Temperatur deutlich unter 
Maximum, und Versorgungsspannung eher am oberen Limit - schneller sind 
als das Datenblatt sagt... sollte ich das Geraet wohl mal aufmachen und 
nachmessen :-)

Autor: Michael X. (Firma: vyuxc) (der-michl)
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Ein Hannes schrieb:
> Die Rigol-DSOs sind in den letzten paar Wochen wesentlich teurer
> geworden. Unter anderem ist es jemandem, vermutlich Rigol selber,
> gelungen fast alles Angeboten chinesischen Verkäufer auf eBay entfernen
> zu lassen.

Angeblich waren Fälschungen im Umlauf.

Autor: Jens (Gast)
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@ Wolfgang M.:

Das mit den übertakteten ADCs ist von den Rigol 1052 bekannt. Weiß 
jemand
wie es in anderen Geräten aussieht (z.B. Rigol 1104B, Owon, Tekway, 
...)? Vielleicht ist das ja die Standardvariante für alle neuen 
Billigscopes.

Jens

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