Hi!
Heute haben wir unsere erste Platine hergestellt. Ich hab das Layout in
der kostenlosen Eagle Version erstellt und 4x nebeneinander auf eine
Folie in meinem Laserdrcker ausgedruckt. Wenn ich weniger nehme, ist das
"schwarz" nicht wirkich schwarz und man kann noch durchsehen...
Also diese vier Folien hab ich dann passgenau aufeinander geklebt, auf
ein kleines Stück Platine gelegt und das ganze mit einer Glasplatte
fixiert.
Belichtet hab ich 6 Minuten mit einem 400W Gesichtsbräuner :). Nach dem
Belichten konnte man die Konturen des Layout in leichtem Gelb auf der
Platine sehen.
Entwickelt haben wir mit den Bungard Entwickler. Das ging extrem
schnell, in weniger als 30 Sekunden sah die Platine schon sehr
vielversprechend aus.
Geätzt haben wir mit Feinkristall. Und zwar im Wasserbad, das ständig
mit warmem Wasser aus dem Wasserhahn versogt wurde.
Nach etwa 25(!) Minuten schwenken und drehen der Platine war sie
"fertig".
Es sind aber immer noch ein paar Reste Kupfer drauf, die nicht abgehen
(das kann am Tesafilm liegen, das da geklebt hat g).
Und ein paar Leiterbahnen sind unterbrochen, ein paar Löcher zu weit
aufgelöst usw.
Mein Verdacht: Zu lange belichtet. Aber was sagt ihr dazu?
<img src="http://members.tripod.de/Zeus_wod/platine/1.jpg>
<img src="http://members.tripod.de/Zeus_wod/platine/2.jpg>
Für den ersten Versuch sieht das nicht schlecht aus.
@Mein Verdacht: Zu lange belichtet.
Erfasst, viel zu lange! Ich drucke nur eine Folie aus, das reicht bei
mir selbst für die feinsten SMD-Platinen. Absolut lichtecht sind die
natürlich auch nicht nicht(die Folien, die Platinen schon). 6 Min mit
400W UV Licht ist wahrscheinlich bei 2-3m Abstand Platine (mit Layout)
zu Lampe richtig, oder aber du nimmst zu Beschweren 5 cm Panzerglas oder
oder oder... . Kennst du den Test, wie man die optimale Belichtungszeit
rauskriegt, er steht hier auch irgendwo im Forum (vielleicht unter
"Ätzen klappt nie"). Das die "dünnen" Leitebahnen weg sind liegt zu
einen wahrscheinlich daran, dass du die einzelnen Folien nicht genau
übereinander gelegt hast, und eine oder zwei davon gegen diese geballt
Ladung UV einfach keine Chance hatten, zum andere, dass du sehr lange
geätzt hast. Ätzen sollt immer schnell gehen. Deine Lösung war entweder
zu schwach, oder aber du hast nicht richtig entwickelt (Entwickler zu
schwach, zu kurz in Bad). Von diesen Ätzlösungen, die warm sein müssen
halte ich nicht viel. Schau dir mal "Ein Tip zum sauberen Ätzen" (im
Forum) an.
Die häßlichen Schmiererein verschwinden normalerweise, wenn das Ätzbad
scharf genug ist.
Noch etwas zum Entwickeln: Eine richtig belichtete Platine übersteht 2
min und mehr locker im (richtig angesetzten) Entwicklerbad. Man hat also
Zeit, die Platte etwas darin liegen zu lassen. Bei deinen Testplatinen
(und nur bei denen) kannst du folgendes mal probieren: (Erst mal
Gummihandschuhe anziehen) Ist die Platine entwickelt und die
Belichtungszeit (hängt vorallem von der Qualität des Layouts ab) war
richtig, so kannst du mit dem Finger über die verbleibede Fotoschicht
(ohne Druck!) fahren, OHNE das etwas verschmiert. Wenn es verschmiert
brauchst du die Platine erst garnicht ins Ätzbad zu legen, denn was beim
Enwickeln nich klappt wird beim Ätzen nicht besser!
Gruss Tom
@Tom: Vielem Dank für deine Tipps! Haben uns weitergeholfen. Dummerweise
hast du gerade gepostet, als wir den zweiten Versuch gestartet haben und
erst jetzt sehe ich, das jemand etwas geschrieben hat :).
Es lag mit Sicherheit am zu langen Belichten. Wir haben jetzt die
gleiche Schaltung (Schaltnetzteil für AVR Projekt) nochmal gemacht. Aber
den Abstand zwischen Lampe und Platine von 30 auf 45cm vergrößert und
die Belichtungsdauer von 6 auf 5 Minuten gesenkt. Naja, erst mal hieß es
dann Abwarten. Bei den billigen 60 Cent Platine, die wir uns zum Testen
gekauft haben, schlägt die Farbe nur in ein leichtes Gelb um und man
tappt erst mal im Dunkeln.
Naja, das Entwickeln hat heute länger gedauert, vielleicht eine Minute.
Dann sah die Platine so aus:
http://mitglied.lycos.de/Zeus_wod/platine/entwickelt.jpghttp://mitglied.lycos.de/Zeus_wod/platine/schale.jpg
Alle Leiterbahnen sind klar und sauber auf die Platine gekommen, keine
Flecken sind drauf (nur oben ein ganz kleiner, stört aber nicht) und wir
sehr zuversichtlich.
Das Ätzen hat aber wieder fast eine halbe Stunde gedauert, wir vermuten
dass das Zeug einfach nicht warm genug war. Naja, es hat aber wie man
sieht dann noch geklappt:
http://mitglied.lycos.de/Zeus_wod/platine/zweiter_versuch.jpg
(Weiße Flecken auf dem Kupfer sind Staub)
Dann haben wir die Platine gereinigt und jetzt sieht sie richtig gut
aus. Morgen wird hoffendlich geboht, bestückt und in Betrieb genommen.
Und dann ist noch ein Netzteil und zwei Programmieradpter dran... ich
halte euch auf dem Laufenden.
Also, noch irgendwelche Tipps? Es ist dieses mal schon besser, aber ich
denke da kann man noch mehr rausholen.
P.S.: Vielleicht hätten wir in der Menge Entwickler/ Lauge und in der
Ausstattung etwas großzügiger sein können. Alles ist in einem Deckel von
einem Honigglas abgelaufen ;)
Wie meinst du das ?
Und zwar im Wasserbad, das ständig mit warmem Wasser aus dem Wasserhahn
versogt wurde.
Wenn ich das so lese, könnte mang lauben das du ständig die Ätzbrühe
verdünnt hast. Normal nimmt man eine Aqariumheißung zum warmhalten.
Nene, ich hab die Brühe natürlich nicht verdünnt :). Die Lauge war in
dem Glasgefäß und das wiederum in einer Plasikschale. Durch diese hab
ich sehr warmes Wasser fließen lasse, so dass die Glasschale mit der
Lauge schön warm bleibt.
Das ist aber natürlich alles andere als optimal und ich überlege mir
eine kleine Ätzmaschine aus Glasplatte, Umwälzpumpe und "Sprudler" zu
bauen.
Hallo.
Nach einigen Jahren Pause heute meine zwei ersten Platinen erzeug
µC mit AVR4433 im PLCC.
Tipp: Ich habe mir für 1,5Eur einen Rahmenloses Bild gekauft (die mit
den vier Stangen aussen rum. Dort legte ich platine rein, dann Folie
drauf, dann Glas drauf und mit den Spangen fixieren.
SUPERERGEBNIS!!
Folien: Mit meinem Laser habe ich auch rumgespielt, kam aber nie was
wirklich herzzerreissendes raus.
Ich drucke mit 720dpi auf meinem Stylus 800C auf Epson Transparencies
und belichte mit meiner Sonnenbank (mit Kanonen auf Spatzen schiessen)
Belichtung: ca. 60sec
Entwicklung in Bungardlösung: Rund 5 min. (etwas schwacher Angerührt)
Ätzen dauert im kalten (20°C) FECl3 rund 5 Minuten.
Ergebnis:
Keine Anätzungen der Leiterbahnen, messerscharfe Kanten der Bahnen
Selbst der SMD vom 4433 sieht Spitze aus.
Wichtig bei den Folien ist, das die Tinten bzw. Tonerseite auf der
Platine liegt, sonst erhält man durch die Foliendicke Schatten und damit
keine scharfen Kanten mehr.
Als nächstes werde ich mein Ätzbad mit einer kleinen 15Watt Heizung
ausstatten.
mfg
uwe
@Uwe
Komisch, das erste "herzerreißende" Ergebnis habe ich mit einem Laser
erzielt. Tintenstrahler brachten immer mittelmäßige Platinen, für SMD
nicht zu gebrauchen. Das du messerscharfe Kanten hast wundert mich sehr!
Tintenstahler spritzen doch nur kleine Pünktchen auf die
Folie/Papier/wasauchimmer. Hast du mal ein (vielleicht gut vergrößertes)
Foto?
Wie gesagt, ich kann Laser nur empfehlen, es gibt meiner Meinung nach
nichts was schärfere Ergebnisse bringt! Allerdings muss man etwas auf
die Belichtungszeit acht geben, die muss stimmen, aber dann hat man ein
Ergebniss, dass auch unter einer sehr starken Lupe (6x) noch zu
überzeugt!(Die Platine ist übrigens auch für einen Atmel, allerdings für
den 8515, die für den 4433 habe ich noch nicht hergestellt)
Ich ersparte mir das teuer Ätzgerät mit Heizung und ätze mit Peroxid.
@Marco
Die Kollegen erkennt man immer sofort, niemand ausser Jufo-Leuten (und
Elektronikern) ist so bekloppt und stellt Platinen selbst her. Und
zweitens: Welcher normale Mensch würde sonst mit 400 Watt auf eine
Platine losgehen? Beeindrucken kann man die Jury übrigens wenn man noch
Masseflächen generiert ("zum Umwelt schonen und besserer elktromag.
Abschirmung") und anschließend noch chemisch verzinnt (besser versilbert
;-) ). Da sieht die Konkurrenz mit den wild verdrahteten
Streifenraster-Platinen (die eher als moderne Kunst durchgingen, als als
Elektronik), alt gegen aus! Wenn man dann noch ein schönes Layout auf
dem Bildschirm zeigen kann (schwarzer Hintergrung mit roten und blauen
Leiterbahnen) und noch erzählt, was das doch alles für eine Arbeit und
ein Problem war, ist die Show perfekt :-)))
Tom
P.S: Für die Normalen unter uns:
Das Wort "bekloppt" ist unter Jufo-Leute ein Kompliment!
Normal sind nur die Dummen! (Nichts für ungut Leute!)