Vorgehensweise der A/D-Abtastung

OP #1601717
Servus,

Man will einen Tiefpass in den A/D-Wandler vom Mikrocontroller 
einsetzen. Die Grenzfrequenz ist 500Hz. Ich kann mir zwei Varianten 
vorstellen.

1. 1ms-Timer-Interrupt verwenden. D.h. A/D-Wandlung alle 1ms aufrufen, 
was sich nach der Nyquist-Theorie automatisch 500Hz Tiefpass ergibt.

2. A/D-Wandlung mit A/D-Interrupt direkt nacheinander aufrufen und 
komplexen Filterung-Algorithmus einsetzen, z.B. exponentielle Filterung.
Welche ist besser?

MfG
Senmeis
Gast #1601752
>was sich nach der Nyquist-Theorie automatisch 500Hz Tiefpass ergibt.

Nein. Nach Nyquist ergibt das eine maximale Signalfrequenz von <500Hz, 
die im abgetasteten Signal noch sicher rekonstrierbar ist!

Und das auch nur unter der Bedingung, dass das Nutzsignal am AD-Eingang 
NUR Nutzfrequenzen <500Hz hat. (Stichwort: Aliasing)

Also immer: Signal => Tiefpass => AD
OP #1602629
Ich verstehe. Variante 1 stellt keine Filterung dar! Die jetzige Frage 
ist, wie oft A/D-Wandlungen ausgeführt werden sollen? Bei Variante 2 
wird der Mikrocontroller stets vom A/D-Wanlder belastet. Ist es eine 
gute Idee, A/D-Wandlungen jeweils in einem bestimmten Zeitabstand 
aufzurufen, sagen wir alle 1ms?

MfG
Senmeis
#1602650
Wie schon von Matthias oben erwaehnt - filtern musst Du das analoge 
Signal VOR dem A/D-Wandler. Ansonsten kann immer Aliasing auftreten, 
ganz egal wie schnell du digitalisierst (zumindest so weit, bis die 
Analogbandbreite des A/D selber als Tiefpass wirkt, aber das sind selbst 
bei billigen PICs so 50 - 100 kHz). Wenn Du mal ein Alias-Signal hast, 
helfen Dir alle digitalen (DSP) Tricks nicht mehr weiter. Insgesamt also 
- einen ANALOGEN 500-Hz-Tiefpass vorschalten. Bei der Frequenz noch 
leicht mit Op-Amps, Kondensatoren und Widerstaenden zu realisieren. 
Microchip hat sogar einen Gratis-Filterdesigner im Netz, der den 
kompletten Schaltplan ausspuckt.

Wolfgang
Gast #1603485
Welchen Prozessor verwendest Du ?
Beim ATMega z.B. läuft die Wandlung unabhängig vom Prozessor.
Also hats du als einzige Belastung das Holen des aktuellen Wertes
und das Anstossen der nächsten Wandlung.
Gast #1603962
> Trotzdem soll die Abtastfrequenz festgelegt werden, nicht wahr? Oder
> lässt man die Abtastfrequenz vom A/D-Wandler selber bestimmen,

Die Abtastfrequenz muss zu deinem Signal und dem was du damit machen 
willst, passend festgelegt sein. Von Dir und nicht vom Wandler.


>indem der > A/D-Interrupt eingesetzt wird?

Das sowieso. Oder willst du das Flag dauernd pollen?

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