Spannung gegen Erde nach Trenntrafo

OP #1605983
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Hallo,
erlaubt mir mal ne Frage, bei der ich jetzt vermute, dass ich die 
Antwort erahne - aber da's um Sicherheit geht:

Habe gerade meinen frisch ersteigerten Trenntrafo vor meinen Stelltrafo 
(Spartrafo) gehängt, in der Hoffnung nun sorgenfrei(er) in einer 
Halbbrückenschaltung oszilloskopieren zu können.

Nun messe ich aber ca. 90-130V zwischen den Ausgängen des Stelltafo und 
Erde. Hmm. Mein gesundes Halbwissen sagt mir nun, naja, kapazitive 
Kopplung, Funkentstörkondensatoren, Hochohmigkeit des Messgeräts, 
whatever ... Alle möglichen schlauen Erklärungen fallen mir ein.

Nun ist aber mal mein Stelltrafo ein ziemliches Kerlchen - 22Ampere 
maximal und entsprechend nicht zierlich - d.h. diese Kopplung könnte 
schon kräftig sein.

Jetzt bin ich leicht verunsichert, ob ich da vom Regen in die Traufe 
komme - nun mag ich zwar vom Netz entkoppelt sein, aber auch 90-130V 
gegen Erde sind ja kein Pappenstiel.

Daher frage ich mal nach Euren Kommentaren - ist das nachvollziehbar und 
harmlos?

Grüsse
Axel
#1606326
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@ Axel Ro. (axelroro)

>Tatsächlich - prompt runter auf 20V oder weniger.

Hmm, 20V an 100k sind immerhin 0,2mA. Geht so. Wenn man das mal auf die 
ursprünglichen 130V zurückrechnet, sind dort um die 500K Blindwiderstand 
durch Koppelkapazitäten, macht bei 50 Hz ca. 6,4nF. Klingt mir recht 
viel, hab da aber keine Erfahrungswerte, wieviel Koppelkapazität so ein 
fetter Trafo hat.

MFG
Falk
Gast #1606455
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Solche Flüchtigkeitsfehler aus Zerstreutheit unterstreichen nur 
Genialität, der Chrom ist nun also noch poliert! :)

...bei galvanisch getrennten Sekundärkreis ist es natürlich möglich, 
eine beliebige Stelle zu erden! D.h. verbinde generell den 'Null-Leiter' 
des Sekundärkreises mit Erde, damit du überhaupt einen niederohmigen 
Potentialbezug erreichst - alternativ bietet es sich natürlich an, einen 
für die aktuell zu tätigende Messung geeigneten Punkt zu erden.
Alternativ, wenngleich 'gefährlicher', kann man natürlich auch das 
Messgerät per Trenntafo isolieren. Wenn ich an kräftigeren, nicht über 
einen Trenntrafo isolierten Umrichtern arbeitete, war das meine 
Standardmethode um mit meinem Tek-Oszi an den IGBTs Messungen 
durchzuführen, die ja immer irgendwo rumschwebten, vom Potential her.
...irgendwann lief mir dann auf dem Schrottplatz ein ~30kVA 
galvanisch-trennendes Stelltrafo-Monster über den Weg, seitdem habe ich 
mehr Alternativen was das galvanische trennen von Schaltungen mit 
höherer Leistung angeht.
Dennoch ist das galvanische isolieren eines Netzbetriebenen Oszis 
oftmals eine gute Möglichkeit, man sollte nur entsprechend vorsichtig 
sein, z.B. auch die Bedienung des Gerätes während der Messung vermeiden, 
so eine 'geerdete' Zunge am Frontpanel kann böse Überraschungen 
bieten...
OP #1606496
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@Arno nyhm,
kannst Du mal ein Bild von Deinem 30kW Trenntrafomonster einstellen?

Ich kann mich der Faszination von solchen fetten Elektroteilen nicht 
entziehen - ist doch was zum Anfassen im Gegensatz zu dem fuscheligen 
uC-Kram.

Anbei mal eines von meinem Stelltrafo. Die 22A Angabe wundern mich, das 
sind ja auch schon 5kW - dass das noch über eine normale Steckdose gehen 
soll. Ich dachte, bei 16A ist da Schluss.

@Falk,
gut möglich, dass da genug Masse für die 6,4nF sind, wobei ich 
allerdings vermute, dass da noch Entstörkondensatoren drin sein mögen.

D.h. man muss die Oszi-Masseklemme in der zu messenden Schaltung schon 
auch an die richtige Stelle klemmen, sonst hat man 60Hz mit ein paar 
Milliampere herum-vagabundieren. Gut zu wissen.
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