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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Türöffner über Morsetaster


Autor: Markus O. (mober)
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Hallo zusammen,

ich würde gerne eine Nebeneingangstüre mit einem Türöffner versehen, der
mittels Morsetaster angesteuert wird! D.h. nach Eingabe eines bestimmten
"Morsecodes" wird der Türöffner für eine gewisse Zeit angesteuert!

Hat sich schon mal jemand mit diesem Thema beschäftigt?
Evtl. sollte das ganze nicht gleich in ein Microcontroller-Projekt
ausarten, sondern mittels Analogtechnik realisierbar sein...

Autor: Sebastian (Gast)
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So etwas habe ich irgendwo schon mal mit herkömmlicher Digitaltechnik 
als Lernbeispiel gesehen. Findet man möglicherweise auch im Netz.
Ein getaktetes Schieberegister (SIPO) und ein Vergleicher (z.B. 74F521) 
wären vielleicht ein Lösungasnastz.
Analog ist mir jedoch keine Lösung bekannt.

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Morsen, warum nicht? Es wäre immerhin nur eine einzige Taste nötig.

Etwas Digitaltechnik mit Gattern, Zählern, etc. wirst du schon 
benötigen, um die Eingaben auszuwerten. Eben deshalb, nimmt man heute 
einen kleinen µC, und macht das per Software.

Autor: Michael B. (planlessmichi)
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Hallo Markus,

soll das eine Spielerei werden, oder eine "echte" Anwendung finden? Ich 
würde sowas nämlich nicht benutzen, wenn ich damit meine 4 Wände 
"absichern" will. Zum einen hast Du das Problem, dass man eine rein 
analoge Schaltung sehr schwer umkonfigurieren kann, wenn mal der 
Morsecode bekannt geworden sein sollte und zum anderen stelle ich mir 
den Schaltungsaufwand dafür enorm groß vor - wenn der Code denn nicht 
nur aus 2 bis 3 Zeichen bestehen soll (also quasi kurz - lang --> offen 
:-))
Ich denke, das wäre wirklich mit einem MC besser gelöst.
Vielleicht auch gleich in Kombination mit RFID. Das wäre zumindest 
leicht konfigurierbar (Karte verloren ist dann kein Problem) und ist 
sicherlich viel sicherer.
Sollte es mal einen Einbruch geben, stellt sich nämlich die Frage, ob 
die Versicherung dann auch noch zahlt, wenn sie sieht, dass da quasi 
jede spielende Katze - mit etwas Zufall - die Wohnung öffnen kann....

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Michael Brockhaus schrieb:

>dass da quasi jede spielende Katze - mit etwas Zufall - die
>Wohnung öffnen kann....

So, dann nehme ich demnächst den Lottoschein, und lasse den die Katze 
ausfüllen. ;-)

So sicher wie ein 10-er Tastaturblock kann die Morserei auch sein, da 
sollten keine Bedenken liegen. Man baut ja auch noch 
Sicherheitsmechanismen gegen Falscheingabe ein.

Autor: Chris (Gast)
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Man kann es beim Morsen auch sehr genau nehmen, was die Einhaltung der 
Zeiten angeht. Selbst bei bekanntem Morsecode bekommt man das dann bei 
entsprechender Geschwindigkeit ohne Übung kaum hin.

http://de.wikipedia.org/wiki/Morsecode#Zeitschema_...

Gut, wer jetzt gewitzt sein will nimmt einfach einen Mikrocontroller, 
Treiberstufe und Hubmagnet her und kann die Zeiten sehr genau einhalten 
:)

Man könnte auch ähnlich wie bei diversen Pineingaben nur 3 Fehler 
erlauben und dann für eine bestimmte Zeit sperren oder aber einen 
"Master-Morsecode" verlangen etc.

Ohne Mikrocontroller macht sowas aber keinen Spaß mehr.

Autor: Michael B. (planlessmichi)
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Wilhelm Ferkes schrieb:
> So, dann nehme ich demnächst den Lottoschein, und lasse den die Katze
>
> ausfüllen. ;-)

Was die Trefferwahrscheinlichkeit angeht, gibt es da tatsächlich keinen 
Unterschied :-) Also viel Spaß :-) Manche Annahmestellen sind nur etwas 
kleinlich, wenn die Kreuze nicht direkt auf den Kästchen liegen, sondern 
andere Ziffern auch noch getroffen werden. Da braucht die Katze dann 
vielleicht vorher noch eine kleine Schulung :-)

Aber ersthaft: Es ging ja darum, einen Morsecode abzufragen. Bedingt 
durch den evtl. großen Schaltungsaufwand - wenn man das wirklich rein 
analog aufbauen will - werden das sicherlich nicht 8, 9... 20stellige 
Pins sein und bei den 2-3 Ziffern (auch nur ein Beispiel) hätte die 
Katze eine gewisse Chance (sicherlich eine höhere als bei dem 
Lottoschein :-)).
Wenn man das doch digital aufbaut (mit den erwähnten Zählern, 
Schieberegistern,... oder wirklich gleich mit MC), dann ist das bestimmt 
einfacher und sicherer. Außerdem: Man sollte sich das ja auch leicht 
merken können.
Eine 543294 kann man sicherlich leichter merken als ein
".........-...--..-------.....-".
Und jetzt stelle sich mal jemand vor, es klingelt oder man muß schnell 
mal "wohin"... Wenn man kein geübter Morser ist, vertippt man sich in 
der Eile mit Sicherheit mal schnell beim 30sten oder 40sten Tastendruck 
und das könnte dann doch evtl. "unangenehm" werden :-)

Autor: Angelsachse (Gast)
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So ein Apparat ist für Schimpansen gut, Einbrecher kommen immer durch 
den Hauteingang.
Einfach einen einstellbaren Zähler abfragen, ob innerhalb 8 Sekunden 
z.B. genau 2045 Tastendrücke stattgefunden haben.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Wir haben vor vielen Jahren mal eine Schranktüröffnung gebaut.  Die
bestand aus 8 von hinten in die Schranktür eingelassenen
Reed-Kontakten, die man auf der Vorderseite mit Magneten betätigen
musste.  Die Lage der Kontakte war dabei durch ein paar Symbole auf
Platinenmaterial angezeigt.  Man musste zuerst den Einschalter
betätigen (dahinter hing ja ein TTL-Grab, das Strom zog :) und dann in
schneller Folge 8 mal entweder den low- oder den high-Kontakt
betätigen, abschließend einen "Jetzt öffnen"-Kontakt (vorher hat man
auch nicht gemerkt, ob der Code richtig war).  Da parallel mit dem
Einschalten noch ein Monoflop lief, das zeitgesteuert wieder
ausgeschaltet hat, musste man die Eingabefolge ziemlich flüssig "drauf
haben", sonst war die Zeit vorher abgelaufen.  Man durfte auch nicht
zu schnell über die Kontakte huschen, da die Entprellung mit einem
RC-Glied ihre Einschwingzeit benötig hat.

Die verbliebenen 4 Kontakte waren Blindkontakte und führten zur
sofortigen Markierung als Fehleingabe.

Ergebnis: trotz der nur 8 Bit Codierung (die sich hinten durch
Lötbrücken schnell ändern ließ, genauso wie die Zuordnung der Kontakte
zu den einzelnen Funktionen) schafften es selbst Personen, denen man
den Code verraten hat, nicht, die Tür zu öffnen.  Allein das Timing
benötigte ein ähnliches Rhythmusgefühl, wie man es auch zum Geben von
Morsezeichen benötigt, und das hat "Otto Normalkunde" oft nicht (nicht
ohne Übung jedenfalls).

Autor: Christoph Kessler (db1uq) (christoph_kessler)
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Ich dachte, sowas mal im "Funkamateur" gesehen zu haben, da gab erst mal 
zwei Morseausgaben:
Für echte Morsefans: Drahtloses Thermometer Heft 3 S.293 - 2006 und
PIN-Code-Merkhilfe mit Ausgabe als Morsezeichen Heft 12 S.1304 - 2008
beides von Klaus Sander.

doch hier:
Morsezeichen öffnen Türen: Klingel-Türöffner-Automatik II von Julien 
Thomas
Heft 4 S.394 - 2009

Autor: Bernd Wiebus (berndwiebus) Benutzerseite
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Hallo Michael.

> Ich denke, das wäre wirklich mit einem MC besser gelöst.

Richtig.

> Sollte es mal einen Einbruch geben, stellt sich nämlich die Frage, ob
> die Versicherung dann auch noch zahlt, wenn sie sieht,

Das Problem dürfte in dem Falle der Selbstbau, und nicht unbedingt das 
gewählte Verfahren sein. :-)

Im allgemeinen halten sich Einbrcher nicht mit so Dingen wie Schlösser, 
Schlüssel oder Codes auf. Sie haben meistens einen großen robusten 
Schraubendreher mit, der sich noch dezent tragen lässt. Den setzten sie 
eben mal schnell an Türe oder Fenster an. Sie halten sich selten länger 
als ein paar dutzend Sekunden mit einem Öffnungsversuch auf. Entweder 
sie sind drin, oder gehen weiter.

Das Durchwühlen und die Schäden dabei sind ärgerlich, und die 
Spurensicherung setzt dann noch einen obenauf, indem sie mit 
Graphitpulver rumsaut. Das alles wird von der Versicherung nicht 
gedeckt.

Solltest Du an einem sozialen Brennpunkt wohnen, wo Einbrüche öfter 
stattfinden, stellt die Versicherung hohe Anforderungen an Deine 
Gegenmassnahmen und verlangt so hohe Gebühren, das Du für das Geld dann 
besser zweimal im Jahr für die Einbrecher eine Party schmeissen kannst.
Wenn Du dicke Schlösser anbringst, das ist genauso, als würdest Du mit 
dickem Goldschmuck rumlaufen. Protzige Schlösser locken Einbrecher 
genauso
wie mit Luxusgütern rumzuprotzen. Zudem sind die Sachschäden beim 
Aufbrechen höher.

Praktischerweise besitzt man also nichts, was einen Einbrecher reizen 
könnte.
Das ist im allgemeinen Bargeld und Wergegenstände, bei denen klar ist, 
das sie sich leicht für relativ viel Geld verkaufen lassen. Fachbücher, 
Uraltrechner und obscurer Elektronikschrott sowie gebrauchtes Werkzeug, 
dem der Zweck nicht anzusehen ist, zählen eher nicht dazu. Im Zweifel 
wird halt der Labtop noch geteert, damit er unverkäuflich wird. :-)

Alles andere sind eh Sonderfälle bzw. Racheakte und Vandalismus.......
Bei letzterem zahlt die Versicherung natürlich auch nicht......

Einbrüche sind zu 80% ein mentales Problem. Das könnte sich in den 
nächsten Jahren aber ändern, wenn die Sozialleistungen weiter 
zusammengestrichen werden, und die Leute wieder ans Hungern und Frieren 
kommen. Dann könnten sogar die Konservenbüchsen und die Äpfel zu 
Einbrüchen verlocken.

Momentan aber lohnt sich z.B. eine Einbruchsversicherung für mich nicht, 
und wegen dem ganzen Aufwand würde ich sowas nur in Ausnahmefällen 
überhaupt noch bei der Polizei anzeigen wollen.

Die angesprochene Schaltung ist eine nette Idee, die bei entsprechend 
sorgfältiger Umsetzung praktisch sein kann.

Persönlich habe ich mal über Morsecode zur Ausgabe von Fehlermeldungen 
nachgedacht. Würde einiges radikal vereinfachen können, schränkt aber 
den Kreis der Nutzer stark ein.

>  dass da quasi
> jede spielende Katze - mit etwas Zufall - die Wohnung öffnen kann....

Ich mag es, spielenden Katzen zuzusehen. ;-)

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

 http://www.dl0dg.de









Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Depression.
Jeder echte Wettbewerb ist ruinös. Darum beruht jede funktionierende
Wirtschaft auf Schiebung.

Autor: Wilhelm F. (ferkes-willem)
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Bernd Wiebus schrieb:

>>Sollte es mal einen Einbruch geben, stellt sich nämlich die Frage, ob
>>die Versicherung dann auch noch zahlt, wenn sie sieht,

>Das Problem dürfte in dem Falle der Selbstbau, und nicht unbedingt
>das gewählte Verfahren sein. :-)

Wieso? Der Türöffner ist doch gekauft. Und die 2 Drähte zum Schalten, 
gehen doch sonst wo hin, und können sogar tote Leitungen sein...

Die Frage dürfte nur interessant sein, wenn Einbrecher den Code knacken, 
und ohne Beschädigung das Haus betreten können.

Autor: Michael U. (amiga)
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Hallo,

wir hatten mal an der Werkstatttür (igitttttt) ein Schloß mit einem 
Nummernschalter vom Telefon (die Wählscheibe, falls es keiner mehr kennt 
;)).
War auch ganz konventionell mit Relais und einem Drehwähler aufgebaut.
3 Ziffern, einzige Verrieglung war nur, daß bei einer falschen Ziffer 
eben von vorn angefangen werden mußte.

Hatte eine nette Episode zur folge: mein Kollege kommt zur Tür, ein 
abderer Kollege, der keinen Zugang hatte, steht neugierig dicht hinter 
ihm.

Mein Kollege wählt also los: 
1-5-3-8-7-5-3-3-7-1-8-3-7-4-1-7-5-3-1-8-1-5-7 und die Tür geht auf. "Die 
Zahl kannst Du Dir merken?????" war die Reaktion.

Naja, er mußte sich ja nur 1-5-7 merken und aufpassen, daß er die Folge 
nicht zu früh wählt. :)

Heute würde ich da wohl einen Drehschalter und einen AVR nehmen.

Gruß aus Berlin
Michael

Autor: Markus O. (mober)
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Danke für die Antworten, auch wenn ich eigentlich keine 
Grundsatzdiskussion über Sinn und Unsinn einer solchen 
"Zutrittssicherung" lostreten wollte!
Aber für alle, die Angst haben, dass mir was gestohlen wird:
Die Nebeneingangstüre befindet sich in einer abgeschlossenen Garage! Ich 
will halt einfach, wenn ich mit dem Auto in die Garage fahre möglichst 
unkompliziert ins Haus kommen, ohne dass ich nochmal einen Schlüssel 
brauche! Von daher ist der Morsetaster eigentlich ein Gewinn an 
Sicherheit, ansonsten würde die Türe gänzlich unverschlossen sein....

Ich schau mir auf alle Fälle die Beispiele im "Funkamateur" an (Danke 
für den Tipp). Ansonsten muss ich halt doch auf eine 
Microcontroller-Lösung bauen!

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