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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Pollin DCF77 Modul entstören


Autor: Frank B. (frank501)
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Hallo,

ich habe mit einem oder genauer gesagt zwei Funkuhrmodulen von Pollin 
Probleme.
Und zwar habe ich das Modul aus einem Spannungsteiler 220/330 Ohm aus 
den 5V meines µC versorgt. Den PON-Eingang schalte ich über einen 
Ausgang des µC ohne Transistor. (Entweder ist der interne PullUp aktiv 
und somit das Modul ausgeschaltet oder der Ausgang liegt auf Low)
Der Datenausgang das Moduls ist direkt an einem Eingang des µC ohne 
internen oder externen PullUp.

Zuerst hatte ich überhaupt keinen Empfang, weshalb ich das DCF77 Modul 
mit 1 meter Flachbandstrippe vom Rest der Schaltung abgesetzt habe. Nach 
dem Einschalten und einer fallenden Flanke auf PON bekam ich sofort die 
richtigen Impulse und etwa 2 Minuten später war die Uhr richtig 
gestellt.
Das alles ist reproduzierbar und funktioniert einwandfrei.

Die Probleme fingen an, als ich das ISPKabel vom PC zum µC abgezogen 
habe.
Resultat: Das Modul ist nicht dazu zu bewegen irgend etwas auszugeben.
Versorgt wird die ganze Schaltung von einem 5V Schaltnetzteil eines 
defekten Switches.

Nachdem ich des ISP Kabel wieder angesteckt hatte und einen Reset 
ausgeführt habe, bekam ich sofort wieder brauchbare Signale.
Meine Vermutung war, daß die Schaltung irgend wie eine Verbindung zur 
Erde benötigt. Testweise habe ich deshalb eine Verbindung von der 
Schaltungsmasse zum Schutzleiter hergestellt und nach etwa 10 Sekunden 
bekam ich wieder brauchbare signale.
Ohne die Verbindung zur Erde habe ich auch nach einer Nacht keine 
Reaktion des Empfängers bekommen.

Liegt das nur an den Pollin Modulen und ich hole mir besser eines von 
Reichelt oder ist das ein generelles Problem?

Wie sieht das aus, wenn ich die ganze Schaltung nachher autonom 
betreiben will, hat bereits jemand ähnliche Erfahrungen und weiß eine 
Lösung für dieses Problem?

Frank

Autor: Falk Brunner (falk)
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@Frank B. (frank501)

>Und zwar habe ich das Modul aus einem Spannungsteiler 220/330 Ohm aus
>den 5V meines µC versorgt.

Warum? Verträgt das Modul keine 5V?

> Den PON-Eingang schalte ich über einen
>Ausgang des µC ohne Transistor. (Entweder ist der interne PullUp aktiv
>und somit das Modul ausgeschaltet oder der Ausgang liegt auf Low)

Sicher? Der Ausgang wird nur zwischen LOW oder Eingang umgeschaltet? Nie 
HIGH?

>Der Datenausgang das Moduls ist direkt an einem Eingang des µC ohne
>internen oder externen PullUp.

Schlecht. Wei soll das Modul, welches mit ca. 3,3V versorgt wird?!? ein 
solides HIGH erzeugen? Ja, es funktioniert erstmal, weil die AVRS bei 
ca. VCC/2 schalten, aber schön ist das nicht.

>Zuerst hatte ich überhaupt keinen Empfang, weshalb ich das DCF77 Modul
>mit 1 meter Flachbandstrippe vom Rest der Schaltung abgesetzt habe. Nach
>dem Einschalten und einer fallenden Flanke auf PON bekam ich sofort die
>richtigen Impulse und etwa 2 Minuten später war die Uhr richtig
>gestellt.
>Das alles ist reproduzierbar und funktioniert einwandfrei.

Schön.

>Versorgt wird die ganze Schaltung von einem 5V Schaltnetzteil eines
>defekten Switches.

Klingt nicht gut.

>Ohne die Verbindung zur Erde habe ich auch nach einer Nacht keine
>Reaktion des Empfängers bekommen.

Wahrscheinlich spuckt das Netzteil Dreck, ist bei vielen Chinateilen so. 
Die haben komische Kondesatoren drin, die ggf. die halbe Netzspannung 
auf den Masseanschluss legen, wenn auch nur hochohmig.

>Lösung für dieses Problem?

Ordentliches Netzteil oder Batterie verwenden. Aber der Spannungsteiler 
für die Modulversorgung zieht 100mal mehr Strom als das Modul selber.

MfG
Falk

Autor: ungeheuer (Gast)
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Schalte mal parallel zum DCF-Modul einen 100nF. Zusammen mit dem 
Spannungsteiler gibt das eine wunderbare Entstörung.

Autor: Frank B. (frank501)
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Falk Brunner schrieb:
> Warum? Verträgt das Modul keine 5V?

Nein, laut Datenblatt ist bei 3,5V Schluss.


Falk Brunner schrieb:
> Sicher? Der Ausgang wird nur zwischen LOW oder Eingang umgeschaltet? Nie
> HIGH?

Ja, Entweder Low oder über den im µC integrierten PullUp auf High.


Falk Brunner schrieb:
> Wei soll das Modul, welches mit ca. 3,3V versorgt wird?!? ein
> solides HIGH erzeugen? Ja, es funktioniert erstmal, weil die AVRS bei
> ca. VCC/2 schalten, aber schön ist das nicht.

Die Versorgungsspannung des Moduls liegt bei ca. 3V und wenn der Ausgang 
high wird, geht auch der Eingang des µC auf high. Ich habe an einen 
(noch) freien Portpin eine LED zur Kontrolle geschaltet.
Ich sagte ja nicht, daß es so bleiben soll, aber für die ersten Versuche 
reicht es ja aus.
Und um später einen definierten Pegel von 5V = high zu erhalten muss ich 
mir noch was mit einem FET oder einem bipolaren Transistor einfallen 
lassen, da der Ausgang des DCF Moduls nur 5µA treiben kann.


Falk Brunner schrieb:
> Aber der Spannungsteiler für die Modulversorgung zieht 100mal mehr
> Strom als das Modul selber.

Dessen bin ich mir bewusst. Aber ich hatte auch schon einen Längsregler 
(78x33 3,3V 500mA. Was anderes hab ich gerade nicht da für 3,3V) 
eingebaut. Keine Änderung festzustellen.
Das werde ich versuchshalber mal testen. Aber später soll das Ganze auch 
aus einem Steckernetzteil versorgt werden und ich wollte wegen der 
Verluste nicht unbedingt ein Trafonetzteil verwenden.

Falk Brunner schrieb:
> Ordentliches Netzteil oder Batterie verwenden.

ungeheuer schrieb:
> Schalte mal parallel zum DCF-Modul einen 100nF. Zusammen mit dem
> Spannungsteiler gibt das eine wunderbare Entstörung.

Das werde ich (zusammen mit der Batterieversorgung) mal versuchen.


Danke erst mal für die Tipps

Frank

Autor: Frank B. (frank501)
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Ich verstehe grad nicht, wieso ich meinen eigenen Beitrag nicht ändern 
kann, aber egal...

Ich habe mal beides versucht, also Batterie und 100n an der Versorgung 
des Moduls.
Nur Batterie, kein Kondensator : viel zu kurze Signale.
Netzteil und Kondensator       : Keine Änderung, Modul funktioniert nur 
mit angeschlossenem ISP Kabel.
Batterie und Kondensator       : funktioniert.

Mein Ziel ist jetzt allerdings das Ganze mit Netzteil und ohne ISP Kabel 
zum Laufen zu bringen.

Werde jetzt mal verschiedene Netzteile testen.

Frank

Autor: A. K. (prx)
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Netzteil weit genug weg. Vielleicht hilft auch eine Entstördrossel in 
der Stromzufuhr zwischen Netzteil und Schaltung.

Autor: Frank B. (frank501)
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Habe das Problem (vorläufig) gelöst.
Ich habe aus meinem Fundus einfach ein anderes Netzteil genommen.
Ich hoffe nur, daß das Netzteil, welches mit der fertigen Schaltung 
laufen soll (habe es erst bestellt) dann auch funktioniert.


Falk Brunner schrieb:
> Wahrscheinlich spuckt das Netzteil Dreck, ist bei vielen Chinateilen so.

Das bewahrheitet sich hier gerade leider wieder...
Das Intel Netzteil (wie gesagt von einem defekten Switch, Router oder 
etwas in der Art) ist made in China.

Das Netzteil welches ich jetzt dran habe ist made in England.

Frank

Autor: Picard (Gast)
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Auch aufpassen: Die Pollin Module reagieren recht allergisch auf Last am 
Ausgang, wohl auch auf kapazitive. Ich hab auch so ein Pollin Modul, 
wegen nicht ganz sauberer Versorgungsspannung (mag das Modul auch 
nicht), über einen 3,3V/100mA Regler, plus die üblichen Kondensatoren, 
versorgt. Und weil mir der Ausgangspegel von 3,3V für den PIC mit 5V 
auch nicht ganz geheuer war, hab ich zur Sicherheit ein HCT-Gatter aus 
der Grabbelkiste dazwischen geschaltet. Mit dem Erfolg, daß mit Gatter 
gar nichts mehr ging und ohne ging es so leidlich. Dann hab ich noch 
einen 330kOhm Widerstand zwischen Modul-Ausgang und HCT-Eingang 
geschaltet und jetzt läuft alles wie geschmiert. Und zwar in München im 
Keller. Versorgt wird das Ganze übrigens von einem 5V Steckernetzteil, 
made in China.

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