Hallo!
Kennt jemand Windungszahlen, Induktivitäten, prim. Sättigungsstrom,
Wicklungsschema, Isolation, Kern, von üblichen KFZ Zündspulen
(Transistor od. Kontakzündung) wie zb im Golf 2 verbaut?
Finde weder Datenblätter noch sonst wo diese Informationen.
Vielleicht kennt sich jemand aus and kann mir etwas erzählen...
MFG
Da muß man wohl etwas experimentieren.
Per Versuch, die Stromkurve bis zur Sättigung der Spule
oszilloskopieren, um die Zeitkonstante zu erhalten.
Grobe Anhaltspunkte gibt es schon: Wenn man die Maximaldrehzahl des
Motors nimmt, und den Schließwinkel, hat man etwa schon die maximale
Ladezeit der Spule. Bei einem 4-Zylinder mit 6000 RPM kommt man auf 100
Umdrehungen und 200 Zündungen pro Sekunde, also alle 5ms. Beträgt der
Schließwinkel 45°, dann ist die Ladezeit der Spule maximal 2,5ms.
Ich hab hier eine KFz-Zündspule liegen, irgendwann gibt es damit
Hochspannungs-Experimente. Auf der Spule prangt jedoch groß ein gelber
Aufkleber, auf dem ein rot durchgekreuztes Meßinstrument abgebildet ist.
Das gilt natürlich für die Primärseite.
Ich öffnete so eine Bosch-Zündspule mal. Das ist eine sehr ölige
Angelegenheit. Drinnen waren lose angeordnete längliche Eisenbleche ohne
geschlossenen Eisenkreis. An die Drahtwicklung erinnere ich mich nicht
mehr, sind schon 20 Jahre her. Vermutlich verließ mich die Lust und
Laune auf Grund der Ölung.
Mit der Ladezeit und 12V erhält man je nach Strom (3A-10A, Schätzung)
10mH bis 3mH.
Ohne geschlossenen Kern währen dann auch auf der Primärseite hohe
Windungszahlen notwendig. Da hätte ich gerne einen Anhaltspunkt.
Schade dass du nicht mehr weist wie die Sek - Seite gewickelt war, ich
wollte mir eben das ölige öffnen sparen.
MFG
@Seppl
Aus meinem alten Fachbuch:
Für "normale" Zündspulen (ohne Vorwiderstand bzw. Strombegrenzung zu
betreiben)
Sekundär 10000 bis 20000 Wdg. bei 0,05mm bis 0,1mm Drahtdurchmesser.
Ohmscher Widerstand 5 bis 10kOhm.
i = 1:80 bis 1:120
Primärwicklung 0,4 bis 1,2mm Drahtdurchmesser.
Heinz schrieb:
> @Seppl>> Aus meinem alten Fachbuch:>> Für "normale" Zündspulen (ohne Vorwiderstand bzw. Strombegrenzung zu> betreiben)>> Sekundär 10000 bis 20000 Wdg. bei 0,05mm bis 0,1mm Drahtdurchmesser.> Ohmscher Widerstand 5 bis 10kOhm.>> i = 1:80 bis 1:120>> Primärwicklung 0,4 bis 1,2mm Drahtdurchmesser.
Ist ziemlich deckungsgleich mit den Angaben in den
Bosch-Taschendatenbüchern der 70er Jahre, dort findet man sehr ähnliche
Werte.
@Seppl:
Ich hab hier noch eine Bosch-Zündspule liegen, sieht optisch so aus, wie
man es gewohnt ist. Bakellit-Gehäuse mit öligem Inhalt. Ist
wahrscheinlich aber eine modifizierte Spule für Transistor-Zündungen
bzw. Hochleistungs-Zündungen, was immer man darunter verstehen mag.
Hab mal gemessen, aber nur ohmsche Widerstände: Primär: 0,7 Ohm.
Sekundär: 700 Ohm. OK, das sagt zunächst gar nicht viel aus, außer zur
Dimensionierung der Ansteuerung.
Warum mich damals der Mut verlassen hatte, die Spule weiter zu sezieren,
war einfach, daß die Bleche nach dem Öffnen völlig lose im Öl umher
schwammen. Sie sind wohl im Kopf und Boden des zylinderförmigen
Spulengehäuses fest zentriert. Und wenn man es zum Öffnen beschädigt?
Ebenso die Spule: Nach dem Versuch, die Spule heraus zu ziehen, hatte
ich einen wilden Wust an losen Drähten in der Hand.
Es gab auch Zündspulen anderer Hersteller, ich erinnere mich an Delco.
Das ist (war?) ein amerikanischer Hersteller, der auch gerne
französische und italienische Autos ausrüstete. Eine war im Opel Rekord
C, und defekt. Die war ohne Öl, und solide, sah wie ein Netztrafo aus.
Viel Kupfer und Eisen drin, da waren die paar Bleche von Bosch erheblich
weniger... Wir tauschten die damals gegen eine Bosch aus, da leichter
erhältlich. Opels, bekam man mal mit Bosch- oder Delco-Zündspule, das
war je nach Wetterlage.
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