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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Stundenlohn für kleine Dienstleistungen


Autor: Inschenör (Gast)
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Hi,

jeder kennt es: Man wird von jemandem angesprochen: "Hey, du könntest 
doch mal kurz dies oder das machen. Was willst du dafür haben?"

In diesem Fall geht es um ein kleines Gerät, Gehäuse, ein paar Taster, 
ein bischen Elektronik und eine Lampe. Etwas in der Form, was man als 
Hobbybastler fast wöchentlich fertigstellt. Nix wirklich großes, 
geschätzer Aufwand 3 Stunden plus Materialbeschaffung (alles in einem 
Shop auffindbar).

Frage: Wieviel rechne ich da als Lohn aus? Wie setz ich meinen 
Stundenlohn an? Natürlich bar auf die Kralle. Hab als normal 
Angestellter da überhaupt keine Ahnung was ich ansetzen soll.

Danke, euer Inschenör

Autor: Daniel (Gast)
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Nimm als ersten Ansatz dein Jahresgehalt als "normal Angestellter", 
teile es durch deine jährlichen Arbeitsstunden (z.B. 210 Arbeitstage * 8 
Stunden). Dann hast du eine Größenordnung.

Da du nicht davon leben musst, willst du wohl keine Reserve für 
Leerlaufzeiten, Werkzeugkosten usw. draufschlagen.

Die Steuern noch drauf, falls du nicht betrügen willst.

Schließlich etwas weniger nehmen, wenn dir die Aufgabe Spaß macht, und 
etwas mehr, wenn nicht. Ebenfalls etwas mehr, wenn du den Auftraggeber 
nicht magst oder du meinst, du könntest den Zeitaufwand unterschätzen.

Autor: Andreas Schweigstill (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
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Hallo!

Inschenör schrieb:
> jeder kennt es: Man wird von jemandem angesprochen: "Hey, du könntest
> doch mal kurz dies oder das machen. Was willst du dafür haben?"

Ohhhh jaaaaa, so etwas kenne ich zur Genüge! Ich habe es schon einige
Male in meiner Verwandschaft erlebt, dass dort meine Leistungen
("Andreas macht doch irgendwas mit Computern und so.") ohne meine
Zustimmung Dritten für lau angeboten wurden. Hierbei ging es nicht um
einfache Gefälligkeiten, sondern um Beratungsleistungen mit
erheblichem Zeit- und sogar Reiseaufwand. Auf meinen Hinweis, dass
ich so etwas durchaus übernehmen und zu meinen marktüblichen Stunden-
sätzen abrechnen würde, hieß es nur: "Aber Du kannst doch dafür kein
Geld verlangen! Schließlich macht Dir die Beschäftigung mit Computern
doch auch Spaß." Später probierte es derjenige, dem meine Leistungen
angeboten wurden, auch noch einmal, indem er darauf hinwies, dass
ich solch einen tollen Computer, wie er ihn sich gerade gekauft habe,
wohl noch nicht gesehen hätte und es eine Ehre für mich sein sollte,
ihn einrichten zu dürfen.

Wenn ich in der Verwandschaft oder im Freundeskreis solch eine
Tätigkeit übernehme, dann mache ich es entweder kostenlos oder
zu einem marktüblichen Stundensatz (50-100EUR). Sonderpreise (z.B.
10EUR) biete ich hingegen nicht an. Dadurch kann ich sehr wirksam
verhindern, dass mir (s.o.) Aufträge Dritter indirekt untergeschoben
werden.

Zudem ist bei Aufträgen im Bekanntenkreis zu beachten, dass mit jeder
Gefälligkeit auch ein lebenslanger, kostenloser 24*7-Wartungsvertrag
mit sofortiger Reaktion und Problembehebung verbunden ist.

Gruß
Andreas Schweigstill

Autor: Mark Brandis (markbrandis)
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Andreas Schweigstill schrieb:
> Ich habe es schon einige
> Male in meiner Verwandschaft erlebt, dass dort meine Leistungen
> ("Andreas macht doch irgendwas mit Computern und so.") ohne meine
> Zustimmung Dritten für lau angeboten wurden.
> Dadurch kann ich sehr wirksam
> verhindern, dass mir (s.o.) Aufträge Dritter indirekt untergeschoben
> werden.

Ein solches Angebot ist ungültig. Fertig, aus. Einfach "Nein" sagen und 
gut is.

Autor: P. S. (Gast)
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Auf den "du kennst dich doch mit Computern aus" ist meine Antwort immer: 
Wenn der Computer etwas ueber 19" breit, mindestens 1m hoch ist und 
Starkstrom bekommt, koennen wir darueber reden.

Autor: Gast1 (Gast)
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>In diesem Fall geht es um ein kleines Gerät, Gehäuse, ein paar Taster,
>ein bischen Elektronik und eine Lampe. Etwas in der Form, was man als
>Hobbybastler fast wöchentlich fertigstellt. Nix wirklich großes,
>geschätzer Aufwand 3 Stunden plus Materialbeschaffung (alles in einem
>Shop auffindbar).

Ein Gehäuse (muss geplant und bearbeitet werden, evtl. Frontplatte 
zumindest drucken), Bauteile müssen bestellt werden. Irgen wie müssen 
die Bauteile verdrahtet werden, Stromversorgung ist vermutlich auch 
irgend wie nötig, Zusammenbau, Test, Fehlersuche, Übergabe mit kurzer 
Anleitung.

Wer dafür insgesamt nur drei Stunden benötigt, ist entweder ein Genie, 
hoffnungsloser Optimist, leidet an totaler Selbstüberschätzung oder ist 
einfach nur dumm, weil er den Aufwand völlig unterschätzt.

Just my 2 cents.

Autor: Gast1 (Gast)
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@Andreas Schweigstill: Full ACK! Besonders die Sache mit dem kostenlosen 
24/7-Wartungsvertrag. Kenne ich zu genüge.

Unter anderem daraus resultieren die kaputten Preise in diesem Bereich.

Autor: Stefan (Gast)
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Oooja, wie ihr mir aus der Seele sprecht. Das mit dem Wartungsvertrag, 
den man gleich mit bekommt, wie treffend... kommt noch dazu, dass ich 
(v.a. bei Bekannten) schlecht nein sagen kann.

Autor: Andreas Schweigstill (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
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Und noch eine selbst erlebte Variante:

Ein Kunde bittet um die Erstellung eines Angebots. Danach nimmt er sich
viel Zeit für die Entscheidungsfindung über eine Beauftragung.

Während dieser Zeit findet der Kunde "zufällig" noch "offene Punkte"
einer früheren Beauftragung und bittet um kulante Behebung der
aufgetretenen Probleme, obwohl diese nun wirklich nichts mehr mit
der früher erbrachten Leistung zu tun haben und vom Kunden selbst
verursacht wurden.

Um den Kunden wohlgesonnen zu halten, wird natürlich nachgearbeitet.
Anschließend teilt der Kunde mit, man habe sich hinsichtlich der
in Aussicht gestellten neuen Beauftragung anders entschieden.

Beim ersten Mal war ich noch darauf hereingefallen.

Kürzlich kam der Kunde wieder an, bat um Erstellung eines erneuten
Angebots und fand natürlich wieder "offene Punkte", deren Behebung
durchaus eine Mannwoche an Arbeit bedeutet hätten. Diesmal bin ich
aber nicht darauf hereingefallen.

Autor: Mike K. (1tester)
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@schweigstill
Spar dir bitte ne Antwort es hat hier sowieso keinen Sinn.... (ein 
KOSTENLOSER Ratschlag ;-)

Alles oder nichts is am sinnigsten auch wenns manchen leuten weh tut das 
man für Leistung zahlen muss.

Blaubär schrieb:
> schlechte kinderstube gehabt?
> http://de.wikipedia.org/wiki/Altruismus

@Update uff das mit dem Löschen ging schnell...



lg Mike

Autor: Andreas Schweigstill (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
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Mike K. schrieb:
> Spar dir bitte ne Antwort es hat hier sowieso keinen Sinn.... (ein
> KOSTENLOSER Ratschlag ;-)

Oh, vielen Dank! Ich als übelster Kapitalist hätte dafür mindestens
1.000,- EUR in Rechnung gestellt. ;-)

Autor: Max M. (xxl)
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>Oh, vielen Dank! Ich als übelster Kapitalist hätte dafür mindestens
>1.000,- EUR in Rechnung gestellt. ;-)
Ob du die auch bekommen hättest, steht dann auf einem anderen Blatt
weil der Kunde ja sein Angebot hat und das ist nun mal bindend.
Es steht allerdings jedem frei eine Klausel einzufügen die zusätzliche
Wünsche und Tätigkeiten extra zum festgelegten Stundensatz in Rechnung
zu stellen. Wenn dem Kunden das mitgeteilt wird bleibt nur noch das
Problem den Mehraufwand zu beweisen, falls das mal nötig sein sollte.

Für Gefälligkeiten außerhalb der Familie nimmt man gewöhnlich
10 Euro/angefangener Stunde/BAT. Wenn derjenige meint das das
zu teuer ist muss eben warten oder wird nicht mehr bedient, fertig.
Schnorren kann jeder selbst.

Autor: Andreas Schweigstill (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
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Max M. schrieb:
> Ob du die auch bekommen hättest, steht dann auf einem anderen Blatt
> weil der Kunde ja sein Angebot hat und das ist nun mal bindend.

Meine Äußerung macht nur Sinn in Verbindung mit den (zur Recht!)
gelöschten Bemerkungen eines anderen Benutzers, der diese Diskussion
schon als übelsten Auswuchs eines Manchester-Kapitalismus bezeichnet
hatte.

> Für Gefälligkeiten außerhalb der Familie nimmt man gewöhnlich
> 10 Euro/angefangener Stunde/BAT. Wenn derjenige meint das das
> zu teuer ist muss eben warten oder wird nicht mehr bedient, fertig.
> Schnorren kann jeder selbst.

Das "man" gilt natürlich nicht für jeden. Wie von mir oben schon
geschrieben, gibt es bei mir nur "alles oder nichts", d.h. entweder
mache ich es unentgeltlich oder zu einem marktüblichen Stundensatz.
Der Stundensatz wird aber schon danach angepasst, ob die Arbeit nur
lästig und mit erheblichem nicht abrechenbaren Nebenaufwand
verbunden ist oder ggf. auch ein interessantes Folgegeschäft möglich
ist.

Das, was man jedoch nie vergessen darf, ist die Tatsache, dass man
einmal genannte Preise später kaum nach oben korrigieren kann. Wenn
man einen Kunden billig "anfüttert" und hofft, bei einem großen
Auftrag höhere Stundensätze realisieren zu können, erlebt man oft
das Gegenteil, nämlich dass der Kunden auf Grund größeren Volumens
natürlich einen Preisnachlass erwartet.

Gruß
Andreas Schweigstill

Autor: Max M. (xxl)
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>Das, was man jedoch nie vergessen darf, ist die Tatsache, dass man
>einmal genannte Preise später kaum nach oben korrigieren kann. Wenn
>man einen Kunden billig "anfüttert" und hofft, bei einem großen
>Auftrag höhere Stundensätze realisieren zu können, erlebt man oft
>das Gegenteil, nämlich dass der Kunden auf Grund größeren Volumens
>natürlich einen Preisnachlass erwartet.

Stimmt, da hilft nur konsequent bleiben.

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