Hallo an alle.
Ich hatte gestern Abend eine Diskussion mit einem Bekannten von mir.
Dieser renoviert gerade sein Haus und will Stromkabel im Estrich
verlegen.
Wir wussten aber beide nicht, ob diese Kabel in ein Rohr gelegt werden
müssen oder nicht. Kann man die Kabel auch direkt in den Estrich legen?
Hat einer von euch schon mal als Bau-Elektriker gearbeitet und weiß das,
oder hat sogar einen Meistertitel?
Ich komme leider nicht an die relevanten VDE-Normen ran!
Danke an alle.
Wir haben es zumindest immer gemacht, wüsste auch nicht was dageben
spricht. Der Estrich ist doch auch nichts anderes als eine Wand wo das
Kabel im Putz verlegt wird.
Aber warum verlegt ihr es im Estrich und nicht in der Dämmung unter dem
Estich?
Ja OK, man könnte drüber streiten, ob das hier richtig ist.
Ich brauch halt einen, der ne Ahnung hat!
@ Mousse Chocolate: Woher kommt die Info, dass man es nicht braucht? Ich
habs schon oft gesehen, dass im Estrich Rohre verlegt werden. Aber
warum?
Hallo,
für ne Mantelleitung sollte kein Rohr benötigt werden.
Ich würde aber auf alle Fälle ein Rohr reinlegen, da du dann auch mal
ein anderes Kabel einziehen kannst ohne den ganzen Estrich aufzuklopfen!
MFG Mixer
Weil es hier keine Dämmung gibt, das ist ne Garage. Es müssen halt
ziemlich viele Kabel auf die andere Seite der Garage und die Wände sind
betoniert. Da hat man keinen Bock zu klopfen.
Google fragen :
1)
Nach DIN VDE 0276-603:1995-11 sind Kabel z.B. NYY oder NYCY u.a.
uneingeschränkt in Beton zu verlegen. Der Einsatz von
von Leitungen z.B. Mantelleitungen NYM in Beton wird in DIN VDE 0298
Teil 3:1983-08 geregelt. Danach ist die Verlegung im Beton erlaubt
jedoch die direkte Einbettung in Schüttel-, Rüttel- oder Stampfbeton
nicht möglich.
2.)
Mantelleitung NYM
Zur Verlegung auf, über, im und unter Putz in trockenen, feuchten und
nassen Räumen sowie im Mauerwerk und in Beton (ausgenommen Schüttel-,
Rüttel- und Stampfbeton). Verlegung im Freien nur bei Schutz vor
direkter Sonneneinstrahlung.
nitraM
Mark Brandis schrieb:
> Wo ist ein Moderator, wenn man einen braucht? :-(
Naja, der Typ ist ja nicht wirklich moderierenswert, aber so
allmählich wird er lästig, da gebe ich dir Recht.
Wenn der Estrich dick genug ist würde ich da eher ein oder mehrere
dickere Rohre reinlegen. Wenn Du später mal was nachziehen willst (Ne
3Phasensteckdose für den Holzspalter oder ein Cat6 Kabel für den
direkten Internetanschluß deiner CNC-Fräse dann hast Du keine Probleme.
Vielen Dank für die vielen Antworten!
Wenn ich es richtig verstanden habe, gibt es technisch keine Einwände
die Kabel direkt in den Estrich zu legen.
Aber ihr habt recht damit, wenn man noch etwas hinterher ändern will,
ist man mit einem Leerrohr wesentlich besser dran.
Ich denke wir werden es in Leerrohre legen!
Danke
Mücke schrieb:
> Früher gab es eine einfache Regel:>> Bei Verwendung von NYM im Estrich nimmt man Leerrohr. Bei NYY nimmt man> kein Leerrohr.
Und GENAUSO macht man das auch heutzutage noch.
NYM im Estrich oder der drunterliegnenden Dämmung hat ohne Leerrohr dort
nix verloren.
NYY ist dagegen korrekt für Verlegung im Estrich.
Andrew Taylor schrieb:
> NYM im Estrich oder der drunterliegnenden Dämmung hat ohne Leerrohr dort> nix verloren.
und wer sagt das? Ist das deine persönliche Meinung? Es gibt keinen mir
bekannte Richtlinie die das fordert.
Es ist ohne Frage "schöner" es so zu machen, aber es gibt dafür keine
Pflicht. Wenn der Estrich nur ein paar cm ist, dann es durch das Rohr zu
rissen kommen, weil er an der Stelle einfach zu dünn wird.
Ausserdem hilft es nicht weiter wenn man eim Boden ein Rohr hat und dann
in der Wand ohne rohr weiter geht.
Kann nur sagen wie es in der schweiz ist....
da müssen, wenn die kabel in der isolation verlegt werden rohre
verwendet werden, werde die kabel aber auf holzbalken verlegt, können
sie auch ohne rohr verlegt werden... wird trotzdem selten gemacht, da so
ein röchern nichts kostet und schnell montiert ist...
Also in Estrich würde ich kein Kabel verlegen, aber im
Boden darunter oder unter der Schüttung(Isolierung) weil
Estrich durch zu hohe Bodenlast auch brechen kann und
das Kabel dann gleich mit. Außer durch Rohre wäre dann
das Kabel auch nicht mehr zugänglich was ziemlich ungünstig
ist. Warum wird das Kabel nicht einfach an die Wand gedübelt
in Kunststoffrohr oder Kabelkanal? Beton sollte mit heutigen
Bohrhämmern kein Problem mehr sein. Wer nur ne Schlagbohr-
maschine hat wird einen Bohrhammer lieben lernen.
Im Estrich kann man sehr wohl Kabel und auch anderes verlegen. Bei einem
Fertighaus eines ernstzunehmenden Herstellers wurden auch Wasserrohre im
Estrich verlegt. Das war ein sogenannter Heißestrich, ich würde das Zeug
als Teer bezeichnen. Die Isolation der Wasserrohre und die verwendeten
Leerrohre für die Kabel sind offensichtlich ausreichend hitzebeständig
für so eine Aktion.
Warum sollte ein Estrich brechen? Erdbeben? Auf Sumpf gebaut? Oder
nachträglich auf Holzdielen aufgetragen?
Rufus t. Firefly schrieb:
> Bei einem>> Fertighaus eines ernstzunehmenden Herstellers wurden auch Wasserrohre im>> Estrich verlegt. Das war ein sogenannter Heißestrich, ich würde das Zeug>> als Teer bezeichnen. Die Isolation der Wasserrohre und die verwendeten>> Leerrohre für die Kabel sind offensichtlich ausreichend hitzebeständig>> für so eine Aktion.
Es ist verboten, Wasserrohre im Estrich mit Fußbodenheizung zu verlegen,
da die Temperatur ideal für Legionellenbildung ist. Auch ohne
Fußbodenheizung wäre mir das zu riskant.
In der Isolierung darf grundsätzlich nichts verlegt werden, da die
Isolierwirkung beeinträchtigt oder sogar aufgehoben wird. Die Folgen
sind Schimmel und hohe Heizkosten.
Von Fußbodenheizung ist auch keine Rede gewesen. Der
Fertighaushersteller war übrigens die Firma "Schwörer", die wohl schon
zu den eindeutig teureren Buden dieser Art gehört.
Ob der Estrich hier als "Isolierung" dient (und nicht nur als
Ausgleichsmasse/Trittschalldämmung) entzieht sich meiner Kenntnis; im EG
des Hauses ist er auf die Kellerdecke aufgetragen und im OG des Hauses
auf eine ebenfalls aus Betonfertigteilen bestehende Zwischendecke.
Aufgrund des vollflächig unterkellerten Hauses vermute ich zumindest,
daß der Estrich auch im EG keine Wärmeisolationsaufgaben übernimmt.
Ist nicht meins, ich will in sowas nicht wohnen, allein schon wegen der
winzigen und viel zu niedrigen Räume. Ich habe noch nie in einem Haus
gewohnt, das nach dem Beginn des ersten Weltkriegs gebaut wurde, und das
soll auch so bleiben.
Rufus t. Firefly schrieb:
> Ob der Estrich hier als "Isolierung" dient (und nicht nur als>> Ausgleichsmasse/Trittschalldämmung)
Der Estrich soll nicht als Isolierung dienen, dafür ist die Schicht
darunter verantwortlich. In diese darf nichts verlegt werden.
Dass die Firma teuer ist mag sein, aber heute ist es Standard, die
Leitungen in Versorgungsschächte nach oben zu legen und die Komponenten
direkt anzufahren (Verlegung in der Wand).
Ich wollte in so einer Hütte auch nicht wohnen, meine wurde 'zwischen
den Weltkriegen' gebaut und von mir in einen beheizbaren und bewohnbaren
Zustand gebracht (nach EnEV). ;-)
Unbekannt Unbekannt schrieb:
>> In der Isolierung darf grundsätzlich nichts verlegt werden, da die>> Das ist mit Verlaub, schlicht Blödsinn.
Ich hoffe, du bist nicht im Bausektor tätig. ;-)
Dann wärst du nicht auf dem Laufenden, was die derzeitigen Vorschriften
angeht (EneV, EnEG usw). Die ändern sich grade alle zwei Jahre, wer sich
als Handwerker nicht informiert läuft Gefahr, sich böse Geldstrafen
einzuhandeln.
Ein Bekannter von mir hat kürzlich neu gebaut.
Die Kabelage der Deckenleuchten liegt bei ihm über der Decke im
Leerrohr, darüber dann der Estrich für die höhere Etage.
Thilo M. schrieb:
> Über der Betondecke oder darin?> Zwischen Estrich und Beton hat nur die Isolierung was zu suchen, im> Estrich und in der Decke ist das kein Problem.
Es handelt sich um eine Fertigbetondecke. Löcher reingebohrt für die
Leuchten der Zimmer darunter, dann die Kabel in den Rohren verlegt, und
nachher dann Estrich drüber. Ob da noch was dazwischen ist weiß ich
allerdings nicht.
Thilo M. schrieb:
> Dass die Firma teuer ist mag sein, aber heute ist es Standard, die> Leitungen in Versorgungsschächte nach oben zu legen und die Komponenten> direkt anzufahren (Verlegung in der Wand).
Nun handelt es sich hier um ein Fertighaus, das aus vorgefertigten
Wandsegmenten zusammengesetzt wird. Da ist eine Leitungsverlegung "über
Eck" nur nachträglich oder mit sehr viel Verbindungsstellen zwischen den
Wänden möglich. Das Nachträgliche Öffnen der Wand zum Einziehen von
Rohren o.ä. sollte man aber sein lassen, da das bei der Bauweise
(Faserplatte o.ä. mit Isolationsmumpe und Dampfsperre) wohl wenig
förderlich ist.
Natürlich sind auch etagenübergreifende Leitungen eingebaut, sozusagen
die "Steigeleitungen" und auch entsprechende Leerrohre, aber um von
diesen auf die gegenüberliegende Wand zu kommen, ist die
"im-Estrich"-Methode die einfachste.
Versorgungsschächte in jeder einzelnen Wand wären aber wohl auch etwas
kostenintensiv gewesen.
Ich bin sehr froh darüber, daß all diese Dinge bei meiner Wohnung
nicht relevant sind - die Heizung ist da jetzt seit 100 Jahren eingebaut
(Heizkessel, Kellerverrohrung, Ventile etc. natürlich zwischenzeitlich
erneuert), die Heizkörper sind noch im Original erhalten (Gusseisen mit
Ornamenten), und Estrich gibts sowieso nicht (Holzböden, ebenfalls im
Original erhalten). Dafür vor einigen Jahren etliche hundert Meter
Elektrokabel in die Wand gekloppt, nebst Leerrohren und was man so
braucht.