Ich habe vor einiger Zeit einen nur ein paar Tage alten Agilent N1996A
günstig erstanden, und das Gerät funktioniert auch tadellos. Die
Optionen 506, BAT, TG6 und AFM, und SR6 sind vorhanden, was noch fehlt
sind bsp. 271 und PO6. Eine Übersicht dazu findet man hier:
http://www.home.agilent.com/agilent/faqDetail.jspx?cc=US&lc=eng&ckey=697785&nid=-536902453.927043&id=697785
Für eine Reihe von Optionen ist nur ein Lizenzkey erforderlich - was
zumnindest bei Software-Optionen ja durchaus einleuchtet.
Aber kann es wirklich sein, daß der 6GHz-Vorverstärker bereits im Gerät
vorhanden (!) ist, und "nur" noch per Key aktiviert werden muß?
Entsprechend der oben verlinkten Agilent-Seite enthält das
PreAmp-Upgrade keine Hardware.
Agilent verlangt für die Option P06 gut 2000 Dollar, hier in Deutschland
ist sie etwas über 1900 Euro erhältlich, bspw. hier:
http://www.datatec.de/N1996A-506-Agilent.htm
Agilents installation note für PO6 erwähnt übrigens auch lediglich die
Lizenzkey-Eingabe und empfiehlt sinnvollerweise danach noch eine
Kalibration - aber vom Einbau der Vorverstärker Hardware fehlt auch hier
jeder Spur!?
Kann es sein, daß die entsprechende Hardware mittlerweile derart
spottbillig ist, daß es überhaupt nicht mehr rentabel ist, sie nicht von
Anfang an einzubauen?
Leicht verwirrt, mit freundlichen Grüßen
N1996A schrieb:
> Kann es sein, daß die entsprechende Hardware mittlerweile derart> spottbillig ist, daß es überhaupt nicht mehr rentabel ist, sie nicht von> Anfang an einzubauen?
Im Serverbereich wird es so gemacht. Es ist halt billiger nur eine
Version zu produzieren. Da sind z.B. 6 CPUs bestückt aber es werden z.B.
nur 2 freigeschalten, wenn der Kunde nur 2 braucht und bezahlt.
Aber ob HP es genauso macht weiß ich nicht.
73 Sven
Ja, ist gut möglich, ich kenne es bei den Agilent Signalquellen auch so,
hier ist in der 8 Ghz Quelle und in der 2 Ghz Quelle die gleiche
Hardware drin, Freqeunzbereich wird dann einfach über Software erweitert
Zumindest bei den Agilent LAs weiß ich, dass die Einschübe mit den
Kanälen und Samplespeicher immer schon den maximalen Speicherausbau auf
dem Board haben und beim Zukauf von Speichern nur ein Key geliefert
wird, um den entsprechenden Speicher freizuschalten.
Ja, das kann gut sein. Ist z.B. bei Tektronix auch so und auch bei
LeCroy habe ich das schon erlebt.
Thomas Burkhart schrieb:
> Was an sich ja schon ne ziemliche Unverschämtheit ist.
Naja, es es wohl billiger, nur eine Hardware zu entwickeln und mehr
Features kosten den Kunden eben mehr Geld.
Das Ganze ist aber schon längere Praxis.
Microsoft hat das schon ziemlich früh erkannt - nicht mit dem Produkt
macht man das Geld, sondern mit der Lizenz.
Unverschämt finde ich nur, dass man dieses "aus dem Porsche einen Käfer
machen" fast schon bei IBM (und mittlerweile bei Microsoft). Da wird mit
dem On-Demand-Modell (oder Anytime Upgrade) regelrecht geworben, dass
man diese Praxis verfolgt.
Das geht solange gut, bis die Hardware bzw. einschränkende Software
gecrackt wird.
Davor fühlt sich der "kleine" Käufer als Depp, danach ist der große
Käufer der Depp ;)
> Das geht solange gut, bis die Hardware bzw. einschränkende Software> gecrackt wird.
Ich wüßte von keinen Cracks für Logic-Analyzers oder Network-Analzyers,
obwohl ich sie insbes. für letztere gut gebrauchen könnte ;-)
N1996A schrieb:
> Schöne neue Welt? Verrückte neue Welt?
Schön und verrückt vielleicht, aber neu? Definitiv nicht...
IIRC wurde das schon damals so gemacht, als Festplatten noch
Schrankgröße hatten. Da wurde dann bei bedarf und entsprechender
Bezahlung die Arretierung des Lesekopfes geändert, so dass der Lesekopf
sich weiter hin und herbewegen konnte...
Wieso verrückt ?
Der "Typically Configured Price" für Dein Gerät liegt in den USA laut
Agilent-Website bei US$ 17,268. Dabei dürfte der kleinste Teil der
Kosten auf Material und Produktion beruhen, sondern den größten Teil
dürften die dahinterstehenden Entwicklungskosten ausmachen, bei
gleichzeitig niedrigen Stückzahlen (Geräte wie Spektrum-Analysatoren,
Netzwerk-Analysatoren oder hochwertige Ossis werden schließlich eher
selten gekauft).
Irgendwelche brachliegenden Vorverstärker oder Speicherbausteine fallen
daher preislich nicht ins Gewicht.
Das ganze hat durchaus auch für den Kunden Vorteile: Unser
Netzwerk-Analysator von Agilent ist per "Software" von 8,5 GHz auf 20
GHz aufrüstbar. Mit einem vergleichbaren VNA von Rohde&Schwarz ist das
nicht machbar, selbst per Hardware läßt der sich nicht aufrüsten.
Das Ganze hat schon den Vorteil, dass einfach schnell nachgerüstet
werden kann. Im Idealfall soltle ja ein Anruf und eine Email mit der
Lizenzdatei reichen. Kein Umbau, kein nix.
Als Käufer ärgert man sich andererseits natürlich schon ein bisschen,
dass das trotz allem nicht unbedingt billige Gerät auf dem Schreibtisch
eigentlich mehr könnte und es das nicht tut, nur weil ein Bit irgendwo
nicht gesetzt ist ;-)
> dass das trotz allem nicht unbedingt billige Gerät auf dem Schreibtisch> eigentlich mehr könnte und es das nicht tut, nur weil ein Bit irgendwo> nicht gesetzt ist ;-)
Schon klar. Am Anfang hab ich genauso gedacht. Aber man zahlt eben auch
viel den Entwicklungsaufwand. Und warum sollte jemand der die vollen
20GHz braucht nicht mehr zahlen müssen als jemand dem 8 reichen. Der
Aufwand den Eingangteil auf 20Ghz aufzubohren wird hald nur unter den
Käufern finanziell verteilt die die 20 auch brauchen... so kann man das
auch irgendwo nachvollziehen.
Randy
Bit gesetzt und geht?
Ganz so einfach wird es wohl nicht funktionieren. Da die meisten Kurven
nach oben schlechter werden, wird die neue Software wohl noch einige
Schwächen ausbügeln müssen...