Hallo!
Marius S. schrieb:
> Der leicht betagte C167 wird doch nur noch verwendet weil es ein
> "deutsches Traditionsprodukt" ist, oder gibt es dafür noch logische
> Gründe?
Man kann bei solchen Controller-Familien oft mit wenig Aufwand
seine Software von einem älteren auf einen neueren Baustein
'rüberretten. Deswegen schleppen ja viele Bausteine auch Unmengen
von Altlasten mit sich herum, so z.B. auch die x86-Prozessoren
und -Chipsätze.
Übel wird es aber dann, wenn es sich gar nicht lohnt, Altsoftware
weiterzuverwenden, insbesondere wenn plötzlich deutlich höhere
Leistungsanforderungen bestehen. Trotzdem wird dieser Weg immer
wieder beschritten.
Bekannte von mir haben einen Entwicklungsauftrag erhalten, bei
dem es um eine sehr komplexe Sprachsignalverarbeitung geht. Das
Vorgängerprodukt enthält einen Original-8051, der nur für triviale
Aufgaben eingesetzt wird, d.h. Lampen- und Lüftersteuerung.
Dennoch besteht der Auftraggeber darauf, dass für das neue Produkt
nur ein Original-8051 eingesetzt werden darf. Begründet wird dies
mit den guten Erfahrungen der letzten zwanzig Jahre. Für eine
Sprachsignalverarbeitung ist der Prozessor natürlich viel zu
schwachbrüstig. Der Kunde beharrt auf seiner Überzeugung, dass das
ja "nur Software" und somit in den Griff zu bekommen wäre. Die
Entwickler haben daraufhin versucht, die Signalverarbeitung mit
diskreter Analogtechnik - immerhin OPs - zu realisieren, wobei
jedoch schon von vornherein klar war, dass dies nicht funktionieren
wird. Immerhin bezahlt der Kunde hin und wieder weitere
Experimente...
Es ist wirklich schade, dass die eigentlich tolle Produktidee, die
der Kunde sich ausgedacht hat, an solch einer banalen Sache
immer wieder scheitern wird.
Gruß
Andreas Schweigstill