Hallo,
wenn es sich wirklich um primärgetaktete Schaltnetzteile handeln
sollte, gäbe es kein grundsätzliches Problem, diese auch mit
Gleichspannung zu betreiben. Eine aktive PFC würde da auch kein
Problem darstellen. Zu beachten ist höchstens, dass die Netzspannung
(110/120/230/240V) als Effektivwert und nicht als Spitzenwert
angegeben ist. 230Veff sind gleichgerichtet jedoch ~325V.
Problematisch kann es jedoch unter folgenden Umständen werden:
1. Neben dem primärgetakteten Schaltnetzteil gibt es einen kleinen
konventionellen Transformator zur Erzeugung der Stand-by-Versorgung.
2. Eine Bootstrap-Schaltung mit Serienkondensator dient zur
Spannungsversorgung des Schaltregler-ICs.
3. Das Schaltnetzteil ist nicht weitbereichsfähig und Spannungen
von 120V DC und 240V DC liegen in einer "toten Zone".
Ein konventionellen Fernseher/Monitor mit Bildröhre kann einem
massiv um die Ohren fliegen, wenn man ihn mit Gleichspannung
betreibt, zum einen weil oft Punkt 1 erfüllt ist und zum anderen,
weil die Entmagnetisierungsspulen, die beim Einschalten des
Geräts aktiviert und per PTC im Laufe weniger Sekunden wieder
deaktiviert werden, einen viel zu geringen Gleichstromwiderstand
besitzen. Mit Glück fliegt nur die Sicherung heraus, mit Pech
zerlegt sich der PTC schneller, als er sich aufheizen könnte.
Es gibt jedoch auch Röhrenbildschirme, die ohnehin mit niedriger
Gleichspannung betrieben werden, z.B. aus dem Rechnerneztteil. So
etwas kenne ich von Commodore PET/CBM, Sharp MZ-80K und einem
älteren PC von Ericsson. Da es Monochrom-Monitore waren, brauchten
sie auch keine Entmagnetisierungsspulen.
Gruß
Andreas Schweigstill