Ich hätte eine Frage bezüglich Spulen. Für Spulen gilt ja:
u(t) = L*i'(t)
Ich habe hier ein Buch vor mir liegen, in welchem ein Minuszeichen vor
dem L steht also:
u(t) = -L*i'(t)
Nur was ist jetzt richtig? Je nach dem ob die Spule als Verbraucher oder
Quelle angesehen wird, wird eine andere Darstllung zutreffend sein. Wenn
ich die Spule als Verbraucher sehe, welche Formel ist dann die richtige?
(meiner Meinung nach müsste es die ohne Minuszeichen sein, allerdings
sieht das Buch das so wie ich das verstehe anders.)
Das ist weil die Spule, wenn sie ihre Induktionsspannung aufbauen will,
den Stromfluss in die Richtung weiter fließen lässt, wie er vorher auch
war, also ist so gesehen "+" jetzt da, wo vorher "-" war (Spule ist nun
eine Quelle).
Siehe Wikipedia "Spule" unter Wechselstromverhalten.
Stichwort "Verbraucherzählpfeilsystem".
Ist eine Frage in welcher Richtung Du die (technische) Stromrichtung
definierst.
Hallo,
> Ich hätte eine Frage bezüglich Spulen. Für Spulen gilt ja:> u(t) = L*i'(t)
Zu jeder solchen Formel gehört die Definition der Bezugspfeilrichtungen.
Ansonsten ist die Formel unvollständig, und Du kannst nicht entscheiden,
ob die Vorzeichen richtig oder falsch sind.
Zeigen das u über der Spule und das i in der Spule in dieselbe Richtung:
u
i -------------->
--->------########-------
so gilt: u(t) = L*i'(t).
Die Pfeilrichtung besagt folgendes:
* Wenn i>0 ist, fließt i in Pfeilrichtung, sonst entgegen.
* Wenn u>0 ist, ist das Potential an der Basis (+) und an der Spitze
(-).
Im Beispiel also:
Ein steigender Strom in i-Richtung erzeugt eine Spannung in u-Richtung.
> Ich habe hier ein Buch vor mir liegen, in welchem ein Minuszeichen vor> dem L steht also:>> u(t) = -L*i'(t)
Diese Formel gilt für die folgende Bepfeilung:
u
i -------------->
---<------########-------
> Nur was ist jetzt richtig? Je nach dem ob die Spule als Verbraucher oder> Quelle angesehen wird, wird eine andere Darstllung zutreffend sein.
Nein. Die Bepfeilung entscheidet nicht allein darüber, ob das Bauelement
Verbraucher oder Erzeuger ist. Du benötigst beides: Bepfeilung und
Formel.
Ohnehin entscheidet ein von Dir gesetzter Pfeil nicht über die Physik
eines Bauelementes. Ein ohmscher Widerstand ist beispielsweise immer ein
Verbraucher, da kannst Du die Pfeile wählen wie Du willst.
In vielen Physikbüchern werden die Formeln leider unvollständig
angegeben, indem beispielsweise nur die Beträge angegeben werden oder
die Bezugspfeilrichtung fehlt. Besonders putzig sind die Darstellungen
mit Doppelpfeilen, bei denen sich der Autor offensichtlich nicht
entscheiden konnte. ("Das ist ja ohnehin Wechselstrom")
Gruß,
Michael
Michael, wie sieht es aus, wenn ein äußeres Magnetfeld die Spule
beaufschlagt? Hängen Strom und Spannung dann genau so zusammen, als ob
die Spule ihr Feld selbst erzeugen würde?
Kai Klaas
Das mit dem Bezugspfeilsystem habe ich denke ich verstanden. Jetzt hätte
ich noch eine Frage zum Induktionsgesetz:
u(t) = -N * phi'(t)
Hier kommt die Ableitung des magnetischen Flusses in der Formel vor. Nur
was bedeutet es, wenn phi'(t) < 0 ist? heißt das der magnetische Fluss
nimmt ab oder er nimmt zu? Es gibt ja keinen magnetischen Plus oder
Minuspol, ich weiß ja nicht ob Nord oder Süd "positiv" bzw. "negativ"
ist. Oder bezieht sich die Änderung des Flusses nur auf seinen Betrag?
>Hier kommt die Ableitung des magnetischen Flusses in der Formel vor. Nur>was bedeutet es, wenn phi'(t) < 0 ist? heißt das der magnetische Fluss>nimmt ab oder er nimmt zu?
Nimmt ab. Je nachdem, ob der magnetische Fluß zu- oder abnimmt, erhälst
du eine induzierte Spannung, die negativ oder positiv ist.
Das Minus soll immer die Lenzsche Regel ausdrücken, daß nämlich die
Wirkung der Induktion seiner Ursache entgegenwirkt. Was das letztlich
für die Polarität der meßbaren Spannungen und Ströme bedeutet, muß man
von Fall zu Fall untersuchen.
Vielleicht beantwortet mir Michael, unser Induktionsexperte, ja noch
meine Frage...
Kai Klaas
>>Hier kommt die Ableitung des magnetischen Flusses in der Formel vor. Nur>>was bedeutet es, wenn phi'(t) < 0 ist? heißt das der magnetische Fluss>>nimmt ab oder er nimmt zu?>Nimmt ab. Je nachdem, ob der magnetische Fluß zu- oder abnimmt, erhälst>du eine induzierte Spannung, die negativ oder positiv ist.
Eben, aber wenn ich das magnetische Feld umkehre (Nordpol und Südpol
vertausche) dann wechselt die Spannung ja auch ihr Vorzeichen. Und aus
mathematischer Sicht ist eine Spannung von -100V ja kleiner als eine
spannung mit +1V.
N
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S
Angenommen die Spule wird momentan von einem Fluss von 5 Weber
"durchflossen". Wenn ich jetzt das Magnetfeld im Bezuf auf die Spule
umkehre, wird die Spule dann von -5 Weber "durchflutet"?
Alles was ich wissen möchte ist, ob phi'(t) < 0 bedeutet, ob das Feld
"südlicher" oder "nördlicher" wird (aus Sicht der Spule).
>Angenommen die Spule wird momentan von einem Fluss von 5 Weber>"durchflossen". Wenn ich jetzt das Magnetfeld im Bezuf auf die Spule>umkehre, wird die Spule dann von -5 Weber "durchflutet"?
Ja.
>Alles was ich wissen möchte ist, ob phi'(t) < 0 bedeutet, ob das Feld>"südlicher" oder "nördlicher" wird (aus Sicht der Spule).
Das erhälst du aus der Defintion der Ableitung. Es bedeutet "weniger
nördlich" bzw. "mehr südlich". Genauer: phi(t1) < phi(t0) für t0 < t1.
Kai Klaas