Hi,
nach ca. einem Jahr WPF-Evaluierung und Testerei komme ich zu folgendem
subjektiven Ergebnis (C# mit VS2008 Prof., jetzt VS2010 Prof.):
+ Nahezu unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten der Oberfläche
+ Kombinationen der Controls untereinander problemlos möglich
+ Up-To-Date GUI
+ Bessere Anpassung und Skalierung an unterschiedliche Auflösungen und
Formate
+ Sehr umfangreiche grafische Zeichenfunktionen
- Sehr steile Lernkuve
- Für Windows(Forms)-Gewohnte erweist sich das jahrelang erworbene
Wissen als größtenteils nutzlos
- Etliche Standardcontrols und Dialoge fehlen immer noch (z.B.
Verzeichnisselektor oder NumericUpDown etc.)
- Unglaublich umständliche Internationalisierung, ohne zusätzliche Tools
kaum machbar
- Schwacher GUI-Designer. Viele Dinge kann man nur im XAML-Code
erledigen, das Erlernen der XAML-Syntax ist also zwingend notwendig. (->
Lernkurve)
- Trotz 3D-Beschleunigung (mit 'ner ATI 5770) ernüchternde
Grafikperformance. Beim Zeichnen von einfachen Formen ist das alte
Windows-GDI immer noch um Längen schneller. Vergleich hinkt aber ein
wenig, da WPF standardmäßig mit Antialising und anderen Goodies
zeichnet.
Natürlich bietet WPF noch viel mehr Möglichkeiten, als die unter (+)
aufgezählten. Ohne ein (oder besser gleich mehrere) dicke Bücher kommt
man aber einfach nicht weiter.
Bei einfachen Anforderungen an das GUI würde ich bei WinForms bleiben,
auch wenn man sich darüber im klaren sein muss, dass dies nicht
weiterentwickelt wird.
Für First-Class-GUIs bietet WPF sicherlich die umfangreichsten
Möglichkeiten, die wollen aber erst einmal erlernt sein.
Gruß,
Oliver