.NET: Sprung von Forms zu WPF (mit C#)

Gast #1707202
Lesenswert?

Hallo,

hat jemand den Sprung von Forms zu WPF vollzogen und kann einen 
Erfahrungsbericht abgeben? Ich möchte meine C#-Programme mit WPF 
"ausstatten", schrecke aber noch davor zurück, da ich den Aufwand bzw. 
die Komplexität nicht richtig abschätzen kann. Mich würden 
Schwierigkeitsgrad etc. interessieren, und wie man sauber dabei vorgeht, 
also die Trennung von Programm und GUI richtig vollzieht (was ja der 
Sinn von WPF ist).

Ralf
Gast #1708299
Lesenswert?

Hallo

Ich schaue die letzten Tage immer mal wieder in diesem Thread vorbei, 
weil mich die Antwort auch interessieren würde.

Für mich hat sich noch kein Sinn ergeben, auf WPF umzusteigen. Soweit 
ich weis wird das Form da in einer xml Datei beschrieben?

Ansonsten ist doch GUI und Code bei den normalen Windows Forms schon 
dadurch getrennt, dass sich der Designer Code in einer anderen 
Quellcodedatei befindet. Zwar in der selben Klasse aber in einer anderen 
Datei.

Bitte um Korrektur, wenn ich falsch liege.

Wo ist denn der richtige Hammervorteil von WPF gegenüber den oldschool 
WinForms?
Gast #1708498
Lesenswert?

Wenn die Oberfläche schick aussehen soll dann ist der schritt zu WPF 
unausweichlich - auch weil die Oberfläche komplett Hardware beschleunigt 
läuft.
Das Databinding ist auch super, man kann viele geschichten jetzt viel 
einfacher lösen als mit den Windows Forms.
Eigene Controls programmieren ist auch besser geworden.
Wenn man sich eingearbetet hat in den "XML" code dann solle die Effizenz 
im programmieren vergleich zu den klassischen Form Controls >30% 
steigen. Da vieles einfach durchdachter ist.
Gerade für Grafische sachen ist es echt gut, da man mit expresion blend 
vieles direkt in VS übernehmen kann.

Aber wie bei allem muß man erst mal die Zeit finden um sich da richtig 
einzuarbeiten.
#1708622
Lesenswert?

Hi,

nach ca. einem Jahr WPF-Evaluierung und Testerei komme ich zu folgendem 
subjektiven Ergebnis (C# mit VS2008 Prof., jetzt VS2010 Prof.):

+ Nahezu unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten der Oberfläche
+ Kombinationen der Controls untereinander problemlos möglich
+ Up-To-Date GUI
+ Bessere Anpassung und Skalierung an unterschiedliche Auflösungen und 
Formate
+ Sehr umfangreiche grafische Zeichenfunktionen

- Sehr steile Lernkuve

- Für Windows(Forms)-Gewohnte erweist sich das jahrelang erworbene 
Wissen als größtenteils nutzlos

- Etliche Standardcontrols und Dialoge fehlen immer noch (z.B. 
Verzeichnisselektor oder NumericUpDown etc.)

- Unglaublich umständliche Internationalisierung, ohne zusätzliche Tools 
kaum machbar

- Schwacher GUI-Designer. Viele Dinge kann man nur im XAML-Code 
erledigen, das Erlernen der XAML-Syntax ist also zwingend notwendig. (-> 
Lernkurve)

- Trotz 3D-Beschleunigung (mit 'ner ATI 5770) ernüchternde 
Grafikperformance. Beim Zeichnen von einfachen Formen ist das alte 
Windows-GDI immer noch um Längen schneller. Vergleich hinkt aber ein 
wenig, da WPF standardmäßig mit Antialising und anderen Goodies 
zeichnet.

Natürlich bietet WPF noch viel mehr Möglichkeiten, als die unter (+) 
aufgezählten. Ohne ein (oder besser gleich mehrere) dicke Bücher kommt 
man aber einfach nicht weiter.
Bei einfachen Anforderungen an das GUI würde ich bei WinForms bleiben, 
auch wenn man sich darüber im klaren sein muss, dass dies nicht 
weiterentwickelt wird.
Für First-Class-GUIs bietet WPF sicherlich die umfangreichsten 
Möglichkeiten, die wollen aber erst einmal erlernt sein.

Gruß,

Oliver
Gast #1708692
Lesenswert?

Ich glaube ich werde mir, wenn ich denn dann das VS2010 habe (drückt mir 
mal die Daumen, dass mein Boss gut gelaunt ist ;-) ) werde ich mir das 
WPF zeug mal angucken. Hört sich auf jeden Fall interessant an!

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren