Wenn die Bauteile bzw. die komplette Baugruppen danach noch
funktionsfähig sein sollen, kannst du das vergessen. Epoxidharz wird
erst bei Temperaturen ab ca. 200°C weich, da sind Elkos und empfindliche
Halbleiter schon kaputt. Chemische Mittel, die Epoxidharz auflösen,
zerstören auch alle normalen Elektronikbauteile. Bei anderen
Vergussmassen (Polyurethane) ist's auch nicht leichter.
Die chemische Methode funktioniert ausschliesslich bei
Silizium-Halbleitern (Chips, Transistoren), die kann man mit
konzentrierter heisser Schwefelsäure freiätzen. Dabei werden aber auch
die Anschlusspins aufgelöst, es bleiben nur der nackte Silizium-Chip und
die Bonddrähte übrig. Diese Ätzerei ist eine sehr ungesunde und
gefährliche Sauerei mit jeder Menge giftigen Abgasen. Das aufgelöste
Epoxidharz bildet Unmengen an schwarzem Schlamm, der dann noch mühsam
vom Chip abgewaschen werden muss. Wenn man das sorgfältig macht, ist der
Chip aber nachher noch funktionsfähig.
Die einzige brauchbare Möglichkeit in deinem Fall wäre sehr vorsichtiges
Abfräsen der Vergussmasse mit Dremel oder ähnlichem, da bist du dann
aber wochenlang beschäftigt.