Hallo. Hab einen Traum mich später mal selbstständig zu machen in diese
Richtung (kann auch gespinne sein) aber welches Studium wäre für mich
ideal, wenn ich Überwachungssysteme herstellen und konstruieren möchte
(Alarmanlagen, Infrarotsysteme) etc?.
LG
> aber welches Studium wäre für mich ideal, wenn ich> Überwachungssysteme herstellen und konstruieren möchte> (Alarmanlagen, Infrarotsysteme) etc?.
Sinologie.
Denn das Zeug hat keineswegs den intellektuellen Level,
mit dem wir in Deutschland als high tech Bildungsstandort
überleben könnten, das importiert man billigst aus China.
Du müsstest schon eine Schippe drauflegen, Raumüberwachung
und Zugangskontrolle per Video mit Gesichtserkennung,
abhörsichere Kommunikationskanäle per Quantenkryptographie.
Und dazu täte es dann Quantenphysik oder Bilderkennung im
Zuge des Informatikstudiums. Es soll schliesslich ein Studium
sind, und keine simple Technikerausbildung an welchem Ende
der Lötkolben heiss wird, oder ?
Was Du studierst in letztlich nicht so wichtig. Wichtig ist, ob Du es
"draufhast". Grundlagen sind immer gut, mein Tipp: Mach das, was Dir am
besten liegt.
Eigentlich brauchst Du ein Breitband-Studium, denn Du musst Deine Sachen
hinterher auch verhökern, und das ist ebenfalls nicht trivial.
Es ist bnatürlich auch möglich, dass Dein Teil so toll wird, dass man es
Dir aus den Händen reisst. Wenn dieser Fall eintreten sollte, werde ich
das sicher erfahren und dann in meine Memoiren reinschreiben, dass ich
mal auf ein Posting von Dir geantwortet habe.
Ciao
Breitband-Studium (E-Technik, Mechatronik, ...) ist immer sinnvoll,
schon deswegen, da man besser sich nicht in eine Nische
reinspezialisiert und ein Problem bekommt, wenn man
* die Hochschule wechseln will
* ein Auslandssemester einbauen will
* im Laufe des Studiums merkt, dass man anderes interessanter findet als
das, was man sich ursprünglich gedacht hat
und last but not least wenn
* die Marktsituation in der Nische -- ob als Angestellter oder
Selbständiger -- nach ein paar Jahren irgendwie bescheiden aussieht.
Sicherheitstechnik als Studiengang wäre ich persönlich skeptisch.
Fürs selbstständig machen brauchst Du eigentlich gar kein Studium. Es
mag überraschend klingen, aber Du solltest nicht davon ausgehen, daß Du
über ein Studium quasi nebenbei auch gleich unmittelbar praktisch
verwertbares Fachwissen bekommst. Es geht im Studium eher darum zu
belegen, daß man sich selbstständig neues Wissen aneignen, und das dann
auch anwenden kann.
Daher: Studienrichtung egal.
Es klingt demnach so, als ob man nur Zeug lernt was man später nicht
braucht. Das kann es doch nicht sein... Woher sollen die ganzen
Entwickler und Ausbilder denn ihr wissen haben... und kann doch auch
nicht sein, dass ein durchschnittlicher Azubi Elektroniker für GuS
gleichviel oder mehr Elektronikwissen hat als ein Absolvent eines
solchen Studiengangs...
Das gelernte Wissen muss einem doch dann genau bei solchen Projekten
helfen. Sonst würde ich einfach Elektroniker lernen....
> man nur Zeug lernt was man später nicht> braucht. Das kann es doch nicht sein...
Doch, ich würde sagen das ist für elektrotechnische Studiengänge der
Regelfall. Aus meinem FH-Studiums brauchte ich vielleicht maximal 10%
der da vermittelten fachlichen Inhalte. Aber wie gesagt ist die
Anhäufung von Fachwissen auch nicht das primäre Ziel eines solchen
Studiums.
> Woher sollen die ganzen Entwickler und> Ausbilder denn ihr wissen haben...
Das eignen sie sich selbst an durch intensives beschäftigen mit der
jeweils benötigte Materie. Und das sie sowas prinzipiell können, haben
sie durch das erfolgreich absolvierte Studium bewiesen (so zumindest die
Theorie...).
> und kann doch auch nicht sein, dass ein durchschnittlicher> Azubi Elektroniker für GuS gleichviel oder mehr Elektronikwissen> hat als ein Absolvent eines solchen Studiengangs...
Doch, auch das ist gut möglich, wenn Du z.B. die beiden gleich nach
erreichen ihres jeweiligen Abschluss gegenüberstellst. Je nachdem, wo
und woran der Ing. allerdings anschließend arbeitet, könnte er auch
spezialisiertes Elektronikwissen aufbauen - in den betreffenden
Bereichen dann möglicherweise auch deutlich mehr, als dem Geräte- und
Systemelekrtoniker im Rahmen seiner Ausbildung jemals vermittelt werden
könnte.
> Sonst würde ich einfach Elektroniker lernen.
Am besten in einem möglichst großen Industriebetrieb, falls von denen
noch jemand ausbildet. Ich glaube das wäre in Deinem Fall eine gute
Lösung. Da bekommst Du fundierte Fachkenntnisse (lustigerweise meißt
noch mehr als man in dem Beruf überhaupt braucht), und kannst nebenbei
immer schonmal in Richtung (Selbst-)Konstruktion von Geräten und
Systemen schauen.
Und wenn Du anschließend mehr machen möchtest, als der Beruf eigentlich
hergibt, legst Du noch ein (FH-)Studium drauf. Dabei nützt Dir die
Ausbildung auch zeitlich, da man in der Regel bestimmte Praktika nicht
mehr machen muß.
> und kann doch auch> nicht sein, dass ein durchschnittlicher Azubi Elektroniker für GuS> gleichviel oder mehr Elektronikwissen hat als ein Absolvent eines> solchen Studiengangs
Selbst an einer FH gibt es bei der Studienrichtung Elektrotechnik
höchstens 3 Vorlesungen, die Elektronik zum Thema haben. An Unis sieht
es noch schlechter aus. Die Hochschulen dienen vorwiegend dazu, die
unselbstständigen Flachpfeifen auszusortieren, was manchmal auch
gelingt. Dabei ist aber nicht gesagt, dass jemand der das Studium nicht
schafft, auch nicht fähig ist, sich selber Wissen anzueignen, komplexe
Geräte zu entwickeln und diese zu vermarkten. Vielleicht gerade weil ich
recht gut durchs Studium gekommen (auch wenn meine Diplomarbeit hätte
besser laufen können, wenn die Auftraggeber inclusive meines Profs
Ahnung von der Sache gehabt hätten und dann keine Forderungen gestellt
hätten, die technisch nicht lösbar sind) bin und hinterher keinen meiner
Qualifikation würdigen Job gefunden habe, sehe ich den Sinn der
Hochschulen so wie sie in Deutschland geführt werden, sehr skeptisch.
Praktisch relevante Themen will man da nicht vermitteln weil dann die
Professoren auch was lernen müssten um sich auf dem Laufenden zu halten.
Als Vorwand wird dann die akademische Bildung vorgeschoben, die zwar
schön und gut ist, aber weder dem Einzelnen, noch der Gesellschaft was
nützt. Arbeitgeber wollen aus verständlichen Gründen Bewerber, die die
Theorie verstehen und diese mit aktuellen Methoden effizient in die
Praxis umsetzen können und dazu nur wenig Einarbeitungszeit brauchen.
Genau das lernt man aber in einem Studium nicht!