> Ich habe eine Frage zum Trafoprinzip. Ich möchte erstmal auf diese
> Grafik verweisen: (Erstes Bild auf der Website -> Trafo im Leerlauf)
>
> http://www.elektroniktutor.de/bauteile/trafo.html
>
>
> Kann mir jemand kurz erklären warum die Spannung U1 mit der Spannung US1
> um 180° Phasenverschoben ist?
> Und warum US1 mit U20 in Phase ist?
>
> Wäre echt nett ich versteh das nicht so ganz :(
>
>
> Grüße Hurzel
Hallo Hurzel,
es ist gut, daß Du das nicht verstehst. Die Darstellung ist nämlich
physikalisch nicht in Ordnung, obwohl sie immer und immer auch von sehr
angesehenen Lehrbuchautoren kopiert wird.
1. Spannungsungleichgewicht erzeugt magnetische Flußänderung
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An die Primärspule legst Du eine Wechselspannung an. Da der Draht ideal
leitfähig ist, kann in ihm dem ohmschen Gesetz entsprechend kein
elektrisches Feld und daher auch keine Spannung entstehen (UDraht1=0).
Wir haben also die Situation, daß an den Primärklemmen eine Spannung U1
anliegt, der keine Spannung entgegensteht.
Die Stärke des beschriebenen Spannungsungleichgewichtes können wir
mithilfe der sogenannten Umlaufspannung, das ist die Summme aller
Spannungen "einmal im Kreis herum" beschreiben. Diese Umlaufspannung
heißt "induzierte Spannung" und hat den Wert:
Uind = U1+UDraht1 = U1
(Beachte: Die induzierte Spannung ist nicht etwas, das in der Spule
existiert oder entsteht, sondern sie ist eine sogenannte Umlaufspannung
bzw. ein Maß dafür, wie stark die Kirchhoffsche Maschenregel verletzt
wird.)
Das Induktionsgesetz sagt nun aus, daß immer dann, wenn ein derartiges
Spannungsungleichgewicht vorliegt, entsprechend der Gleichung
Uind = -N1 dPhi/dt
eine magnetische Flußänderung erfolgt. Durch das
Spannungsungleichgewicht, das Du mit der idealen Spannungsquelle
erzeugst, entsteht also eine Flußänderung im Kern.
(Hinweis zum Strom: Die Flußänderung ist immer auch mit einer Änderung
des Primärstromes verbunden. Das Spannungsungleichgewicht ist ja gerade
die Antriebskraft für den Stromfluß in der Primärspule. Auf den
Stromfluß wollen wir aber im Detail gar nicht eingehen.)
(Hinweis zu den Vorzeichen: Die Gleichung für das Induktionsgesetz gilt
zusammen mit der "Rechte-Handregel". Wenn Du mit dem Zeigefinger der
rechten Hand in die Richtung der induzierten Spannung zeigst (im
Beispiel in Pfeilrichtung von U1, aber eben im Kreis herum!), so zeigen
die Finger der rechten Hand in die Gegenrichtung (Minuszeichen) der
Flußänderung. Unter Punkt 3 erhältst Du eine einfacherere Beschreibung.)
2. Magnetische Flußänderung erzeugt Spannungsungleichgewicht
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Auf der Sekundärseite passiert das Gegenteil: Die Primärseite prägt über
den Magnetkern eine Flußänderung in die Sekundärspule ein, also ist eine
Magnetflußänderung vorhanden.
Daß eine Magnetflußänderung im Kern stattfindet, bewirkt, daß die Summe
aller Spannungen U2+UDraht2 im Sekundärkreis ungleich Null. Da Udraht2=0
(materialbedingt), muß U2 einen Wert erhalten. Somit erhältst Du eine
Spannung auf der Sekundärseite.
3. Vorzeichen
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Am einfachsten merkst Du Dir die Vorzeichen anhand des folgenden Bildes:
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Trafo_1a.svg
Wenn wie im Bild dargestellt die Wicklungsrichtung und die Pfeilrichtung
für U1 und U2 identisch sind, so müssen auch die Vorzeichen von U1 und
U2 gleich sein, schließlich sind beide Spannungen ja mit demselben
magnetischen Fluß verknüpft.
Wenn Du die Sekundärwicklung nun auf die andere Seite "rüberschiebst",
erhältst Du das folgende Bild:
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Trafo_1.png
4. Herleitung in Kurzform
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Für die Vorzeichenkonvention bei dem Wikipediabild
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Trafo_1.png
gilt:
u1(t)/N1 = dphi/dt = U2(t)/N2
(Man braucht den Strom bei idealtypischer Betrachtung wirklich nicht!)
Gruß,
Michael