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Forum: Offtopic Urheberrecht bei Schaltungen.


Autor: Thomas Drebert (thomasd)
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Hallo,

wie sieht es den mit dem Urheberrecht bei elektrischen Schaltungen aus?
Ich habe mir eine Platine entwickelt wo ich aus verschiedenen 
Schaltungen die in im Netz gefunden habe jeweils das beste aus der 
Schaltung genommen habe, so das die Schaltung genau für mich passt, 
Schaltplan und Platinenlayout hab ich selber erstellt.
Kann man solch eine Schaltung im Forum veröffentlichen ohne Probleme zu 
bekommen?
Wenn nein wo fängt dann die Eigenentwicklung an? Wenn jemand 2 
Widerstände in reihe Schaltet kann dieser doch nicht für immer der 
Urheber einer 2 Widerstände in reihe Schaltung sein?

Schöne Grüße
Thomas

Autor: Mike Hammer (-scotty-)
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Meiner persönlichen Meinung nach ist es nur dann eine 
Urheberrechtsverletzung wenn man sich 1:1 bei jemand
anders bedient(Also ein komplettes in sich geschlossenes
Werk kopiert und wirtschaftlich nutzt). Auszugsweise ohne 
Gewinnerzielungsabsicht ist dagegen unschädlich und muss
geduldet werden. Der Rechtsweg steht natürlich jedem Urheber
offen aber wenn nicht eindeutige Kopien eines Originals
vorliegen dürfte eine Rechtsverfolgung kaum Aussichten haben.
Das läuft dann schnell auf ein Gutachterverfahren hinaus
und kann dann nur noch von einem Gericht abgeurteilt werden.

Schon kleine Änderungen machen diesen Schutz zu Nichte.
Auch dürfte eine materielle Schädigung (Vermögensschaden)
des Urhebers nachzuweisen sein was praktisch kaum zu beweisen wäre.

Kein Rechtsrat.

Autor: Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne)
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So einfach ist das leider nicht, es gibt durchaus trivial erscheinende 
Schaltungsdetails welche es auf Grund ihres besonderen Designs oder 
gerade auf Grund ihrer Einfacheit zum Patent gebracht haben. Früher hat 
die "RFE" regelmäßig Derartiges publiziert. Heute wird das mit den 
Recherchen eher kompliziert.

Autor: Ohforf Sake (ohforf)
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Die Frage ist auch, wer die Schaltungsteile nun wirklich entwickelt 
hat... vielleicht stammen die aus einem Datenblatt oder es sind 
altbekannte Grundschaltungen.
Manche Hersteller schleifen die Aufdrucke von Bauteilen ab oder 
lackieren/vergiessen die ganze Platine... wollen die verhindern, dass 
man Ideen klaut, oder wollen die verhindern, dass man draufkommt dass 
sie selbst Ideen geklaut haben ?
Viele Patente aus der Elektronik sind eh längst abgelaufen.

Autor: Mike Hammer (-scotty-)
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Gibts keine Vorschrift das derjenige der ein Schutzrecht begehrt
dies auch zu seiner Publikation beifügen muss damit ein möglicher
Verwerter gewarnt ist? Patenthinweise findet man ja auch oft und
solche Hinweise wie "Alle Rechte vorbehalten" wie man die in Büchern
neben anderen ähnlichen Klauseln findet kennt doch fast jeder und
sollen wohl ein Urheberrecht ausdrücken.

Autor: Sven K. (diefanta)
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Sobald das Werk eine "schöpferische Höhe" erreicht ist es 
Urheberrechtlich geschützt. Ab wann dies ist, stellt dann wohl im 
Zweifel auch ein Richter fest. Man schaue sich mal die Geschichte mit 
den Softwarepatenten an. Da werden Dinge patentiert, da fällt man glatt 
vom Stuhl. Zwar haben die Patente aus Amerika keine Wirkung auf unseren 
Markt (glaube ich - solange du keine Zweigstelle drüben hast :D ) hier. 
Aber dennoch ist die Entwicklung bedenklich. Zumal man Neuentwicklungen 
damit automatisch ausbremst, weil man angst haben muss irgendein 
Trivialpatent zu verletzen

Ein Hinweis ist dafür aber definitiv nicht nötig. Urheberrecht bleibt 
Urheberrecht. Denn der Urheber einer Schaltung ist in dem Fall ja der 
Erfinder. Exakte Erfahrungen im Elektronikbereich <=> Urheberrecht habe 
ich nicht. Aber aus anderen Bereichen, und da kann es schnell teuer 
werden wenn man etwas kommerziell veröffentlicht (Website die als 
kommerziell eingestuft wird). Da reicht zum Teil bereits ein Banner 
welches Geld bringt.

Wie sich das jetzt genau in einem Forum verhält, wenn man dies 
offensichtlich ohne Kommerziellen Hintergrund publiziert, kann ich nicht 
sagen. Aber im Zweifel wird sowas immer vor Gericht entschieden. 
Letzlich ist es ja so wo kein Kläger, dort auch kein Richter. Mir 
scheint es aber so, als wäre die Elektronikbranche noch nicht auf den 
Zug der Abmahnungen aufgesprungen, sonst hätte man da sicher schon öfter 
was gehört. Sicher auch in diesem Forum hier.

Ich persönlich finde dieses kostspielige Abmahnen im übrigen das 
allerletzte :/

Autor: Mike Hammer (-scotty-)
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>Ich persönlich finde dieses kostspielige Abmahnen im übrigen das
>allerletzte :/

Finde ich auch, aber wenn ich mich nicht irre hat die Bundesregierung
die Kostspieligkeit beendet, indem Anwälte fiktive Streitwerte zugrunde
legen konnten und das Abmahnhonorar auf 100Euro Gebühr/Fall begrenzt.
Ist natürlich dumm wenn man den gleichen einen Verstoß zich mal
unwissentlich begangen hat. Dann multipliziert sich das ganze.
Allerdings stutzen die Gerichte solche Mond-Forderungen dann auf
ein verträgliches Maß wenn man das gerichtlich aus trägt.

Irrtum vorbehalten.

Autor: Sascha W. (arno_nyhm)
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Ganz allgemein, ohne juristische Aspekte und geltendes Recht in Betracht 
zu ziehen, würde ich gerade bei Schaltungen zwischen reinem 
Kopieren/Übernehmen und 'sich inspirieren lassen' unterscheiden.
Welcher Entwickler schaut sich denn nicht interessiert 
Schaltungsbeispiele in Datenblättern, Zeitschriften und sonstigen 
Veröffentlichungen an, um neue 'Schaltungstricks' kennenzulernen, welche 
ihm in zukünftigen Entwicklungen von Nutzen sein könnten?!

Im (zu großen Teilen in den Hintergrund gedrängten) Reich der 
Analog-Elektronik sind ausgeklügelte, raffinierte Schaltungen ja viel 
zentraler als in der heutigen Digial-Elektronik - wo doch eigentlich nur 
hochintegrierte Bausteine miteinander verknüpft werden, nach einem 
Schema, welches die zugehörigen Datenblätter und Appnotes verraten, 
einem Schema, welches sehr statisch ist.
Dass man dann 'abkupfert' ist ja logisch, schließlich geht es gar nicht 
anders; vielmehr müssen alle das gleiche machen: der Baustein XYZ123 
verlangt halte diese und jene externe Beschaltung... nicht mehr und 
nicht weniger.
So schaut es dann bei allen verwendeten ICs aus und die sie verbindenen 
Busse benötigen auch kaum besondere Schaltungselemente.
...wie viele Geräte habe ich schon gesehen, die nur aus ein paar ICs, 
Abblock-Kondensatoren und evtl. noch ein paar Pull-Widerstandsarrays 
bestehen? Möchte man in seiner eigenen Applikation die selben ICs 
verwenden, wird die Schaltung - zwangsläufig - nahezu identisch, ohne 
wirklich abgekupfert zu haben.

Bei Schaltungen welche die Implementation und Umsetzung von 
physikalischen/mathematischen Gesetzen darstellen, ist das etwas 
anderes. Man siehe z.B. die verscheinen 'klassischen' Oszillatoren.

Ganz allgemein gilt aber wohl stets, dass innovative Entwicklungen und 
Lösungen am meisten Wert sind, wenn sie allen die sie gebrauchen können, 
auch zur Verfügung stehen.

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