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Forum: HF, Funk und Felder Warum HF-Leitungen abrunden?


Autor: markus (Gast)
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Hallo!

Mit hat jemand erklärt, dass man bei HF Leiterbahnen die Ecken abrunden 
soll.
Ich kenn das nur aus der Hochspannungstechnik, wo an ecken die 
Feldstärke höher ist und es dann zu Koronaentladungen oder eher zu 
überschlägen kommt.

Doch auf einer Leiterplatte mit niedriger Spannung aber hocher Freuenz? 
Liegt es daran das aufgrund der höheren Feldstärke an den Spitzen mehr 
abgestrahlt wird?

MFG

: Verschoben durch Moderator
Autor: Mike J. (linuxmint_user)
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Weil die Signale dort zu stark reflektiert werden?

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Hilft natürlich auch nur, wenn die Leitungen überhaupt für einen
gleichmäßigen Wellenwiderstand konzipiert worden sind, also entweder
eine genügend große Massefläche drunter und Abstand von anderen
Leitungen haben (stripline) oder links und rechts gleichmäßig eine
Massebahn (coplanar waveguide).

Autor: markus (Gast)
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>Weil die Signale dort zu stark reflektiert werden?
Warun?

Und,ja definierte Impedanz ist vorhanden (microstrip), definierter 
Abschluss und trotzdem sollte man die Ecken abrunden??

Autor: Kai Klaas (Gast)
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>Und,ja definierte Impedanz ist vorhanden (microstrip)

Die ist ja eben nicht definiert, wenn die Leiterbahn eine Kurve macht. 
Diese Microstrip-Förmelchen gelten genau nur für gerade Leiterbahnen. 
Sobald die eine Kurve macht, stimmt der Wellenwiderstand nicht ganz 
genau. Und da versucht man eben die Störung zu kontinuisieren, um ein 
weiches Echo anstatt eines harten zu machen. Der Störpuls ist dann 
verschmierter, erstreckt sich also zeitlich gesehen auf ein längeres 
Zeitintervall und hat dadurch einen niedrigeren Pegel.

Kai Klaas

Autor: Stefan Salewski (Gast)
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>Und,ja definierte Impedanz ist vorhanden (microstrip), definierter
>Abschluss und trotzdem sollte man die Ecken abrunden??

Na, definierte Impedanz bedeutet doch auch definierte Breite, und bei 
einer Ecke ist die Breite um Wurzel 2 größer, also Fehlanpassung, 
Reflexion usw.

Autor: MaWin (Gast)
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> Warun?

Im Raum um einen Leiter bildet sich ein kreisförmiges Magnetfeld, wenn 
dieses durch die Leitungsführung sich nicht gleichmässig ausbreiten 
kann, wirkt es ungleichmässig auf die Ausbreitung der 
elektromagnetischen Welle im Draht zurück, die ungleichmässige 
Leitungsimpedanz äussert scih eben in Reflektionen, die, wenn die 
Wellenlänge des Signals kurz ím Vergleich zur Leitunglänge ist, sich 
auswirken.

Autor: Matthias (Gast)
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Naja, das 'endgültige Wort' ist bei HF-Leitungen noch nicht gesprochen. 
Es gibt tatsächlich abgerundete Ecken, ebenfalls gibt es mit einer 
'Phase' versehene Ecken (wird sogar nach einer bestimmten Formel 
berechnet), andererseits gibt es auch durchgeführte Messungen, die 
zeigen, daß sich eckige Ecken erst im zweistelligen GHz-Bereich negativ 
auswirken.

http://www.ultracad.com/articles/90deg.pdf

* runde und 'mitered corners' sind auch im Agilent ADS hinterlegt

Autor: Wolfgang M. (womai)
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Das Eck ist breiter als der Rest der Leiterbahn, damit ist das eine 
Diskuntinuitaet (parasitaere Kapazitaet), die Reflexionen verursacht. 
Wenn man das aber genauer durchrechnet sieht man, dass mit ueblichen 
Leiterbahngroessen dieser Effekt erst ab ca. 10 GHz eine Rolle zu 
spielen beginnt. Fuer 99.9% aller Hobbybastler ist das also voellig 
unerheblich.

Eine anderer Grund fuer die abgerundeten Ecken ist allerdings 
Zuverlaessigkeit - so wie ein Klebeband sich uebelicherweise am Eck zu 
loesen beginnt (weil da Kraefte von zwei Seiten einwirken koennen), kann 
sich auch das Kupfer leichter vom Traegermaterial loesen. Das ist 
insbesonders bei schmalen Leiterbahnen ein Probem. Die Loesung ist 
dieselbe wie bei Klebeband - einfach 45-Grad-Ecken statt 90-Grad-Ecken 
verwenden.

Wolfgang

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