Ethernet Magnetics: Was ist eine Nebenschlussspule?

OP Persönliche Seite #1805246
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Guten Abend zusammen,

ich entwickle gerade ein Gerät mit einem Wiznet W5100 und suche RJ-45 
Streckergehäuse mit magnetics aus.

Ich hab mir welche von Conec ausgesucht:
http://www.conec.com/catalogs/c1/media/catalog/category-aboutpdf/Section11_german.pdf

Die gibts mit und ohne sogenannter Nebenschlussspule.
Wenn ich das Schaltbild richtig interpretiere, ist das so eine Art 
zusätzliche Leitungssymmetrierung. Das Teil ist aber nur im Tx-Weg drin.

Weiß jemand genau, wofür man das braucht?
Hat das nur Auswirkungen auf die EMV, oder ändert das was an der 
Funktion?

Grüße,

Peter
OP Persönliche Seite #1810986
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Danke für die Antworten!

>Nur EMV, das ist praktisch ein Kurzschluss für Common-Mode-Signale.

Ja, das ist klar, aber was ist daran besser als die Masse am 
Trafomittelpunkt in der normalen Variante ohne diese Drossel?
Vielleicht liegt es daran, dass der Trafo durch die Schieflast der 
M2-Schaltung auf der Primärseite sekundärseitig leicht asymetrisch 
aussteuert (und die zusätzliche Drossel mit Masse an der Mittelanzapfung 
soll das bedämpfen)?


>Die meisten Ethernet-Controller können Autocrossover. Damit sind
>irgendwelche Spirenzchen im TX-Pfad sinnlos.

Das mit dem Auto-Crossover hab ich mir auch sofort gedacht. Den Tx- und 
Rx-Pfad verschieden auszulegen, macht da nur begrenzt Sinn.

>Für Gleichtaktstörungen ist
>die stromkompensierte Drossel zuständig die so ein Trafo haben muß.

So wie ich es sehe, ist das eine Schaltung, die nur wirkt, wenn der 
Tx-Trafo auch im Sendepfad ist - und die prinzipbedingt keine 
Gleichtaktstörung über die (nicht vorhandene) Mittelanzapfung an der 
Sekundärseite der Sendetrafos erzeugen kann. Nachdem der Trafo keine 
Mittelanzapfung hat, muss das Signalpaar mit der Nebenschlussdrossel 
(shunt choke) auf Masse symmetriert werden. Kapazitiv von der 
Primärseite eingekoppelte Ströme werden durch die stromkompensierte 
Drossel auf der Sekundärseite bedämpft und (nachdem das eine 
Gleichtaktstörung ist) mit der Nebenschlussdrossel gegen Masse 
abgeleitet.

Die normale Variante kann Gleichtaktströme nicht gegen Masse ableiten. 
Gleichtaktströme werden zwar mit der stromkompensierten Drossel 
bedämpft, fließen jedoch trotzdem auf das angeschlossene Kabel ab.

Somit ist die Variante mit dieser zusätzlichen Drossel im Fall, dass man 
kein Auto-crossover verwendet, von der Kabelabstrahlung durch 
Gleichtaktsignale vermutlich etwas günstiger.

Grüße,

Peter

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