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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Schaltregler Fragen


Autor: Stefan Seegel (Gast)
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Hallo!

Ich möchte mir mit dem Schaltregler MC34063 einen Step-Up bauen, der
aus 12Volt ca. 30-40V bei 0,5A-1A macht. Im Datenblatt sind dafür
Berechnungsbeispiele dabei, die benötigten Größen auszurechnen ist
nicht das Problem. Ich habe vielmehr einige Theorielücken, bei denen
mir jemand Auskünft geben könnte:

-Was macht der Regler mit dem Signal an Pin 7 ? Das ist ja ein
Strommesser, aber im Blockschaltbild geht dieser auf den Oszillator und
im Datenblatt konnte ich auch keine weiteren Infos bekommen.

-Warum wird im rechten Schaltbild die Spule angezapft ? Dadurch wird ja
dann nicht mehr die ganze Spule kurzgeschlossen ?

-Wie kritisch ist der Stromshunt? Es lassen sich ja schließlich keine
Widerstände beschaffen mit genau dem errechneten Wert ....

MfG

Stefan

Autor: Hubert (Gast)
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Über Pin 7 wird der Oszilltor beeinflusst, die Pulsbreite verändert oder
ganz abgeschaltet.
Die Spule wird nicht kurzgeschlossen, es ist noch ein R dazwischen.

Beim Stromshunt kannst du auswählen zwischen Strommaximum wird nicht
erreicht oder das ganze raucht ab.

Autor: Volker (Gast)
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Hallo Stefan,

bei onsemi gibts dafür eine Application-Note AN920.
In der ist alles gut erklärt.

Volker

Autor: Stefan Seegel (Gast)
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Danke für die Auskunft!

Ich meinte mit "kurzgeschlossen" auf Masse gezogen.

In der Application Note AN920 von onsemi habe ich noch den angefügten
Schaltplan gefunden. Wozu ist denn nun das Abgreifen der Spule gut ?!

Autor: Kupfer Michi (Gast)
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>Wozu ist denn nun das Abgreifen der Spule gut ?!

An der Frage habe ich auch geknabbert. Die beste Erklärung die ich
gefunden habe ist folgende:

Normalerweise ist bei einer Darlington Schaltung (T1,T2) die beiden
Collektoren verbunden. Schaltet man den Ausgangstransistor T2 duch so
verkleinert sich dadurch Vce T1 wie man aus obigen Diagrammen eines NPN
erkennt (Fig9) sinkt mit Vce-T1 auch dessen Ic und damit Ib-T2.
d.h. die Stromverstärkung der Gesammtkonstruktion ist begrenzt.

Durch die Abzapfung wird Vc-T1 erhöht und man kann damit grössere
Stroeme in T2 treiben.

Ich hoffe das stimmt???

Autor: Volker (Gast)
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Hallo Stefan,

die Spulen-Anzapfung verbessert den Wirkungsgrad der Schaltung.
Angenommen du hättest keine Anzapung und Pin1,8 verbunden also
Darlington Ausgang: Dann hast du über dem Ausganstransistor im
durchgeschalteten Zustand immer noch eine Uce Spannung von ca. 1,5V
die zusammen mit dem Strom für Verlustleistung sorgt.
In einer anderen Schaltungtechnik wird Pin 8 von Pin 1 getrennt und
über einen Widerstand (einige hundert Ohm) mit Pin 7 verbunden. Jetzt
ist zwar Uce des Ausganstransistors mit etwa 0,2-0,4V viel kleiner,
dafür wird viel Leistung im Widerstand verbraten.
Mit der Anzapung der Spule wird dies umgangen, die Spule liefert durch
den (im durchgeschalteten Moment)linear ansteigenden Strom an Pin 8
eine üm ca.1,3V größere Spannung als an Pin1 und treibt sozusagen den
Ausganstransistor selbst. (Diese Spannung hängt natürlich vom
Windungsverhältnis und von der Einganspannung ab. Hier etwa
11,5V/8,75T. (T sind die Windungen).
Somit wird keine Leistung unnötig verbraten.
Ich hoffe, ich habs einigermaßen verständlich rübergrbracht.

Volker

Autor: Stefan Seegel (Gast)
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Hallo Volker & Michi!

Vielen herzlichen Dank für die Erklärungen, jetzt hab ichs kapiert.
Meine nächste Frage wäre dann gewesen warum man in einigen Schaltungen
Pin 8 VOR die Spule schaltet, aber auch das hat Volker nun verständlich
erklärt. Dann habe ich an dieser Stelle im Forum noch was gefunden wo
an der internen Darlington-Stufe ein N-Kanal MOSFET angeschlossen wird.
Angenommen ich nehme einen BUZ 10, der hat ein Rds-on von < 0,07 Ohm,
bei einem Impulsspitzenstrom von sagen wir 3,5A macht das dann einen
Spannungsabfall von nur noch 245mV. Muss ich mal ausprobieren, ist nur
nicht ganz so leicht auf die schnelle auszuprobieren, weil die dicken
Teile nicht ins Steckbrett passen ;). Wo müsste ich dann die beiden
Kollektoren des Darlington anschließen, vermutlich auf Vin legen und
den Emitterausgang auf das MOSFET Gate, andem noch ein Widerstand gegen
Ground ist ?

Aber gefühlsmäßig ist das wohl nicht so ohne weiteres machbar, sonst
wäre sowas in der sehr ausführlichen Applikation Note drin ;-)

Stefan

Autor: Volker (Gast)
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Hallo Stefan,

schau mal unter dem Link nach, da ist die Ansteuerung für einen Mosfet
drin.

http://www.stefankneller.de/elektronik/nixiebauanl...

Gruß Volker

Autor: Stefan Seegel (Gast)
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Hallo Volker!

Super, genau das brauch ich, muss halt nur ein wenig umdimensionieren.
Ist recht geschickt den MOSFET mit ner Gegentakt Vorstufe anzusteuern,
so wird das MOSFET Gate schön schnell umgeladen!

Eine Frage drückt mich noch in der Theorie des MC34063:
Den Spannungsabfall den das IC an Pin 7 misst (Stromfühler),
funktioniert der intern als Schalter (Maximalstrom erreicht) oder misst
er Delta I, reagiert er also darauf wann die Spule gesättigt ist , oder
gar beides?
Wenn nur ersteres muss man sehr aufpassen dass man nicht eine Spule
nimmt die zu schnell gesättigt wird, sonst raucht was ab ;-(


Stefan

Autor: Volker (Gast)
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Hallo Stefan,

es wird nur der Maximalstrom begrenzt, wenn über dem Widerstand
etwa 0,3V (variiert in der Praxis von 0,25V -0,35V) abfallen wird
abgeschaltet, das heißt du brauchst schon eine geeignete Spule, die
nicht in die Sättigunmg fährt.

Anmerkung: Als Elkos sollte man unbedingt Low-Esr Typen verwenden.


Gruß Volker

Autor: Stefan Seegel (Gast)
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Danke Volker,

dann muss man hoffen dass die verwendete Spule nicht in die Sättiung
fährt... am besten vielleicht die Induktivität gleich doppelt so groß
dimensionieren.

Dann noch an alle & für alle:

Kann mir jemand Literatur (noch besser Online) empfehlen, in denen
Datenlisten für Dioden zu finden sind ? Wie oft steht man vor dem Punkt
dass man eine Diode x sucht, die soundsoviel Verlustleistung mitmacht
und soundsoviel Spannung aushält.
Für MOSFETs hab ich da was recht brauchbares gefunden, da kann man
recht schnell den passenden finden...

Gruß
Stefan

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