Also, wie Du richtig erkannt hast, steigt die Spannung an C1, beginnt T1
zu öffnen. Nun passiert aber folgendes:
Öffnet T1, öffnet auch T2. Nun fliesst ein Strom aus dem Kollektor von
T2 raus, über die LED und R2 nach Masse ab. Der Strom der von der LED
durch R2 nach Masse fliesst, sorgt dafür, dass die Spannung über R2
ansteigt (U=R*I). Dadurch wird die Spannung des Kondensators nach
"oben geschoben". Die Basis von T1 bekommt noch mehr Strom, d.h. wir
haben in diesem Moment eine Mitkopplung. Sobald T1 zu leiten beginnt,
hilft die vom LED-Strom verursachte Spannung über R2 den Transistor T1
noch mehr zu öffnen.
Nach einer gewissen (kurzen) Zeit, ist C1 jedoch durch diesen
Mitkopplungsstrom negativ aufgeladen, und der Stromfluss reisst ab, so,
dass die Basis von T1 nun schnell negativ wird, und beide Transistoren
wieder sperren.
Und dann fängt das ganze wieder von vorne an. C1 muss über R3 wieder
langsam etwas positiv aufgeladen werden.
Du kannst Dir das auch so vorstellen, wenn durch die LED ein Strom
fliesst und sich dieser Strom aufteilt. Der größte Teil des Stromes
fliesst über R2 nach Masse ab. Ein kleinerer Teil fliesst durch den
Kondensator über Basis-Emitter von T1 und R1 nach Masse.
Aber der Kondensator ist ja irgendwann voll und der kleinere Teil-Strom
kann dann nicht mehr duch T1 fliessen. In dem Moment sperrt T1 wieder,
weil die Basis durch den aufgeladenen Kondensator negativ wird.