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Forum: Compiler & IDEs Funktionen aus Bootloader mehrmals nutzen


Autor: Bootloader Programmierer (Gast)
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Hallo Zusammen,

Wir verwenden einen ATXMega und möchten von der Applikation aus in den 
FLASH Speicher schreiben können. Dazu müssen sich die Funktionen zum 
schreiben in der Sektion des Bootloaders befinden. Nun soll in der 
Bootloader Sektion auch ein Bootloader installiert werden, welcher die 
gleichen Funktionen verwendet.

Damit die Funktionen vom Bootloader wie auch von der Applikation 
verwendet werden können, suche ich eine Lösung. Diese Lösung soll auch 
dann noch funktionieren, wenn der Bootloader oder die Applikation irgend 
wann mal mit einer anderen GCC Version übersetzt wird.

Mir schwebt vor, ein drittes Projekt mit nur diesen Funktionen zu 
erstellen und eine Lib zu erzeugen. Diese Lib wird an einem bestimmten 
Ort im FLASH abgelegt (durch ändern der .text section). Diese Lib wird 
danach zum Bootloaders und zu der Applikation hinzu gelinkt. Wie kann 
man nun dem Linker mitteilen, dass er nur die Adressen der Funktionen 
verwenden soll und nicht den Code in der Lib? Die Funktionen benötigen 
keinen globalen Speicher.

Was für andere Möglichkeiten gibt es, ohne die Funktionszeiger von Hand 
zuweisen zu müssen?

Gruss

Autor: Johann L. (gjlayde) Benutzerseite
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hmmm

Die Funktion foo in eine eigene Section .foo legen und zum Bootloader 
hinzulinken. Dazu muss wahrscheinlich .bootloader im Linkerscript 
kleiner gemacht werden, damit auch .foo in den Bootloader-Bereich zu 
liegen kommt. .foo wird per Skript oder --section-start platziert.

Die Anwendung wird nicht gegen foo.o gelinkt (dann würde die Anwendung 
denn Bootloader überdecken), sondern am einfachsten Symbol foo per 
--def-sym auf den bekannten Wert definiert. Das ist ne GCC/binutils 
Standard-Methoden und funktioniertauch mit anderen Ausprägungen von 
GCC/binutils (Version, Plattform, Target, ...)

Einfacher ist vielleicht die Moglichkeit, daß der Bootloader den Wert 
des Symbols (also die Adresse von foo) an eine bekannte Stelle im Flash 
schreibt -- zB and Ende -- und die Anwendung den Wert verwendet. 
Nachteil ist, daß foo nur indirekt erreichbar ist, aber der Mechanismus 
ist einfacher: kein anderes ld-Skript, etc.

Autor: memory barrier (Gast)
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Was geht (wurde hier auch schon ein paarmal diskutiert) ist:

Den Bootloader mit der Anwendung linken, beide beim "Erstbeschreiben" 
gemeinsam flashen.

Durch das Zusammenlinken kann die Anwendung beliebig 
Bootloader-Funktionen nutzen.

Das Hex-File zum späteren Update über Bootloader wird genauso gelinkt, 
nur entweder vor dem Upload den Bootloader-Teil abschneiden, darauf 
vertrauen, dass der Bootloader sich eh nicht selber überschreibt, oder 
dem Bootloader einfach beibringen, diesen Teil zu ignorieren.


Wichtig dabei: den Bootloader-Teil wirklich nur dazulinken, nicht jedes 
mal neu Compilieren. Sonst geht das ganze bei ner neueren gcc-Version 
oder anderen Compiler-Optionen schnell schief.

Autor: Bootloader Programmierer (Gast)
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Vielen Dank für eure Vorschläge.

Ich habe alle gemeinsamen Funktionen in einer .section zugewisen und 
daraus ein .o File erzeugt. Diese .o File wird vom Bootloader Projekt 
erzeugt und da auch verwendte. Im Projekt der Applikation lege ich diese 
.section an die gleiche Stelle, wie im Bootloader und linke das .o File 
hinzu. Muss nur noch das HEX File bearbeiten, dass die Funktionen nicht 
geladen werden.

Autor: Martin Thomas (mthomas) (Moderator) Benutzerseite
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Was auch funktioniert:

- Bootloader als eigenständige Anwendung

- Adressen der von Anwendung und Bootloader verwendeten Funktionen in 
einem Array ablegen (Array of Function-Pointers).

- Dem Array mittels Attribut eine input-section zuweisen

- Im Linkerscript des Bootloaders diese input-section einer 
output-section an bekannter Adresse zuweisen (z.B. direkt hinter der 
nach "remapping" verwendeten Interruptvektortabelle des Bootloaders)

- In der Anwendung diese bekannte Adresse des Arrays und die ebenfalls 
bekannte Reihenfolge der Funktionen für Funktionspointer verwenden.

Spart Basteln mit hex-Dateien. Bei Aktualsierungen darf nur nicht die 
Adresse und Reihenfolge innerhalbs des Arrays verändert werden. Wichtig 
ist noch, dass die gemeinsam verwendeten Funktionen keine statischen 
Variablen enthalten, um Überschneidungen im RAM auszuschliessen. Kann 
anhand des map-Files des Bootloaders überprüft werden. Darauf achten, 
dass die Adressen für die Funktionspointer aus dem Programmspeicher zu 
lesen sind.

Autor: Bootloader Programmierer (Gast)
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Noch zur Information: objcopy bietet die Option "--remove-section", 
somit kann verhindert werden, dass gewisse Sektionen im HEX File 
abgelegt werden.

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