mikrocontroller.net

Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Spannungsregler - Kondensatoren - nur Keramik?


Autor: WireD (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo Zusammen,

ich "bastel" gerade an der Spannungsversorgung herum. Habe mir 
verschiedene Spannungsregler angesehen, die eingangs- und ausgangsseitig 
Kondensatoren von 330n bis 22µF haben.

Da ich gerne klein bauen würde, habe ich mich gefragt, ob man die 
hochkapazitiven gepolten Kondensatoren (10µF; 22µF) durch keramische 
austauschen kann. Meines Wissens sind die angeblich besser als ihre 
Elektrolyt - bzw Tantalkollegen, insofern man die Spannung großzügig 
nach oben auslegt (bei 10 V maximaler Eingangsspannung 16 V Typen)

Mir gehts ausschleßlich um den Bauraum und nicht um den Preis.

Ich hoffe, ich glänze jetzt nicht durch ein gefähliches Halbwissen, und 
Ihr könnt mir sagen, ob das geht oder nicht geht

Vielen Dank, Philipp

: Verschoben durch Admin
Autor: Frank Bär (f-baer)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Austauschen kannst du problemlos, erhöhte Anforderungen an die 
Spannungsfestigkeit sind Unsinn, wobei man das sowieso nicht allzu eng 
dimensionieren sollte.

Autor: A. K. (prx)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Bei Standardreglern der 78xx Klasse geht das. Bei LDOs sollte man ins 
Datasheet reinsehen, ob was zum geforderten ESR drin steht. Manche 
fordern am Ausgang einen Mindest-ESR, was bei einem einfachen Austausch 
durch einen Kerko zum Problem werden kann.

Autor: Ratgeber (Gast)
Datum:
Angehängte Dateien:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Vorsicht - "Zur gut" ist auch nicht immer recht. Manche Spannungsregler 
sind gar nicht entzückt, wenn ihr Ausgangsstrom auf Kondensatoren mit 
sehr geringem Serienwiderstand prallt - siehe Auszug aus dem 
LP2950/2951-Datenblatt von National...

MfG

Autor: WireD (Gast)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo Zusammen,

vielen, vielen Dank! ich wede mich an einen 78m05er halten! Supi vielen 
Dank nochmal!

Autor: Bernd Wiebus (berndwiebus) Benutzerseite
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Hallo WireD

> Da ich gerne klein bauen würde, habe ich mich gefragt, ob man die
> hochkapazitiven gepolten Kondensatoren (10µF; 22µF) durch keramische
> austauschen kann.

Dann vergleiche besser mal die nötigen Volumen. Im allgemeinen werden 
Tantal- bzw. Elektrolytkondensatoren ja darum verwendet, weil sie viel 
weniger Platz pro Kapazität benötigen.

> Meines Wissens sind die angeblich besser als ihre
> Elektrolyt - bzw Tantalkollegen,

"Besser" ist ein weiter Begriff......es gibt so viele Parameter. 
Keramische Kondensatoren sind im allgemeinen sehr schnell, und haben ein 
niedriges ESR.
Aber halt nicht alle.......über die Problematik zu geringer ESRs haben 
ja schon meine Vorschreiber etwas gesagt.

Als SMD Ausführungen sind keramische Kondensatoren auch durch 
mechanische Verspannungen gefährdet.
Sie sind verhältnismäßig groß im Verhältnis zur Kapazität (darum wundert 
mich ja Dein Ansinnen).
Die Kapazität ist stark Spannungsabhängig. Gerade wenn Du vorsichtig 
bist
mit der Spannung, und deutlich überdimensionierte Verwendest, hasst Du 
effektiv weniger Kapazität, und müsstest in der Kapazität weiter nach 
oben gehen.
Die Kapazität ist (meist) stark Temperaturabhängig.

> insofern man die Spannung großzügig
> nach oben auslegt (bei 10 V maximaler Eingangsspannung 16 V Typen)

Siehe oben......auf der anderen Seite 16V bei 10V max ist nicht die 
Welt.
Das sollte unproblematisch sein.

> ich wede mich an einen 78m05er halten!

Wichtig bei den 78ern sind die 100-220nF Kondensatoren direkt über Ein 
und Ausgang. Die sollten nicht weiter als 10mm von den Anschlüssen 
entfernt sein. Speziell diese Kondensatoren sind gegen Schwingen und 
sollten Keramische Kondensatoren (oder , absoluter Luxus, Glimmer) sein. 
Erfahrungsgemäß funktionieren Folienkondensatoren auch gut. Nur 
"weglassen" oder in den Tantal- bzw. Elektrolytkondensatoren 
"untergehen" lassen solltest Du sie nicht. Auch 100nF keramisch neben 
1000uF Elektrolytisch haben noch ihren Sinn.
 Die dazu angegebenen Tantals- bzw. Elektrolytkondensatoren hängen etwas 
von Deiner Speisung bezw Deiner Last ab, bzw. was Du dort für einen 
"Müll" an ripple erwartest. Wenn Du eine unproblematische Last aus einer 
Batterie speisst, könnten sie auch sehr klein ausfallen.

Die 78er sind eher unproblematische Hausmanskost. Trozdem gibt es 
Fallen.
Lese dazu genau das Datenbatt Deines SPEZIELLEN 78er Derivates. Die sind 
teilweise Herstellerunterschiedlich.
Beachte, das die Längstspannung nicht beliebig groß werden kann. Manche 
sind nur für 18V angegeben. Bei 5V Ausgang wären das dann 23V Eingang 
maximal (wenn du eh nur 10V hast, stört das nicht). Beliebig klein kann 
die Eingangsspannung auch nicht sein. Meist sollte sie 3,5V über der 
Ausgangsspannung liegen, damit der 78er noch was regeln kann. Also bei 
5V nicht weniger als 8,5V im Eingang.
Besonders böse: Wenn Deine Eingangsspannung einbricht, aber Deine 
Ausgangsspannung wegen dicker geladener Kondensatoren noch gehalten 
wird.....rückwärts können viele Typen nur 6 oder 7V. Bei Deinen 5V 
vermutlich kein Problem, aber bei höheren Spannungen und höheren 
Ausgangskapazitäten sollte eine rückwärtz über den Regler gelegte Diode 
dafür sorgen, das sich die Ausgangskondensatoren in den Eingang entladen 
können.
Diese Schutzdioden haben nun den Nachteil, das ein tief einbrechender 
Ripple im Eingang direkt in den Ausgang schlägt. Wenn das passiert, 
solltest Du VOR den Regler besser noch eine einzelne Diode mit 
Glättungskondensator (im Zweifel in Personalunion mit dem großen 
Eingangskondensator des Reglers) schalten.


Die 78er sind nur in recht engen Grenzen Kurzschluss und 
Übertemperaturfest. Wenn Du etwas besseres, auch vom Regelverhalten her, 
wünschst, mimm einen LM317. Etwas komplizierter, aber universeller und 
auch meist robuster.

Wie schon von meinen Vorschreibern erwähnt, können gerade LDO Regler 
oberzickig sein. Ein mir bekanntes recht gutmütiges Teil wäre der 
LM1086-ADJ.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de

Autor: Jurij H. (kebabfreund)
Datum:

Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Ich hab schon mehrere maleden LT1761 verbaut, Bisher Problemlos, ist 
auch Kurzschluss und Übertemperaturfest.
Gibts auch als 3,3V und Regelbar.

Nur mit Kerkos, 1µF am eingang 10µF am ausgang und 100nF Bypass

Man kommt auch mit kleineren Kerkos und ohne Bypass aus, hat aber dann 
mehr rauschen.

http://www.reichelt.de/?;ACTION=3;LA=444;GROUP=A21...

Gruss Jurij

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.
Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt.
Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten,
für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.