Hallo WireD
> Da ich gerne klein bauen würde, habe ich mich gefragt, ob man die
> hochkapazitiven gepolten Kondensatoren (10µF; 22µF) durch keramische
> austauschen kann.
Dann vergleiche besser mal die nötigen Volumen. Im allgemeinen werden
Tantal- bzw. Elektrolytkondensatoren ja darum verwendet, weil sie viel
weniger Platz pro Kapazität benötigen.
> Meines Wissens sind die angeblich besser als ihre
> Elektrolyt - bzw Tantalkollegen,
"Besser" ist ein weiter Begriff......es gibt so viele Parameter.
Keramische Kondensatoren sind im allgemeinen sehr schnell, und haben ein
niedriges ESR.
Aber halt nicht alle.......über die Problematik zu geringer ESRs haben
ja schon meine Vorschreiber etwas gesagt.
Als SMD Ausführungen sind keramische Kondensatoren auch durch
mechanische Verspannungen gefährdet.
Sie sind verhältnismäßig groß im Verhältnis zur Kapazität (darum wundert
mich ja Dein Ansinnen).
Die Kapazität ist stark Spannungsabhängig. Gerade wenn Du vorsichtig
bist
mit der Spannung, und deutlich überdimensionierte Verwendest, hasst Du
effektiv weniger Kapazität, und müsstest in der Kapazität weiter nach
oben gehen.
Die Kapazität ist (meist) stark Temperaturabhängig.
> insofern man die Spannung großzügig
> nach oben auslegt (bei 10 V maximaler Eingangsspannung 16 V Typen)
Siehe oben......auf der anderen Seite 16V bei 10V max ist nicht die
Welt.
Das sollte unproblematisch sein.
> ich wede mich an einen 78m05er halten!
Wichtig bei den 78ern sind die 100-220nF Kondensatoren direkt über Ein
und Ausgang. Die sollten nicht weiter als 10mm von den Anschlüssen
entfernt sein. Speziell diese Kondensatoren sind gegen Schwingen und
sollten Keramische Kondensatoren (oder , absoluter Luxus, Glimmer) sein.
Erfahrungsgemäß funktionieren Folienkondensatoren auch gut. Nur
"weglassen" oder in den Tantal- bzw. Elektrolytkondensatoren
"untergehen" lassen solltest Du sie nicht. Auch 100nF keramisch neben
1000uF Elektrolytisch haben noch ihren Sinn.
Die dazu angegebenen Tantals- bzw. Elektrolytkondensatoren hängen etwas
von Deiner Speisung bezw Deiner Last ab, bzw. was Du dort für einen
"Müll" an ripple erwartest. Wenn Du eine unproblematische Last aus einer
Batterie speisst, könnten sie auch sehr klein ausfallen.
Die 78er sind eher unproblematische Hausmanskost. Trozdem gibt es
Fallen.
Lese dazu genau das Datenbatt Deines SPEZIELLEN 78er Derivates. Die sind
teilweise Herstellerunterschiedlich.
Beachte, das die Längstspannung nicht beliebig groß werden kann. Manche
sind nur für 18V angegeben. Bei 5V Ausgang wären das dann 23V Eingang
maximal (wenn du eh nur 10V hast, stört das nicht). Beliebig klein kann
die Eingangsspannung auch nicht sein. Meist sollte sie 3,5V über der
Ausgangsspannung liegen, damit der 78er noch was regeln kann. Also bei
5V nicht weniger als 8,5V im Eingang.
Besonders böse: Wenn Deine Eingangsspannung einbricht, aber Deine
Ausgangsspannung wegen dicker geladener Kondensatoren noch gehalten
wird.....rückwärts können viele Typen nur 6 oder 7V. Bei Deinen 5V
vermutlich kein Problem, aber bei höheren Spannungen und höheren
Ausgangskapazitäten sollte eine rückwärtz über den Regler gelegte Diode
dafür sorgen, das sich die Ausgangskondensatoren in den Eingang entladen
können.
Diese Schutzdioden haben nun den Nachteil, das ein tief einbrechender
Ripple im Eingang direkt in den Ausgang schlägt. Wenn das passiert,
solltest Du VOR den Regler besser noch eine einzelne Diode mit
Glättungskondensator (im Zweifel in Personalunion mit dem großen
Eingangskondensator des Reglers) schalten.
Die 78er sind nur in recht engen Grenzen Kurzschluss und
Übertemperaturfest. Wenn Du etwas besseres, auch vom Regelverhalten her,
wünschst, mimm einen LM317. Etwas komplizierter, aber universeller und
auch meist robuster.
Wie schon von meinen Vorschreibern erwähnt, können gerade LDO Regler
oberzickig sein. Ein mir bekanntes recht gutmütiges Teil wäre der
LM1086-ADJ.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de