Vergießen von Trimmkondensatoren

Gast #153479
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Hallo zusammen,

zum Schutz vor mechanischen Einflüssen (z.
B. Vibration) möchte ich eine Sensorbaugruppe mit einer Vergussmasse
auf Silikonkautschuk - Basis vergießen. Nun habe ich einen
Trimkondensator (CTZ3 - Serie von AVX, siehe Datenblatt) auf der
Platine.
Hat jemand Erfahrung, wie sich ein solcher Trimkondensator beim
vergießen verhält? Im Datenblatt habe ich nichts dazu gefunden.
Oder sollte ich diesen besser vor dem vergießen irgendwie mit
Isolierband abkleben?

Viele Grüße,
Holger
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Gast #153483
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Spulen sind was anderes als Kondensatoren, den Spulen ist es ziemlich
wurscht, was in ihnen untergebracht wird, solange das Material keine
elektromagnetischen Eigenschaften hat.

Drehkondensator mit Deckelchen abdecken und nur den Rest des Gehäuses
vergießen.
Gast #153484
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>Drehkondensator mit Deckelchen abdecken und nur den Rest des Gehäuses
vergießen.

Dieser Vorschlag ist nicht so optimal. Es bildet sich in diesem
Hohlraum Kondenswasser.


Nimm statt des TrimKo eine VariCap-Diode. Das Poti hierzu kannst Du
problemlos vergiessen.


Marillion
Gast #153485
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Nachtrag:

Bei sehr kleinen Kapazitäten der VariCap-Diode macht sich die
Dielektrizitätskonstante der Vergussmasse denoch bemerkbar. Und das
noch in Abhängigkeit vom Aushärtegrad.

Marillion
Gast #153486
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Hi!

@Marillion: Die Kapazität der Varicap Diode hängt doch von der größe
der Raumladungszone am PN-Übergang ab, wieso sollte da die
Dielektrizitätskonstante der Vergußmasse, welche dort sicher nicht
hinkommt, einen Einfluß haben? Streukapazität? Bitte um Aufklärung.

mfg

Fasti
Gast #153487
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@Fasti

Da die Vergussmasse auch die Drahtanschlüsse der VariCap-Diode
umfliesst, kommt es hier zu einer kapazitiven Belastung. Bei Dioden mit
großen C(100pF) macht sich das weniger bemerkbar. Bei Dioden mit kleinen
C(1- 10pF) hingegen kann Cstreu > als Cdiode sein.

Marillion
Gast #153488
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Hi,

jo danke, daran hab ich gar nicht gedacht. Also hat man mit den Dingern
sowieso aufzupassen, wegen den Streukapazitäten. Ich hab zwar gewusst,
dass das heikel ist aber so heikel hätt ich nicht gedacht. Hab noch
nicht mit den Dingern gearbeitet.

lg

Fasti
Gast #153489
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zu Rufus T. Firefly

>>Spulen sind was anderes als Kondensatoren, den Spulen ist es ziemlich
wurscht, was in ihnen untergebracht wird, solange das Material keine
elektromagnetischen Eigenschaften hat.

Nun hat aber jedes Material elektromagnetischen Eigenschaften (dia-
oder paramagnetisch). UKW-ZF-Spulen (10,7MHz) in alten Röhrenradios
wurden oft mit Alu-Kernen abgeglichen. Glaubst Du nicht? Must Du
nachschauen.

Vergießen ist also auch bei Spulen nicht ganz egal, wenn sie
frequenzbestimment sind. Aber der Einfluss auf kapazitive Kopplung
(Anschlussdrähte, Leiterzüge) dürfte deutlich höher sein.

Man könnte den Abgleich statt des Trimmers über zwei verdrillte Drähte
machen, die man vorsichtig kürzt, bis es stimmt. Damit keine
Vergussmasse dazwischenkommt, vor Abgleich mit Schrumpfschlauch
überziehen. Aber dann bleibt immer noch der Einluss auf die restlichen
Leitungen...

Achso, wenn für de Vergussmasse eine Dielektrizitätskonstante angegeben
ist, kann man das ja grob abschätzen. Oder mal eine Dummy-Anordnung
vergießen und dann Kapazitätsänderung messen.

Sven
Gast #153490
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Das Vergießen von offenen Spulen(im Gegensatz zu werksseitig vergossenen
Spulen) ist nicht trevial. Auf Grund der Aushärtung der Vergussmasse
kommt es zu mechanischen Spannungen, die die Wicklungsgeometrie der
Spule beeinflussen können.

Ich vergiesse seit Jahren frequenzbestimmden Bauteile(C, L, VariCap).
Es ist mir noch nie gelungen, nach dem Aushärten vergleichbare
Resultate zu messen. Ein Abgleich über eine ext. Steuerspannung ist
immer notwendig.



Marillion
Gast #153491
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jetzt mal für die anfänger unter uns:
bedeutet das, daß durch das vergießen die ganzen Kondensatoren (Kerko
22p Elko 0,2µF Foline 1N etc) ihre Kapazitäten verlieren und deswegen
ungenau sind=
Gast #153493
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@Sven: Alukerne haben aber insofern elektromagnetische Eigenschaften,
als daß sie leitfähig sind und also Wirbelströme in ihnen induziert
werden können. Das sieht bei Wachs etwas anders aus.
Von einem Spulenabgleich mit einem Kunststoffkern habe ich zumindest
noch nichts gehört.

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